Die Entwicklung der Voodoo-Darstellung im Zombiefilm. "I walked with a zombie" und "The serpent and the rainbow"


Hausarbeit, 2013
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2.Erläuterung ausgewählter Praktiken, Götter und Symbole des Voodoo
2.1 Götter und Symbole
2.2 Rituale

3. Voodoo-Darstellung im Zombiefilm im Vergleich
3.1 I walked with a zombie
3.2 The serpent and the rainbow

4.Resümee

1.Einleitung

„[Voodoo] ist der Kult der Götter, Geister und der Ahnen.“[1] Wenn man sich kurz fassen will, kann man durchaus diese Beschreibung nach Gabriele Lademann-Priemer verwenden. Sobald man sich genauer mit dem haitianischen Glauben befasst, bemerkt man, dass diese Religion ein äußerst komplexes Konstrukt ist. Viele Symbole, Götter und Rituale für alle möglichen Lebenssituationen machen Voodoo zu einem nicht leicht durchschaubaren, für viele gar mysteriösen Glauben. Schwarze Magie ist meist das einzige, was viele mit Voodoo assoziieren. Nach der Lektüre verschiedenster Voodoo-Literatur wurde mir schnell klar, dass es im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist, auf alle Facetten der, unter anderem auch als Vodun oder Wodu bezeichneten Religion einzugehen. Vielmehr möchte ich mich mit ihrer Darstellung im Film, genauer gesagt im Zombiefilm beschäftigen.

I walked with a zombie von Jacques Tourneur aus dem Jahre 1943 sowie The serpent and the rainbow von Wes Craven, herausgekommen 1988, werden Gegenstand meiner Untersuchung sein. Diese besteht darin, herauszufinden, inwiefern sich die Darstellung des Voodoo im Zombiefilm innerhalb von 45 Jahren verändert und entwickelt hat. Zunächst werde ich hierfür, zum besseren Verständnis, auf ein paar wichtige Götter und Symbole sowie die Trance und Rituale der Religion eingehen. Im Anschluss daran geht es um die Frage, wie viel „echtes“ Voodoo jeweils in den Filmen steckt und welcher Eindruck dadurch von der Religion vermittelt wird.

Sekundärliteratur zu finden, die sich mit beidem, Voodoo und Zombies befasst, ist zunächst gar nicht so einfach, aber durch genauere Recherche und Literaturangaben in anderen Texten, kristallisierten sich Werke von Astrid Reuter, Zora Neale Hurston,Johannes Coelsch sowie Gabriele Lademann-Priemer als maßgebliche Hilfen für das Verfassen dieser Arbeit heraus. Ich konnte durch die Recherche für diese Hausarbeit einen spannenden Einblick in das System dieser Religion gewinnen, mit der ich mich zuvor noch nicht beschäftigt hatte und über die ich sonst nie so viel erfahren hätte. Ich denke es ist elementar, seinen Horizont zu erweitern und Neues zu erfahren, was mir meiner Meinung nach, durch diese Arbeit gelungen ist.

2.Erläuterung ausgewählter Praktiken, Götter und Symbole des Voodoo

2.1 Götter und Symbole

Im Voodoo gibt es zwar eine höchste Gottheit, genannt Bondye, er „mischt sich allerdings in das menschliche Leben nicht ein“[2] und lässt sich durch viele verschiedene lwa, also Götter, vertreten.[3] „Diese werden gewöhnlich in zwei Gruppen […] unterteilt: rada und petwo […] Die petwo- Geister sind aggressiver und launischer als die sanftmütigen und verläßlichen rada -Geister [...]“[4] Die zu der jeweiligen Gattung gehörigen Geister, muss man sich oft durch ihren komplexen Charakter eher als eine ganze Gruppe von Persönlichkeiten, denn als eine einzelne vorstellen.[5]

Die lwa „haben […] Lieblingsspeisen und -getränke, -farben, -tiere und -pflanzen, werden mit bestimmten Naturerscheinungen und -gewalten […] mit sozialen Tätigkeiten [...] oder mit Abstrakta wie Liebe, Fruchtbarkeit, Tod usw. in Verbindung gebracht; außerdem hat jeder lwa < seinen> Wochentag.“[6]

Alle verschiedenen, im Voodoo vorkommenden Götter aufzuzählen, würde den Rahmen der Arbeit sprengen, weshalb ich mich im Folgenden nur auf die auch in den beiden Filmen thematisierten Götter beschränken werde.

