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Das Godesberger Programm von 1959. Transformation oder Bruch?

Die SPD auf dem Weg zur Volkspartei (1945-1959)

Titel: Das Godesberger Programm von 1959. Transformation oder Bruch?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 32 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcel K. Schwertel (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bis zum heutigen Tage stellte die SPD insgesamt drei Bundeskanzler und gilt als etablierte Partei. Mithin wird sie auch als “Volkspartei” bezeichnet, einem Begriff, der durch Dolf Sternberger geprägt wurde. Laut dem „Lexikon der Politikwissenschaft“ wird dieser Terminus durch die etablierten Parteien SPD, CDU und CSU als Selbstbezeichnung und Teil ihrer politischen Rhetorik genutzt, um, gestützt auf den eigenen Anspruch, eine breite Wählerschicht vertreten zu wollen und eine größere Wählerbasis zu erlangen. Die SPD war hingegen bis in die fünfziger Jahre eine sogenannte “Klassenpartei”, deren Wähler überwiegend aus dem Arbeitermilieu stammten. Aufgrund schwacher Ergebnisse bei den Bundestagswahlen 1953 und 1957, kam es innerhalb der Partei zu Diskussionen ein neues Parteiprogramm zu verabschieden, denn das bisherige „Heidelberger Programm“ aus dem Jahre 1925 basierte in vielen Punkten auf dem „Erfurter Programm“ von 1890 und somit auf der marxistischen Theorie, sodass es von vielen Parteimitgliedern als überholt angesehen wurde. Es entwickelte sich ein interner Streit zwischen den verschiedenen Parteiflügeln, den “Reformern”, “Traditionalisten” und “Pragmatikern”. Letztendlich setzte sich die Position einer realpolitischen Praxis durch und mit dem “Godesberger Programm” von 1959 kam es zu einer Abkehr von marxistischen Inhalten.
[...]
Bevor auf genauer auf den „Markstein“ Godesberger Programm eingegangen wird, soll zunächst der Forschungsstand und die Literaturgrundlage wiedergegeben werden, bevor der historische Kontext umrissen werden soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung in die Thematik

2. Forschungsstand und Literaturgrundlage

3. Historischer Kontext - Von der Systemopposition zur Regierungspartei

4. Die Positionen im innerparteilichen Willensprozess

5. Die Parteiprogramme von Heidelberg, Dortmund und Berlin (1925-1954)

6. Eine Partei reformiert sich: Die innerparteiliche Entwicklung von 1955 bis 1958

7. Die endgültige Öffnung der SPD durch das Godesberger Programm 1959

8. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die These, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) keineswegs erst mit dem Godesberger Programm von 1959 zur Volkspartei wurde, sondern diesen Transformationsprozess bereits in den Jahren zuvor durchlief. Dabei analysiert der Autor die Rolle innerparteilicher Flügel, die Bedeutung vorangegangener Parteiprogramme sowie die Anpassung an gesellschaftliche Realitäten.

  • Entwicklung der SPD von der Klassen- zur Volkspartei
  • Analyse innerparteilicher Flügel und Reformdiskussionen
  • Bedeutung des Godesberger Programms als Wendepunkt vs. Anpassung
  • Einfluss der Parteiprogramme von 1925, 1952 und 1954
  • Die Rolle der Parteiführung und die Bedeutung der Reformer

Auszug aus dem Buch

3. Historischer Kontext - Von der Systemopposition zur Regierungspartei

Die von Klotzbach angesprochene Notwendigkeit der Reform der Sozialdemokratischen Partei, erkannten die meisten Mitglieder spätestens nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 1957. Hier hatte die CDU die absolute Mehrheit errungen. Zwar konnte die SPD ebenfalls Stimmen hinzugewinnen, doch wurde dies durch die Übermacht der CDU überschattet. Die SPD blieb somit weiterhin Oppositionspartei. In den 1960er Jahren stieg sie zur Volkspartei auf, doch zur Vorgeschichte gehört zweifellos auch, dass die Partei in der Weimarer Republik weitestgehend auf das sozialistisch sozialdemokratische Arbeitermilieu beschränkt geblieben war. Während dieser Zeit waren sowohl eine Mentalitätsschranke, eine regionale, als auch eine religiöse Schranke ein Hindernis für die Gewinnung neuer Wähler. Dieser Sachverhalt blieb im Wesentlichen bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten bestehen. Erst ab 1945 gelang es der SPD die Schranken, Protestantismus/Katholizismus, Stadt/Land (bzw. Industrie/Agrarwirtschaft) und Arbeiter/Angestellter/Beamter (Mentalitätsschranke), die das deutsche Parteiensystem geprägt hatten, zu überwinden. Dabei war der eigene Anspruch der Partei von Beginn an, die Neuordnung Nachkriegsdeutschlands anzuführen, da sie, als einzige, vom Nationalsozialismus unbelastete Partei galt. Doch bei ihrer faktisch illegalen parteipolitischen Reorganisation, beziehungsweise Wiedergründung, zeigte sich bereits, dass ein kompletter Neustart nicht möglich war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung in die Thematik: Der Autor führt in die Forschungsfrage ein, ob das Godesberger Programm einen tatsächlichen Bruch oder lediglich eine Anpassung im Wandlungsprozess der SPD zur Volkspartei darstellte.

