Die Single-Gesellschaft. Definition, Lebensbedingungen und Motive für das Single-Dasein


Studienarbeit, 2016

8 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von „Single"
2.1 Singles
2.2 Umgangssprachliche „Definition"

3. Lebensbedingungen
3.1 Demographische Grunddaten
3.2 Berufsstruktur
3.3 Einkommen
3.4 Wohnsituation

4. Motive des Single-Daseins

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der heutigen Zeit werden wir immer wieder mit dem Thema „Single" konfrontiert, sei es in den Medien, im Freundeskreis oder in der Familie, sodass der Eindruck entstehen kann, dass Deutschland mehr und mehr zu einer Single-Gesellschaft wird. Es gibt zahlreiche Partnerbörsen, die versprechen den „perfekten" Partner fürs Leben zu finden, sowie das Fernsehen, welches die unterschiedlichsten Shows produziert, um „einsame Herzen" zusammenzuführen.

Aber was genau ist eigentlich ein „Single"?

In der nachfolgenden Ausarbeitung möchte ich zunächst den Begriff „Single" aus sozialwissenschaftlicher Perspektive definieren und näher erläutern. Daran anschließend werden die Themen Bildungsstruktur, Einkommen, Wohnsituation und zwei Typerklärungen vorgestellt.

2. Definition von Single

2.1 „Singles“

Der englische Begriff „Single" entstand in den 1970er Jahren in den USA und wurde in Europa übernommen. Damit wird das Alleinsein, also in keiner festen und verbindlichen Liebesbeziehung zu einer anderen Person zum Ausdruck gebracht und gleichzeitig ist mit dem Begriff auch eine bestimmte Lebensweise gemeint.

„Als Singles galten jüngere Menschen, die statt eine Familie zu gründen oder in einer Paarbeziehung zusammen zu leben, bewusst und freiwillig allein lebten, ohne eine feste Partnerbeziehung zu unterhalten" (Hradil 1995,S.6). Heute wird In Deutschland jeder als Single bezeichnet, der allein lebt. Dabei spielen Alter, Familienstand, Grad der Freiwilligkeit und Partnerverhältnisse keine Rolle (vgl. Hradil 1995,S.6). Stefan Hradil unterscheidet in seinem Buch „Die Singlegesellschaft" zwischen einem engen und einem weiten Singlebegriff. Darunter fällt unter dem engen Begriff „jede(r) als „Single", der bzw. die alleine in einem Einzelpersonenhaushalt lebt, 25 bis 55 Jahre alt ist, und angibt, keinen festen Partner zu haben sowie aus eigenen Willen und für längere Zeit alleinleben zu wollen" (Hradil 1995,S.9). Allerdings würden mit dieser Definition nur maximal 3 Prozent der deutschen Bevölkerung als Singles gelten, was definitiv nicht repräsentativ ist. Daher stützt sich Hradil in seinem Buch auf den weiten Begriff des Singles. Dieser kennt zwei Kriterien: zum einen das Alter und zum anderen das Leben in einem Einpersonenhaushalt. Danach „gelten diejenigen als Single, die 25 bis unter 55 Jahre alt sind und alleine leben und haushalten. Unerheblich dabei ist,

- Ob sie ledig, geschieden, getrennt lebend oder verheiratet sind,
- Ob sie „freiwillig" oder durch äußere Umstände „gezwungen" alleine leben,
- Ob sie Kurzfristig, langfristig oder immer allein leben (wollen),
- Ob sie wirtschaftlich eigenständig sind, und wenn ja, ob sie viel oder wenig verdienen,
- Ob sie eine feste Partnerschaft unterhalten oder nicht,
- Ob sie Kinder außer Haus haben (wer Kinder im eigenen Haushalt hat, ist per definitionem alleinerziehend und kein Single)" (Hradil 1995,S.7).

Diese Definition ist so verfasst, dass sie Menschen im erwachsenen Alter einbezieht bei denen es mit höchster Wahrscheinlichkeit auch eine andere gesellschaftliche Alternative zum Single-Dasein gegeben hätte. Menschen, die über 55 Jahre alt sind, leben in den meisten fällen aufgrund des Todes des Partners alleine oder sind womöglich geschieden. Die untere Altersgrenze, soll gewährleisten, dass alle Personen ausgeschlossen werden, die keine andere Möglichkeit zum Single-Leben haben. Die meisten der jungen Singles befinden sich noch in der Ausbildung. Für sie bilden Ehe und Familie keine Alternative.

2.2 Umgangssprachliche „Definition“

Das umgangssprachliche Verständnis eines Singles wird nach meinen Recherchen und eine kleine Umfrage, die ich mit Familie und Freunde durchgeführt habe wie folgt definiert:

Ein Single ist eine Person, die in einem Einzelpersonenhaushalt und nicht in eine feste und dauerhafte Partnerschaft lebt. Es gibt Menschen, die ganz zufrieden damit sind, alleine durchs Leben zu gehen und empfinden das Single-Dasein auch als Erleichterung und fühlen sich dabei ganz frei. Viele messen dieser Lebensform eine sehr große Bedeutung bei. Der Mensch trägt nur die Verantwortung für sich selbst und muss keinerlei Pflichten eingehen. Dann gibt es die Unentschlossenen, die immer „etwas Unverbindliches am laufen“ haben und ihr Single-Dasein in vollen Zügen genießen.

