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Der Bruch von Erwartungshaltungen im Alltag. Ein soziologisches Krisenexperiment mit Blick auf Goffman und Garfinkel

Titel: Der Bruch von Erwartungshaltungen im Alltag. Ein soziologisches Krisenexperiment mit Blick auf Goffman und Garfinkel

Bachelorarbeit , 2016 , 59 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fokus in dieser Arbeit liegt auf den Normbruch mit Hinblick auf die Autoren Garfinkel und Goffman, wobei sich explizit mit folgender Frage befasst werden soll: Welche Konflikte entstehen, wenn Erwartungshaltungen im Alltag gebrochen werden und welche Folgen entstehen dadurch für das erwartende Individuum?

Um die Forschungsfrage angemessen beantworten zu können, soll zu Beginn der Arbeit der theoretische Zugang zur Thematik erläutert werden. Zunächst wird die von Werner Zimmermann begründete Theorie der Warteschlange dargestellt, um ein theoretisches Grundgerüst für die nachfolgende Erhebung zu schaffen. Anschließend sollen zwei Autoren, Harold Garfinkel und Erving Goffman herangezogen werden.

Einige wesentlichen Elemente der Theorien von Goffman und Garfinkel sollen dargestellt und anschließend einige ihrer Annahmen, die mit dieser Arbeit in Zusammenhang stehen, detaillierter erläutert werden. Es wird sepziell auf die Aktualität der Ethnomethodologie eingegangen um einen ganzheitlicheren Überblick über die Thematik zu erlangen, außerdem wird auch die Relevanz erläutert, die die Theorie Goffmans und Garfinkels in Bezug auf soziale Normen aufweist und expliziert, wieso Goffmans und Garfinkels Annahmen zueinander in Relation gesetzt werden sollen.

Im Rahmen der Arbeit werden Krisenexperimente in Bezug auf Warteschlangen angewendet. Es handelt sich dabei um ein Experiment zum Schlangestehen an Kassen, durchgeführt in verschiedenen Supermärkten und Drogeriemärkten in den Städten Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt und Pocking in Niederbayern.

Dokumentiert wird das Verhalten der Versuchspersonen anhand eines standardisierten Beobachtungsbogens, der anhand vorher definierter Kriterien Wortwechsel, Mimik und Bewegungsabläufe der Interaktionssequenzen festhält, um diese dann rekonstruktiv zu interpretieren. Anschließend sollen die Ergebnisse dargestellt und die wesentlichen Aussagen der Arbeit zusammengefasst werden. Mögliche offen stehende Fragen werden genannt und die Thematik in einen größeren soziologischen Rahmen gefasst. Zunächst soll auf die theoretischen Grundüberlegungen der Arbeit eingegangen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Theorie der Warteschlange

2.2 Erving Goffman

2.3 Harold Garfinkel

2.4 Zur Aktualität von Ethnomethodologie

2.5 Vergleich: Krise bei Goffman und Garfinkel

3 Methodik

3.1 Probanden, Experimentatoren und Design

3.2 Verfahrensweise

3.3 Messinstrument und Typisierung

4 Ergebnisse

5 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, den Bruch alltäglicher Erwartungshaltungen durch ein soziologisches Krisenexperiment zu untersuchen, um die Reaktionen von Individuen auf normverletzendes Verhalten in Warteschlangen zu analysieren und theoretisch einzuordnen.

  • Analyse der soziologischen Krisenkonzepte von Harold Garfinkel und Erving Goffman.
  • Durchführung und Auswertung empirischer Krisenexperimente im Supermarkt-Kontext.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Normverletzungen und individuellen Bewältigungsstrategien.
  • Diskussion der Bedeutung von Erwartungsstrukturen für die soziale Ordnung im Alltag.

Auszug aus dem Buch

2.1 Theorie der Warteschlange

Die Warteschlangentheorie entstammt der Wahrscheinlichkeitsforschung und wird überwiegend in Unternehmen eingesetzt. Sie gibt Rückschlüsse auf die Zahl der Wartenden im Schlangensystem, die benötigte Personalanzahl in Unternehmen, der voraussichtlichen Wartezeit der sich in der Schlange befindenden Personen und über mögliche Unregelmäßigkeiten im Abfertigungsprozess. Zimmermanns Theorie dient der Optimierung von Wartebereichen in Supermärkten. Ich mache mir diese Theorie für die Beschreibung eines Alltagsphänomens aus soziologischer Perspektive zu eigen.

Warteschlangen kommen Werner Zimmermann zufolge dann zustande, wenn es vor einer oder mehrerer Abfertigungsstationen in einer bestimmten Zeiteinheit mehr Einheiten eintreffen als im gleichen Zeitraum abgefertigt werden können (Zimmermann 2001: 361).

