Hilfen und Umgang mit sehbeeinträchtigten Kindern


Seminararbeit, 2016

15 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeines über Sehbeeinträchtigungen
1.1 Was ist eine Sehbeeinträchtigung?
1.2 Häufigkeit in Österreich
1.3 Ursachen
1.4 Merkmale zur Erkennung von Sehbeeinträchtigungen bei Kindern

2. Entwicklungsauffälligkeiten bei sehbeeinträchtigen Kindern
2.1 Grobmotorische Entwicklung
2.2 Sprachliche Entwicklung
2.3 Auswirkungen einer Sehbeeinträchtigung auf das kindliche Spiel

3. Hilfen und Umgang mit sehbeeinträchtigten Kindern
3.1 Pädagogische Hilfen
3.2 Optische Hilfen
3.3 Taktile Hilfen
3.4 Akustische und sonstige Hilfen
3.5 Medizinische Hilfen
3.6 Schulische Hilfen und Konzepte

4. Resümee

5. Persönliche Stellungnahme

6. Quellenverzeichnis
6.1 Literaturquellen
6.2 Internetquellen

1. Allgemeines über Sehbeeinträchtigungen

1.1 Was ist eine Sehbeeinträchtigung?

„Eine Person ist sehbehindert, wenn trotz Korrekturgläsern die Sehschärfe unter einem Drittel der Sehschärfe eines Normalsichtigen liegt und trotz besseren Sehvermögens das Gesichtsfeld massiv eingeschränkt ist.“ (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 190) Diese Sehschädigungen resultieren aus einer Erkrankung des Gehirns oder des Auges und müssen in der Form mindestens ein Auge betreffen, damit eine Person als sehbeeinträchtigt eingestuft wird (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 9).

Es gibt verschiedenen Formen der Sehbeeinträchtigung. Grundsätzlich wird eine Sehschädigung in zwei Bereiche unterteilt, nämlich Blindheit und wesentliche Sehbehinderung. Die Sehschärfe blinder Menschen beträgt dabei weniger als zwei Prozent (vgl. Kaden 1978; zit. nach Bernitzke und Tupi 2015, S. 190). Bei wesentlich sehbehinderten Personen wird wiederum gemäß der Sehschärfe in drei Bereiche unterschieden. Bei einer hochgradigen Sehbehinderung liegt die verbliebene Sehschärfe zwischen zwei und fünf Prozent, während sich die Sehschärfe bei einer mittleren Sehschädigung zwischen fünf und zehn Prozent und bei einer geringen Sehschädigung zwischen zehn und dreißig Prozent befindet. Die Sehschärfe bei Normalsichtigen liegt bei mindestens achtzig Prozent. Von auffälligem Sehvermögen spricht man, wenn sich die Sehschärfe zwischen dreißig und achtzig Prozent befindet und deckt somit den Bereich zwischen Normalsichtigkeit und Sehbeeinträchtigung ab (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 9).

1.2 Häufigkeit in Österreich

Fast vier Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher sind laut einer 2008 erhobenen Statistik von einer Form der Sehbeeinträchtigung betroffen, das sind circa 318 000 Personen (vgl. Hietzinger o.J.). Im Bereich der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen in Österreich wird die Zahl der Betroffenen in Bezug auf Sehbeeinträchtigungen auf 0,1 % geschätzt (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 195).

1.3 Ursachen

Grundsätzlich kann eine Sehbehinderung in jedem Lebensalter auftreten. Der Zeitpunkt der Erkrankung hängt dabei von den auslösenden Ursachen ab. Wenn die Sehbeeinträchtigung von Geburt an vorhanden ist spricht man von Geburtsblinden. Früherblindete erkranken vor dem vierten Lebensjahr, Jugendblinde vor dem achtzehnten Lebensjahr, Späterblindete vor dem fünfundvierzigsten Lebensjahr und Altersblinde ab dem fünfundvierzigsten Lebensjahr (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 193).

