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Die Briten und Mau Mau

Title: Die Briten und Mau Mau

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Daniel Aengenheyster (Author)

History - Africa
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Summary Excerpt Details

Der Mau-Mau-Konflikt kann durchaus als ein dunkles Kapitel der Kolonialgeschichte Großbritanniens bezeichnet werden. Viele tausend Menschen fanden während der blutigen Auseinandersetzungen zwischen englischen Militärs, Siedlern, kenianischen Kollaborateuren und Aufständischen in den Jahren 1952 bis 1959 den Tod. Die historischen Quellen unterscheiden sich dabei erheblich, was die genaue Anzahl der Opfer betrifft. Die Angaben schwanken zwischen 10.000 und 45.000 getöteten Menschen.1 Wie es zu einer derartigen Eskalation der Gewalt in der ehemaligen Kolonie Kenia kommen konnte und welche Rolle die Briten in der Mau-Mau-Krise übernahmen, soll Thema der hier vorliegenden Arbeit sein. Wie die revolutionäre kenianische Bewegung übrigens zu ihrem Namen „Mau-Mau“ gelangte, ist unklar. Es wird allerdings angenommen, dass es sich dabei um eine Erfindung der britischen Behörden handelt und somit also zu einem Teil eines Propaganda-Konzepts gehörte, das den Operationen gegen die Aufständischen die nötige Unterstützung im Heimatland sichern sollte. Wahrscheinlich sollte die Bezeichnung „Mau-Mau“ den archaischen und primitiven Charakter der Bewegung hervorheben. Mau-Mau reiht sich ein in die große Zahl kolonialer Konflikte in die England gegen Ende seiner Kolonialherrschaft in Afrika und anderen Regionen der Erde verwickelt war. Zu den Bedeutendsten dieser Krisen zählen unter anderem der Krieg gegen kommunistische Rebellen in Malaya (1954-1959), der Krieg gegen die zypriotische Unabhängigkeitsbewegung (1948-1955) und die Mau-Mau-Krise.2 All diese historischen Ereignisse deuten daraufhin, dass England nicht willens war, seine Kolonien ohne weiteres in die Unabhängigkeit zu entlassen. Auf der anderen Seite verweisen die historischen Fakten auf einen kaum oder-wenn überhaupt-nur mit militärischen Mitteln zu bändigendem Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit, der die Bevölkerung der kolonialisierten Länder
nach Ende des 2. Weltkriegs erfasste. Im Folgenden nun soll eine kurze Erläuterung der Vorgeschichte und der Umstände des Konflikts, sowie einer Analyse der Mau-Mau-Bewegung den Zugang zum Thema erleichtern. Im Anschluss daran folgt ein detaillierter historischer Abriss über das militärische, politische und ökonomische Vorgehen der Briten während der Krise in Kenia. 1 Anm.: Am Ende dieser Arbeit findet sich eine Liste der verschiedenen Quellen und deren Angaben zu der Anzahl der Todesopfer auf beiden Seiten der gegnerischen Parteien. 2 http://www.britains-smallwars.com

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Mau-Mau-Bewegung - Die Anfänge

3 Der Eid und das Cleansing

4 Der Emergency-Act – Eskalation der Gewalt

5 Verluststatistiken - Verschiedene Quellen, verschiedene Zahlen

6 Resümee

7 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Mau-Mau-Krise in Kenia zwischen 1952 und 1959 sowie das militärische, politische und ökonomische Vorgehen der britischen Kolonialmacht. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Entstehung der Bewegung, der Rolle des Eides als Rekrutierungsmittel und der Auswirkungen der britischen Gegenstrategien auf die kenianische Bevölkerung.

  • Historische Ursachen und sozioökonomische Faktoren der Mau-Mau-Bewegung
  • Die Bedeutung des „Oath of Unity“ und die Dynamik der Radikalisierung
  • Britische Strategien zur Aufstandsbekämpfung („Emergency-Act“, „Screening“, Internierungslager)
  • Einsatz und Einfluss der „HomeGuards“ und „Pseudo-Gangs“
  • Statistische Auswertung der Opferzahlen verschiedener Quellen

Auszug aus dem Buch

3 Der Eid und das Cleansing

Das Ablegen eines Eides zu gewissen Gelegenheiten wie geschäftlichen Transaktionen, Hochzeiten oder sonstigen Anlässen war tief verwurzelt in der traditionellen kenianischen Gesellschaftsstruktur. Der abgelegte Eid hatte quasi die Funktion eines Vertrags. Und eben dieses Ritual lieferte die Basis für den Eid, der eine Mitgliedschaft in der Mau-Mau-Bewegung besiegelte. Der Bruch eines solchen „Vertrages“ würde unmittelbar durch gesellschaftliche Ächtung bestraft werden. Im schlimmsten Fall konnte sogar das Leben des Eidbrechers bedroht sein. Der Eid wurde in der Öffentlichkeit abgelegt und oftmals begleitet von diversen Gesten wie Blut trinken, Tieropfer und ähnlichen archaischen Ritualen.