Danbala Wèdo ist der Anführer der rada -Geister und hat als Symbol die Schlange.[7] „Though the picture that is bought of him is that of St. Patrick, he in no way resembles that Irish saint. […] All over Haiti it is well established that [Danbala] is identified as Moses, whose symbol was the serpent.“[8] Aufgrund seines Symbols wird oft vermutet, die Schlange würde in Haiti verehrt werden, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht, da die Schlange als solche nur mit Ehrfurcht behandelt wird, weil sie Danbala dient.[9] „[Danbala] never does 'bad' work. If you make a ceremony to any of the other gods and ask favors, they must come to [Danbala] to get the permission and the power to do it. Papa [Danbala] is the great source.“[10] Er ist mit Ayida Wèdo verheiratet, sein Ehrentag ist jeder Mittwochabend und das Opfer, das für Danbala dargebracht wird, besteht aus einer weißen Henne und einem weißen Hahn.[11]

Eine weitere rada -Gottheit ist Erzulie Freida. Sie ist die „ lwa der sinnlich-romantischen Liebe“[12] im Voodoo und die Frau in Perfektion.

„Erzulie has no children and her husband is all the men of Haiti. That is, anyone of them that she chooses for herself. But so far, no one in Haiti has formulated her. As the perfect female she must be loved and obeyed. She whose love is so strong and binding that it cannot tolerate a rival. She is the female counterpart of [Danbala]. But high and low they serve her, dream of her, have visions of her as of the Holy Crail.“[13]

Erzulie ist eine sehr eifersüchtige und vereinnahmende Göttin, worauf im folgenden Punkt im Zuge der Rituale noch genauer eingegangen wird. Ihr Symbol ist das Herz, ihre Ehrentage sind der Donnerstag sowie der Samstag und sie besitzt meist ein eigenes Zimmer im Haus der Gläubigen.[14] An ihrem Ehrentag „no mortal woman may lay possessive hands upon these men claimed by Erzulie.“[15] Erzulie wird fälschlicherweise mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht. Dieser Irrtum wird allein dadurch, dass sie nicht die Mutter aller, sondern die ideale Liebhaberin darstellt, deutlich.[16]

„Nun gibt es auch lwa, die sich dem binären Ordnungsschema von rada und petwo entziehen. Dies gilt etwa für Ogou, den Krieger, General oder Militärpolitiker[...]“[17] Ogous Symbol ist das Schwert bzw. der Säbel oder das Gewehr. Deshalb meint man auf dem ersten Blick, man hätte es mit einem petwo -Geist zutun.[18] Da er allerdings zugleich aufrichtig und gerecht ist, kann man ihn nicht eindeutig zu einer der beiden Gruppen zuordnen. Ogou hat verschiedene Persönlichkeiten ausgebildet, die jeweils für unterschiedliche Bereiche wie Gerechtigkeit, Tapferkeit oder auch Wichtigtuerei stehen.[19]

Baron Samedi ist das Oberhaupt der petwo-lwa und gehört zur „Gede-<<Sippe>>“[20]. „In haitianischen Abbildungen wird [er] als schwarzer Gentleman mit Frack, Zylinder und dunkler Sonnenbrille dargestellt. Der Baron hat die Funktion, die religiösen Riten der Haitianer zu überwachen und kann bei deren Nichtbeachtung mit Gottes Hilfe zu einer tödlichen Waffe greifen.“[21] Seine Symbole setzen sich zusammen aus Kadaver, Phalli aus Holz und Kreuzen.[22]

Baron Cimeterre, der Totengräber, wird symbolisiert durch Hacke und Schaufel und trägt manchmal einen Sarg auf seinen Schultern. Die Gede-Geister treten im Gegensatz zu den anderen Voodoo-Göttern auch in der Öffentlichkeit auf.[23]

„Um Allerheiligen, den traditionellen katholischen Totengedenktag Anfang November, ziehen Scharen von Gede- Geistern durch Port-au-Prince: Mit weiß gepuderten Gesichtern, in schwarzen Fracks oder Gewändern, mit Zylindern oder Melonen und Sonnenbrillen, manche mit Särgen auf den Schultern, andere lächerlich geschmückt mit Schnullern und Babyrasseln, hölzernen Phalli oder Spazierstöcken mit Griffen in Penis-Form.“[24]