Die Ursachen einer auftretenden Sehbeeinträchtigung werden in drei Bereiche unterteilt, nämlich Vererbung, Unfall und Krankheit. Unter Sehbeeinträchtigungen, die aufgrund der Vererbung auftreten versteht man beispielsweise fortschreitende Kurzsichtigkeit. Unfallbedingte Sehschädigungen resultieren meist aus Verletzungen der Augen, unter anderem durch den Kontakt derselben mit laugenhaltigen Stoffen und Säuren, welche diese verätzen und zu einer Trübung der Hornhaut bis zur völligen Erblindung führen. Aber auch durch Strahlen, wie zum Beispiel UV-Strahlen und Röntgenstrahlung kann die Hornhaut dauerhaft verletzt werden und den grauen Star zu Folge haben. Wenn es bei Unfällen zum Kontakt der Augen mit Fremdkörpern kommt, kann die Hornhaut durchstochen werden oder sich durch leichtere Verletzungen entzünden (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 195).

Die krankheitsbedingten Ursachen werden in den pränatalen, perinatalen und postnatalen Bereich geteilt. Vor der Geburt können Viruserkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft zu einer Beeinträchtigung der Sehfunktion des Fötus führen. Toxoplasmoseinfektionen, welche von vielen betroffenen Schwangeren unbemerkt bleiben, Rötelninfektionen und schwere Grippen können in dieser Hinsicht auf das ungeborene Kind sehr schädlich wirken. Während der Geburt sind oft Druckbelastungen Auslöser für eine Schädigung des Sehzentrums im Gehirn und haben diverse Sehbeeinträchtigungen zur Folge. Im postnatalen Bereich ist oft das Auftreten einer leichten, aber fortschreitenden Kurzsichtigkeit zum Schulbeginn beobachtbar. Die kontinuierliche Verschlechterung der Sehschärfe endet dabei aber in den meisten Fällen circa mit dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr. Auch das Alter kann als Ursache einer Verschlechterung des Sehvermögens genannt werden. Diese setzt in der Regel ab dem vierzigsten Lebensjahr ein und äußert sich in einer zunehmend fortschreitenden Weitsichtigkeit (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 195f).

1.4 Merkmale zur Erkennung von Sehbeeinträchtigungen bei Kindern

Bei ungeborenen und neugeborenen Kindern ist das Risiko einer möglicherweise bleibenden Sehschädigung in vielen Fällen schon vor der Geburt bekannt, wenn beispielsweise die werdende Mutter während der Schwangerschaft an einer Virusinfektion erkrankt ist oder die Entbindung zu früh bzw. mit Komplikationen vonstattenging. Im Kindesalter kann eine entstehende Sehbeeinträchtigung allerdings auch durch zahlreiche Merkmale festgestellt werden, die zwar nicht immer eindeutig einer Sehbeeinträchtigung zuzuordnen sind, aber seitens der/des Erziehungsberechtigten auf jeden Fall beachtet, weiterhin beobachtet und vor allem ernst genommen werden müssen (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 10).

Ein eindeutiges Zeichen einer Kurzsichtigkeit bildet die Tatsache, dass das Kind in der Schule nicht mehr das Geschriebene auf der Tafel sieht bzw. die Entfernung zwischen Gesicht und Buch etc. sehr gering hält. Auffälligkeiten in der Motorik, wie beispielsweise häufiges Anstoßen an Möbeln, Unsicherheiten im Sport und häufiges Stolpern resultieren möglicherweise aus einer Verminderung des Sehvermögens. Auch Lichtempfindlichkeit, Vermeidung des Blickkontakts, tränende Augen, häufiges Augenreiben, schielen, Augenrollen und blinzeln können auf eine Sehbeeinträchtigung beim Kind hinweisen. Wenn das Kind von sich aus über Augenschmerzen klagt, doppelt, fleckig oder unscharf sieht und nach besonders beanspruchenden Tätigkeiten für die Augen, wie zum Beispiel Fernsehen und Lesen, über Kopfschmerzen klagt, ist ebenfalls das Aufsuchen eines Augenarztes zur Abklärung des Sehvermögens sinnvoll (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 191).

