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Verstrickung von politischer und krimineller Gewalt und Darstellung der Presseberichterstattung in Ricardo Piglias 'Plata quemada'

Wer sind die wahren Verbrecher in Piglias Werk?

Title: Verstrickung von politischer und krimineller Gewalt und Darstellung der Presseberichterstattung in Ricardo Piglias 'Plata quemada'

Term Paper , 2017 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anne Zeiß (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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In der folgenden Hausarbeit soll Ricardo Piglias Roman „Plata quemada“ und die Frage nach der Verbrecherrolle thematisiert werden. Die eigentlichen Verbrecher werden in den Kritiken als die „wahren Helden“ angesehen, was die Frage aufwirft, ob nun die Polizei diese Roll einnimmt. Diese Fragen sollen im Folgenden durch die Erörterung der Verstrickung von politischer und krimineller Gewalt sowie der Darstellung der Presseberichterstattung im Vordergrund stehen. Den Ausgangsunkt bildet dabei der Erzählmodus, dessen Besonderheiten von Bedeutung für Analyse und Verständnis des gesamten Textes sind. Hierbei wird auch auf die Verflechtung von Wahrheit und Fiktion in Plata quemada eingegangen. Bei der Untersuchung der Verstrickung von politischer und krimineller Gewalt, wird zunächst die die Zusammenarbeit von Verbrechern und Polizei betrachtet. Anschließend wird auf die politischen Umstände in Argentinien im Jahr 1965, in dem der Roman spielt, eingegangen, indem die Polizeibrutalität sowie die Verbindungen der Pistoleros zum Peronismus aufgezeigt werden. Schließlich werden auch die Zustände in Institutionen wie Gefängnissen und Psychiatrien betrachtet und untersucht, inwiefern diese Verbrecher erst hervorbringen.

Dorda, einer der Protagonisten, hört Stimmen in seinem Kopf und der Polizeifunker Roque Pérez sitzt in einer schalldichten Kammer und versucht, aus den Geräuschen, die über Mikrofone aus dem Versteck der Verbrecher zu ihm gelangen, Informationen herauszufiltern. Michelle Clayton hat eine Parallele zwischen diesen beiden Arten von Stimmengwirr und der Machart des gesamten Romans festgestellt. Tatsächlich gibt es in Plata quemada keine durchgängige Erzählstimme, der Roman ist vielmehr eine Montage verschiedener Stimmen, die unterschiedliche Blickwinkel auf das Geschehen haben und sich teilweise sogar widersprechen: ein heterodiegetischer Erzähler, innere Monologe der Protagonisten, Zeugenaussagen, Presse- und Polizeiberichte und ein psychiatrisches Gutachten. Die einzelnen Stimmen gehen fließend ineinander über, sodass man nicht immer sofort weiß, um wessen Aussagen, Gedanken oder Beobachtungen es sich handelt. Was zunächst wie die Perspektive des Erzählers aussieht, entpuppt sich manchmal als erlebte Rede einer Figur. In vielen Fällen wird in Klammern spezifiziert, aus welcher Quelle die jeweiligen Informationen stammen und wessen Ansicht wiedergegeben wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Besonderheiten des Erzählmodus

2.1 Montage verschiedener Stimmen

2.2 Die Rekonstruktion einer wahren Geschichte?

3 Verstrickungen politischer und krimineller Gewalt

3.1 Zusammenarbeit von Polizei und Verbrechern

3.2 1965 in Argentinien – eine hochpolitische Zeit

3.2.1 Polizeibrutalität

3.2.2 Verbindungen der Pistoleros zum Peronismus

3.3 Institutionen und Gesellschaft bringen Verbrecher hervor

4 Darstellung der Presseberichterstattung

4.1 Nutzen und Gefahr der Presse für Polizei und Verbrecher

4.2 Die Sensationslust der Öffentlichkeit

4.3 Der Sonderfall Renzi

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Ricardo Piglias Roman "Plata quemada" im Hinblick auf die Verflechtung von politischer und krimineller Gewalt sowie die Rolle der Medien bei der Darstellung dieser Ereignisse. Zentral ist dabei die Untersuchung, wie der Erzählmodus die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion verwischt und wie verbrecherische Helden durch gesellschaftliche Institutionen und die Presseberichterstattung konstruiert werden.

