In dieser Hausarbeit wird das Thema beruflich bedingte Hauterkrankungen im Gesundheitswesen und dessen Prävention erläutert. Zuerst wird die Anatomie und Physiologie der Haut beschrieben, und es werden die verschiedenen Hauterkrankungen an den Händen dargestellt. Im Hauptteil dieser Hausarbeit wird auf die Belastung der Haut im pflegerischen Handlungsfeld, Händedesinfektion und die Relevanz von Pflege und Hautschutz eigegangen. Zum Schluss werden die verschiedenen Mo-delle der Prävention dargestellt.
Die Haut steht zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Sie schützt als Barriere den Körper vor schädigenden Einflüssen. Im beruflichen Umfeld im Gesundheitswesen muss die Haut häufig starker Belastung standhalten, denn sie kommt häufig mit Substanzen wie Wasser, Desinfektionsmitteln oder anderen Allergenen in Kontakt. Ist die Haut dabei nicht ausreichend geschützt, sind oft Hautkrankheiten in Form von Handekzemen die Folge. Alleine im Jahr 2014 gingen bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) über 2840 Meldungen über berufsbedingte Hauterkrankung bei Pflegenden ein. Bei einer Befragung des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen wurde in Kooperation mit der BGW und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen Mitarbeiterbefragungen zum Thema Hautbelastungen im Gesundheitswesen durchgeführt. In dieser Befragung wurden in 11 Krankenhäusern in Nordrhein-Westfahlen 2154 Mitarbeiter zu Thema Hautbelastung befragt. Dabei schätzten über 90% aller Befragten die Hautbelastung bei der beruflichen Tätigkeit als mittel oder stak ein, und 50 % hatten bereits bestehende Hautveränderungen. Mit diesen Zahlen lässt sich darstellen, welchen Stellenwert Hauterkrankungen im Gesundheitswesen und in den Pflegeberufen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Haut
2.1 Aufbau der Haut
2.2 Funktion der Haut
3. Ekzemerkrankungen
3.1 Irritatives/ toxisches Kontaktekzem
3.2 Allergisches Kontaktekzem
3.3 Atopisches Ekzem
3.4 Mischformen
4. Definition Berufskrankheit
5. Aufrechterhaltung einer intakten Haut in Berufen des Gesundheitswesens
5.1 Belastungen der Haut in pflegerischen Handlungsfeldern
5.2 Die richtige Desinfektionskultur
5.3 Hautschutz
6. Prävention von berufsbedingten Hauterkrankungen
6.1 Primäre Prävention
6.2 Sekundäre Prävention
6.3 Tertiäre Prävention
6.4 Gesundheitspädagogische Schulungen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit ist es, die hohe Relevanz von Hauterkrankungen im Gesundheitswesen aufzuzeigen und Strategien zur effektiven Prävention bei beruflich bedingten Belastungen der Haut darzulegen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch anatomisches Verständnis, korrektes hygienisches Verhalten und gesundheitspädagogische Maßnahmen Hautschäden in Pflegeberufen vermieden oder bei vorliegenden Erkrankungen erfolgreich therapiert werden können.
- Anatomie und Physiologie der menschlichen Haut
- Pathophysiologie berufsbedingter Ekzemerkrankungen
- Belastungsfaktoren in pflegerischen Handlungsfeldern
- Optimierung von Hautschutz und Desinfektionskultur
- Präventionskonzepte (primär, sekundär und tertiär)
Auszug aus dem Buch
3.1 Irritatives/ toxisches Kontaktekzem
Das irretativ toxische Kontaktekzem ist die häufigste Form der Kontaktdermatitis in der Bevölkerung. Durch eine direkte Schädigung der Oberhaut über mechanische Gewebeschädigung entsteht eine lokale Entzündungsreaktion der Haut (Lee & Stieger, 2014. S. 64-77 zit. nach Ring, 2015, S. 44). Sie wird meist durch häufige Feuchtarbeiten oder Kontakt mit Desinfektionsmitteln hervorgerufen. „Die einzelne Exposition stellt hierbei einen an sich unterschwelligen Reiz dar“ (Fartasch, M. 1995, S.103 zit. nach Skudlik & Schwanitz, 2002, S. 155). Häufiges Händewaschen und Arbeiten im feuchten Milieu z.B. bei Pflegekräften ist häufig Auslöser für einem irritativ toxisches Ekzem (Körber, 2009, S. 12).