Die Wartenden empfinden häufig Unbehagen, da für sie ein Zeitverlust entsteht, auf den sie keinen Einfluss nehmen können (Zimmermann 2001: 361). Dieses Unbehagen kann anhand Alfred Schützs und Thomas Luckmanns Annahmen in „Strukturen der Lebenswelt“ erläutert werden. Sie unterschieden in dem Werk zwischen innerer und äußerer Zeit: „die Struktur der Lebensweltlichen Zeit baut sich in Überschneidungen der subjektiven Zeit des Bewusstseinsstroms, der inneren Dauer, mit der Rythmik des Körpers wie der 'biologischen Zeit' überhaupt mit den Jahreszeiten wie der Welt-Zeit überhaupt und dem Kalender, der 'sozialen Zeit'“ (Schütz, Luckmann 1979: 75). Es existiert also eine Differenz zwischen innerer, äußerer und auch sozialer Zeit. Des weiteren führt Zimmermann den Begriff des Warteschlangensystems ein, welches besagt, dass die Ankunft oder Reihenfolge der Einheiten in einem System und die Abfertigung dieser stochastisch verteilt sind, d.h. durch viele zufällige Variablen variieren (Zimmermann 2001: 361). Es handelt sich um kein Warteschlangensystem, wenn Ankunft und Abfertigung streng determiniert sind wie beispielsweise bei der Fließbandabfertigung (ebd.). Ein Warteschlangensystem besteht dabei aus folgenden Elementen: Der ankommenden, der wartenden und der gerade bedient werdenden Einheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die soziologische Bedeutung von Werten, Normen und Erwartungshaltungen ein und stellt die Forschungsfrage zur Wirkung von Normbrüchen auf Individuen.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Warteschlange sowie die theoretischen Ansätze von Erving Goffman und Harold Garfinkel bezüglich des Krisenbegriffs und der sozialen Ordnung.

3 Methodik: Hier wird das Design der Krisenexperimente, die Auswahl der Probanden und die Vorgehensweise bei der teilnehmenden Beobachtung detailliert dargelegt.

4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die empirischen Daten der durchgeführten Experimente, kategorisiert nach Geschlecht, Alter und Standort.

5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse, diskutiert die Grenzen der Untersuchung und unterstreicht die Relevanz der soziologischen Hinterfragung alltäglicher Handlungen.

Schlüsselwörter

Krisenexperiment, Harold Garfinkel, Erving Goffman, soziale Normen, Alltagshandeln, Warteschlange, Ethnomethodologie, Normbruch, Interaktion, kognitive Dissonanz, soziale Ordnung, teilnehmende Beobachtung, Krisenbewältigung, Erwartungshaltungen, soziale Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Bruch von alltäglichen Erwartungshaltungen im Kontext von Warteschlangen, um besser zu verstehen, wie soziale Ordnung durch unbewusste Regeln konstruiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind soziale Normen, das Konzept der "Krise" bei den Soziologen Goffman und Garfinkel, die methodische Durchführung von Krisenexperimenten und die Analyse von Interaktionsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu beantworten, welche Konflikte entstehen, wenn alltägliche Erwartungshaltungen in einer Warteschlange bewusst gebrochen werden, und welche Folgen dies für das betroffene Individuum hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird eine qualitative Erhebungsmethode in Form einer teilnehmenden Beobachtung angewandt, ergänzt durch Krisenexperimente nach Harold Garfinkel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Goffman und Garfinkel, die methodische Planung sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der empirischen Experimentergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Krisenexperiment, soziale Normen, Ethnomethodologie, Normbruch, Erwartungshaltungen und soziale Interaktion.

Wie unterscheidet sich die Reaktion in Halle von der in Pocking?

In Halle (Saale) zeigten die Probanden tendenziell längere Reaktionszeiten und öfter verbale Äußerungen, während in Pocking die Reaktionszeit kürzer war und häufiger ein direktes Überholen des Experimentators stattfand.

Warum ließen sich die Hypothesen zur Krisenreaktion nicht vollständig bestätigen?

Die Autorin führt dies auf Faktoren wie das gewählte experimentelle Setting, die unzureichende soziale Isolation der Probanden und mögliche Mentalitätsunterschiede zurück, die dazu führten, dass nicht alle Probanden mit deutlicher Krise oder Ärger reagierten.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Bruch von Erwartungshaltungen im Alltag. Ein soziologisches Krisenexperiment mit Blick auf Goffman und Garfinkel
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Philosophisches Institut I)
Veranstaltung
Bachelorarbeit, Soziologie
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
59
Katalognummer
V370875
ISBN (eBook)
9783668547063
ISBN (Buch)
9783668547070
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krisenexperimente Goffman Garfinkel praktisch Theorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Der Bruch von Erwartungshaltungen im Alltag. Ein soziologisches Krisenexperiment mit Blick auf Goffman und Garfinkel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370875
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Leseprobe aus  59  Seiten
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