Im Folgenden soll, wie der Titel bereits ankündigt, darauf eingegangen werden, welche Chancen und Risiken durch den Vollzug des Brexit entstehen. Dabei sollen besonders Effekte auf die gemeinsame Handels- und Wirtschaftspolitik analysiert werden.
Dieser Bereich gehört zu dem wichtigsten Pfeiler der Union. Deswegen soll im Folgenden untersucht werden, welches die positiven und negativen Aspekte des Brexits im Bereich der Wirtschaft sind, die erwartet werden können. Auf Grund der Aktualität, wird am Ende nochmals auf die Migrationsproblematik eingegangen, welche ja unter anderem Auslöser des Brexits war. Das Thema ist so aktuell, dass wenig bis gar keine Forschungsliteratur dazu existiert, deswegen wird sich die Analyse auf kleinere Veröffentlichungen, Zeitungsartikel und Meinungen führender Forscher und Ökonomen stützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Finanzsektor
2.2. Unternehmen
2.3. Mehrheitsverhältnisse in der EU
2.4. Richtungswandel als Chance
2.5. Irland
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die potenziellen Chancen und Risiken des Brexits für die Wirtschafts- und Handelspolitik der Europäischen Union. Dabei wird analysiert, wie sich die Austrittsentscheidung Großbritanniens auf den europäischen Finanzsektor, exportorientierte Unternehmen sowie das innereuropäische Machtgefüge auswirkt.
- Analyse der Folgen für den Finanzstandort London und potenzielle Auswirkungen auf kontinentaleuropäische Finanzmetropolen.
- Untersuchung der Handelsrisiken für exportstarke EU-Nationen, insbesondere für die Automobilbranche.
- Bewertung der Machtverschiebung innerhalb der EU durch den Wegfall Großbritanniens im Ministerrat.
- Betrachtung der spezifischen wirtschaftlichen und politischen Risiken für Irland und Nordirland.
- Diskussion des Brexits als Anstoß für notwendige Reformen innerhalb der Europäischen Union.
Auszug aus dem Buch
2.1 Finanzsektor
Die Stadt London ist weltweit bekannt für ihren Bankensektor, dort werden ca 12% des Steueraufkommens des Landes generiert. Doch auch für Europa ist Londons City ein wichtiger Standort, ein Großteil der europäischen Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften haben dort ihren Sitz. Außerdem wickeln die meisten nichteuropäischen Banken aus Asien oder den USA ihre Geschäfte über London ab. London war lange Zeit der optimale Finanzplatz, durch seine geographische Lage, die Sprache und die Vorteile der Zugehörigkeit zur EU und somit der Zugang zu ganz Europa. Doch dies könnte sich mit dem Brexit ändern. Durch den Austritt aus der Union würden die Banken dort ihren Zugang zum Binnenmarkt verlieren und der Standort London würde viel an Attraktivität verlieren. Die Banken und Finanzdienstleister würden durch den Brexit ihren sogenannten „EU-Pass“ verlieren, wodurch sie ihre Produkte frei auf dem europäischen Markt verkaufen können.
Bereits jetzt spekulieren viele Bankhäuser und Fonds mit dem Umzug aufs europäische Festland. Würde dieses Szenario eintreten, wäre dies ein herber Rückschlag für GB. Doch Europa würde wahrscheinlich stark davon profitieren. Vor allem Deutschland, welches mit Frankfurt zurzeit das wahrscheinlichste Exil für viele Übersiedler aus London wäre, würde einen großen Profit daraus ziehen. Es wird geschätzt, dass in Frankfurt am Main hierdurch 10000 neue Jobs entstehen könnten, gepaart mit dem entsprechenden Steueraufkommen. Aber auch andere Metropolen des europäischen Festlandes stehen im Gespräch als Zugangspunkt für Kreditinstitute zur Union. Mit Frankfurt im Rennen sind außerdem Paris, wohin beispielsweise HSBC ihre Aktivitäten verlagern möchte, aber auch Luxemburg und Dublin.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Brexit und erläutert den Kontext des Referendums, wobei die Unsicherheit über das weitere Vorgehen und die mediale Polarisierung des Themas hervorgehoben werden.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die konkreten Auswirkungen des Brexits auf den Finanzsektor, betroffene Unternehmen, die EU-Mehrheitsverhältnisse sowie die besondere wirtschaftliche Lage Irlands und diskutiert den Brexit als möglichen Impuls für Reformen.