Langandauernder Kontakt mit gering schädigenden Substanzen wie z.B. Wasser oder Seife führen zu einer Barrierestörung und zu einer Schädigung des Wasser-Fett-Films. Der Wassergehalt in den Keratinozyten nimmt ab, die Haut wird trocken und brüchig, außerdem verliert die Haut an Dehnbarkeit, Elastizität und Widerstandsfähigkeit. Im weiteren Verlauf quillt die Hornschicht auf, es kommt zu einem intra- und extrazellulären Ödem und letztendlich zur Schädigung der epidermalen Barriere. Schädliche Noxen können jetzt in die Haut eindringen und eine Entzündungsreaktion mit typischen Symptomen wie Rötung, Juckreiz, Hauteinrissen und Bläschenbildung hervorrufen (Niedner, 2008, S. 336).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung des Hautschutzes im Pflegeberuf angesichts hoher Belastungen durch Feuchtarbeit und Desinfektionsmittel.
2. Die Haut: Erläutert den anatomischen Aufbau der Hautschichten und deren physiologische Schutz- und Abwehrfunktionen.
3. Ekzemerkrankungen: Klassifiziert verschiedene Ekzemformen, darunter das irritative, allergische und atopische Ekzem, sowie deren Entstehungsmechanismen.
4. Definition Berufskrankheit: Definiert, wann eine Hauterkrankung als Berufskrankheit eingestuft wird und welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen daraus folgen.
5. Aufrechterhaltung einer intakten Haut in Berufen des Gesundheitswesens: Analysiert Belastungsfaktoren in der Pflege und empfiehlt Maßnahmen zur korrekten Desinfektion und Pflege.
6. Prävention von berufsbedingten Hauterkrankungen: Detailliert primäre, sekundäre und tertiäre Präventionsstrategien sowie die Effektivität von gesundheitspädagogischen Schulungen.
7. Fazit: Fasst zusammen, dass eine konsequente Präventionskultur und das persönliche Verhalten der Mitarbeiter essenziell für die Hautgesundheit sind.
Schlüsselwörter
Berufsdermatologie, Hauterkrankungen, Pflege, Handekzem, Prävention, Händedesinfektion, Hautschutz, Kontaktekzem, Arbeitsschutz, Hautpflege, Gesundheitspädagogik, Berufskrankheit, Infektionsprävention, Epidermis, Arbeitssicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem hohen Risiko von Hauterkrankungen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen, insbesondere durch den häufigen Kontakt mit Wasser, Desinfektionsmitteln und anderen Allergenen im Pflegealltag.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Anatomie der Haut, verschiedene Formen von Ekzemen, spezifische Belastungen in Pflegeberufen sowie präventive Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch fachgerechte Prävention und Schulungen beruflich bedingte Hauterkrankungen vermieden und betroffene Pflegende in ihrem Beruf gehalten werden können.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden finden Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die medizinische Fachliteratur, Studien (z. B. zu Schulungseffekten) und gesetzliche Regelungen (Berufskrankheiten-Verordnung) zusammenführt.
Welche Inhalte bilden den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Hautbelastungen in pflegerischen Handlungsfeldern, die korrekte Durchführung der Händedesinfektion sowie die systematische Struktur der Präventionsstufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Berufsdermatologie, Hautschutz, Präventionsstufen, Pflegeberufe und Gesundheitspädagogik.
Was besagt das sogenannte „Hautarztverfahren“?
Das Hautarztverfahren ist ein spezieller Prozess der Berufsgenossenschaft, bei dem Betroffene bei Verdacht auf berufsbedingte Hautkrankheiten frühzeitig diagnostiziert und durch individuell erstellte Präventionspläne medizinisch unterstützt werden.
Warum sind gesundheitspädagogische Schulungen so effektiv?
Sie sind effektiv, da sie die Eigenmotivation der Beschäftigten stärken, das Wissen über hautschonendes Verhalten erhöhen und somit den Krankheitsverlauf durch eigenes Handeln positiv beeinflussen können.
- Arbeit zitieren
- Hanno Lüttmann (Autor:in), 2017, Prävention berufsbedingter Hauterkrankungen im Gesundheitswesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371170