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Das Verhältnis von Mensch und Gott In Goethes "Prometheus" und "Grenzen der Menschheit"

Title: Das Verhältnis von Mensch und Gott In Goethes "Prometheus" und "Grenzen der Menschheit"

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ann-Kathrin Latter (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Johann Wolfgang von Goethe ist in ein Jahrhundert hineingeboren worden, das zwar maßgeblich unter dem Einfluss von wissenschaftlichen und geistlichen Fortschritten in Medizin, Astronomie und Philosophie stand, aber gleichzeitig noch immer an den traditionellen gesellschaftlichen Strukturen als von Gott angeordnet verhaftet blieb. Zusammen mit einer Vielzahl von jungen Dichtern (wie Matthias Claudius, Johann Gottfried Herder und natürlich Friedrich Schiller), rebellierte Goethe im Zuge des parallel zur Aufklärung entstehenden Sturm und Drangs gegen die Beschränkungen der Vätergeneration und postulierte dabei die individuelle Freiheit als höchstes Ideal. Als Urbild des freien, aus seinen persönlichen Empfindungen heraus schaffenden Menschen gebraucht er die Figur des Prometheus, die fortan als Prototyp des sogenannten „Originalgenies“ gilt.

Mit dem Übergang zur Klassik wendet sich Goethe allerdings zunehmend von diesem bedingungslosen Emanzipationsgedanken ab und setzt in Abgrenzung zu seinen früheren Werken vermehrt auf Werte wie Humanität, Toleranzbereitschaft, maßvolles Empfinden, Harmoniestreben und Bodenständigkeit. Eines der Werke, die an der Schnittstelle zwischen Sturm und Drang einerseits und Weimarer Klassik andererseits steht, ist das Weltanschauungsgedicht Grenzen der Menschheit aus dem Jahr 1780 (Entstehungszeitpunkt), wo der Fokus vom individuellen Fühlen und Denken des Einzelnen zurück auf das Weltganze verlegt wird.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit diesen beiden unterschiedlichen Sichtweisen auf das Verhältnis von Mensch und Gott und versucht dabei einen Vergleich zwischen den in den Gedichten formulierten Weltbildern. In einem ersten Schritt wird sich die Arbeit also der Hymne Prometheus widmen und dort ins Besondere auf die Rolle des Prometheus sowie auf Stürmisch und Drängische Elemente achten. Im zweiten Teil folgt dann eine Analyse von Grenzen der Menschheit, bei der die veränderte klassische Geisteshaltung im Vordergrund stehen soll. Darauf aufbauend werden im dritten Teil dann Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Gedichte diskutiert, ehe die Arbeit in einer letzten Zusammenfassung zu einem Fazit über das innere Verhältnis, das diese Gedichte zueinander haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prometheus

2.1 Eine verkehrte Hymne

2.2 Die Rolle des Prometheus

2.3 Stürmisch und Drängische Elemente

3. Grenzen der Menschheit

3.1 Das Verhältnis von Gott und Mensch

3.2 Das Weltbild

4. Vergleich

5. Zusammmenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das sich wandelnde Verhältnis von Mensch und Gott in den Werken von Johann Wolfgang von Goethe, indem sie die Hymne "Prometheus" aus der Sturm-und-Drang-Zeit dem Weltanschauungsgedicht "Grenzen der Menschheit" aus der Klassik gegenüberstellt.

  • Analyse des "Prometheus" als programmatischer Text des Sturm und Drangs.
  • Untersuchung der klassischen Geisteshaltung in "Grenzen der Menschheit".
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Weltbilder beider Gedichte.
  • Diskussion der zentralen Motive wie Freiheit, Demut und göttliche Ordnung.
  • Herleitung der Entwicklung von individueller Autarkie hin zur gemeinschaftlichen Einordnung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Eine verkehrte Hymne

Formal entspricht das Gedicht der traditionellen griechischen Hymnenform mit freien Rhythmen, reimlosen Versen und unregelmäßigem Strophenbau. Auf eine Anrufung des Zeus folgt ein epischer Hauptteil, der dann jedoch nicht dem Gattungsformular entsprechend in eine Bitte an die entsprechende Gottheit mündet, sondern ganz im Gegenteil in einer radikalen Absage an den obersten olympischen Gott aushallt3. Bereits mit der imperativischen Exklamation „Bedecke deinen Himmel, Zeus, Mit Wolkendunst“ in den ersten beiden Versen4 wird die klassische Gebetform in eine Antihymne umgekehrt, proklamiert das lyrische Ich sein Selbstbestimmungsrecht und sorgt durch den rebellischen Tonfall seines Ausrufes für eine Umkehr der Machtverhältnisse zwischen Überlegenem und Unterlegenem, die während des gesamten Gedichtes erhalten bleibt. Sämtliche Aufbauelemente der Hymne—

