Bewertung der Intangible Assets beim Unternehmenserwerb


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

1 Definition und Beispiele immaterieller Vermögenswerte
1.1 Definition
1.2 Beispiele für intangible assets

2 Definition, Motive und Gestaltungsformen eines Unternehmenserwerbs
2.1 Definition eines Unternehmenszusammenschlusses
2.2 Motive für ein Unternehmenserwerb
2.3 Formen der Unternehmenskäufe
2.4 Erwerbsmethode

3 Bewertung immaterieller Vermögenswerte
3.1 allgemeine Bewertungsgrundsätze
3.2 Bewertungsverfahren
3.1.1 Market Approach / Marktpreisorientierte Verfahren
3.1.2 Income Approach / Kapitalwertorientierte Verfahren
3.1.3 Cost Approach / Kostenorientierte Verfahren
3.1.4 Gruppenbewertung

4 Folgebewertung und Abschreibung immaterieller Vermögenswerte

Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Klassifizierung intangible assets

Abbildung 2: Immaterielle Vermögensgegenstände in % vom Kaufpreis

Abbildung 3: Bewertungsverfahren für immaterielle Vermögenswerte

Abbildung 4: Komponenten des Income Approaches

Einleitung

Im Zuge der Globalisierung spielen Unternehmenserwerbe eine immer größere Rolle in der Wirtschaft. Fast wöchentlich erscheinen Meldungen über Unternehmenskäufe, wie jüngst beispielsweise die Übernahme des Fernbusunternehmens Postbus von FlixBus. Dem einhergehend stehen oft für Außenstehende horrende Kaufpreissummen zu buche, die meist höher sind, als das Unternehmen Eigenkapital aufweisen kann. Nahezu jeder denkt bei dem Wert eines Unternehmens als erstes an materielle Werte, wie beispielsweise Gebäude oder der die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Doch nicht nur materielle Vermögenswerte bestimmen die Höhe des Kaufpreises, sondern auch immaterielle. Diese immateriellen Wirtschaftsgüter (intangible assets) erfreuen sich in der Kaufpreisfindung an immer mehr Bedeutung. Doch was sind intangible assets, wie beeinflussen sie den Kaufpreis eines Unternehmens und wie werden diese bewertet?

Dieser Frage geht die Ihnen vorliegende Arbeit im Folgenden nach, indem zuerst die immateriellen Vermögenswerte definiert und anhand von Beispielen eingeordnet werden. Des Weiteren wird auch der Begriff eines Unternehmenserwerbs definiert, sowie die möglichen Gründe dafür aufgezeigt und die dazugehörigen Methoden kurz erläutert. Der Hauptbestandsteil der Arbeitet befasst sich mit der Bewertung der intangible assets. Hier werden Bewertungsvorschriften sowie mögliche Bewertungsverfahren beim Unternehmenserwerb expliziert erläutert, welche in der ISRF 3 und IAS 38 geregelt sind. Abschließend wird die Folgebewertung dieser immateriellen Güter aufgezeigt.

Hauptteil

1 Definition und Beispiele immaterieller Vermögenswerte

1.1 Definition

Die immateriellen Vermögenswerte werden nach IAS 38 als identifizierbare, nicht-monetäre Vermögenswerte ohne physische Substanz definiert.[1] Sie müssen die folgenden drei Merkmale besitzen:

- Identifizierbarkeit
- Verfügungsmacht
- Künftiger wirtschaftlicher Nutzen.

Es ist zwingend erforderlich, dass der Vermögenswert identifizierbar ist, damit man diesen von dem Goodwill ( Geschäfts- oder Firmenwert) klar unterscheiden kann. Dies ist der Fall, wenn dieser separierbar ist oder wenn er aus vertraglichen beziehungsweise gesetzlichen Rechte entsteht. Kann ein immaterieller Vermögenswert vom Unternehmen verkauft, übertragen, lizensiert, getauscht oder vermietet werden, so ist die Separierbarkeit gegeben.

Die Verfügungsmacht gilt als vorhanden, wenn das Unternehmen den zukünftigen Nutzen gegenüber Dritten beschränken kann.

Das Kriterium des wirtschaftlichen Nutzens gilt als erfüllt, wenn das Unternehmen durch den Verkauf Erlöse erzielt oder Kosteneinsparungen, eine Erbringung von Dienstleistungen sowie andere Vorteile realisiert[2].

