Diese Hausarbeit untersucht und erläutert das Phänomen der Kinderarmut in der Bundesrepublik Deutschland. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf dem Einfluss, den Armut auf die Entwicklung eines Kindes nimmt. Kinder werden nicht von selbst arm, Kinder werden in Armutsverhältnisse hineingeboren. Das Aufwachsen in beengtem Wohnraum, Arbeitslosigkeit der Eltern und fehlendes Geld für kulturelle, bildende oder sportliche außerfamiliäre Aktivitäten fehlt. Die daraus resultierenden Konsequenzen für die gesundheitliche Entwicklungsdimension von Kindern werden in dieser Arbeit erläutert und dargestellt.
Verschiedene Wohlstandsorganisationen untersuchen seit einiger Zeit den Einfluss der sozialen Lage auf die kindliche Entwicklung. Durch empirische Fakten und Zahlen wird dargestellt, welches Ausmaß die Kinderarmut in Deutschland hat und inwiefern dieses Ausmaß zur Beeinträchtigung der Gesundheitsqualität von Kindern beiträgt. Betrachtet werden hier die Haushaltsstrukturen in denen Familien mit Kindern leben. Im letzten Schritt der Arbeit wird der gesundheitliche Zustand von Kindern im Zusammenhang mit ihrem sozialen Status untersucht. Dabei soll beleuchtet werden welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen Kinder aus sozial schwächeren Familien erleben und wie die Verteilung der Faktoren allgemeiner Gesundheitszustand, Psyche und Verhaltensauffälligkeiten, sowie Übergewicht dargestellt ist.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG ARMUT
2.1 ABSOLUTES ARMUTSKONZEPT
2.2 RELATIVES ARMUTSKONZEPT
2.2.1 RESSOURCENANSATZ
2.2.2 LEBENSLAGENANSATZ
2.2.3 KINDGERECHTER ARMUTSBEGRIFF
3. KINDERARMUT IN DEUTSCHLAND
3.1 STRUKTUR UND URSACHEN VON KINDERARMUT
3.1.1 VERTEILUNG VON ARMUTSRISIKEN NACH KINDESALTER
3.1.2 VERTEILUNG VON ARMUTSRISIKEN NACH FAMILIENTYP
3.1.3 VERTEILUNG VON ARMUTSRISIKEN NACH MIGRATIONSHINTERGRUND
3.1.4 VERTEILUNG VON ARMUTSRISIKEN NACH ERWERBSSTATUS DER ELTERN
4. GESUNDHEITLICHE FOLGEN VON ARMUT FÜR KINDER
4.1 ALLGEMEINER GESUNDHEITSZUSTAND
4.2 PSYCHE UND VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
4.3 ÜBERGEWICHT
4.4 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Kinderarmut in der Bundesrepublik Deutschland und analysiert insbesondere, welchen Einfluss der soziale Status der Eltern auf die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nimmt, um die Korrelation zwischen Armut und gesundheitlichen Beeinträchtigungen empirisch aufzuzeigen.
- Theoretische Grundlagen verschiedener Armutskonzepte
- Struktur und Ursachen von Kinderarmut in Deutschland
- Empirische Analyse der Auswirkungen von Armut auf den allgemeinen Gesundheitszustand
- Psychische Gesundheit und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern aus benachteiligten Verhältnissen
- Zusammenhang zwischen sozialem Status und Übergewicht bei Minderjährigen
Auszug aus dem Buch
4.1 Allgemeiner Gesundheitszustand
Der Einfluss des sozialen Status auf die Gesundheit wird erst dann richtig deutlich, wenn man Studien zur der Gesundheit von Kindern und jungen Erwachsenen untersucht. Eine dieser Studien ist die Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch Instituts zwischen 2003 und 2006. Grundlage der Studie war eine Elternbefragung, wobei zusätzlich der gesundheitliche Zustand der Kinder untersucht wurde. Die soziale Lage der Eltern wurde über berufliche Bildung, berufliche Stellung und vor allen Dingen über das Netto-Haushaltseinkommen ermittelt. Der gesundheitliche Zustand der Kinder wurde über das allgemeine Gesundheitsbefinden, physische und psychische Verhaltensauffälligkeiten und Übergewicht analysiert vgl. Deutsches Ärzteblatt 2007: 2). Die Ergebnisse der Studien die nicht nur in Deutschland sondern darüber hinaus auch in den USA, Großbritannien und den skandinavischen Ländern durchgeführt wurde sind weitestgehend deckungsgleich.