2.1 Finanzsektor: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung Londons als Finanzplatz und diskutiert die Konsequenzen des Verlusts des „EU-Passes“ für Banken sowie mögliche Standortverlagerungen auf das europäische Festland.
2.2. Unternehmen: Hier werden die Handelsrisiken für exportorientierte EU-Unternehmen, insbesondere in der Automobilbranche, sowie die Unsicherheiten für Tochtergesellschaften und Produktionsstätten auf den britischen Inseln beleuchtet.
2.3. Mehrheitsverhältnisse in der EU: Das Kapitel analysiert die Verschiebung der politischen Blöcke im EU-Ministerrat weg vom Freihandel hin zum Protektionismus infolge des Austritts Großbritanniens.
2.4. Richtungswandel als Chance: Hier wird diskutiert, inwiefern die neue Machtkonstellation in der EU Deutschland zu einer wirtschaftspolitischen Korrektur und Europa zu einer umfassenderen Reform bewegen könnte.
2.5. Irland: Dieses Kapitel widmet sich den spezifischen Risiken für die irische Wirtschaft und dem fragilen Friedenszustand in Nordirland aufgrund der drohenden EU-Außengrenze.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Analyseergebnisse und betont den Charakter des Brexits als „Warnschuss“ sowie als zweischneidiges Experiment mit ungewissem Ausgang.
Schlüsselwörter
Brexit, Europäische Union, Finanzsektor, Handelspolitik, Binnenmarkt, Austrittsverhandlungen, Exportwirtschaft, Machtgefüge, Protektionismus, Freihandel, Irland, Nordirland, Wirtschaftsrisiken, Reformbedarf, Standortpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den wirtschaftlichen und handelspolitischen Konsequenzen des EU-Austritts Großbritanniens für die Europäische Union.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören der Finanzsektor, die europäische Exportwirtschaft, die Machtverhältnisse im Ministerrat und die regionalen Auswirkungen auf Irland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Chancen und Risiken, die sich durch den Brexit für die wirtschaftliche Stabilität und die politische Ausrichtung der EU ergeben, kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Analyse auf Basis aktueller Berichte, Zeitungsartikel sowie Meinungen führender Forscher und Ökonomen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Sektoranalysen (Finanzen, Unternehmen), eine Untersuchung der geänderten Mehrheitsverhältnisse in der EU sowie eine Betrachtung spezifischer Länderkonstellationen wie Irland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Brexit, Binnenmarkt, Finanzsektor, Exportwirtschaft und Machtverschiebung geprägt.
Welche spezifischen Auswirkungen sieht der Autor für den Finanzstandort London?
Der Autor prognostiziert einen Attraktivitätsverlust durch den Wegfall des „EU-Passes“, was zu einer Abwanderung von Bankaktivitäten in andere EU-Metropolen führen könnte.
Warum wird die Situation in Irland und Nordirland als besonders kritisch eingestuft?
Aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung und der Bedeutung des Karfreitagsabkommens für den Frieden ist eine physische EU-Außengrenze eine massive Bedrohung für Handel und Stabilität.
Inwiefern könnte der Brexit eine Chance für Deutschland darstellen?
Der Autor sieht in der veränderten Mehrheitsverhältnisse im Ministerrat einen „Schuss vor den Bug“, der Deutschland zur Überprüfung seiner bisherigen Wirtschaftspolitik anregen könnte.
Was ist die Kernbotschaft des Autors bezüglich der Zukunft der EU?
Der Autor versteht den Brexit als deutliches Warnsignal, dass die EU sich reformieren muss, um langfristig Wohlstand zu sichern und nicht in eine protektionistische Krisenunion abzugleiten.
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- Aldo Lucciano (Author), 2017, Chancen und Risiken des Brexit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371829