1.2 Beispiele für intangible assets

Immaterielle Vermögenswerte sind vielfältig und lassen sich anhand ihres Bezugs am besten unterscheiden und einordnen. Die folgende Abbildung klassifiziert die immateriellen Vermögenswerte nach diesem Kriterium in fünf Gruppen: Marketing, Kunden, Kunst, einem Vertrag sowie zu einer Technologie.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Klassifizierung intangible assets

Quelle: www.creutzmann.de/index.php?id=6&file=0A19B0&no_cache=1&uid=23&L=

Zu den immateriellen Vermögenswerten mit Marketing-Bezug gehören unter anderem Warenzeichen, Markennamen – und Rechte, Wettbewerbsverbote, Impressum von Zeitungen sowie Internet-Domains. Zu intangible assets mit Kunden-Bezug hingegen gehören Kundenlisten, Kundenverträge, nicht vertragliche Kundenbeziehungen, Auftragsbestände und ebenso Kundenbindungsprogramme. Zu der Gruppe der Kunstbezogenen immateriellen Vermögenswerten zählt man unter anderem Theater-, Ballett- und Opernstücke. Ebenso zählen Bilder und Fotos, sowie musikalische Arbeiten wie Werbemelodien, Kompositionen und Songtexte dazu. Vertragsbezogene immaterielle Werte sind unter anderem Mietverträge, Franchiseverträge, Betriebs- und Sonderrechte, Werbung, Arbeitsverträge, Nutzungsrechte sowie Leasingvereinbarungen und Baugenehmigungen. Technologiebezogene immaterielle Vermögenswerte sind beispielsweise Patente und Muster, Software bzw. das Warenwirtschaftssystem und Geschäftsgeheimnisse. Zu den Geschäftsgeheimnissen zählen Informationen zu geheimen Formeln, Rezepturen und Prozessen[3].

2 Definition, Motive und Gestaltungsformen eines Unternehmenserwerbs

Unternehmenskäufe zählen heutzutage zu alltäglichen Geschäftsprozessen in der Wirtschaft. Nachfolgend wird der Begriff des Unternehmenserwerbs definiert, sowie auf mögliche Motive eingegangen und die Gestaltungsformen erläutert.

2.1 Definition eines Unternehmenszusammenschlusses

Als ein Unternehmenszusammenschluss wird ein Ereignis oder Geschäftsvorfall verstanden, in dem ein Käufer die Kontrolle über Geschäftsbetrieb(e) erlangt. Der Geschäftsbetrieb wiederum definiert sich als eine integrierte Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten, welche aus dem Ziel der Dividendenausschüttung an Teilhabern, Eigentümern oder Mitgliedern geleitet und geführt werden[4].

2.2 Motive für ein Unternehmenserwerb

Die Motive für einen Unternehmenskauf können vielseitig sein. Sie lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen, den strategischen sowie den finanziellen Motiven. Die strategischen Motive lassen sich wiederrum in folgende Untergruppen einteilen:

- Martkmotive
- Leistungsmotive
- Risikomotive

Mögliche Marktmotive sind die Schwächung der Konkurrenz oder die die Erschließung neuer Absatz bzw. Beschaffungsmärkten. Bei Leistungsmotiven handelt es sich, wenn sich der Unternehmer beispielsweise eine verbesserte Nutzung von Marketing verspricht. Risikomotive treffen zu, wenn sich das Unternehmen durch einen Erwerb eine Risikoverbesserung verspricht, da es davon ausgeht, dass die Kombination beider Unternehmen spätere Risiken mindert.

Finanzielle Motive werden wie folgt in:

- Kapitalmarktbedingte sowie
- Steuerliche Motive eingeteilt.

Es handelt sich um kapitalmarktbedingt Motive, wenn der Unternehmer durch den Kauf eines Unternehmens durch mögliche Größenvorteile oder Skaleneffekte die Senkung von Eigen- oder Fremdkapitalkosten anstrebt.

Steuerliche Motive beinhaltet die Nutzung von erworbenen steuerlichen Verlustvorträgen.[5]

Desweiteren können natürlich auch persönliche Gründe für einen Unternehmenserwerb vorliegen, jedoch werden diese in dieser Arbeit nicht weiter erläutert.

2.3 Formen der Unternehmenskäufe

Bei einem Kauf bzw. einem Zusammenschluss von Unternehmen Unterscheidet man zwischen zwei Modellen, dem Share Deal beziehungsweise dem Asset Deal.

