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Über den Zeitpunkt der Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde bei Gottfried von Straßburg

Titel: Über den Zeitpunkt der Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde bei Gottfried von Straßburg

Seminararbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anne S. Respondek (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Herkunft wie die Geschichte des Tristanstoffes liegen im Dunkeln. Auch wurde die Geschichte, gleichwohl die mittelalterlichen Dichter sich stets auf Originaltreue und auf die Versionen ihrer Vorgänger beriefen, äußerst unterschiedlich erzählt, wie die Dichter selbst nicht umhinkommen zuzugeben. Auch Gottfried von Straßburg hat seine Version des Tristanstoffes verändert, zum Beispiel in Bezug auf den Minnetrank.

War dieser bei seinem Vorgänger Thomas nur noch Symbol für die wahre, immerwährende Liebe zwischen Tristan und Isolde, die schon deutlich vor der Einnahme des Trunkes entflammt war, so gab Gottfried dem Trank die schicksalhafte, magische Kraft (zurück?) und lässt Tristan und Isolde einander erst verfallen, nachdem beide irrtümlich und unbeabsichtigt die bezauberte Flüssigkeit eingenommen haben. Nichtsdestotrotz kann der Leser leicht den Eindruck gewinnen, die beiden Protagonisten seien bereits zuvor bewusst oder unbewusst ineinander verliebt.

Woher rührt dieser Eindruck und bestätigt er sich wirklich an Hand des Textes? Vor allem die irritierenden Passagen sollen in dieser Arbeit untersucht werden, um den genauen Zeitpunkt der Liebesentstehung festzustellen. Bekräftigt werden soll dies darüber hinaus durch eine knappe Analyse der Minneauffassung Gottfrieds an Hand ausgewählter Passagen, die darüber Auskunft zu geben im Stande sind. Zu guter Letzt soll der Trank in aller Kürze auf seine möglichen Funktionen untersucht werden, wobei ein stark verkürzter Überblick über die momentane diesbezügliche Forschungslage sich nicht vermeiden lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort und Fragestellung

2. Der Zeitpunkt der Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde

2.1. Gottfrieds Minneauffassung

2.2. Prä-Minnetrankverse

2.3. Trankszeneverse

3. Mögliche Funktionen des Trankes

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den exakten Zeitpunkt der Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde in Gottfrieds Werk sowie die Rolle und Funktion des Minnetranks als schicksalhafter Auslöser dieser Verbindung. Ziel ist es, die irritierenden Passagen vor der Einnahme des Trankes zu analysieren und Gottfrieds spezifisches Minneverständnis im Kontext zeitgenössischer Liebeskonzeptionen einzuordnen.

  • Analyse der Minneauffassung Gottfrieds anhand von Vergleichsbeispielen.
  • Untersuchung der Szenen vor der Einnahme des Minnetrankes auf Anzeichen von Liebe.
  • Bewertung der Rolle des Minnetranks als magischer Auslöser versus symbolisches Motiv.
  • Analyse der erzählerischen Strategien des allwissenden Erzählers zur Sympathielenkung.
  • Deutung der Tristan-Isolde-Minne als exklusives, dem Tod geweihtes Schicksal.

Auszug aus dem Buch

2.3. Trankszeneverse

Um ihrer Tochter das zukünftige Leben und die Ehe zu erleichtern, vertraut die Königinmutter Brangäne, der sie auch ihre Tochter anbefiehlt, einen Trank an, den der Erzähler wie folgt beschreibt: „Îsôt diu wîse künigîn / in ein glasevezzelîn / einen tranc von minnen, / mit alsô cleinen sinnen / ûf geleit und vor bedâht, / mit solher crefte vollebrâht: / mit sweme sîn ieman getranc, / den muose er âne sînen danc / vor allen dingen meinen / und er dâ wider einen. / in was ein tôt unde ein leben, / ein triure, ein vröude samet gegeben.“ Sie ermahnt Brangäne: „der tranc der ist von minnen. / daz habe in dînen sinnen.“ und gibt ihr die Anweisung, den Trank nur an Isolde und Marke, an keinen anderen, zu reichen. Auch bestimmt sie den Zeitpunkt, an dem dies zu geschehen habe: „swenne Îsôt und Marke / in ein der minne komen sîn“ So wird deutlich, dass der Trank, der anstelle des traditionell üblichen Stärkungstrankes nach Vollzug der Ehe ans Bett der Eheleute zu bringen ist, kein Aphrodisiakum darstellt, sondern eine Schicksalsgemeinschaft auf Leben und Tod, Freude und Leid schmieden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort und Fragestellung: Das Kapitel führt in die komplexe Herkunft des Tristanstoffes ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem exakten Zeitpunkt der Liebesentstehung sowie der Rolle des Minnetranks.

