Die Teamarbeit hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies ist erkennbar an alltäglichen gesellschaftlichen Zielen in der freien Wirtschaft oder z. B. im Studium. In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird nach Definition und Theorie der Teamrollen von Raymond Meredith Belbin die Teamrolle in Hinblick auf die Geschlechter untersucht.
Dies wurde bislang noch nicht unter dem Gesichtspunkt betrachtet, ob das Geschlecht Einfluss auf die Teamrollenauswahl haben könnte. Es werden je Geschlecht zwei Teamrollen nach Belbin in Bezug auf das jeweilige Geschlecht ausgewählt folgende These wird aufgestellt: Durch das Geschlecht entsteht eine Vorauswahl auf die Teamrollen. Darauf aufbauend wird durchleuchtet, in wie fern die Zuordnung der Teamrollen auf Stereotypen beruht oder der Wahrheit entspricht. Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob gewisse Teamrollen eher vom männlichen Geschlecht bzw. vom weiblichen Geschlecht bevorzugt werden bzw. ob eine Tendenz dieser Theorie zu erkennen ist. Im Fazit wird eine abschließende Erkenntnis mit rückwirkendem Bezug zur These gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema
2. Definition der Beispielrollen nach Belbin
2.1 In Relation zum Mann: Koordinator und Umsetzer
2.2 In Relation zur Frau: Teamarbeiterin und Wegbereiterin
3. Untersuchung der Geschlechterteamrollen als Stereotype
3.1 In Relation zum Mann: Koordinator und Umsetzer
3.2 In Relation zur Frau: Teamarbeiterin und Wegbereiterin
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Geschlechts auf die Auswahl von Teamrollen nach dem Belbin-Modell, um zu eruieren, ob eine geschlechtsspezifische Rollenverteilung auf tatsächlichen Differenzen oder auf kulturellen Stereotypen basiert.
- Analyse der Teamrollen Koordinator, Umsetzer, Teamarbeiterin und Wegbereiterin.
- Untersuchung der theoretischen Grundlagen von Belbin im Kontext von Gender-Stereotypen.
- Kritische Reflexion gesellschaftlicher Erwartungen an männliches und weibliches Führungsverhalten.
- Evaluation der Empathiefähigkeit und Sozialkompetenz als geschlechterunabhängige Merkmale.
- Gegenüberstellung von Rollenzuschreibungen und individueller Kompetenz in der Teamarbeit.
Auszug aus dem Buch
3. Untersuchung der Geschlechterteamrollen als Stereotype
Zu allererst ist gemäß der Aussagen von Klingen Schluss zu folgern, dass die Stereotype des Mannes sich mit den beiden Teamrollen des Koordinators und des Umsetzers decken, wie auch die der Frau in Bezug auf die Teamarbeiterin und Wegbereiterin. Ein Hauptproblem dabei ist es, dass geschlechtliche Stereotype auf die Arbeitswelt, also auch auf die Rolle im Team übertragen werden. Allgemein ist anzumerken, dass die Geschlechtszugehörigkeit in der Umgebung/ Team eine wichtige Rolle spielt und Gender-Stereotype aktiviert. Welche Teamrolle das jeweilige Geschlecht einnimmt, hängt aber von der Persönlichkeit ab, welches Selbstkonzept überwiegt und von der Person – Mann oder Frau – anschließend verwendet bzw. umgesetzt wird. Der Dichter Walt Whitman drückte dies folgendermaßen aus: „Ich bin groß: In mir wohnen viele.“
3.1 In Relation zum Mann: Koordinator und Umsetzer
Der Koordinator und Umsetzer spiegelt viele Eigenschaften eines Mannes in seiner natürlichen Form wieder. Typische Eigenschaften/ Stereotype des Mannes sind, dass dieser ehrgeizig, individualistisch, durchsetzungsfähig, willensstark und handlungsorientiert ist. Das äußere Erscheinungsbild, die Größe, der Körperbau und die Stimme implizieren ebenso Stereotype, da nach Deborah Tannen „die gesellschaftliche Konventionen den biologischen Voraussetzungen immer folgen.“ Im Fokus des Mannes steht die Karriere, Autorität und eine Hierarchieordnung. Dies lässt sich auf ein Team übertragen.