Der Share Deal bezeichnet den Erwerb von Anteilen des Unternehmens.

während bei dem Asset Deal Wirtschaftsgüter (Assets) des Unternehmens erworben werden. Mithilfe eines Kaufvertrages werden die Vermögensgegenstände einzeln übertragen. Als Vermögensgegenstände zählen hierzu die materiellen – wie auch die immateriellen. Vorteil des Share Deals ist ganz klar, dass der Kaufvertrag viel schlanker ist, da der Käufer durch den Erwerb von Anteilen ebenfalls alle Verbindlichkeiten und Haftungsrisiken mit kauft. Diese Form des Unternehmenskaufs ist in Deutschland die häufiger gewählte Alternative. Der Vorteil des Asset Deals besteht darin, dass der Käufer sich die zu erwerbenden Vermögensgegenstände heraussuchen kann, die er will. Da jedoch jedes erworbene Wirtschaftsgut einzeln im Kaufvertrag aufgenommen werden muss, ist diese Form des Unternehmenskaufs (Wiehl, kein Datum) sehr aufwendig, vor allem in Anbetracht dessen, dass auch die immateriellen Vermögenswerte genau bezeichnet werden müssen[6].

2.4 Erwerbsmethode

IFRS 3 regelt klar, dass ihn Ihrem Anwendungsbereich Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode bilanziert werden müssen, ganz gleich, ab das Unternehmen in Form eines Asset Deals oder Share Deals gekauft wurde. Folgende vier Schritte sind bei der Anwendung der Erwerbsmethode einzuhalten

- Bestimmung/ Identifizierung des Käufers bzw. des zusammenführenden Unternehmens, welches durch den Erwerb Machtvorteile beansprucht
- Bestimmung des Zeitpunkts, an dem der Käufer die Kontrolle über das Unternehmen erlangt .
- Ansatz und Bewertung der übernommenen Schulden und Minderheitsanteile, sowie der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte
- Ansatz und Bewertung eines Goodwills bzw. eines Gewinns bei günstigem Erwerb[7].

Folgende Statistik veranschaulicht eindrucksvoll, wie wichtig die immateriellen Vermögenswerte bei einem Unternehmenszusammenschluss sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Immaterielle Vermögensgegenstände in % vom Kaufpreis

Quelle: http://www.pw.wiso.uni-erlangen.de/pwc%20ppa%2023-1-2014.pdf

Bei Technologie-, Telekommunikations-. und Medienunternehmen ist der prozentuale Anteil der immateriellen Vermögenswerten vom Kaufpreis mit 28,7% im Vergleich der anderen Branchen zwar vergleichsweise niedrig, jedoch spielen sie mit knapp einem Drittel des Gesamtkaufpreises unbestritten eine große Rolle. Den höchsten Anteil immaterieller Werte beim Unternehmenserwerb verzeichnen Unternehmen in der verarbeitenden Industrie sowie Firmen, deren Geschäftsfeld sich auf Konsumgüter oder Detailhandel beläuft. Hier setzt sich der Kaufpreis der Unternehmen aus rund 50% immaterielle Vermögenswerte zusammen. Aufgrund dieser Zusammensetzung zeigt sich, dass es umso wichtiger ist, die immateriellen Werte beim Unternehmenserwerb herauszufiltern und richtig zu bewerten. Folgend wird nun auf die Bewertung eingegangen.

3 Bewertung immaterieller Vermögenswerte

3.1 allgemeine Bewertungsgrundsätze

Alle im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerte sind im Zeitpunkt des Verkaufs mit ihrem Fair Value (beizulegender Zeitwert) anzusetzen und neu zu bewerten. Der Fair Value ist in diesem Fall der aktuelle Marktpreis der immateriellen Vermögenswerte. Immaterielle Vermögenswerte, welche nach der im Kapitel eins erläuterten Definition nicht zugeordnet werden können, stellen einen Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes dar. Die Nichtansatzfähigkeit soll jedoch nur selten vorkommen[8].

3.2 Bewertungsverfahren

Bei der Bewertung der immateriellen Vermögenswerte gibt es drei Bewertungsverfahren, welche in der unteren Abbildung aufgeführt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Bewertungsverfahren für immaterielle Vermögenswerte

Quelle: www.creutzmann.de/index.php?id=6&file=0A19B0&no_cache=1&uid=23&L=

[...]


[1] Deloitte & Touche GmbH (Hrsg), online

[2] Creutzmann 2006, online

[3] Heinzelmann; Hartmann 2014, S. 15, online

[4] Deloitte & Touche GmbH (Hrsg), online

[5] Wilplinger 2007, S. 6f.

[6] Wiehl 2016, online

[7] Deloitte & Touche GmbH (Hrsg), online

[8] Wulf 2008, S. 66

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Bewertung der Intangible Assets beim Unternehmenserwerb
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V371058
ISBN (eBook)
9783668492691
ISBN (Buch)
9783668492707
Dateigröße
1074 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewertung, intangible, assets, unternehmenserwerb
Arbeit zitieren
Robin Kühn (Autor), 2016, Bewertung der Intangible Assets beim Unternehmenserwerb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371058

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