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Kindlicher Spracherwerb und Sprachverlust bei Alzheimer-Demenz

Titel: Kindlicher Spracherwerb und Sprachverlust bei Alzheimer-Demenz

Examensarbeit , 2016 , 69 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anna Zantopp (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Sprache des Menschen und dessen kognitive Fähigkeiten stehen in einem engen Zusammenhang. Der Erwerb der menschlichen Sprache ist ein komplexer Prozess, durch welchen der Mensch über viele Jahre an Fähigkeiten und Kompetenzen gewinnt. Die Sprache ist für jeden Menschen eine wichtige Eigenschaft, die es ihm ermöglicht, mit anderen Menschen in der Umgebung in Kontakt zu treten, soziale Beziehungen zu pflegen und seine Innenwelt, also seine Gedanken und seine Gefühle, nach außen mitzuteilen. Allerdings durchläuft er dabei zunächst unterschiedliche Phasen, die schlussendlich dazu führen, dass der Mensch dialogfähig wird und seine Sprache bestimmten Typen bzw. Formen von Konversationen anpassen kann.

Sprache kann demnach als eine Fähigkeit, die es dem Menschen ermöglicht, sich selbst und seine Innenwelt darstellen zu können, definiert werden. Die einzelnen Spracherwerbsphasen sind von komplexen kognitiven Vorgängen geprägt. Einen sehr weitreichenden und guten Überblick über diese Thematik schafft vor allem das Werk „Kindlicher Spracherwerb im Deutschen“ von Fritz et. al. aus dem Jahr 2012, das nicht nur den Verlauf des Spracherwerbs thematisiert, sondern auch Forschungsmethoden und Erklärungsansätze für selbigen aufzeigt. Außerdem wird auch ein Fokus auf die pragmatischen Fähigkeiten gelegt, der im Anschluss noch wichtig für die Thematik des Sprachverlusts werden wird.

Es erscheint schwer vorstellbar, dass eine Fähigkeit, die so komplex veranlagt ist, verloren gehen kann. Allerdings werden die Menschen heutzutage immer älter. Mit dem Alter verliert der Mensch einige seiner kognitiven Fähigkeiten, insgesamt laufen kognitive Prozesse bei älteren Menschen langsamer ab als bei jüngeren. Und je älter der Mensch ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer-Demenz zu erkranken. Es leben in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen, die an Alzheimer-Demenz leiden und somit die Sprachfähigkeit verlieren – Tendenz steigend. Doch wie genau wird die Sprache eigentlich verloren? Wie kann etwas, das so langes Training beinhaltet, einfach so verlernt werden?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sprache

2.1 Spracherwerbstheorien

2.1.1 Behaviorismus

2.1.2 Kognitivismus

2.1.3 Nativismus

3 Die Grundzüge des kindlichen Spracherwerbs

3.1 Primärspracherwerb vs. Fremdsprachenerwerb

3.2 Biologische Voraussetzungen für den Spracherwerb

3.3 Frühe Sprachwahrnehmung

3.3.1 Wahrnehmung konsonantischer Phonemkontraste

3.4 Semantische Fähigkeiten

3.4.1 Wortverständnis

3.4.2 Dingwörter

3.5 Erwerb von Wortarten

3.5.1 Die Verben als besondere Wortart

3.6 Morphologische Fähigkeiten

3.6.1 Wortbildung

3.6.2 Pluralerwerb

3.6.3 Das Kasussystem

3.6.4 Tempus und Verbflexion

3.7 Syntaktische Fähigkeiten

3.7.1 Einwortäußerungen

3.7.2 Zweiwortäußerungen

3.7.3 Drei- und Mehrwortäußerungen

3.7.4 Weitere syntaktische Fähigkeiten

3.8 Erwerb pragmatischer Fähigkeiten

4 Grundzüge des Sprachverlusts

4.1 Altersbedingte Veränderungen der sprachlichen Fähigkeiten

4.2 Demenz im Allgemeinen

4.3 Alzheimer-Demenz

4.3.1 Biologische Fakten

4.3.2 Alzheimer-Demenz

4.3.3 Schutz vor Alzheimer-Demenz

4.4 Die Sprache bei Alzheimer-Demenz

4.4.1 Wortfindungsstörungen

4.4.2 Pragmatische Störungen

4.4.3 Konversationsmaximen Grice

4.4.4 Sprachliches Handeln: Illokutionen

4.5 Die Kommunikation bei Alzheimer-Demenz

4.5.1 Exkurs: Schriftsprache bei Alzheimer-Demenz

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen dem kindlichen Spracherwerb und dem Sprachverlust im Alter, insbesondere bei der Alzheimer-Demenz. Das primäre Ziel ist es, die Phasen der Sprachentwicklung darzustellen und zu analysieren, wie kognitive Prozesse und strukturelle Voraussetzungen den Erwerb und den späteren Verlust der Sprachfähigkeit beeinflussen.