2. Forschungsstand und Literaturgrundlage: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur und betont die Bedeutung des Godesberger Programms als Wendepunkt der Sozialdemokratie.

3. Historischer Kontext - Von der Systemopposition zur Regierungspartei: Es wird die Ausgangslage der SPD in der Nachkriegszeit beleuchtet und der schwierige Übergang von der Systemopposition hin zu einer breiteren gesellschaftlichen Verankerung dargestellt.

4. Die Positionen im innerparteilichen Willensprozess: Die verschiedenen Strömungen innerhalb der SPD – Reformer, Linke und Traditionalisten – werden in ihren konträren Positionen zur Parteistrategie analysiert.

5. Die Parteiprogramme von Heidelberg, Dortmund und Berlin (1925-1954): Dieses Kapitel untersucht die programmatische Kontinuität und die Vorarbeiten sowie das Scheitern früherer Programme an der gesellschaftlichen Realität.

6. Eine Partei reformiert sich: Die innerparteiliche Entwicklung von 1955 bis 1958: Hier wird der langwierige und durch Konflikte geprägte Reformprozess beschrieben, der schließlich zum Stuttgarter Entwurf und einer Organisationsreform führte.

7. Die endgültige Öffnung der SPD durch das Godesberger Programm 1959: Das Kapitel analysiert den Inhalt des fertigen Programms, seine Bedeutung für die Öffnung zu neuen Wählergruppen und die Abkehr von rein marxistischen Dogmen.

8. Schlussfolgerung: Die These wird bestätigt, dass das Godesberger Programm ein wichtiger, aber nicht alleiniger Schritt in einem langfristigen Transformationsprozess der SPD zur Volkspartei war.

Schlüsselwörter

SPD, Godesberger Programm, Volkspartei, Sozialdemokratie, Klassenpartei, Reformer, Traditionalisten, Willy Brandt, Kurt Schumacher, marxistische Theorie, Nachkriegszeit, politische Transformation, Parteiprogramm, Demokratischer Sozialismus, Regierungsfähigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Wandlungsprozess der SPD von einer Klassenpartei zu einer Volkspartei zwischen 1945 und 1959 mit Fokus auf das Godesberger Programm.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die innerparteiliche Programmatik, der Einfluss verschiedener Parteiflügel, die Rolle von Wahlniederlagen für den Reformdruck und die gesellschaftliche Öffnung der Partei.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu überprüfen, ob das Godesberger Programm 1959 einen „Bruch“ oder lediglich eine „Transformation“ darstellte und ob die SPD bereits vorher als Volkspartei angesehen werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und die Untersuchung programmatischer Dokumente im Kontext der historischen Gesamtentwicklung der Partei.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die innerparteilichen Debatten zwischen Reformern und Traditionalisten sowie die konkrete Entstehungsgeschichte und den Inhalt der Programme von 1925 bis 1959.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind SPD, Godesberger Programm, Volkspartei, Reformer, Transformation, marxistische Theorie und politische Strategie.

Warum wird das Heidelberger Programm von 1925 in der Arbeit thematisiert?

Es dient als Referenzpunkt, um die marxistische Prägung der Vorkriegs-SPD und die Unterschiede zu den späteren, stärker an der sozialen Marktwirtschaft orientierten Programmen aufzuzeigen.

Welchen Einfluss hatten die Wahlniederlagen der 1950er Jahre auf die SPD?

Die Niederlagen, insbesondere 1957, wirkten als Katalysator, die den Reformdruck innerhalb der Partei massiv erhöhten und eine echte innerparteiliche Diskussion über die Programmatik erzwangen.

Warum war die Rolle der „Reformer“ für das Godesberger Programm entscheidend?

Die Reformer drängten auf eine Modernisierung der Partei und eine Abkehr von dogmatischen marxistischen Formulierungen, was die notwendige Öffnung für neue Wählerschichten erst ermöglichte.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Godesberger Programm von 1959. Transformation oder Bruch?
Untertitel
Die SPD auf dem Weg zur Volkspartei (1945-1959)
Hochschule
Universität Trier  (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Politische Ideen und Ideologien im geteilten Deutschland 1945-1990
Note
1,3
Autor
Marcel K. Schwertel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
32
Katalognummer
V371853
ISBN (eBook)
9783668502369
ISBN (Buch)
9783668502376
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SPD Godesberger Programm
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel K. Schwertel (Autor:in), 2017, Das Godesberger Programm von 1959. Transformation oder Bruch?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371853
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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