Die vorliegende Arbeit zeigt Interventionsmöglichkeiten und Hygienemaßnahmen zur Prävention von MRSA in Akutkrankenhäusern auf. Es wurde eine Literaturrecherche in den Datenbanken Carelit, Cinahl und Pubmed durchgeführt. Verwendbare Dokumente wurden auf der Internetseite des Springer Verlages und durch die Suchmaschine Google Scholar gesichtet. Per Handsuche wurde in den Bibliotheken der Fachhochschule Bielefeld recherchiert. Die Literaturrecherche wurde auf deutschsprachige und englischsprachige Literatur begrenzt.
Seit dem ersten Auftreten von Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA) im Jahr 1961 steigt die Häufigkeit kontinuierlich an und ist die häufigste nosokominale Infektion. In deutschen Krankenhäusern ist die MRSA Prävalenz von 1990 mit 1,7% auf Gegenwärtige 20% angestiegen. Um die Verbreitung von MRSA zu vermeiden, wurden folgende Präventionsmaßnahmen identifiziert: Standardhygienemaßnahmen, Patientenscreenings, Isolierung und Dekolonisierung.
Die Resistenz Entwicklung von Erregern in den Krankenhäusern nimmt deutlich zu. Insbesondere in Deutschland ist ein relativer Anstieg zu verzeichnen. Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, der im gesundheitlichen Bereich auch als MRSA bezeichnet wird, entwickelte sich seit der Erstbeschreibung 1961 zum häufigsten multiresistenten Erreger in Europa und wurde schnell zu einem infektiologischen Problem. S.aureus gehört zu den fakultativ pathogenen Erregern des Menschen, welche die Körperoberfläche, Schleimhautareale und insbesondere Nasenvorhof und Rachen kolonisieren können. Alle S. aureus Stämme können diverse leichte bis schwere Infektionen, die einen tödlichen Verlauf nehmen können, auslösen. Bei Staphylokkoken tritt durch den Erwerb von Resistenzgenen oder durch Mutation eine schnelle Entwicklung von Resistenzen ein. Eine Resistenz ist eine Unempfindlichkeit von Mikroorganismen gegenüber antimikrobiellen Wirkstoffen. Seit den 1990er Jahren steigt die Anzahl der MRSA-Infektionen deutlich an. In Deutschland beträgt die Prävalenz etwa 20%, in den Niederlanden hingegen <0,5% und in den skandinavischen Ländern <1%. Nach Schätzungen des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) beträgt die derzeitige MRSA Inzidenzdichte bei Krankenhauspatienten in Deutschland ca. 0,8 Fälle pro 1000 Patiententage. Die Anzahl der reinen Infektionen beträgt ca. 0,2-0,3 pro 1000 Patiententage in Akutkliniken. Jährlich treten bis zu 35.000 MRSA-Infektionen in deutschen Krankenhäusern auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Probelemstellung
3. Methode und Material
4. Ergebnisse
4.1. Standardhygienemaßnahmen
4.1.1 Händehygiene
4.1.2 Flächendesinfektion
4.1.3 persönliche Schutzaurüstung
4.2 MRSA-Screening
4.3 Isolierungsmaßnahmen
4.4 Dekolonisation
4.4.1 begleitende Maßnahmen
4.5 Surveillance
5. Diskussion
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, welche präventiven Hygienemaßnahmen im Akutkrankenhaus effektiv dazu beitragen können, die Verbreitung von MRSA-Infektionen zu verhindern und das Risiko einer nosokomialen Übertragung zu minimieren.
