Daß die Werkzeuge zur Arbeitstätigkeit die wichtigsten Insignien des frühen Menschen wären und den sich aus dem archaischen Zustand heraus entwickelnden Menschen charakterisieren, wird immer wieder zu Unrecht angenommen. Sehr viel wahrscheinlicher ist, die sozialen Aktivitäten des Rituals, der Sprache trugen weit mehr zur Entwicklung der Gattung Mensch bei, als der Gebrauch von Werkzeugen. Lewis Mumford meint, die Herstellung und Verwendung von Werkzeugen blieb für lange Zeit, im Vergleich zu zeremoniellen Handlungen und der Sprachentwicklung, rückständig. Soziale Solidarität spielte eine große Rolle . Friedrich Engels behält sicher nach wie vor recht, wenn er rohe urkommunistische Züge feststellt. Analoge Hinweise erhält man auch aus der Matriarchatsforschung, wie sie z.B. von Heide-Göttner-Abendroth vorgestellt wird. Die heutigen Gesellschaften gingen aus diesen Formationen von Gentilordnung ja ursprünglich hervor.
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Inhaltsverzeichnis
- Einstieg
- Arbeit und Ökologie
- Arbeit und sozialpsychologische Gesichtspunkte
- Wirtschaftsdemokratie und politökonomische Veränderungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Das Essay untersucht die Zukunft der Arbeit im Kontext eines neuen Wirtschaftssystems. Es stellt die Frage, wie Arbeit in einer nachhaltigen Gesellschaft gestaltet werden kann, die den Herausforderungen der Ökologie und der sozialen Gerechtigkeit gerecht wird.
- Die historische Entwicklung des Arbeitsbegriffs und seine Beziehung zur Technosphäre
- Die Bedeutung von sozialer Solidarität und kulturellen Eigenressourcen im Kontext der Arbeit
- Die Herausforderungen der Ökologie für die Gestaltung von Arbeit und Wirtschaft
- Die Notwendigkeit einer Selbstbegrenzung im Hinblick auf Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung
- Die Rolle der Wirtschaftsdemokratie für eine gerechtere und nachhaltigere Arbeitswelt
Zusammenfassung der Kapitel
Einstieg
Das erste Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Arbeitsbegriffs. Es argumentiert, dass die soziale Interaktion und die Entwicklung der Sprache wichtiger waren für die Menschwerdung als die Herstellung und Verwendung von Werkzeugen. Der Autor kritisiert die heutige Überbetonung der Technosphäre und die damit einhergehende Vernachlässigung der menschlichen und kulturellen Ressourcen.
Arbeit und Ökologie
Dieses Kapitel setzt sich mit der Frage auseinander, welche Form von Arbeit im Angesicht der ökologischen Herausforderungen noch Legitimität besitzt. Der Autor kritisiert die aktuelle Politik der USA und betont die Notwendigkeit einer Selbstbegrenzung im Ressourcenverbrauch.
Schlüsselwörter
Arbeit, Ökologie, Technosphäre, soziale Solidarität, Wirtschaftsdemokratie, Selbstbegrenzung, Zukunftsfähigkeit, nachhaltige Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die zentrale These zur Entwicklung des Menschen in diesem Essay?
Der Autor argumentiert, dass soziale Aktivitäten wie Rituale und Sprache weitaus wichtiger für die Entwicklung der Gattung Mensch waren als der bloße Gebrauch von Werkzeugen.
Welche Rolle spielt die Ökologie für die Zukunft der Arbeit?
Angesichts ökologischer Herausforderungen ist eine Selbstbegrenzung im Ressourcenverbrauch und in der Umweltbelastung notwendig, um Arbeit zukunftsfähig zu gestalten.
Was wird unter dem Begriff Wirtschaftsdemokratie verstanden?
Wirtschaftsdemokratie wird als notwendiges Instrument für eine gerechtere und nachhaltigere Arbeitswelt betrachtet, die über rein marktliche Mechanismen hinausgeht.
Warum kritisiert der Autor die heutige Technosphäre?
Er kritisiert die Überbetonung der Technik, da sie zur Vernachlässigung menschlicher und kultureller Eigenressourcen sowie der sozialen Solidarität führt.
Welche historischen Einflüsse werden im Text genannt?
Der Text bezieht sich auf die Gentilordnung, urkommunistische Züge nach Friedrich Engels sowie Erkenntnisse aus der Matriarchatsforschung von Heide-Göttner-Abendroth.
- Quote paper
- Marko Ferst (Author), 2001, Zukunftsfähige Arbeit in einem neuen Wirtschaftssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3717