Diese Arbeit gibt anhand der Analyse des Zeitungsartikels aus L‘Echos einen exemplarischen Einblick in den Wirtschaftsjournalismus. Die Arbeit beleuchtet zunächst die Definition von dem Terminus Anglizismus aus verschiedenen Perspektiven, bevor sie in ins abgrenzende „Clustern“ der einzelnen Kategorien übergeht.
Anschließend erfolgt ein sprachhistorischer Rückblick in Bezug auf die Einwanderung der englischen Entlehnungen ins französische vom 18. Jahrhundert bis heute. Infolgedessen werden nach einem Anriss der historisch-politischen in Kapitel 4 die sprachpolitischen Maßnahmen vorgestellt, welche zum Ziel hatten, diese Tendenz einzudämmen.
Die aktuelle Situation wird zusätzlich anhand der Meinungen von den Autoren der Bücher Parlez-vous franglais? und Oui on parle franglais vorgestellt. Nach einer Übersicht von französischen Anglizismus Wörterbüchern und deren geschichtlicher Zusammenhänge erfolgt die Analyse eines Artikels der belgischen Tageszeitung L’Echos.
Ziel der Arbeit ist es zu prüfen, wie präsent Anglizismen in „La fête est infinie dans la Sillicon Valley“ sind, sowie darin, das Verhältnis deren Verteilung auf die Kategorien zu analysieren. Die Methode beruht auf der Identifizierung der Anglizismen und deren anschließende merkmalsbedingte und begründete Zuweisung die definierten Kategorien.
Abschließend werden die Ergebnisse mit einer Auflistung präsentiert, geordnet und interpretiert. Der Lesbarkeit halber wird nach der Sensibilisierungsphase für das Thema in der Einleitung bei der folgenden Analyse von der vermehrten Verwendung von vermeidbaren deutschen Anglizismen abgesehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Anglizismen im Marketing
2. Zum Begriff Anglizismus
3. Die Entwicklung der Anglizismen in der französischen Lexik
4. Sprachpolitische Maßnahmen
5. Verschiedene Einstellungen zur aktuellen Situation
6. Anglizismus Wörterbücher
7. Analyse des Artikels „La fête est infinie dans la Sillicon Valley“
8. Zusammenfassung und Fazit
9. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Anglizismen in der französischen Sprache unter besonderer Berücksichtigung der Einflüsse durch das Marketing und der medialen Kommunikation. Das primäre Ziel ist die Analyse der Häufigkeit und Verteilung englischer Entlehnungen in einem aktuellen Zeitungsartikel, eingebettet in einen theoretischen Rahmen über die historische Entwicklung und die sprachpolitische Einordnung von Anglizismen in Frankreich.
- Historische Entwicklung der Anglizismen in der französischen Lexik (18. bis 21. Jahrhundert)
- Sprachpolitische Maßnahmen und gesetzliche Regulierungen in Frankreich
- Methodische Kategorisierung von Entlehnungen (äußeres Lehngut, inneres Lehngut, Scheinentlehnungen)
- Analyse und Interpretation eines französischen Wirtschaftsartikels hinsichtlich englischer Entlehnungen
- Diskussion über die Rezeption und Einordnung von Anglizismen als Bedrohung oder Bereicherung
Auszug aus dem Buch
Die Entwicklung der Anglizismen in der französischen Lexik
Durch die politischen Errungenschaften der glorious revolution und durch die Ausbreitung des englischen Imperialismus fungierte England den Franzosen als kulturelles und politisches Vorbild (vgl. Bonafé 1920: préface) während der Epoche der Aufklärung, le siècle de lumières. Mit der beschriebenen Hochentwicklung Englands ist unter anderem die unblutige und deshalb als glorreich bezeichnete Revolution 1689 in England gemeint, welche in den Bill of rights als erstes ausführliches Verfassungsdokument, die Macht der englischen Krone limitierte (Hartmann 2005: 56) und somit eine der Grundlagen für die moderne Demokratie repräsentiert. Von diesem Leitgedanken inspiriert entfachte das Interesse Frankreichs an der englischen Wissenschaft und das Resultat hiervon war eine Reihe von Enzyklopädien, welche das damalige gesamte Wissen umgreifen sollte. Zum Bespiel wurde d’Alemberts und Diderots Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (Walter 2001: 239) herausgebracht, was einen Meilenstein in der Geschichte der verschriftlichten Wissenssammlung legte. Als Plattform der Kommunikation dienten die Parises salons de la haute noblesse in Frankreich, eine Art Vereinigung von gebildetem Adel mit regelmäßigen Versammlungen für das Amüsement und den akademischen Austausch. (Lacroix 1875: 433 – 440)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Anglizismen im Marketing: Die Einleitung beleuchtet die strategische Verwendung von Anglizismen in der Werbung, um Aufmerksamkeit zu generieren und Marken ein modernes Image zu verleihen.