Die bereits erwähnten Symbole, die jeweils für einen Gott stehen, werden Vévés genannt und sind die bedeutendsten im Voodoo. Sie sind geometrische Zeichen und werden vom Priester zu Beginn einer Zeremonie aus Mehl, Asche oder Kreide auf den Boden des Tempels gestreut.[25]

Ein wichtiges Symbol im Voodoo stellt der Regenbogen dar. Er steht für Ayida, die Frau des Schlangengeistes Danbala Wèdo und wird auch als „Himmelsschlange“ tituliert.[26] Schlange und Regenbogen sind schon alleine durch die Ehe der beiden Götter eng miteinander verbunden. Die Schlange symbolisiert unerschöpfliche Lebenskraft, da sie in heißen sowie trockenen Gegenden überleben kann.[27] Da Danbala der höchste rada -Gott ist und „das Land der Lebenden mit den unterirdischen Gewässern [verbindet] [...] wird der poto-mitan [, der Mittelpfeiler im Voodoo-Tempel,] auch poto-Danbala genannt und mit schlangenförmigen Mustern bemalt.Auch die traditionelle Gestaltung des ason (der heiligen Rassel, mit der die manbo oder die oungan die Geister bei den Ritualen herbeirufen) mit einem Netz aus Schlangenwirbelknochen verweist auf die Rolle Danbalas bei der Verbindung zwischen der menschlichen und der göttlichen Welt“.[28]

Das Kreuz ist ein weiteres bedeutendes Zeichen des Voodoo. „Die Vodouanhänger sehen im christlichen Kreuz […] eine Verbindung zu ihrem afrikanischen Erbe. […] Der waagrechte Balken ist ein Symbol für den Menschen und seinen Lebensbereich, und im Schnittpunkt beider Balken wird die Vereinigung zwischen Gott und dem Menschen gesehen.“[29]

2.2 Rituale

„Zu den eindrücklichsten Bildern, die Film und Fernsehen über den Voodoo […] transportieren, gehören jene Szenen, in denen Menschen, vermeintlich berauscht von frenetischen Trommelrhythmen und ungezügelten Tänzen, die Kontrolle über ihr Bewußtsein und ihren Körper verloren haben, mit verzerrten Gesichtszügen ins Leere starren, von Krämpfen geschüttelt werden, taumelnd tanzen oder sich auf dem Boden wälzen.“[30]

Dieser soeben beschriebene Zustand, ist bekannt als Trance. Im Voodoo sind die Götter den Menschen näher als in anderen Religionen, da sie durch sie in Erscheinung treten. Die Voodoo-Anhänger sehen sich selbst als „Pferde“, die von einem Geist „bestiegen“ werden. Wenn die betroffene Person, nicht schon durch die Initiation, also die Einweihung, auf dieses Ereignis vorbereitet ist, müssen erfahrene Gläubige eingreifen und den entsprechenden Geist vertreiben.[31] „Wenn so etwas geschieht, wird es meistens als Aufforderung des Geistes zur Initiation der betreffenden Person gedeutet. Diese ist ein aufwendiger, kostspieliger und zeitintensiver religiöser Lernprozeß[...]“[32] Handelt es sich jedoch um einen erfahrenen initiierten Gläubigen, passiert diese Besteigung nicht unerwartet. Sie ist eng verbunden mit Tanz, Gesang und Trommelmusik und kündigt sich dadurch an, dass der Besessene während der Tänze aus der Reihe schert, schwankt und ihn krampfartigen Zuckungen durchfahren. Wenn dies geschieht, kommen Helfer und Helferinnen herbei und passen auf, dass die betroffene Person sich nicht verletzt.[33]

Während sich der Besessene in der Trance befindet, besitzt er keine individuelle Identität mehr, da er nun der lwa ist. Jede Gottheit hat spezielle Rhythmen, Gesänge und Tänze, mit Hilfe derer sie auch „gerufen“ wird. „[Die Trance] löst zugleich neugierige Faszination und Scheu oder gar Furcht aus und läßt in der Darstellung vielfach die Alltagsreligiosität des Voodoo in den Hintergrund treten.“[34]

Unter den Mitgliedern der Voodoo-Gemeinden gibt es eine festgelegte Hierarchie. An deren Spitze steht die manbo, welche die weibliche Kultleiterin darstellt, oder auch der oungan, der Kultleiter. Als ounsi werden die initiierten Mitglieder der Gemeinschaft bezeichnet. Da sich die Gemeinden als spirituelle Großfamilien sehen, werden manbo und oungan auch Mama und Papa gerufen, während die ounsi die Kinder darstellen.[35]

