Vor- und Nachteile der Arbeitszeitflexibilisierung für Angestellte


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Normalarbeitsverhältnis
2.2 Arbeitszeitflexibilisierung
2.3 Wandel der Arbeitsverhältnisse

3 Flexibilisierung aus dem Blickwinkel der Angestellten
3.1 Beweggründe
3.2 Vorteile
3.3 Nachteile

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis/ Internetquellen
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Internetquellen

1 Einleitung

„Arbeitszeitpolitik und Arbeitszeitgestaltung haben [...] einen immensen Bedeutungszuwachs erfahren. Die Forderungen nach einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung haben zeitgleich sowohl aus der Globalisierungsdiskussion und der Debatte um die Wettbewerbsfähigkeit des „Wirtschaftsstandorts Deutschland“ heraus wie auch aus beschäftigungspolitischen Gründen neuen Auftrieb bekommen. Durch diesen Trend verlor das sogenannte Normalarbeitsverhältnis an Allgemeingültigkeit und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten nahm seit langem kontinuierlich zu. Folge ist, dass mittlerweile eine breite Palette von flexiblen Arbeitszeitmodellen existiert.“[1]

Doch was bedeutet Flexibilität der Arbeitszeiten im Gegensatz zum Normalarbeitsverhältnis? Warum gewinnen diese neuen Arbeitszeitmodelle immer mehr an Bedeutung? Welche Bewegründe sind für diesen Drang nach flexiblen Arbeitszeiten verantwortlich? Wieso erlangen Arbeitnehmer einen Vorteil aus diesen veränderten Strukturen der Arbeitszeiten und welche negativen Auswirkungen können ihnen zu Grunde liegen? Im Allgemeinen: Welche Vorteile und welche Nachteile sind durch eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten für die Arbeitnehmer zu erkennen? Auf diese Kernfrage wird sich die Hausarbeit beziehen.

Dafür werden zum Beginn Theoretische Grundlagen geschaffen und Begrifflichkeiten erläutert, welche für den weiteren Verlauf dieser Arbeit notwendig sind. Danach wird etwas tiefer in die Materie eingegangen und die Flexibilisierung aus dem Blickwinkel der Angestellten genauer betrachtet. Dabei wird genauer auf die Vorteile und Nachteile eingegangen, sowie auf die Gründe ein solches Arbeitszeitmodell anzustreben. Zum Abschluss dieser Arbeit wird ein kritischer, wie auch zusammenfassender Blick auf dieses Gebiet geworfen.

2 Theoretische Grundlagen

Als Bezugsrahmen für die weiteren Ausführungen, werden im Nachfolgenden theoretische Grundlagen für die Arbeit geschaffen. Die Begrifflichkeit des Normalarbeitsverhältnisses und der Arbeitszeitflexibilisierung werden dabei genauer betrachtet, definiert, sowie erläutert. Ebenso wird der Wandel der Arbeitsverhältnisse kurz dargestellt.

2.1 Normalarbeitsverhältnis

Als Normalarbeitszeit wird eine der Vollzeitbeschäftigung entsprechende Arbeitszeit von 35 bis 40 Stunden bezeichnet, die sich tagsüber auf fünf Wochentage, in der Regel Montag bis Freitag, verteilt und in der Lage nicht variiert.[2]

Die Angestellten besitzen dabei meist einen unbefristeten Arbeitsvertrag und somit die Gewissheit einer langfristigen Beschäftigung durch ihren Arbeitgeber. Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, dass die soziale Absicherung durch gesetzliche Vorschriften geregelt wird.[3]


Ein Normalarbeitsverhältnis ist demnach eine dauerhafte Vollzeitbeschäftigung mit einer gleichmäßigen, nicht variierenden Verteilung der Arbeitszeit tagsüber von Montag bis Freitag .

2.2 Arbeitszeitflexibilisierung

Die Arbeitszeitflexibilisierung hat Auswirkungen auf die Dauer, die Lage und die Verteilung der täglichen oder wöchentlichen der Arbeitszeit sowie auf den Ort, an dem die Arbeit verrichtet wird. Ist mindestens einer dieser Faktoren permanent veränderbar, liegen „flexible Arbeitszeiten“ vor.[4]

Können Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer also über die Lage, Dauer und Verteilung zum Beispiel der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit innerhalb eines festgelegten Rahmens eigenständig entscheiden, wird unter flexiblen Arbeitszeiten gearbeitet. Somit werden alle abweichenden Formen von Arbeitszeitregelungen der Normalarbeitszeit als flexible Arbeitszeitmodelle oder auch als „atypische Arbeitsverhältnisse“ bezeichnet.