Bei Kleinkindern zeigt sich eine verminderte Sehleistung auch sehr stark, wenn in Bezug auf das Ansehen von Bilderbüchern oder das Spielen mit kleinen Gegenständen wenig oder keine Motivation und Konzentration beobachtbar ist. Wenn Kleinkinder stärker als andere gleichaltrige Kinder mit den anderen Wahrnehmungsorganen agieren, wie beispielsweise Dinge in den Mund nehmen, alles anfassen und sich besonders auffällig auf akustische Signale sensibilisieren, kann dies auch ein Zeichen dafür sein, dass der Sehsinn beeinträchtigt ist. Wenn dieses Verhalten beobachtet wird, ist unbedingt ein vorsorgliches Aufsuchen eines Spezialisten erforderlich (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 12), insbesondere weil Kleinkinder Schmerzen und Abnormitäten des Sehverhaltens meist noch nicht beurteilen bzw. artikulieren können.

2. Entwicklungsauffälligkeiten bei sehbeeinträchtigen Kindern

2.1 Grobmotorische Entwicklung

Bereits im Säuglingsalter kommt es bei sehbeeinträchtigten Babys zu Defiziten in der motorischen Entwicklung. Während statische Bewegungsfertigkeiten, wie zum Beispiel das Sitzen und Stehen, von blinden und sehenden Säuglingen noch ident erlernt werden, geht das Erlernen von Bewegungsübergängen, wie beispielsweise die Drehbewegung vom Rücken auf den Bauch, bei stark sehbeeinträchtigten Babys mit einer Entwicklungsverzögerung einher. Daraus resultiert, dass das Kleinkind zu wenig motorische Erfahrungen sammeln kann, wodurch es zu einer Verringerung des Muskeltonus kommt (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 118f).

Aufgrund der Tatsache, dass ein Kleinkind mehrere Reize braucht um motorisch aktiviert und aktiv zu werden, reichen akustische Reize meist nicht aus, um das Kind zu einer motorischen Handlung zu motivieren. Es muss beispielsweise die Mutter auch sehen, um den Drang zu verspüren, zu ihr zu krabbeln. Aufgrund der Tatsache, dass visuelles Lernen nicht oder nur begrenzt für ein sehbeeinträchtigtes Kleinkind möglich ist und somit die Möglichkeit des Imitationslernens nicht in dem Maß besteht wie bei sehenden Kindern, fehlt auch hier der Anreiz zur Durchführung motorischer Handlungen. Die Tatsache, dass Säuglinge in der Rückenposition besser hören und Verlagerungen vom Rücken auf den Bauch das Verlassen einer sicheren Position bedeuten, wirken in Bezug auf die Bewegungsbereitschaft ebenso motivationshemmend auf den Säugling. Da sehbeeinträchtigte Kleinkinder kein Ziel vor Augen haben, welches sie durch eigenständiges Gehen erreichen möchten, lernen sie das Gehen meist nicht vor dem 16. Lebensmonat. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Demotivation und die Defizite in der grobmotorischen Entwicklung aufgrund des Mangels an diversen Umweltreizen entstehen (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 119).

2.2 Sprachliche Entwicklung

Da das richtige Erzeugen von Lauten zum Teil durch Beobachtung der Erzeugung derselben erlernt wird, ergeben sich für sehbeeinträchtigte Kinder auch dahingehend Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprache. Während die ersten Worte von sehbeeinträchtigten und sehenden Kindern ungefähr zur selben Zeit gesprochen werden, kommt es bei den sehbeeinträchtigten Kindern bereits bei den Zwei-Wort-Sätzen zu einer halbjährlichen Entwicklungsverzögerungen (vgl. Fraiberg 1977; zit. nach Gruber und Hammer 2000, S. 121). Mit fünf Jahren sind viele stark sehbeeinträchtigten Kinder bezüglich der sprachlichen Entwicklung bereits eineinhalb Jahre im Rückstand. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich dabei bei der Benennung von Objekten (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 121).