  • Phasen des kindlichen Spracherwerbs (semantisch, morphologisch, syntaktisch, pragmatisch)
  • Neurobiologische Voraussetzungen für Sprache und Sprechen
  • Altersbedingte kognitive Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Sprache
  • Pathologie der Alzheimer-Demenz und der schleichende Verlust sprachlicher Fähigkeiten
  • Präventive Maßnahmen durch Mehrsprachigkeit und kognitive Förderung
  • Kommunikationsstrategien für Angehörige im Umgang mit demenzkranken Personen

Auszug aus dem Buch

3.2 Biologische Voraussetzungen für den Spracherwerb

Die Sprache des Menschen gehört zu den kognitiv anspruchsvollsten Prozessen, die im Gehirn ablaufen. In den weiteren Kapiteln, in denen der Spracherwerb und auch der Sprachverlust näher beleuchtet werden, wird davon ausgegangen, dass der Mensch genetisch gesund ist, das heißt, dass die Anlagen, die den Erwerb von sprachlichen Fähigkeiten sowie auch die Fähigkeit zum Sprechen ermöglichen, vorhanden und gleichzeitig auch nicht beschädigt sind.

Die Areale des Gehirns, die in erster Linie an Sprache und Sprechen beteiligt sind, werden als Broca- und Wernicke-Areal bezeichnet. Diese Areale befinden sich im cerebralen Cortex des Gehirns und steuern die Funktionen Worte hören, Worte sehen, Worte sprechen und Worte bilden. Das Broca-Areal ist nach dem französischen Arzt Pierre Broca benannt, der Autopsien an Patienten durchführte, die zwar gesprochene Sprache verstehen konnten, selber aber nicht sprechen konnten. „Er entdeckte, dass viele dieser Patienten Defekte in einer kleinen Region im Frontallappen aufwiesen“. Diese Hirnregion wird heute Broca-Areal genannt. Allerdings werden bei diesen unterschiedlichen Prozessen auch der visuelle Cortex oder auch der Frontal- und Temporallappen aktiviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Zusammenhang zwischen Sprache und kognitiven Fähigkeiten heraus und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Spracherwerbsphasen sowie dem Sprachverlust bei Alzheimer-Demenz.

2 Sprache: Dieses Kapitel definiert Sprache als regelgesteuertes Kommunikationsverhalten und legt die theoretischen Grundlagen für das Verständnis von Sprache als kognitive Fähigkeit.

3 Die Grundzüge des kindlichen Spracherwerbs: Dieser Abschnitt erläutert die verschiedenen Phasen der Sprachentwicklung beim Kind, von der biologischen Voraussetzung bis hin zum Erwerb komplexer semantischer, morphologischer, syntaktischer und pragmatischer Fähigkeiten.

4 Grundzüge des Sprachverlusts: Das Kapitel befasst sich mit altersbedingten sprachlichen Veränderungen, den biologischen Grundlagen der Alzheimer-Demenz, der Störung der Sprachproduktion sowie der Kommunikation und Schriftsprache bei Betroffenen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die kognitive Förderung und Mehrsprachigkeit präventive Potenziale gegen den Sprachverlust bei Demenz bieten können.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Sprachverlust, Alzheimer-Demenz, Kognition, Dialogfähigkeit, Semantik, Morphologie, Syntax, Pragmatik, Broca-Areal, Wernicke-Areal, Mehrsprachigkeit, Kommunikation, Sprechakttheorie, Neurobiologie.

Hufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Spracherwerb beim Kind und den Sprachverlust bei Erwachsenen im Kontext von Alzheimer-Demenz, um die Bedeutung kognitiver Fähigkeiten für die Sprache zu verdeutlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Stadien der kindlichen Sprachentwicklung, die neurobiologischen Grundlagen von Sprache und die Auswirkungen demenzieller Erkrankungen auf die Kommunikationsfähigkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprachfähigkeiten erworben werden und inwiefern ein Verständnis dieser Prozesse helfen kann, dem Sprachverlust im Alter besser zu begegnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Theoriearbeit, die aktuelle sprachwissenschaftliche und medizinische Literatur vergleicht, um einen Überblick über den Spracherwerb und den Sprachverlust zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Spracherwerbstheorien und -phasen detailliert beschrieben, gefolgt von einer Analyse der Auswirkungen der Alzheimer-Demenz auf das Gehirn und die Sprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spracherwerb, Alzheimer-Demenz, Pragmatik, Kognition, Dialogfähigkeit und Sprachverlust charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Mehrsprachigkeit bei der Demenzprävention?

Laut der zitierten Studien kann Mehrsprachigkeit kognitive Reserven aufbauen, die dazu beitragen, das Auftreten von Demenzsymptomen um Jahre hinauszuzögern.

Warum ist die Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Kommunikation wichtig?

Die analoge Kommunikation, die den Beziehungsaspekt betont, bleibt bei Alzheimer-Patienten häufig länger erhalten als die komplexe digitale Kommunikation, die ein Verständnis für arbiträre Zeichen erfordert.

Was bedeutet der Begriff Retrogenese im Kontext von Alzheimer?

Retrogenese beschreibt das Phänomen, dass der Verlust der sprachlichen Fähigkeiten bei Demenz in umgekehrter Reihenfolge zur kindlichen Sprachentwicklung abläuft.

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kindlicher Spracherwerb und Sprachverlust bei Alzheimer-Demenz
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2,3
Autor
Anna Zantopp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
69
Katalognummer
V371034
ISBN (eBook)
9783668530157
ISBN (Buch)
9783668530164
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alzheimer Demenz Spracherwerb Kinder Maxime Examensarbeit Sprachverlust Linguistik Germanistik Deutsch Lehramt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Zantopp (Autor:in), 2016, Kindlicher Spracherwerb und Sprachverlust bei Alzheimer-Demenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371034
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Leseprobe aus  69  Seiten
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