In diesem Essay werden folgende Fragen diskutiert: Welche Strategien und Handlungsperspektiven können angewendet werden, um Rassismus entgegenzuwirken? Welche pädagogischen Ansätze und Konzepte existieren bereits?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rassismus und dessen Entstehung in der Moderne
3. Institutioneller Rassismus
4. Antirassistische Erziehung (ARE)
5. Rassismuskritik als pädagogische Querschnittsaufgabe
5.1 Reflexion und Veränderung bildungsinstitutioneller Strukturen und Prozessen
5.2 Rassismuskritische Performanz
5.3 Handeln gegen Rassismus
5.4 Vermittlung von Wissen über Rassismus
5.5 Thematisierung von Zugehörigkeitserfahrungen
5.6 Reflexion der Zuschreibungsmuster
5.7 Dekonstruktion eindeutiger Unterscheidungen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und Erscheinungsformen von Rassismus in modernen Gesellschaften sowie die daraus resultierenden Anforderungen an eine antirassistische und rassismuskritische Pädagogik.
- Historische Entstehung und gesellschaftliche Konstruktion von Rassismus
- Phänomen des institutionellen Rassismus in Behörden und Bildungseinrichtungen
- Konzeption und Entwicklung der Antirassistischen Erziehung (ARE)
- Rassismuskritik als prozessorientierte pädagogische Querschnittsaufgabe
- Strategien zur Dekonstruktion von Zuschreibungsmustern und Machtverhältnissen
Auszug aus dem Buch
Rassismuskritik als pädagogische Querschnittsaufgabe
Im Folgenden wird auf Rassismuskritik als pädagogische Querschnittsaufgabe eingegangen. Zu Beginn ist die Begrifflichkeit „Rassismuskritk“ zu erläutern. „Rassismuskritik heißt: zum Thema machen, in welcher Weise, unter welchen Bedingungen und mit welchen Konsequenzen Selbstverständnisse und Handlungsweisen von Individuen, Gruppen, Institutionen und Strukturen durch Rassismen vermittelt sind und Rassismen stärken“ (Mecheril; Melter 2010, S.172). Intention der rassismuskritischen Ansätze ist Benachteiligungen, Gewalt und Ausgrenzungen aufgrund von Rassekonstruktionen zu analysieren, diese abzuschwächen und gleichzeitig Gegenmodelle - alternative, gerechtere Verhältnissen aufzuzeigen.
Anhand von rassismustheoretischem Wissen kann es gelingen, Rassenkonstruktionen und dessen Unterscheidungskategorien aufzudecken. Dabei nimmt Rassismuskritk in der Praxis eine macht und selbstreflexive Betrachtungsperspektive auf Handlungen, Einrichtungen, Diskurse und Strukturen ein. Gesellschaftliche Verhältnisse, welche bereits über einen langen Zeitraum von Rassismen geprägt wurden, sind nicht anhand von singulären Veränderungsintentionen zu durchbrechen. Die bestehenden hegemonialen Unterscheidungen können jedoch mit Hilfe des Begriffs „Rassismus“ analysiert und mit dem Entziehen aus der Unterwerfung von rassistischer Deutungs- und Handlungsschemata können lokale Veränderungsprozesse bewirkt werden.
Antirassistische Arbeit strebt an, nicht weiter auf Rassismen zurückzugreifen, eine Brücke zu einer weniger rassistischen Gesellschaft zu erbauen und letztlich einen Zustand hervorzurufen, in dieser sie überflüssig wird (vgl. Mecheril; Melter 2010, S.168-170).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Rassismusforschung im Kontext der Moderne und Fragestellung nach pädagogischen Handlungsmöglichkeiten.
2. Rassismus und dessen Entstehung in der Moderne: Analyse der historischen Konstruktion von Rassismus als Ordnungs- und Differenzierungssystem durch Kolonialismus und Nationalstaaten.
3. Institutioneller Rassismus: Untersuchung, wie gesellschaftliche Institutionen durch ethnisch-kulturelle Kategorisierungen ein- oder ausgrenzend wirken.
4. Antirassistische Erziehung (ARE): Darstellung der Genese und didaktischen Ansätze der Antirassistischen Erziehung, insbesondere im britischen Kontext.
5. Rassismuskritik als pädagogische Querschnittsaufgabe: Detaillierte Ausarbeitung praktischer pädagogischer Handlungsperspektiven und Strategien wie Dekonstruktion und Reflexion.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Schwierigkeiten bei der Umsetzung antirassistischer Arbeit und Plädoyer für die Anerkennung von Mehrfachzugehörigkeit.
Schlüsselwörter
Rassismus, Rassismuskritik, Antirassistische Erziehung, Institutioneller Rassismus, Rassenkonstruktion, Differenzierung, Bildungseinrichtungen, Machtverhältnisse, Zivilcourage, Zugehörigkeitserfahrungen, Dekonstruktion, Heterogenität, Sozialwissenschaft, Identität, Diskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung mit Rassismus als gesellschaftlichem Konstrukt und entwickelt daraus Ansätze für eine rassismuskritische pädagogische Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die historische Genese von Rassismus, die Rolle von Institutionen bei der Reproduktion rassistischer Muster sowie didaktische Strategien der antirassistischen Bildungsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Handlungsperspektiven aufzuzeigen, wie Pädagogen und Institutionen Rassismus aktiv begegnen und gesellschaftliche Machtverhältnisse kritisch hinterfragen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Diskursanalyse, die auf einschlägiger rassismuskritischer Literatur und Migrationspädagogik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Entstehung von Rassismus, die Funktion des institutionellen Rassismus, die Konzepte der ARE sowie verschiedene Strategien der rassismuskritischen Pädagogik wie Dekonstruktion und Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Rassismuskritik, institutioneller Rassismus, Rassenkonstruktion, Partizipation und die Dekonstruktion von Zuschreibungsmustern.
Warum ist die "Antirassistische Erziehung" (ARE) historisch relevant?
Sie entstand Ende der 80er Jahre als Reaktion auf zunehmenden Rechtsextremismus und Rassismuskonflikte in Großbritannien und legte den Grundstein für spätere antirassistische Bildungsinitiativen.
Welche Rolle spielt die Reflexion für Fachkräfte?
Fachkräfte müssen ihre eigene Geschichte, Privilegien und pädagogische Routinen kritisch hinterfragen, um nicht unbewusst rassistische Strukturen durch ihre Handlungspraxis zu reproduzieren.
Was bedeutet rassismuskritische Performanz?
Dies bezieht sich auf eine aktive antirassistische Haltung der Institution selbst sowie der darin tätigen Pädagogen, die sich deutlich gegen rassistische Routinen aussprechen.
Warum ist die Dekonstruktion von Identitäten wichtig?
Sie dient dazu, vermeintlich eindeutige ethnische oder kulturelle Zuschreibungen aufzubrechen und die Heterogenität von Identitäten innerhalb der Gesellschaft sichtbar zu machen.
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- Rabea Franz (Author), 2017, Rassismus und antirassitische Erziehung. Strategien, Handlungsperspektiven und pädagogische Konzepte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371785