Wie zu erkennen ist, beinhaltet dieser einfache erste Eid ein Gemisch aus nationalistischen, rassistischen, militanten, moralisch-sozialen und psychologischen Elementen. Auf Basis dieses Eides entstanden weitere, spezialisierte Eide, welche die Mitglieder direkt an ganz bestimmte Aufgaben banden. Darüber hinaus wurden die Eide radikaler und forderten entschieden die Gewaltbereitschaft der Vereidigten. Der Eid wurde zu dem wichtigsten Rekrutierungsmittel der Mau-Mau-Bewegung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der Mau-Mau-Krise und Einordnung des Konflikts in den Kontext der Dekolonisierung Großbritanniens.

2 Die Mau-Mau-Bewegung - Die Anfänge: Analyse der historischen, sozialen und ökonomischen Gründe für den anti-kolonialen Widerstand, insbesondere durch die Landverteilungspolitik der Kolonialbehörden.

3 Der Eid und das Cleansing: Untersuchung der Bedeutung des Eides als organisatorisches Bindeglied der Bewegung und der Gegenmaßnahmen der Kolonialmacht mittels „Cleansing“-Ritualen.

4 Der Emergency-Act – Eskalation der Gewalt: Darstellung der militärischen Gegenmaßnahmen, der Internierungspolitik und des Einsatzes von paramilitärischen Einheiten wie HomeGuards.

5 Verluststatistiken - Verschiedene Quellen, verschiedene Zahlen: Zusammenstellung unterschiedlicher Schätzungen zur Opferbilanz des Konflikts aus verschiedenen Quellen.

6 Resümee: Zusammenfassende Bewertung der britischen Krisenpolitik als Politik der Gewalt und deren Rolle im Kontext des Endes des britischen Empires.

7 Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Mau-Mau, Kenia, britisches Empire, Dekolonisation, Kolonialgeschichte, Widerstand, Eid, HomeGuards, Emergency-Act, Screening, Landverteilung, Guerilla-Taktik, Dekolonisierung, Aufstand, Aufständische.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Mau-Mau-Konflikt in Kenia und das Vorgehen der britischen Kolonialmacht zur Unterdrückung dieser Unabhängigkeitsbewegung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die sozioökonomischen Ursachen des Aufstands, die Bedeutung traditioneller Eide sowie die militärische Strategie der Briten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Eskalation der Gewalt während der Krise zu erläutern und die Rolle der Briten bei der Niederschlagung des Aufstands kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Der Autor führt eine historische Analyse durch, die auf der Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung der Bewegung, der Relevanz von Eiden, den Auswirkungen des Emergency-Acts und dem Einsatz paramilitärischer Gruppen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mau-Mau, Kolonialismus, HomeGuards, Emergency-Act, Screening und das Ende des britischen Empires.

Warum wird der Eid als „Vertrag“ bezeichnet?

In der traditionellen kenianischen Kultur dienten Eide zur Bekräftigung von Abmachungen; die Mau-Mau nutzten dieses Ritual zur Sicherung der Loyalität innerhalb ihrer Bewegung.

Welche Rolle spielten die sogenannten „HomeGuards“?

Sie waren eine paramilitärische Miliz, die von den Briten unterstützt wurde, um die Informationswege der Mau-Mau zu unterwandern und den Aufstand in den Dörfern zu bekämpfen.

Wie bewertet der Autor den Umgang der Briten mit der Krise?

Der Autor schlussfolgert, dass die Briten eine gezielte Politik der Gewalt und des Misstrauens verfolgten, was auf eine gewisse Hilflosigkeit oder das bewusste Ende ihres Empires hindeuten könnte.

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Details

Title
Die Briten und Mau Mau
College
University of Duisburg-Essen
Course
Ghana und Kenia
Grade
Sehr gut
Author
Daniel Aengenheyster (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V37084
ISBN (eBook)
9783638365321
Language
German
Tags
Briten Ghana Kenia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Aengenheyster (Author), 2004, Die Briten und Mau Mau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37084
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