- Standardhygienemaßnahmen als Basisschutz
- Stellenwert von MRSA-Screenings bei Patienten
- Kohorten- und Einzelzimmerisolierung zur Infektionskontrolle
- Dekolonisierungsstrategien bei MRSA-Trägern
- Bedeutung von Surveillance-Systemen im Klinikalltag
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Händehygiene
Eine Erhöhung der Händehygiene-Compliance führt zu einer Senkung der Prävalenz von nosokomialen Infektionen und zu einer Senkung der MRSA-Transmissionsrate (vgl. Pittet et al. 2000, S. 1307). Eine hygienische Händedesinfektion nach den Richtlinien, mit vollständiger Benetzung der Hände und einer Einwirkzeit von 30 Sekunden muss mit einem alkoholischen Einreibeprodukt erfolgen. Die Indikation zur Händedesinfektion ist vor und nach direktem Patientenkontakt, nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Sekreten und Ausscheidung, nach Kontakt mit kontaminierten Gegenständen und vor Verlassen des Patientenzimmers gegeben. Bei Kontakt mit infektiösem Material ist das Tragen von Einmalhandschuhen erforderlich. Nach Beendigung der Tätigkeit und unmittelbar vor Kontakt mit nicht kontaminierten Gegenständen müssen die Handschuhe umgehend ausgezogen und eine hygienische Händedesinfektion durchgeführt werden (vgl. Heeg & Schröppel, 2009, S. 470).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Problematik von MRSA in Krankenhäusern und gibt einen Überblick über die epidemiologische Situation in Deutschland im internationalen Vergleich.
2. Probelemstellung: Analysiert die Risikofaktoren und Übertragungswege für eine MRSA-Besiedlung und begründet die Notwendigkeit präventiver Interventionen.
3. Methode und Material: Erläutert das strukturierte Vorgehen bei der Literaturrecherche in verschiedenen wissenschaftlichen Datenbanken und die Auswahlkriterien für die verwendeten Quellen.
4. Ergebnisse: Stellt die identifizierten Maßnahmen zur Infektionsprävention dar, insbesondere Händehygiene, Screening, Isolierung und Dekolonisierung.
5. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse der Literaturrecherche und kritisiert die teilweise geringe Validität von Einzelstudien sowie die Notwendigkeit gebündelter Maßnahmen.
6. Schlussfolgerung: Fasst zusammen, dass ein einheitliches, konsequentes Hygienekonzept unerlässlich ist und fordert strukturelle Anpassungen im Krankenhausmanagement.
Schlüsselwörter
MRSA, Akutkrankenhaus, Hygienemaßnahmen, nosokomiale Infektionen, Prävention, Händehygiene, Isolierung, Dekolonisierung, Screening, Infektionsschutz, Staphylococcus aureus, Surveillance, Patientenpflege, Infektionskontrolle, Antibiotikaresistenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Prävention von MRSA-Übertragungen in Akutkrankenhäusern unter Berücksichtigung bewährter hygienischer Interventionsmöglichkeiten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Etablierung von Standardhygiene, die Durchführung von Screenings, Isolierungsstrategien sowie die systematische Erfassung von Infektionsdaten (Surveillance).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche Präventionsmaßnahmen am besten geeignet sind, um die Ausbreitung von MRSA im klinischen Umfeld effektiv zu verhindern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in medizinischen und gesundheitswissenschaftlichen Datenbanken (Carelit, Cinahl, Pubmed) durchgeführt.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Hygienemaßnahmen – von der Händedesinfektion über die Patientenisolierung bis hin zur Dekolonisierung – analysiert und bewertet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie MRSA-Prävalenz, Hygienemanagement, nosokomiale Infektionen und Infektionsprävention geprägt.
Warum ist das Screening von Patienten so wichtig?
Screenings ermöglichen die frühzeitige Identifikation von MRSA-Trägern, was eine schnelle Einleitung notwendiger Isolierungsmaßnahmen und Dekolonisierungsschritte erlaubt, um Übertragungen zu verhindern.
Welche Rolle spielt das Krankenhauspersonal?
Das Personal trägt durch eine konsequente Umsetzung der Händehygiene und der korrekten Nutzung von Schutzausrüstung die Hauptverantwortung bei der Unterbrechung von Infektionsketten.
Wird zwischen HA-MRSA und CA-MRSA unterschieden?
Ja, die Arbeit thematisiert sowohl das Krankenhaus-assoziierte MRSA als auch das Community-assoziierte MRSA, um die unterschiedlichen Kontexte der Kolonisation zu verdeutlichen.
Welche Empfehlung wird für die Zukunft gegeben?
Die Autorin empfiehlt die Erstellung und konsequente, einheitliche Umsetzung spezieller Richtlinien in deutschen Krankenhäusern, um die MRSA-Prävalenz nachhaltig zu senken.
- Citar trabajo
- Ann-Christin Plach (Autor), 2016, Durch welche Präventionsmaßnahmen lässt sich die Verbreitung von Staphylococcus aureus im Akutkrankenhaus verhindern?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371437