Auf Grundlage des Dritten Buches des Gesellschaftsvertrages von Jean-Jaques Rousseau, welches sich mit der Regierung, ihrer verschiedenen Formen und den möglichen Usurpationen auseinandersetzt, soll die Regierungsform der Demokratie besonders im Bezug auf die notwendigen Bedingungen, die sie verlangt, beleuchtet werden.
Bevor auf das Demokratieverständnis von Rousseau eingegangen wird, soll zunächst die Regierung im Allgemeinen nach Rousseau geschildert werden. Anschließend werden die unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzung dieser Regierungsform am Beispiel des Landes Polen dargelegt. Letzten Endes wird ein Vergleich zu den zwei anderen in diesem Buch genannten Regierungsformen, Aristokratie und Monarchie, gezogen um die Vor- und Nachteile der Demokratie besser aufzeigen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema
2. Regierung im Allgemeinen
3. Regierungsform Demokratie
3.1 Rousseaus Demokratieverständnis
3.2 Bedingungen einer Demokratie am Beispiel
3.3 Vergleich zu anderen Regierungsformen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage des dritten Buches von Jean-Jacques Rousseaus „Gesellschaftsvertrag“, unter welchen spezifischen Bedingungen die Regierungsform einer „wahren“ Demokratie möglich ist und wie diese im Vergleich zu anderen Staatsformen abschneidet.
- Rousseaus Theorie der allgemeinen Regierung und des politischen Körpers
- Kriterien für eine funktionierende demokratische Ordnung nach Rousseau
- Empirische Anwendung der Theorie am Beispiel der parlamentarischen Demokratie in Polen
- Vergleichende Analyse von Demokratie, Aristokratie und Monarchie
Auszug aus dem Buch
3.2. Bedingungen einer Demokratie am Beispiel
Als eine erste entscheidende Bedingung nennt Rousseau den Umstand, dass sich die Regierungsform einer Demokratie im Allgemeinen für kleine Staaten eigne. Dabei wird sowohl auf die Fläche als auch auf die Bevölkerungszahl Bezug genommen. In einem kleinen Staat sei es weitaus einfacher das Volk zu einer Versammlung zusammenkommen zu lassen, wodurch sich auch der Kontakt der einzelnen Bürger untereinander intensivieren würde. Dieses Versammeln des Volkes, welches ein relevanter Teil der politischen Ordnung darstelle, würden in einem Staat wie Polen weder die hohe Bevölkerungszahl zulassen, noch die weitläufige Fläche, auf die sich die Bevölkerung verteilt. Hinzu komme der Aspekt des Einflusses des Einzelnen in Bezug auf den oberherrlichen bzw. allgemeinen Willen, welcher sich in einem Staat mit geringerer Volkszahl erhöht. In Polen, das 38,5 Millionen Individuen mit eigenem Willen umfasst, ist die Wertigkeit der Stimme eines Einzelnen sehr gering, da sie im Verhältnis von 1:38.500.000 steht. Bei der Formung des allgemeinen Willens, eines Konsens, ist es aufgrund des geringen Verhältnisses nicht möglich, auf jeden einzelnen Willen einzugehen, da lediglich den größten Überlagerungen an gleichen Interessen Beachtung gilt. Es ist somit also garantiert, dass die Stimmen einzelner überhört werden und diese sich dann fügen müssen. In diesem Zusammenhang spricht Rousseau auch von einer abnehmenden Freiheit, desto größer das Land ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema: Einleitung in das Werk Rousseaus und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der notwendigen Bedingungen einer Demokratie.
2. Regierung im Allgemeinen: Erläuterung der allgemeinen Regierungslehre nach Rousseau und das notwendige Gleichgewicht zwischen Staat und Regierung.
3. Regierungsform Demokratie: Analyse der spezifischen demokratischen Prinzipien, der Bedingungen in der Praxis anhand Polens und ein systematischer Vergleich mit Aristokratie und Monarchie.
4. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage unter Berücksichtigung der Diskrepanz zwischen Theorie und heutiger politischer Realität.
Schlüsselwörter
Rousseau, Demokratie, Gesellschaftsvertrag, Regierungsform, politischer Körper, allgemeiner Wille, soziale Gleichheit, Souveränität, Staatsphilosophie, Aristokratie, Monarchie, politische Partizipation, Staatsgröße, Machtgleichgewicht, Politische Theorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der politikphilosophischen Analyse der „wahren“ Demokratie auf Basis der Schriften von Jean-Jacques Rousseau.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Regierung, die Bedingungen für das Funktionieren von Demokratien und den Vergleich verschiedener Regierungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die von Rousseau postulierten Voraussetzungen für eine ideale Demokratie zu identifizieren und diese am Beispiel des Staates Polen kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine textbasierte, theoretische Analyse von Rousseaus „Gesellschaftsvertrag“ durchgeführt, ergänzt durch einen Vergleich mit anderen Regierungsformen und eine exemplarische Anwendung auf einen modernen Nationalstaat.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die allgemeine Regierungslehre, die spezifische Betrachtung der Demokratie, die Prüfung ihrer Bedingungen anhand Polens sowie den Vergleich mit Aristokratie und Monarchie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Gesellschaftsvertrag, Demokratieverständnis, allgemeiner Wille, soziale Gleichheit und Regierungsformen definieren.
Warum hält Rousseau die Demokratie für einen kleinen Staat für geeigneter?
Laut Rousseau begünstigt eine geringe Staatsgröße das Zusammenkommen des Volkes und erhöht den direkten Einfluss des Einzelnen auf den allgemeinen Willen.
Warum wird Polen im Text als Beispiel angeführt?
Polen dient als empirisches Beispiel, um aufzuzeigen, dass ein moderner, großer und wirtschaftlich starker Staat viele der von Rousseau geforderten Bedingungen für eine „wahre“ Demokratie nicht erfüllt.
Welche Rolle spielt der „Luxus“ in der Theorie Rousseaus?
Luxus wird von Rousseau kritisch betrachtet, da er als Quelle von Müßiggang und Eitelkeit gilt und die soziale Gleichheit sowie die bürgerliche Freiheit gefährdet.
Wie unterscheidet sich die Aristokratie von der Demokratie?
Während in der Demokratie das gesamte Volk regiert, liegt die Regierung in der Aristokratie in den Händen einer kleineren Gruppe von „Weisesten“.
- Arbeit zitieren
- Maria Beyer (Autor:in), 2015, Unter welchen Bedingungen ist die Regierungsform einer "wahren" Demokratie möglich? Zum Demokratieverständnis von Jean-Jaques Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371112