17.461 Mädchen und Jungen im Alter zwischen drei und 17 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand der Kinder zeigen, dass der allgemeine Gesundheitszustand mit niedrigeren sozialen Status schlechter wird. Deutlich wird, dass Kinder und Jugendlichen aus Familien mit guter sozialer Lage rund zwei drittel häufiger mit einem sehr guten Gesundheitsstatus leben. Der Gesundheitszustand von Jungen ist im Schnitt in beiden Altersklassen ähnlich wie der der Mädchen. Der Gesundheitszustand von Jugendlichen ist darüber hinaus im Schnitt etwas höher als der von Kindern. Bei Jungen sind die Unterschiede des Gesundheitszustandes im Zusammenhang mit der sozialen Lage im Jugendalter deutlicher ausgeprägter. Bei Mädchen verhält es sich umgekehrt. Die Unterschiede sind beim weiblichen Geschlecht im Kindesalter ausgeprägter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Kinderarmut und Definition des Forschungsfokus auf den Einfluss des sozialen Status auf die kindliche Gesundheitsentwicklung.
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG ARMUT: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Armutsbegriff durch die Abgrenzung von absolutem und relativem Armutskonzept sowie Vorstellung kindgerechter Definitionsansätze.
3. KINDERARMUT IN DEUTSCHLAND: Analyse der strukturellen Ursachen und Risikogruppen für Kinderarmut unter Berücksichtigung von Alter, Familientyp, Migrationshintergrund und Erwerbsstatus.
4. GESUNDHEITLICHE FOLGEN VON ARMUT FÜR KINDER: Empirische Untersuchung der Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf den Gesundheitszustand, psychische Auffälligkeiten und körperliche Faktoren wie Übergewicht.
5. FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und politischer Ausblick auf die Notwendigkeit, Armut als zentralen Ansatzpunkt für Gesundheits- und Sozialpolitik zu begreifen.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Soziale Ungleichheit, Gesundheitszustand, Armutsrisiko, Sozialer Status, KiGGS-Studie, Lebenslagenansatz, Ressourcenansatz, Verhaltensauffälligkeiten, Übergewicht, Familienarmut, Sozialpolitik, Kindergesundheit, Migrationshintergrund, Erwerbsstatus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Kinderarmut in Deutschland und deren unmittelbaren Auswirkungen auf die gesundheitliche Verfassung von Kindern und Jugendlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Armut, die Identifikation von Armutsrisikogruppen und die Analyse der gesundheitlichen Konsequenzen, die aus einer niedrigen sozialen Lage resultieren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern der soziale Status der Eltern die gesundheitliche Entwicklung eines Kindes prägt und welche gesundheitlichen Defizite aus Armutslagen hervorgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet empirische Daten aus Studien wie der KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts aus, um die Korrelationen zwischen Sozialstatus und Gesundheit zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung, eine strukturelle Analyse der Kinderarmut in Deutschland nach verschiedenen demografischen Merkmalen und eine Untersuchung der gesundheitlichen Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kinderarmut, sozialer Status, Armutsrisiko, gesundheitliche Folgen, Lebenslagenansatz und soziale Ungleichheit.
Warum spielt der Migrationshintergrund eine so große Rolle bei der Analyse?
Die Daten zeigen, dass Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund statistisch gesehen ein deutlich höheres Armutsrisiko tragen, was wiederum eng mit geringeren Erwerbsbeteiligungen und somit geringerem Haushaltseinkommen verknüpft ist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die Politik?
Der Autor schließt, dass die Bekämpfung von Kinderarmut nicht nur eine soziale Aufgabe ist, sondern eine gesundheitspolitische Notwendigkeit, da Armut maßgeblich zur Chancenungleichheit und gesundheitlichen Beeinträchtigung beiträgt.
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- Martin Schnorr (Author), 2016, Infantilisierung von Armut. Wie der soziale Status den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen beeinflusst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370674