„Einen Voodoo -<<Tempel>> hat man sich nicht wie eine christliche Kirche vorzustellen. Vielmehr handelt es sich um eine Art religiöses Zentrum.“[36] Manbo, oungan und ihre Familienangehörigen wohnen hier und auch die lwa haben eigene Hütten oder Häuser, die entweder mit den entsprechenden Symbolen verziert oder schmucklos sind.[37] „Zwischen den Gebäuden […] stehen die oft mit Tüchern geschmückten heiligen Bäume und andere Pflanzen […] und laufen die Hühner, Hähne und Ziegen umher, die bei einer der kommenden Zeremonien geopfert werden.“[38]

In ärmlicheren Gemeinden sind die Tempel oft in das Haus integriert in Form von Altären für die Götter. Auf diesen werden rituelle Gegenstände für die lwa, „Schüsseln, Krüge und Flaschen mit Opferspeisen und -getränken, Bilder und Statuen von katholischen Heiligen, Kerzen, Steine“[39] sowie die rituelle Kleidung aufbewahrt. „Die Zeremonien werden im 'Péristyle' [oder 'Houmfort'] abgehalten, dessen geweihtes Objekt eine Säule in der Mitte des Raumes ( ='Poto Mitan') ist.“[40] Durch den Poto Mitan reisen die lwa von ihrer unterirdischen Wasserheimat ins Land der Sterblichen[41] und „[um] ihn kreisen die Tänze, mit denen die ounsi die lwa während der Feste rufen.“[42]

Jedes Jahr gibt es eine Geburtstagsfeier für jeden lwa in Form eines großen öffentlichen Festes. In den Tagen vor dem Spektakel werden im Voodoo-Zentrum die Speisen und Opfertiere vorbereitet und der Festraum geschmückt. Die ounsi brauchen für dieses Ereignis ihre traditionelle weiße Kleidung und müssen abgesehen von der Vorbereitung auch noch bestimmte Reinigungsriten durchlaufen. Alle Opfertiere sowie Gegenstände der Zeremonie werden vor dieser orientiert, indem sie je einmal in alle Himmelsrichtungen gehoben werden. Bei der Schlachtung wird das Blut des Opfertieres teils getrunken, teils aufbewahrt und zur Markierung der ounsi verwendet. Hierbei werden Zeichen aus Blut auf die Stirn der betreffenden Personen gemalt.[43]

„Die öffentliche Zeremonie, die gewöhnlich nach Einbruch der Dunkelheit beginnt, setzt mit katholischen Heiligenlitaneien, Gebeten und Kirchenliedern ein, bei deren Rezitation die manbo oder der oungan von dem […] <<Buschpriester>>, der die Rolle eines katholischen Geistlichen spielt, unterstützt wird. Es folgen Lieder in einem Gemisch aus Kreolisch und langay, der im Voodoo verwendeten Sakralsprache […] Diese zuletzt genannten Lieder, die der oungan oder die manbo mit einem verhaltenen Schütteln der ason, der heiligen Rassel, begleitet, unterscheiden sich in Rhythmus und Klangfarbe deutlich von den kirchenüblichen Gesängen der Eingangssequenz.“[44]

Der nun einsetzende afrikanischen Teil des Rituals lässt sich durch begleitendes Händeklatschen der ounsi sowie dem Einsetzen der alles übertönenden Trommeln erkennen. Daraufhin werden die lwa mit Gesängen einzeln angerufen und die Trankopfer durch den bzw. die Kultleiterin dargebracht. Im Laufe der Zeremonie werden durch manbo oder oungan die Vévés mit Hilfe von Asche, Mehl oder Kreide auf dem Boden, um den Poto-Mitan herum, angelegt. Die Speiseopfer für die lwa werden dann darauf platziert und es gibt weitere Trankopfer sowie Kerzen. „ Die Trommeln verstummen derweil nicht, und auch die Gesänge werden fortgesetzt. Einige lwa <<besteigen>> nun ihre menschlichen <<Pferde>>“[45].