  • Analyse des komplexen Erzählmodus durch die Montage verschiedener Stimmen.
  • Untersuchung der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kriminellen im argentinischen Kontext von 1965.
  • Kritische Beleuchtung der Rolle von Institutionen bei der Entstehung von Verbrecherkarrieren.
  • Erörterung der symbiotischen und gefährlichen Beziehung zwischen Presse, Polizei und Öffentlichkeit.
  • Untersuchung der Figur des Journalisten Renzi als Kontrastpunkt zur Sensationsberichterstattung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Zusammenarbeit von Polizei und Verbrechern

Jagoe, die sich in ihrem Aufsatz auf das konzentriert, was in Plata quemada zu hören ist, hat eine Verbindung zwischen den Pistoleros und der Polizei durch die Ähnlichkeit ihrer Sprache festgestellt:

[…] making it a novel that seeks to convey affect rather than information. This affect is one that connects the police with the criminals, the torturer and the tortured. In a society that would seek to demarcate the lines between criminal action and lawful control, the novel depicts the interconnectedness of violence through a shared language of profanity and brutality. Some of the men in the novel wear uniforms and some do not; all are criminals, all are victims. (Jagoe 2009: 147)

Tatsächlich ist die Dichotomie zwischen den guten Gesetzeshütern und den bösen Verbrechern in Plata quemada aufgehoben. Das Interesse der Polizei daran, die Pistoleros zu ergreifen, ist nicht nur mit ihrer Aufgabe verbunden, für Recht und Ordnung zu sorgen, sondern beruht auch auf ihrer eigenen Beteiligung an dem Überfall: „Malito […] hatte […] die Verbindungen zu den Politikern und den Bullen hergestellt, von ihnen hatte er Informationen und Lagepläne.“17

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Roman als Ausgangspunkt dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Verstrickung von Gewalt und Medien in Piglias Werk.

2 Besonderheiten des Erzählmodus: Dieses Kapitel erläutert die Technik der Stimmenmontage und die problematische Rekonstruktion historischer Fakten im Roman.

3 Verstrickungen politischer und krimineller Gewalt: Hier wird die Korruption innerhalb der Polizei, die politische Instabilität Argentiniens 1965 sowie die Rolle repressiver Institutionen bei der Genese von Kriminalität analysiert.

4 Darstellung der Presseberichterstattung: Das letzte Kapitel untersucht die mediale Schnittstelle zwischen Polizei, Tätern und Öffentlichkeit sowie die Sonderrolle des Journalisten Renzi.

Schlüsselwörter

Plata quemada, Ricardo Piglia, argentinische Literatur, Gewalt, Polizei, Kriminalität, Presseberichterstattung, Medien, Fiktion, Wahrheit, Renzi, Peronismus, Institutionen, Helden, Erzählmodus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht in Ricardo Piglias Roman "Plata quemada" die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Polizei, Kriminellen, der Presse und der Öffentlichkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Aufhebung der Trennung von Gesetzeshütern und Verbrechern, der Einfluss politischer Umstände auf die Gewaltkriminalität und die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Realität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erörtern, wer in diesem komplexen Beziehungsgeflecht als wahrer Verbrecher identifiziert werden kann und wie der Roman dieses Spannungsfeld zwischen Recht und Unrecht sowie Wahrheit und Fiktion darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Erzählmodus sowie fachspezifische Sekundärliteratur heranzieht, um die inhaltlichen Verstrickungen im Roman zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Montage verschiedener Erzählstimmen, die Korruption und Polizeibrutalität, die Rolle von Institutionen sowie die Darstellung der Presse als Sensationsmedium.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gewalt, Korruption, Medienspektakel, subjektive Wahrnehmung, Heldenverehrung, Erzählstruktur und der sozio-politische Kontext Argentiniens im Jahr 1965.

Wie trägt die Rolle des Journalisten Renzi zur Gesamtaussage bei?

Renzi fungiert als moralischer Kontrastpunkt zur restlichen, sensationshungrigen Medienlandschaft, wobei er gleichzeitig durch seine eigene Art der Heroisierung der Pistoleros zur subjektiven Erzählweise des Romans beiträgt.

Warum spielt das Thema "Geld" eine zentrale Rolle im Werk?

Geld wird als neutrales Zeichen betrachtet, dessen Wert in der Gesellschaft erst durch Vorstellungen und Fiktionen entsteht, was im Roman durch die Verbrennung der Beute und die Entwertung des Verbrecher-Heldenstatus unterstrichen wird.

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Details

Title
Verstrickung von politischer und krimineller Gewalt und Darstellung der Presseberichterstattung in Ricardo Piglias 'Plata quemada'
Subtitle
Wer sind die wahren Verbrecher in Piglias Werk?
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Anne Zeiß (Author)
Publication Year
2017
Pages
16
Catalog Number
V371727
ISBN (eBook)
9783668497726
ISBN (Book)
9783668497733
Language
German
Tags
Geld Ricardo Piglia Plata quemada Brennender Zaster Kriminalität Presse Argentinien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Zeiß (Author), 2017, Verstrickung von politischer und krimineller Gewalt und Darstellung der Presseberichterstattung in Ricardo Piglias 'Plata quemada', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371727
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