Aufschwung, Aretalogie, Fürbitte und Treuegelöbnis—werden ihres eigentlichen Sinnes enthoben und zu einer geradezu blasphemisch anmutenden Anklage umfunktioniert5. Anstatt die Machttaten des Zeus aufzuzählen und die Eigenschaften und Wundertaten der Götter zu lobpreisen, kritisiert er in den Strophen zwei bis fünf das Verhalten der Götter und stellt sie als distanzierte, sprachlose Wesen dar, die die Menschen nicht beschützen können, sondern vielmehr von deren Frömmigkeit und Vertrauen abhängig sind6. Das lyrische Ich beschreibt, wie es sich als Kind den Göttern zugewandt hat, um Verständnis, Akzeptanz Begleitung zu finden (V. 21-25), zieht aber die ernüchternde Bilanz, dass von den Herrschern des Olymps weder Hilfe noch Erbarmen oder Trost zu erwarten ist (V.38-41). Der Parallelismus „Ein Ohr zu hören meine Klage, | Ein Herz wie mein’s, | Sich des Bedrängten zu erbarmen“ (V. 25-27) verdeutlicht dabei einerseits die Dringlichkeit, mit der sich der junge, notleidende Prometheus an die Götter gewendet hat, verstärkt. in Verbindung mit den unmittelbar darauf folgenden rhetorischen Fragen—„Wer half mir | Wider der Titanen Übermuth? Wer rettete vom Tode mich | Von Sklaverey?“ (V. 28-31)—jedoch auch die Diskrepanz zwischen erhoffter Synergie und Realität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das geistesgeschichtliche Umfeld von Goethes Werk ein und skizziert den Übergang vom Sturm und Drang zur Klassik anhand der beiden ausgewählten Gedichte.

2. Prometheus: Dieses Kapitel analysiert die Hymne als Ausdruck jugendlichen Freiheitsdrangs und beleuchtet die rebellische Haltung des lyrischen Ichs gegenüber göttlicher Autorität.

3. Grenzen der Menschheit: Hier wird das klassische Gedicht untersucht, das eine Rückbesinnung auf Demut, menschliche Endlichkeit und eine harmonische Einordnung in eine höhere Weltordnung postuliert.

4. Vergleich: Die beiden Texte werden direkt gegenübergestellt, um die Verschiebung von individueller Autarkie hin zu einer durch Vernunft und Gesetz geprägten Weltanschauung aufzuzeigen.

5. Zusammmenfassung: Die Ergebnisse werden gebündelt, wobei die Arbeit bestätigt, dass Goethes Entwicklung vom individuellen Sturm und Drang zur klassischen Harmonie und Selbstbeschränkung in den Gedichten deutlich wird.

Schlüsselwörter

Goethe, Prometheus, Grenzen der Menschheit, Sturm und Drang, Weimarer Klassik, Verhältnis Mensch und Gott, Freiheitsdrang, Autarkie, Demut, Weltanschauung, Lyrik, Emanzipation, göttliche Ordnung, Individuum, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das sich wandelnde Verhältnis des Menschen zu Gott in zwei bedeutenden Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe und wie sich dieses in den unterschiedlichen Literaturepochen Sturm und Drang sowie Klassik widerspiegelt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung des Individuums von göttlichen Autoritäten, das Konzept des "Originalgenies", das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Demut sowie die symbolische Darstellung der menschlichen Existenz durch Naturbilder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die inhaltliche und stilistische Entwicklung von Goethes Weltbild nachzuzeichnen, indem die rebellische Autarkie in "Prometheus" der reflektierten Akzeptanz menschlicher Grenzen in "Grenzen der Menschheit" gegenübergestellt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die sich auf die literaturwissenschaftliche Interpretation und den Vergleich der primären Gedichte unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Hymne "Prometheus" und deren stürmisch-drängische Merkmale sowie eine Untersuchung von "Grenzen der Menschheit", bevor beide Werke in einem direkten Vergleich gegenübergestellt werden.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind das prometheische Streben, die klassische Mäßigung, das lyrische Ich, die gottverlassene Welt sowie die Transformation von individueller Rebellion in gesellschaftliche Einordnung.

Warum wird Prometheus als eine "verkehrte Hymne" bezeichnet?

Der Text bricht mit der Gattungstradition, indem er statt einer ehrfürchtigen Anrufung eine radikale Anklage und Absage an Zeus proklamiert, womit die klassischen Machtverhältnisse umgekehrt werden.

Was bedeutet das Kettenmotiv in "Grenzen der Menschheit"?

Das Kettenmotiv symbolisiert die Einbindung des einzelnen Menschen in eine übergeordnete, generationenübergreifende Gemeinschaft und Ordnung, wodurch die begrenzte menschliche Existenz einen überdauernden Sinn erhält.

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Details

Title
Das Verhältnis von Mensch und Gott In Goethes "Prometheus" und "Grenzen der Menschheit"
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,3
Author
Ann-Kathrin Latter (Author)
Publication Year
2017
Pages
19
Catalog Number
V371148
ISBN (eBook)
9783668491830
ISBN (Book)
9783668491847
Language
German
Tags
Lyrik Goethe Mensch Gott Klassik Sturm und Drang Grenzen der Menschheit Ideale Genie Prometheus Gedicht Gedichtsvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Kathrin Latter (Author), 2017, Das Verhältnis von Mensch und Gott In Goethes "Prometheus" und "Grenzen der Menschheit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371148
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