Ein wichtiger Zweig der Sprache, nämlich die nonverbale Kommunikation, kann von blinden Kindern nicht genutzt werden. Sie gestikulieren daher auch weniger und können nonverbale Informationen schwerer empfangen und versenden, wodurch es zu Missverständnissen zwischen dem sehbeeinträchtigten Kind und der Gesprächspartnerin/dem Gesprächspartner kommen kann. Bestimmte Formen der Mimik wie Trauer und Schmerz sind sowohl bei sehenden, als auch bei blinden Kindern vorhanden. Bei sehenden Kindern wird diese Mimik durch Imitationslernen jedoch mit der Zeit differenzierter und facettenreicher, während es bei stark sehbeeinträchtigten Kindern zu einer zunehmenden Erstarrung der mimischen Ausdrucksmöglichkeiten kommt (Gruber und Hammer 2000, S. 122f).

2.3 Auswirkungen einer Sehbeeinträchtigung auf das kindliche Spiel

Da stark sehbeeinträchtigte Kinder aufgrund der optischen Einschränkungen das Spielen nicht wie sehende Kinder durch Beobachtung und Nachahmung erlernen können, ist die verstärkte Integration der Eltern oder erwachsenen Bezugspersonen notwendig um den Kindern Spielmöglichkeiten zu zeigen (vgl. Brambring 1992; zit. nach Gruber und Hammer 2000, S. 133).

Generell beschränkt sich das Spiel stark sehbeeinträchtigter Kinder lange auf den eigenen Körper. Die Welt wird dabei vor allem auf dem oralen Weg entdeckt, indem diverse Dinge in den Mund genommen werden (vgl. Fraiberg 1977; zit. nach Gruber und Hammer 2000, S. 133). Entwicklungsverzögerungen zeigen sich beim differenzierten und funktionsgerechten Spielen mit Objekten, bei Spielen, die das Verstehen der Zusammenhänge verschiedener Objekte voraussetzen (vgl. Fraiberg 1968; zit. nach Gruber und Hammer 2000, S. 133) und bei Konstruktionsspielen (vgl. Bambring und Tröster 1991; zit. nach Gruber und Hammer 2000, S. 133). Um ein stark sehbeeinträchtigtes Kind in spielerischer Hinsicht gut fördern zu können, empfiehlt es sich, Spielobjekte zu wählen, die möglichst viele Sinne ansprechen und an fixen Plätzen in Greifnähe des Kindes platziert sind (vgl. Gruber und Hammer 2000, S. 133f).

3. Hilfen und Umgang mit sehbeeinträchtigten Kindern

3.1 Pädagogische Hilfen

Um das sehbeeinträchtigte Kind optimal fördern zu können, muss das Kind zur Nutzung der anderen Sinne durch die Bezugspersonen gezielt motiviert werden. Besonders wichtig ist es beispielsweise im Säuglingsalter dem sehbeeinträchtigten Kind das Erfahren und Kennenlernen unterschiedlicher Materialien durch den Tastsinn zu ermöglichen. Der häufige Einsatz auditiver Elemente, wie Musik und verschiedene Geräusche, tragen erheblich zur Entwicklung des Gehörs sehbeeinträchtigter Kleinkinder bei. Die Sensibilisierung dieser sogenannten Restsinne bildet die Basis für die weitere Förderung sehbeeinträchtigter Kinder im schulischen Alltag (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 197f).

Ein weiterer Schwerpunkt der pädagogischen Förderung liegt in der Entwicklung aller Fähigkeiten, welche eine selbstständige Lebensbewältigung gewährleisten. Alltägliche und lebensnotwendige Handlungen, wie Einkauf, kochen, essen, Körperpflege, kommunikative Fähigkeiten und das Führen eines Haushalts stehen dabei im Vordergrund der Erziehung zur Selbstständigkeit. Ziel ist es, das sehbeeinträchtigte Kind auf eine möglichst selbstbestimmte Lebensgestaltung vorzubereiten (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 198).

3.2 Optische Hilfen

Die bekannteste Sehhilfe bildet die Brille. Sie wird vor allen bei Kurz- und Weitsichtigkeit eingesetzt. Als Alternative zur Brille können auch Kontaktlinsen zum Einsatz kommen. Im schulischen Bereich gibt es die Möglichkeit der Verwendung von Vergrößerungsgeräten, welche eine Wiedergabe der gewünschten Textvorlage in der notwendigen Vergrößerung auf einem Bildschirm gewährleisten (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 198).