Zu den bedeutendsten Festen dieser Art zählt das Fest von Saut-d`eau:

„Saut-d`eau' ist ein geheilgter Wasserfall im haitianischen Zentralmassiv, zu dem Mitte Juli eine Vodouwallfahrt zu Ehren [Danbalas] veranstaltet wird. Dem Wasser wird wundertätige Wirkung zugeschrieben und das Trinken aus der Quelle soll auch Glück und Reichtum vermitteln. Die Vodouisten in Saut-d`eau beten neben [Danbala] auch zur hl. Maria, die mit Hymnen und Lobliedern gepriesen wird.“[46]

Auf dem Pilgerweg dorthin werden viele Kerzen und Gebete verkauft, es wird in der freien Natur genächtigt und eine Statue der Jungfrau Maria ist an einen Baum befestigt, wo sie angebetet und verehrt wird.[47] Die Menschen entkleiden sich, besteigen die Felsen und hoffen durch die Berührung mit dem heiligen Wasser geheilt zu werden.[48]

Da es keine vorgeschriebenen Abläufe gibt, existiert auch kein typisches Voodoo-Ritual. Bestandteil eines jeden sind jedoch die Trommeln, die Trance, die Opferungen für die Götter und manbo sowie oungan, unter deren Leitung eine Zeremonie stattfindet.[49]

Neben diesen großen öffentlichen Festen gibt es aber auch Rituale im kleineren Rahmen, wie beispielsweise das Erzulie-Ritual. Ein Mann sucht sich nicht aus, ob er von Erzulie „gerufen“ wird. Er wird von merkwürdigen Träumen heimgesucht, aus denen er nicht schlau wird. Manchmal wird er auch krank oder etwas anderes Unschönes geschieht in seinem Leben. Nachdem er dann einen ougan konsultiert hat, wird ihm mitgeteilt, dass er von Erzulie auserwählt wurde und die Zeremonie wird eingeleitet[50]:

„ All gods and goddesses must be fed, of course, and so the first thing that the supplicant must do it to 'give food' to Erzulie. There must be prepared a special bread and Madeira wine, rice-flour, eggs, a liqueur, a pair of white pigeons, a pair of chickens. This food is needed at the ceremony, during which the applicant's head is 'washed.' […] The [ounsi] and the adepts continue to sing all during the consecration of the candidate unassisted by the drums. The drums play after a ceremony to Erzulie, never during the service.“[51]

Erzulies Gegenstände sind Spiegel und Parfüm, mit welchem das Haar des Kandidaten besprüht wird. Danach wird auf seinem Kopf ein Ei zerbrochen, Wein und gekochter Reis werden darüber geschüttet[52]

„and then the head is wrapped in a white handkerchief large enough to hold everything that has been heaped upon the head. The singing keeps up all the while. A chicken is then killed on the candidate`s head and some of the blood is allowed to mingle with the other symbols already there. The candidate is now commanded to rise. This is the last act of the initiation.“[53]

Nun wird der Mann mit Hilfe eines Ringes mit der Göttin Erzulie verheiratet und falls er schon in einer Ehe mit einer Frau lebt, muss diese sich an gewissen Tagen und Begebenheiten von ihrem Mann fernhalten, da Erzulie wie weiter oben schon genannt, sehr besitzergreifend und eifersüchtig ist.

Für viele persönliche Rituale ist der po-tèt zentral. „ [Er] ist ein Gefäß, üblicherweise eine Porzellantasse mit Deckel, in die Bestandteile der Opferspeisen für den mèt tèt ,[dem Herr über den Kopf], Blut und Federn eines geopferten Huhnes sowie Haare und Nägel des Initianden gegeben werden.“[54] Dies dient zur Verbindung zwischen dem mèt tèt und der individuellen Persönlichkeit des Menschen. Die sogenannten Voodoo-Puppen, die in vielen Filmen gezeigt werden, hängen hiermit zusammen. Man muss gut auf den po-tèt aufpassen, da er auch zu dubiosen Zwecken der schwarzen Magie verwendet werden kann, mit Hilfe derer dem zum po-tèt gehörigen Menschen Schaden zugefügt werden kann.[55] Dem ähneln auch die sogenannten Seelentöpfe.[56]

Daneben gibt es zudem den Mythos des Zombie. Er ist ein Mysterium und eignet sich so gut als Gegenstand für Horrorfilme. Ein Zombie wird man angeblich dadurch, dass man durch ein Gift getötet wird und mit Hilfe eines Gegengifts wiederaufersteht. Diese lebenden Toten haben keinen eigenen Willen mehr und werden zur Arbeit benutzt.[57]

„Das Geheimnis dieser reversiblen Katalepsie ist ein Pulver, das der Pflanze 'datura stramonium' […] entnommen wird. Und dieses Pulver enthält mehrere Milligramm Tetrodoxin. [Das] ist ein hochwirksames Gift und führt richtig dosiert zu dieser todesähnlichen Betäubung.“[58]

Viele Haitianer fürchten sich davor, als Zombie zu enden. Durch einen bòkò, einen böswilligen Magier, soll diese 'Zombiefikation' von statten gehen. Wie dies in den Zombiefilmen präsentiert wird und wie sich die Darstellung des Voodoo im Film entwickelt hat, soll im folgenden Punkt an den Filmen I walked with a zombie sowie The serpent and the rainbow dargestellt werden.