Dem Unternehmen wird somit die Möglichkeit und auch Wahlfreiheit geboten, je nach Bedarf den Personaleinsatz variabel gestalten zu können. Dies ermöglicht den Betrieben schneller auf Kundenwünsche eingehen zu können, sowie komplexe und nicht planbare Situationen flexibler zu bewältigen.[5] Das Unternehmen bekommt die Chance „rasch auf Kundenanforderungen [zu] reagieren und sich an Veränderungen ihrer Umwelt anpassen zu können.“[6]

Die Flexibilisierung setzt also darauf, mit der vorhanden Belegschaft schwankende Arbeitsvolumina auszugleichen, anstatt auf Einstellungen und Entlassungen zurückgreifen zu müssen.[7] Dies realisieren die Unternehmen zum Beispiel über die Ausdehnung von Überstunden oder auch durch eine Absenkung der Arbeitszeit durch Teilzeitarbeit. Die Arbeitszeit wird hier als Mittel der Flexibilisierung eingesetzt.[8]

Zu den meist genutzten flexiblen Arbeitszeitmodellen gehören unter anderen Arbeitszeitkonten, Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung, Arbeitsplatzteilung, Abrufarbeit, Schichtarbeit aber auch Telearbeit. Normalarbeitsverhältnisse werden dafür immer weniger.[9] Anstelle dessen werden die Arbeitsstunden, welche für die

anstehenden Aufgaben benötigt werden, dem Kapazitätsbedarf angepasst. Arbeitszeiten werden also an den Bedarf des Unternehmens angepasst. –Sie werden flexibler.

2.3 Wandel der Arbeitsverhältnisse

Die Zahl der Erwerbstätigen hat sich seit dem Jahr 2005 stetig erhöht. 2012 erlangte die Erwerbstätigenzahl 41,61 Millionen, was dem bisherigen Höchststand entspricht. Ebenso verringerte sich parallel die Zahl der Erwerbslosen, im Jahre 2012 waren dies lediglich 2,32 Millionen. Allerdings ist diese Erhöhung auf einen erheblichen strukturellen Wandel innerhalb der Arbeitswelt zurückzuführen.[10]

Die Bezeichnung eines atypischen Beschäftigungsverhältnisses wurde nämlich immer geläufiger. Die Anzahl dieser flexiblen Beschäftigungsverhältnisse stieg von 1991 bis 2011 um 3,67 Millionen, was einem Zuwachs von 86,3% entspricht. In dem selben Zeitraum ist die Zahl der Erwerbstätigen in Normalarbeitsverhältnissen um 3,16 Millionen, 11,8%, gesunken.[11]

Die atypischen Beschäftigungsverhältnisse, welche sich am stärksten auf dem Arbeitsmarkt etablierten und zu diesem enormen Anstieg führten, sind die geringfügige Beschäftigung, Teilzeitbeschäftigung, befristete Beschäftigung und Zeitarbeit.[12]

Warum Flexibilisierung einen so hohen Zuwachs erlebt und welche Vor- aber auch Nachteile diese Arbeitsmarktveränderung für die Angestellten bürgt, wird im nächsten Punkt genauer betrachtet.

[...]


[1] Altun, Ufuk: “Arbeitszeitflexibilisierung in der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie und die Verbandsstrategien“, https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-2791/1/dis2906_05.pdf, letzter Aufruf 05.06.2017, 9:30 Uhr.

[2] vgl. o.A: “Atypische Beschäftigung“, http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61708/atypische-beschaeftigung, letzter Aufruf 02.06.2017, 14:30 Uhr.

[3] vgl. Bohnewasser, Manfred/ Zülch, Gert: Arbeitszeit-Zeitarbeit. Flexibilisierung der Arbeit als Antwort auf die Globalisierung, Wiesbaden 2013, S. 26.

[4] vgl. Linne, Gudrun: Flexibel arbeiten- flexibel leben? - Die Auswirkungen flexibler Arbeitszeiten auf Erwerbschancen, Arbeits- und Lebensbedingungen, Düsseldorf 2002, S. 11
http://www.boeckler.de/pdf/p_flexibel_arbeiten.pdf, letzter Aufruf: 30.05.2017, 11:15 Uhr.

[5] vgl. Flecker, Jörg: „Sachzwang Flexibilisierung“? Unternehmensreorganisation und flexible
Beschäftigungsformen, in: Minssen, Heiner (Hg.), Begrenzte Entgrenzungen. Wandlungen
von Organisation und Arbeit, Berlin 2000, S. 269-270.

[6] Bohnewasser, Manfred/ Zülch, Gert: Arbeitszeit-Zeitarbeit. Flexibilisierung der Arbeit als Antwort auf die Globalisierung, Wiesbaden 2013, S. 100.

[7] Linne, Gudrun: Flexibel arbeiten- flexibel leben?- Die Auswirkungen flexibler Arbeitszeiten auf Erwerbschancen, Arbeits- und Lebensbedingungen, Düsseldorf 2002, S. 10, http://www.boeckler.de/pdf/p_flexibel_arbeiten.pdf, letzter Aufruf: 30.05.2017, 11:15 Uhr.

[8] ebenda.

[9] vgl. Raehlmann, Irene: Zeit und Arbeit, Wiesbaden, 2004, S. 38.

[10] vgl. o.A.: “Atypische Beschäftigung“, http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61708/atypische-beschaeftigung, letzter Aufruf 02.06.2017, 14:30 Uhr

[11] ebenda.

[12] ebenda.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Vor- und Nachteile der Arbeitszeitflexibilisierung für Angestellte
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V371857
ISBN (eBook)
9783668501973
ISBN (Buch)
9783668501980
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitszeiten, Flexiblisierung, Vollzeit, Arbeitnehmer, Vorteile, Nachteile, Normalarbeitszeit, Kapital, Ertrag
Arbeit zitieren
Susanna Knobloch (Autor:in), 2017, Vor- und Nachteile der Arbeitszeitflexibilisierung für Angestellte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371857

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