3.3 Taktile Hilfen

Bei einer sehr starken bzw. völligen Sehbeeinträchtigung kommt der Verwendung der Blindenpunktschrift, welche von dem blinden Franzosen Louis Braille im neunzehnten Jahrhundert entwickelt wurde, große Bedeutung zu. Es werden dabei ein bis fünf Punkte in zwei aneinanderliegenden Dreierreihen angeordnet, die sich leicht vom Papier abheben und somit ertastbar sind. Durch die verschiedene Anordnung und Anzahl der Punkte entstehen dreiundsechzig unterschiedliche Kombinationen, welche je einen Buchstaben, eine Zahl oder eine Zeichensetzung darstellen (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 198f).

Neben Rechen- und Schreibmaschinen, die ein Arbeiten mit der Blindenpunktschrift ermöglichen, gibt es auch diverse Modelle von Haushalts- und Alltagsgeräte, wie Bügeleisen, Waagen und Metermaße, die mit der Blindenschrift versehen sind. Diese tragen erheblich zu einer leichteren Alltagsbewältigung sehbeeinträchtigter Personen bei (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 199).

3.4 Akustische und sonstige Hilfen

Zur motorischen Förderung sehbeeinträchtigter Kinder und Erwachsener wird das Mobilitätstraining eingesetzt. Dabei werden sie auf die Entschlüsselung von aus der Umwelt wahrgenommenen Reizen sensibilisiert, um diese für sich zur Orientierung nutzbar zu machen. In erster Linie erfolgt das Mobilitätstraining durch die Gehörschulung, welche es der sehbeeinträchtigten Person beispielsweise ermöglicht durch reflektierende Schallwellen die Position eines Gegenstandes zu erörtern (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 200).

Ein bekanntes Hilfsmittel für stark sehbeeinträchtigte Personen bildet der Langstock, welcher es dem Benutzer ermöglicht, sich leichter fortzubewegen, weil mögliche Hindernisse durch den Langstock bemerkt werden. Dabei wird der Langstock mit ausgestrecktem Arm in pendelförmigen Bewegungen vor dem Körper bewegt. Allerdings bedarf das Erlernen der effektiven Handhabung des Langstockes ungefähr achtzig Übungsstunden und ist daher sehr zeitintensiv (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 200). Mittlerweile gibt es auch schon einen Laserblindenstock, welcher mittels Infrarotstrahlen Hindernisse erkennt und diese durch ein akustisches Signal an die Benutzerin/den Benutzer sendet (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 199).

Eine weitere Möglichkeit zur Erhöhung der Bewegungssicherheit bildet die Begleitung eines Blindenführhundes. Diese Hunde werden in einer intensiven Ausbildung darauf trainiert, diverse Hindernisse und Gefahren für die sehbeeinträchtigte Person zu erkennen, welche von ihr nicht durch den Einsatz eines Langstockes bemerkt werden können. Allerdings sind die Blindenführhunde sehr teuer und werden auch nur in die Obhut jener sehbeeinträchtigten Personen gegeben, welche tierliebend und bewegungsfreudig sind, um dem Tier auch den benötigten Auslauf zu ermöglichen (vgl. Bernitzke und Tupi 2015, S. 200).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Hilfen und Umgang mit sehbeeinträchtigten Kindern
Hochschule
Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz  (Kolleg für Sozialpädagogik)
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V371280
ISBN (eBook)
9783668491175
ISBN (Buch)
9783668491182
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik, Didaktik, Heil- und Sondernpädagogik, Kinder, Jugendliche, Sehbeeinträchtigung, Beeinträchtigung, Behinderung, Sehhilfen, grobmotorische Entwicklung, sprachliche Entwicklung
Arbeit zitieren
Stefanie Loibingdorfer (Autor:in), 2016, Hilfen und Umgang mit sehbeeinträchtigten Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371280

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