[...]


[1] Lademann-Priemer, Gabriele: Voodoo - Wissen, was stimmt. Freiburg 2011, S.13.

[2] Reuter, Astrid: Voodoo und andere afroamerikanische Religionen. München 2003, S.36.

[3] vgl. Reuter, A. 2003, S.36.

[4] Reuter, A. 2003, S.36.

[5] vgl. Reuter, A. 2003, S.36.

[6] Reuter A. 2003, S.41.

[7] vgl. Hurston, Zora Neale: Tell my horse - Vodoo and life in Haiti and Jamaica. New York 1990, S.116.

[8] Hurston, Z.N. 1990, S.116.

[9] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.118.

[10] Hurston, Z.N. 1990, S.118-119.

[11] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.119.

[12] Reuter, A. 2003, S.36.

[13] Hurston, Z.N. 1990, S.121.

[14] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.121.

[15] Hurston, Z.N. 1990, S.121.

[16] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.121.

[17] Reuter, A. 2003, S.37.

[18] vgl. Reuter, A. 2003, S.37.

[19] vgl. Reuter, A. 2003, S.38.

[20] Reuter, A. 2003, S.38.

[21] Coelsch, Johannes: Der haitianische Vodoukult - Eine religionsgraphische Studie. In: Institut für Geographie der Universität Salzburg (Hg.): Salzburger geographische Arbeiten. Salzburg 1989, S.42.

[22] Coelsch, J. 1989, Anhang 3.

[23] vgl. Reuter, A. 2003, S.38.

[24] Reuter, A. 2003, S.38-39.

[25] vgl. Coelsch, J. 1989, S.42.

[26] vgl. Reuter, A. 2003, S.34.

[27] Reuter, A. 2003, S.40.

[28] Ebd.

[29] Coelsch, J. 1989, S.43.

[30] Reuter, A. 2003, S.42.

[31] vgl. Reuter, A. 2003, S.42-43.

[32] Reuter, A. 2003, S.43.

[33] vgl. Reuter, A. 2003, S.43.

[34] Reuter, A. 2003, S.45.

[35] vgl. Reuter, A. 2003, S.33.

[36] Reuter, A. 2003, S.33.

[37] vgl. Reuter, A. 2003, S.34.

[38] Reuter, A. 2003, S.34.

[39] Ebd.

[40] Coelsch, J. 1989, S.44.

[41] vgl. Reuter, A. 2003, S.35.

[42] Reuter, A. 2003, S.35.

[43] vgl. Reuter, A. 2003, S.48-49.

[44] Reuter, A. 2003, S.49.

[45] Reuter, A. 2003, S.49-50.

[46] Coelsch, J. 1989, S.45.

[47] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.230.

[48] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.231.

[49] vgl. Lademann-Priemer, G. 2011, S.47.

[50] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.122-123.

[51] Hurston, Z.N. 1990, S.124.

[52] vgl. Hurston, Z.N. 1990, S.124.

[53] Hurston, Z.N. 1990, S.124-125.

[54] Reuter, A. 2003, S.46.

[55] vgl. Reuter, A. 2003, S.46-47.

[56] vgl. Lademann-Priemer, G. 2011, S.15.

[57] vgl. Coelsch, J. 1989, S.108.

[58] Coelsch, J. 1989, S.108.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Voodoo-Darstellung im Zombiefilm. "I walked with a zombie" und "The serpent and the rainbow"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V370838
ISBN (eBook)
9783668486454
ISBN (Buch)
9783668486461
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zombie, Film, Horror, Genre, Vergleich, Untote
Arbeit zitieren
Sara Fackler Calvo (Autor), 2013, Die Entwicklung der Voodoo-Darstellung im Zombiefilm. "I walked with a zombie" und "The serpent and the rainbow", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370838

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