2. Zum Begriff Anglizismus: Dieses Kapitel definiert den Terminus Anglizismus aus verschiedenen linguistischen Perspektiven und erläutert die Unterscheidung zwischen synchroner und diachroner Betrachtungsweise sowie die Einteilung in Entlehnungskategorien.
3. Die Entwicklung der Anglizismen in der französischen Lexik: Es erfolgt ein historischer Abriss des englischen Einflusses auf die französische Lexik vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, getrieben durch politische und industrielle Entwicklungen.
4. Sprachpolitische Maßnahmen: Hier werden die Versuche des französischen Staates thematisiert, durch Gesetze wie das Loi Bas-Lauriol und das Loi Toubon den Einfluss des Englischen auf die Sprache einzudämmen.
5. Verschiedene Einstellungen zur aktuellen Situation: Dieses Kapitel diskutiert die kontroversen Debatten unter Sprachwissenschaftlern und Autoren über die angebliche Bedrohung oder Bereicherung der französischen Sprache durch Anglizismen.
6. Anglizismus Wörterbücher: Es wird ein Überblick über die Geschichte und Methodik französischer Anglizismus-Wörterbücher gegeben, von Pionierwerken bis zu moderneren, deskriptiven Ansätzen.
7. Analyse des Artikels „La fête est infinie dans la Sillicon Valley“: Das Kernkapitel präsentiert eine empirische Analyse der Anglizismen in einem aktuellen Wirtschaftsartikel, inklusive Klassifizierung und Interpretation der Befunde.
8. Zusammenfassung und Fazit: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und den Umgang mit dem englischen Einfluss in der französischen Sprache abgerundet.
9. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Französische Sprache, Sprachpolitik, Lehnwort, Fremdwort, Scheinentlehnung, Sprachwandel, Marketing, Wirtschaftsjournalismus, Entlehnung, Lexemsubstitution, Diachronie, Synchronie, Sprachpurismus, Internationalismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Präsenz und Funktion von Anglizismen in der modernen französischen Sprache und beleuchtet dabei sowohl die historischen Hintergründe als auch die aktuelle mediale Verwendung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition des Begriffs Anglizismus, die Geschichte des englischen Einflusses auf Frankreich, staatliche Sprachpolitik sowie die Analyse spezifischer Textbeispiele aus dem Wirtschaftsjournalismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu prüfen, wie präsent Anglizismen in einem spezifischen Zeitungsartikel sind, sowie das Verhältnis ihrer Verteilung auf verschiedene Kategorien von Entlehnungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Methode beruht auf der Identifizierung der Anglizismen im Text, deren Zuordnung zu linguistischen Kategorien (äußeres Lehngut, inneres Lehngut, Scheinentlehnungen) und der anschließenden Interpretation der Ergebnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, eine historische Einordnung, eine Übersicht zu existierenden Wörterbüchern sowie eine konkrete Analyse eines Artikels über die Tech-Szene im Silicon Valley.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachwandel, Anglizismen, Sprachpolitik, Entlehnungskategorien, Lexemsubstitution und der soziolinguistische Kontext in Frankreich.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen äußerem und innerem Lehngut?
Äußeres Lehngut enthält sichtbares englisches Morphemmaterial, während inneres Lehngut französische Lexeme verwendet, bei denen entweder eine Übersetzung oder eine Übertragung der Bedeutung aus dem Englischen stattgefunden hat.
Warum spielt die Untersuchung des Gesetzes „Loi Toubon“ eine Rolle für die Arbeit?
Das Gesetz verdeutlicht den französischen Versuch, sprachpolitisch gegen die „Anglizismenflut“ vorzugehen, was im Kontrast zur alltäglichen, vermehrten Verwendung englischer Begriffe steht.
- Quote paper
- Valeria Rusovski (Author), 2016, Parlez le franglais! Anglizismen in der französischen Lexik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371140