Durch das Arbeiten im Team wird der Stellenwert der oben genannten Stereotype unbewusst verstärkt und die sozialen Erwartungen an diese Person heraufgesetzt. Das heißt, dass die Fähigkeit, z. B. die Koordination eines Teams oder ein diplomatisches Verhalten, verstärkt oder vermindert werden kann, abhängig davon, welche Teamrolle die Person verkörpert. Es ist lt. Cordelia Fine davon auszugehen, dass geschlechtliche Stereotype und soziale Erwartungen die Fähigkeiten der Zielperson kanalisieren, das Interesse ändern und ungewollte Diskriminierung auslösen, was hier in Verbindung mit der Schwäche des Umsetzers gebracht werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in das Thema: Darstellung der wachsenden Bedeutung von Teamarbeit und Einführung in die Forschungsfrage, ob Geschlechtsmerkmale die Auswahl von Belbin-Teamrollen beeinflussen.
2. Definition der Beispielrollen nach Belbin: Vorstellung der vier ausgewählten Rollen und deren jeweilige Charakteristika sowie Stärken und Schwächen im Kontext der Geschlechter.
3. Untersuchung der Geschlechterteamrollen als Stereotype: Kritische Analyse, inwiefern die Zuordnung der Rollen auf veralteten gesellschaftlichen Stereotypen beruht oder durch individuelle Persönlichkeitsmerkmale geprägt ist.
4. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass keine eindeutige geschlechtsspezifische Tendenz in der Rollenverteilung existiert, da individuelle Begabungen unabhängig vom Geschlecht vorhanden sind.
Schlüsselwörter
Teamarbeit, Belbin-Modell, Geschlechterrolle, Gender-Stereotype, Koordinator, Umsetzer, Teamarbeiterin, Wegbereiterin, Sozialkompetenz, Führung, Empathie, Identitätsbewusstsein, Arbeitsklima, Hierarchie, Teamdynamik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, ob das Geschlecht einer Person beeinflusst, welche Rolle sie in einem Team nach dem Modell von Raymond Meredith Belbin einnimmt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Teamrollen, die Auswirkungen von Geschlechterstereotypen auf die Arbeitswelt und die Frage der Rollenflexibilität bei Männern und Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Vermutung einer geschlechtsbedingten Vorauswahl von Teamrollen wissenschaftlich haltbar ist oder ob sie lediglich auf gesellschaftlichen Erwartungshaltungen basiert.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Analyse zugrunde?
Der Autor führt eine theoretische Analyse und Literaturarbeit durch, um existierende Theorien zu Teamrollen und Gender-Stereotypen in Bezug zueinander zu setzen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil definiert zunächst die Rollen Koordinator, Umsetzer, Teamarbeiterin und Wegbereiterin und untersucht diese anschließend auf ihre Verbindung zu männlichen bzw. weiblichen Rollenklischees.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Teamarbeit, Belbin-Modell, Gender-Stereotype, Sozialkompetenz und Führungsstruktur.
Kann ein Mann laut der Arbeit ebenso empathisch wie eine Frau sein?
Ja, der Autor kommt zu dem Schluss, dass Männer dieselbe Empathie wie Frauen entwickeln können, insbesondere wenn die Situation dies erfordert oder der Nutzen für das Ziel im Fokus steht.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur für die Rollenverteilung?
Die Arbeit betont, dass Erwartungshaltungen, die durch Kultur und historische Kontexte geprägt sind, maßgeblich dazu beitragen, dass Personen in bestimmte soziale oder berufliche Rollen gedrängt werden.
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- Oliver Kühn (Author), 2012, Der Einfluss des Geschlechts auf die Rolle im Team, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371478