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Eine emotionssoziologische Analyse des Antisemitismus in der Zeitung "Der Stürmer" zur Zeit der Weimarer Republik

Title: Eine emotionssoziologische Analyse des Antisemitismus in der Zeitung "Der Stürmer" zur Zeit der Weimarer Republik

Term Paper , 2014 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kim Victoria Gistel (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Verbindung zwischen destruktiven Gefühlen und dem Antisemitismus des 20. Jahrhunderts. Als Grundlage der antisemitischen Propaganda wird die Hetzzeitschrift »Der Stürmer« verwendet, der als Vermittler der anti-jüdischen Ideologie der Nationalsozialisten gilt.

Neben einer Einleitung in die Definitionen der soziologischen Gefühlsstrukturen des Menschen und einer kurzen Sicht auf den Antisemitismus als emotionalen Nährboden erfolgt die emotionsgeschichtliche Analyse des »Stürmers«. Hier sollen vor allem der emotionale Dreiklang, bestehend aus Angst, Neid und Hass, herausgearbeitet werden. Das Hauptaugenmerk soll sich darauf richten, inwieweit der »Stürmer« in seinen Artikeln diese Gefühle in den Vordergrund setzt, mit diesen arbeitet und bei seinen Lesern weckt.

Zusätzlich sollen die Ursachen und der Wirkungsgrad der Einsetzung von Gefühlen in diesem propagandistischen Werk erläutert werden. So ist die Frage zu stellen warum es überhaupt sinnvoll wäre, das antisemitische Weltbild in den Gefühlen des Menschen einzubinden und zu fixieren. Wieso musste die Abneigung gegen die jüdische Bevölkerung als körperliche beziehungsweise geistige Regung erscheinen, wenn es so unzählige antijüdische Argumentationsmodelle gab?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist ein Gefühl?

3. Antisemitismus als emotionaler Nährboden

4. »Der Stürmer«

4.1 Journalistische Technik

4.2 Die Propaganda im »Stürmer«

4.3 Angst, Neid und Hass – der emotionale Dreiklang des »Stürmers«

4.3.1 Angst

4.3.2 Neid

4.3.3 Hass

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die enge Verflechtung von destruktiven Emotionen und der antisemitischen Propaganda in der Hetzzeitschrift »Der Stürmer« während der Weimarer Republik, um aufzuzeigen, wie durch eine gezielte emotionale Manipulation die Hemmschwelle für judenfeindliches Handeln gesenkt wurde.

  • Emotionssoziologische Analyse der Propaganda des »Stürmers«
  • Die Rolle kollektiver Gefühle wie Angst, Neid und Hass
  • Stilistische Mittel und Techniken der emotionalen Mobilisierung
  • Die psychologische Funktion von Antisemitismus als Ventil für individuelle Regungen
  • Wirkung von Wiederholung und emotionaler Fixierung auf das Weltbild der Leserschaft

Auszug aus dem Buch

4.3 Angst, Neid und Hass – der emotionale Dreiklang des »Stürmers«

Ein agitorisches Schema lässt sich im »Stürmer« als vierstufiges Modell erkennen. Im ersten Schritt wird eine angebliche Konkurrenzsituation mit »dem Deutschen« als Opfer erstellt. Danach findet die Personifizierung des jüdischen Täters statt. Dies führt zum ersten Aufflackern einer Gefühlsregung, in den meisten Fällen entweder Neid oder Furcht. Im dritten Schritt geht der Neid oder die Furcht in die irrationale Reaktion des Hasses über, bevor im abschließenden Schritt dieser Hass in das Unterbewusstsein des Lesers verankert werden kann, sodass schon allein die pure Existenz des Hassobjektes reicht, um diese festsitzende Feindseligkeit zu aktivieren.