3. Lebensbedingungen

3.1 Demographische Grunddaten

Nach der im Jahr 1992 durchgeführten Allbus-Umfrage sind mehr als die Hälfte aller Singles Männer (58%). Wenn man die Religionszugehörigkeit zwischen Singles und der gleichaltrigen verheirateten Bevölkerung vergleicht, zeigt sich bei den Protestanten kein Unterschied, denn etwa die Hälfte (48%) aller Singles sind evangelisch. Im Gegensatz zu den Katholiken stellt man fest, dass Singles wesentlich dieser Religion angehören als gleichaltrige Verheiratete. Daraus lässt sich auch erklären, warum Singles doppelt so oft aus der meist katholischen Kirche austreten und doppelt so häufig keiner Konfession angehören wie Verheiratete (vgl. Hradil 1995,S. 23).

Singles bevorzugen das Leben in den Großstädten von Deutschland. Mehr als die Hälfte (56,6%) lebt in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Dagegen wohnt nur ein Drittel der gleichaltrigen Nicht-Singles in diesen Städten. Ein Drittel aller Singles zog es sogar vor, in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern zu ziehen. Im Gegensatz dazu lebt nur ein Sechstel der übrigen gleichaltrigen Bevölkerung dort. Diese Großstadtorientierung ist der Grund, dass von den 12,8 Millionen Haushalten in Städten, mit über 100.000 Einwohnern, 5,4 Millionen als Einzelpersonenhaushalte angemeldet sind (vgl.Hradil 1995,S.23,24). Der Anteil der Singlehaushalte in Deutschland liegt laut dem Statistischen Bundesamt bei 37,2%, damit lebt 17,1% der Bevölkerung alleine. Von diesen 13,4 Millionen Personen sind nur 17,6% jünger als 30 Jahren.

Etwa 42% der Bevölkerung lebt in Städten mit mehr als 100.000 Einwohner (vgl.destatis Stat. Bundesamt 2014, S.1).

3.2 Berufsstruktur

Was die Berufsstruktur angeht, sind Singles selten besser gestellt als gleichaltrige Erwerbstätige. Sie arbeiten besonders häufig in qualifizierte und leitende Positionen. Allerdings muss man bedenken, dass Singles in sehr jungen Jahren (meist zwischen 25 und 35 Jahren) schon eine hohe Sprosse der Karriereleiter erreichen oder darauf hinarbeiten, was dann doch wieder das Bild vom „Karriere-Single" bestätigt (vgl. Hradil 1995,S. 31). Für sie steht eben der Beruf an einer privilegierten Stelle, da sie sich nicht noch auf „Nebensächliches" wie Familie etc. konzentrieren müssen.

3.3 Einkommen

Weit verbreitet ist der Gedanke, dass Singles ein hohes Einkommen haben. Andere Sozialwissenschaftler stehen dieser Form der Einstufung eher kritisch gegenüber und sehen die finanzielle Lage der Singles eher als ungünstig an. Fakt ist, dass Singles sowohl in ihrem Bruttoeinkommen (dort allerdings sehr deutlich vor den unverheirateten und verheirateten Paaren ohne Kinder), als auch in ihrem Nettoeinkommen (mit kleinem Vorsprung auf die Ehepaare mit Kindern) höher liegen. Zieht man einen Vergleich zwischen erwerbstätige Singles und gleichaltrige Nicht-Singles zeigt sich Folgendes:

- Nicht-Single-Männer verdienen mehr als Single-Männer
- Single-Männer verdienen mehr als Single-Frauen
- Single-Frauen verdienen wesentlich mehr als Nicht-Single-Frauen (vgl. Hradil 1995, S.33,35).

3.4 Wohnsituation

„Die Wohnung ist für Singles Sanatorium und Tankstelle, Spielwiese der eigenen Individualität, in der Wohnung leben Singles nicht selten ihre fiktive Familie aus" (Hradil 1995,S. 37). Vergleicht man die Wohnungsgröße der Single-Menschen mit der gleichaltrigen übrigen Bevölkerung, zeigt sich dass Singles in größeren Wohnungen leben. Für sie ist es wie im oben genannten Zitat wichtig, ihre Freiheit auch in den eignen vier Wänden auszuleben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Die Single-Gesellschaft. Definition, Lebensbedingungen und Motive für das Single-Dasein
Hochschule
Hochschule RheinMain - Wiesbaden Rüsselsheim Geisenheim
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
8
Katalognummer
V371758
ISBN (eBook)
9783668496309
ISBN (Buch)
9783668496316
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
single-gesellschaft, definition, lebensbedingungen, motive, single-dasein
Arbeit zitieren
Solmaz Saligheh (Autor), 2016, Die Single-Gesellschaft. Definition, Lebensbedingungen und Motive für das Single-Dasein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371758

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