2. Der Zeitpunkt der Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde: Dieser Abschnitt analysiert durch eine detaillierte Untersuchung der Minnekonzeption und ausgewählter Textstellen, warum die Liebe erst mit dem Minnetrank einsetzt.

2.1. Gottfrieds Minneauffassung: Das Kapitel beleuchtet anhand von Vergleichspaaren wie Riwalin und Blanscheflur Gottfrieds Auffassung, dass Liebe, die nur über das Sehen entsteht, als minderwertig gilt.

2.2. Prä-Minnetrankverse: Hier werden Szenen vor der Einnahme des Trankes untersucht, um zu belegen, dass die Figuren zwar für einander bestimmt wirken, aber noch keine echte Liebe existiert.

2.3. Trankszeneverse: Der Abschnitt beschreibt die schicksalhafte Übergabe und Einnahme des Minnetrankes, die das Ende der Zweifel und den Beginn der lebenslangen, schicksalhaften Verbindung markiert.

3. Mögliche Funktionen des Trankes: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Forschungsansätze, die den Trank entweder als bloßes Symbol oder als magische, schicksalbestimmende Instanz interpretieren.

4. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass der Trank als notwendiger Auslöser fungiert, um die Entstehung einer idealen Liebe jenseits der konventionellen „Seh-Liebe“ zu rechtfertigen.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan, Isolde, Minnetrank, Liebesentstehung, Schicksal, Minneauffassung, höfische Literatur, Symbolik, Magie, Erzählerebene, Liebeskrankheit, Tristanstoff, mittelalterliche Literatur, Sympathielenkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde in Gottfrieds Tristan-Epos und analysiert die Funktion des Minnetrankes als zentrales Element dieser Schicksalsgemeinschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verständnis von Minne bei Gottfried, die Rolle des Schicksals, die literarische Funktion des Zaubertranks und die Analyse der Erzählperspektive.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass zwischen Tristan und Isolde vor der Einnahme des Trankes keine Liebe im Sinne Gottfrieds existiert und der Trank als notwendiger, schicksalhafter Auslöser fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine textnahe Analyse ausgewählter Passagen in Verbindung mit einer Auseinandersetzung mit der gängigen germanistischen Forschungslage.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Minneauffassung, eine Prüfung der Passagen vor der Trankeinnahme und eine Diskussion über die verschiedenen Funktionen des Trankes (Symbol vs. magische Kraft).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Minneauffassung, Schicksalhaftigkeit, Trankszeneverse, Symbolik und die Abgrenzung von „natürlicher“ versus „echter“ Liebe.

Wie unterscheidet sich die Liebe Markes zu Isolde von der Tristans?

Markes Liebe wird als einseitige, rein auf das Sehen und sexuelle Lust fixierte „mindere“ Liebe dargestellt, während die Liebe zwischen Tristan und Isolde eine schicksalhafte, innere Qualität aufweist.

Warum spielt die Person Brangäne eine so wichtige Rolle bei der Übergabe des Trankes?

Brangäne fungiert als „Arm des Schicksals“, da sie durch die versehentliche Einnahme des Trankes durch die Protagonisten die lebenslange Verbindung initiiert, für die sie sich später selbst verantwortlich fühlt.

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Details

Titel
Über den Zeitpunkt der Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde bei Gottfried von Straßburg
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,3
Autor
Anne S. Respondek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V370946
ISBN (eBook)
9783668490185
ISBN (Buch)
9783668490192
Sprache
Deutsch
Schlagworte
über zeitpunkt liebesentstehung tristan isolde gottfried straßburg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne S. Respondek (Autor:in), 2010, Über den Zeitpunkt der Liebesentstehung zwischen Tristan und Isolde bei Gottfried von Straßburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370946
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Leseprobe aus  18  Seiten
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