Es lässt sich somit ein gefühlsspezifischer Dreiklang erkennen, bestehend auf Furcht, Neid und Hass. DENNIS E. SHOWALTER benennt ebenfalls drei Kategorien der Darstellungen des jüdischen Verhaltens im »Stürmer«. Die erste Einteilung umschließt den »Juden« als „sex offender“, der nicht nur als Verführer der deutschen Frauen dargestellt wird, sondern den man auch der Vergewaltigung und des Missbrauchs beschuldigt. Der »Jude« als „businessman“ repräsentiert die zweite Kategorie. Er gilt als Betrüger, Dieb und Lügner. Die Darstellung vom »reichen Juden« bzw. dem »Judenluxus« ist in diesem Zusammenhang ebenfalls zu nennen, wird allerdings später in Bezug auf den Neid nochmals aufgenommen. Drittens nennt SHOWALTER den »Juden« als „bad neighbor“. Gemeint ist hiermit die Diffamierung einst angesehener Berufsgruppen wie Ärzte, Anwälte und Kaufmänner durch den »Stürmer«.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie destruktive Gefühle zur Manipulation der Massen und zur Verbreitung des Antisemitismus im »Stürmer« genutzt wurden.

2. Was ist ein Gefühl?: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Gefühls soziologisch und psychologisch und erläutert die Macht von Emotionen bei der Steuerung menschlichen Handelns.

3. Antisemitismus als emotionaler Nährboden: Hier wird Antisemitismus als eine Form der sozialen Bewusstseinsstruktur analysiert, die an destruktive Triebregungen anknüpft und diese für politische Zwecke instrumentalisiert.

4. »Der Stürmer«: Dieses Kapitel untersucht die journalistische Technik, die Propaganda-Methoden und den spezifischen emotionalen Dreiklang aus Angst, Neid und Hass, der das Blatt prägte.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die gezielte Emotionalisierung die Leser gegen rationale Argumente immunisierte und den Antisemitismus als natürliche Reaktion erscheinen ließ.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Der Stürmer, Propaganda, Emotionen, Angst, Neid, Hass, Weimarer Republik, Massenmanipulation, Judenhass, Julius Streicher, Emotionsgeschichte, Vorurteilsstruktur, Antisemitische Hetze, Psychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen destruktiven Emotionen und antisemitischen Inhalten in der Zeitschrift »Der Stürmer« während der Weimarer Republik.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Rolle von Propaganda, die Psychologie des Antisemitismus sowie die Nutzung von Emotionen als Instrument zur gesellschaftlichen Manipulation.

Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit fragt danach, wie der »Stürmer« durch die gezielte Weckung von Angst, Neid und Hass das Weltbild seiner Leser beeinflusste und warum dies eine wirkungsvolle Methode zur Verbreitung antijüdischer Ideologie war.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine emotionssoziologische und historisch-analytische Untersuchung, die sich auf Theorien zur Emotionsgeschichte und aktuelle Antisemitismusforschung stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die journalistischen Techniken, die spezifische Propaganda-Struktur des »Stürmers« sowie die detaillierte Ausarbeitung des „emotionalen Dreiklangs“ aus Angst, Neid und Hass.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Antisemitismus, Propaganda, Gefühlssteuerung, kollektive Emotionen und die spezifische Hetzstrategie Julius Streichers.

Inwieweit spielte die „gefühlsmäßige Vorstellungskraft“ eine Rolle für das Blatt?

Laut der Arbeit war diese Vorstellungskraft entscheidend, da das Blatt bewusst darauf verzichtete, an den Verstand zu appellieren, um stattdessen ein unbewusstes Abneigungsgefühl gegen Juden zu erzeugen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Gefühlen und Affekten in der Propaganda?

Die Arbeit erläutert, dass Affekte als abrupte, hochintensive Reaktionen intellektuelle Funktionen beeinträchtigen, während Gefühle eher langfristig Einstellungen verfestigen können.

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Details

Title
Eine emotionssoziologische Analyse des Antisemitismus in der Zeitung "Der Stürmer" zur Zeit der Weimarer Republik
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,3
Author
Kim Victoria Gistel (Author)
Publication Year
2014
Pages
22
Catalog Number
V370648
ISBN (eBook)
9783668492325
ISBN (Book)
9783668492332
Language
German
Tags
Emotionen Antisemitismus Weimarer Republik Stürmer Streicher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Victoria Gistel (Author), 2014, Eine emotionssoziologische Analyse des Antisemitismus in der Zeitung "Der Stürmer" zur Zeit der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370648
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