Die Filme "I walked with a zombie" von Jacques Tourneur aus dem Jahre 1943 sowie "The serpent and the rainbow" von Wes Craven, herausgekommen 1988, werden Gegenstand meiner Untersuchung sein. Diese besteht darin, herauszufinden, inwiefern sich die Darstellung des Voodoo im Zombiefilm innerhalb von 45 Jahren verändert und entwickelt hat.
Zunächst werde ich hierfür, zum besseren Verständnis, auf ein paar wichtige Götter und Symbole sowie die Trance und Rituale der Religion eingehen. Im Anschluss daran geht es um die Frage, wie viel „echtes“ Voodoo jeweils in den Filmen steckt und welcher Eindruck dadurch von der Religion vermittelt wird.
Sekundärliteratur zu finden, die sich mit beidem, Voodoo und Zombies befasst, ist zunächst gar nicht so einfach, aber durch genauere Recherche und Literaturangaben in anderen Texten, kristallisierten sich Werke von Astrid Reuter, Zora Neale Hurston,Johannes Coelsch sowie Gabriele Lademann-Priemer als maßgebliche Hilfen für das Verfassen dieser Arbeit heraus. Ich konnte durch die Recherche für diese Hausarbeit einen spannenden Einblick in das System dieser Religion gewinnen, mit der ich mich zuvor noch nicht beschäftigt hatte und über die ich sonst nie so viel erfahren hätte. Ich denke es ist elementar, seinen Horizont zu erweitern und Neues zu erfahren, was mir meiner Meinung nach, durch diese Arbeit gelungen ist.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Erläuterung ausgewählter Praktiken, Götter und Symbole des Voodoo
2.1 Götter und Symbole
2.2 Rituale
3. Voodoo-Darstellung im Zombiefilm im Vergleich
3.1 I walked with a zombie
3.2 The serpent and the rainbow
4.Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die filmische Entwicklung der Darstellung des Voodoo-Glaubens in zwei wegweisenden Zombiefilmen, "I walked with a zombie" (1943) und "The serpent and the rainbow" (1988), und analysiert dabei, inwieweit die filmischen Inszenierungen den realen religiösen Praktiken entsprechen oder diese für den Horrorfilm-Kontext modifizieren.
- Grundlegende Einführung in die Voodoo-Religion (Götter, Symbole, Rituale).
- Analyse der Voodoo-Symbolik in "I walked with a zombie".
- Untersuchung der detaillierten Rituallandschaft in "The serpent and the rainbow".
- Vergleich der zeitlichen Entwicklung der Zombiefikation-Darstellung.
- Kritische Reflexion über die Medialisierung und Stigmatisierung von Voodoo im Horrorgenre.
Auszug aus dem Buch
3.1 I walked with a zombie
Voodoo-Trommeln. Gleich in einer der Anfangsszenen des Filmes I walked with a zombie von Jacques Tourneur, aus dem Jahre 1943, sind sie präsent und lassen so eine sofortige Assoziation mit der Religion zu. Sie werden als „geheimnisvoll, unheimlich“ beschrieben und wirken mysteriös. Etwas später sind die Trommeln noch einmal zu vernehmen und es wird erklärt, Danbala würde dadurch um Regen gebeten werden. Der Rhythmus der Trommeln ist immer wieder zu hören und zieht sich als Muster durch den ganzen Film.
Zu Beginn wird die Statue des heiligen Sebastian gezeigt. Dieser steht nach Gabriele Lademann-Priemer in enger Verbindung mit den sogenannten Voodoo-Puppen, da er von Pfeilen durchbohrt dargestellt wird. Er ist der Sieger über den Tod und somit eine Kraftfigur. Passend dazu heißt die karibische Insel, auf der sich der Film abspielt, San Sebastián.
Da der Film generell mit einer Laufzeit von 66 Minuten relativ kurz ist, kommt der Houmfort gleich in der Mitte des Filmes zur Sprache. Die Krankenschwester Betsy will den Zombie Jessica dorthin führen, damit sie von einem oungan geheilt werde. Da oungan und manbo im Voodoo tatsächlich die Rolle der praktischen Lebenshilfe zukommt und sie als Heiler gesehen werden, entspricht der Film hier der religiösen Praxis. Auch die gezeigten Tierkadaver auf Boden und Bäumen verweisen durch die vielen im Voodoo während der Rituale vollzogenen Tieropferungen eindeutig auf den haitianischen Glauben.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Komplexität des haitianischen Voodoo-Glaubens ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur filmischen Entwicklung der Voodoo-Darstellung im Zombiefilm.
2.Erläuterung ausgewählter Praktiken, Götter und Symbole des Voodoo: Dieser Abschnitt bietet eine theoretische Basis über die wichtigsten Gottheiten (Lwa), religiöse Symbole (Vévés) und die Trance-Rituale, die den haitianischen Glauben definieren.
3. Voodoo-Darstellung im Zombiefilm im Vergleich: In diesem Hauptteil werden die Filme "I walked with a zombie" und "The serpent and the rainbow" hinsichtlich ihrer authentischen oder stereotypen Darstellung von Voodoo-Elementen detailliert analysiert.
4.Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Voodoo-Darstellung im Laufe der Filmgeschichte zwar detailreicher und expliziter wurde, jedoch beide Filme das System Voodoo primär zur Erzeugung von Horror-Atmosphäre nutzen.
Schlüsselwörter
Voodoo, Zombiefilm, I walked with a zombie, The serpent and the rainbow, Lwa, Danbala, Ritus, Trance, Zombiefikation, Haitianischer Glaube, Okkultismus, Horrorfilm, Kultleiter, Symbole, Kulturwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Darstellung und Transformation der Voodoo-Religion in zwei unterschiedlichen Zombiefilmen aus den Jahren 1943 und 1988.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen die reale Voodoo-Lehre mit ihren Göttern und Ritualen sowie deren mediale Verarbeitung als Horror-Element in Spielfilmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es soll herausgefunden werden, inwiefern sich die filmische Darstellung von Voodoo über einen Zeitraum von 45 Jahren gewandelt hat und wie viel "echtes" Voodoo in den jeweiligen Filmen steckt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zur Voodoo-Religion und einer filmwissenschaftlichen Analyse, die mit den Erkenntnissen aus der Sekundärliteratur abgeglichen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Glauben und eine konkrete Filmanalyse der beiden gewählten Werke "I walked with a zombie" und "The serpent and the rainbow".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Voodoo, Zombiefilm, Lwa, Rituale, Zombiefikation und die beiden genannten Filmwerke.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Zombies zwischen den beiden analysierten Filmen?
Während "I walked with a zombie" stärker mit Stereotypen wie der Voodoo-Puppe arbeitet, erklärt "The serpent and the rainbow" die Zombiefikation expliziter und detaillierter.
Welche Rolle spielen die "Lwa" in der filmischen Darstellung?
Die Lwa werden in den Filmen genutzt, um das Geschehen zu mystifizieren und oft als schwarzmagische, furchteinflößende Kräfte zu inszenieren.
Wird Voodoo in den Filmen korrekt dargestellt?
Die Filme greifen zwar viele authentische Elemente wie Vévés, Trance und Poto-Mitan auf, verzerren diese jedoch bewusst für den Unterhaltungswert des Horrorgenres.
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- Sara Fackler Calvo (Author), 2013, Die Entwicklung der Voodoo-Darstellung im Zombiefilm. "I walked with a zombie" und "The serpent and the rainbow", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370838