Die Aufgabenbereiche eines Wirtschaftsprüfers können in Prüfungstätigkeit, Steuerberatung, Unternehmensberatung, Gutachtertätigkeit, Treuhandtätigkeit und Rechtsberatungs- und besorgungsbefugnis eingeteilt werden. Der Kernbereich der Wirtschaftsprüfertätigkeit ist die Prüfungstätigkeit. § 2 Abs. 1 der Wirtschaftsprüferordnung besagt, dass Wirtschaftsprüfer die Aufgabe haben, betriebswirtschaftliche Prüfungen, insbesondere Prüfungen von gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlüssen wirtschaftlicher Unternehmen, durchzuführen und Bestätigungsvermerke über die Vornahme und das Ergebnis solcher Prüfungen zu erteilen. Neben der Jahresabschlussprüfung kann ein Wirtschaftsprüfer aber auch für eine Vielzahl weiterer Prüfungen beauftragt werden. Hierzu gehört unter anderem die Unterschlagungsprüfung. Die Nachfrage der Unternehmen nach Unterschlagungsprüfungen durch einen Wirtschaftsprüfer hat in den letzten Jahren aufgrund einer immer weiter steigenden Wirtschaftskriminalität stark zugenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unterschlagungsprüfung
2.1 Unterschlagung
2.2 Unterschlagungsprüfung
2.3 Anlässe für eine Unterschlagungsprüfung
2.4 Der Prüfungsauftrag
2.5 Ziele der Unterschlagungsprüfung
2.6 Prüfungsplanung
2.6.1 Zeitliche Planung
2.6.2 Sachliche Planung
3. Der Prüfungsprozess
3.1 Richtung
3.1.1 Progressives Vorgehen
3.1.2 Retrogrades Vorgehen
3.2 Methode
3.2.1 Direkte Handlungen
3.2.2 Indirekte Handlungen
3.3 Umfang
3.3.1 Vollprüfung
3.3.2 Auswahlprüfung
3.4 Prüfungsform
3.4.1 Formell
3.4.2 Materiell
4. Prüfungsergebnisse
4.1 Prüfungsbericht
4.2 Prüfungskonsequenzen
5. Sonderformen
5.1 Management-Unterschlagungen
5.2 EDV-Unterschlagungen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Durchführung einer Unterschlagungsprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer zu systematisieren und die relevanten Prozessschritte sowie Methoden aufzuzeigen, um auf die zunehmende Wirtschaftskriminalität zu reagieren.
- Rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen der Unterschlagungsprüfung.
- Gestaltung des Prüfungsprozesses von der Planung bis zum Bericht.
- Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Prüfungsmethoden.
- Spezifische Herausforderungen bei Management- und EDV-Unterschlagungen.
- Ableitung von Konsequenzen und Präventionsmaßnahmen nach der Prüfung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Methode
3.2.1 Direkte Handlungen
Die direkte Prüfung ist eine unmittelbare Einzelfallprüfung, die sich für ein gezieltes Vorgehen eignet. Die Beweiskraft ist hierbei sehr hoch und der zu prüfende Vorgang kann präzise beurteilt werden. Allerdings ermöglichen sie nur einen begrenzten Einblick in die Ordnungsmäßigkeit des Prüffeldes.
3.2.2 Indirekte Handlungen
Indirekte Handlungen sind abgeleitete Handlungen. Man kann hier von komplexen Sachverhalten auf die Richtigkeit des Einzelsachverhalts schließen. Die Beweiskraft ist in bezug auf Fehler eher gering, aber der Einblick in die Ordnungsmäßigkeit ist hoch. Der Nachweis einer Unterschlagung gelingt i.d.R. über direkte Prüfungshandlungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt das Tätigkeitsfeld des Wirtschaftsprüfers und die steigende Bedeutung der Unterschlagungsprüfung aufgrund zunehmender Wirtschaftskriminalität.
2. Unterschlagungsprüfung: Definiert den Begriff der Unterschlagung im strafrechtlichen Kontext und erläutert die Grundlagen, Ziele sowie die notwendige Planung einer solchen freiwilligen Sonderprüfung.
3. Der Prüfungsprozess: Analysiert die methodischen Ansätze, den Umfang und die Formen der Prüfung, um Nachweise für Veruntreuungen zu erlangen.
4. Prüfungsergebnisse: Erläutert die Anforderungen an den Prüfungsbericht und die möglichen Konsequenzen bei festgestellten oder nicht festgestellten Unterschlagungen.
5. Sonderformen: Behandelt spezielle Herausforderungen bei Management-Unterschlagungen sowie Manipulationen im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsprüfer, Unterschlagungsprüfung, Wirtschaftskriminalität, Prüfungsprozess, Internes Kontrollsystem, Veruntreuung, Prüfungsplanung, Beweismittel, Management-Unterschlagung, EDV-Unterschlagung, Prüfungsbericht, Prüfungshandlungen, Sonderprüfung, Schadensausmaß, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Durchführung von Unterschlagungsprüfungen durch Wirtschaftsprüfer als Mittel zur Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Unterschlagung, die Planung und Durchführung der Prüfung sowie spezifische Vorgehensweisen bei komplexen Sonderfällen wie EDV-Manipulationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen strukturierten Leitfaden für Wirtschaftsprüfer zu bieten, um Veruntreuungen effizient aufzudecken, Schadensausmaße zu ermitteln und Schwachstellen im internen Kontrollsystem zu schließen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und strukturierende Analyse verwendet, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und Prüfungsstandards basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Konzeption der Prüfungsplanung, die Differenzierung zwischen direkten und indirekten Prüfungshandlungen sowie die Berichterstattung und Konsequenzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Unterschlagungsprüfung, Wirtschaftsprüfung, Internes Kontrollsystem (IKS) und Wirtschaftskriminalität.
Wie unterscheidet sich die direkte von der indirekten Prüfungsmethode?
Die direkte Prüfung bietet hohe Beweiskraft bei Einzelfällen, während die indirekte Methode über Plausibilitätsprüfungen und Systemanalysen einen breiteren Einblick in die Ordnungsmäßigkeit gewährt.
Warum sind Management-Unterschlagungen besonders problematisch?
Manager verfügen über weitreichende Zugriffsrechte und bearbeiten Transaktionen, die oft nicht vollständig vom internen Kontrollsystem erfasst werden, was die Entdeckung erschwert.
Welche Manipulationen bei der EDV werden unterschieden?
Es wird zwischen Input-, Programm-, Konsol- und Output-Manipulationen unterschieden, die jeweils unterschiedliche Arbeitsschritte der elektronischen Datenverarbeitung betreffen.
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- Katrin Haßlach (Author), 2004, Durchführung einer Unterschlagungsprüfung durch den Wirtschaftsprüfer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37141