Kinder hören gerne Geschichten über Menschen oder Tiere, die ihnen ähnlich sind. Dies kann man nutzen, um den Kindern Lösungsmöglichkeiten für bestimmte Lebens- und Entwicklungsaufgaben anzubieten.
In der spieltherapeutischen Arbeit mit Kindern haben Geschichten folgende Funktionen:
Sie stellen menschliche Konfliktsituationen dar und beschreiben Lösungsmöglichkeiten bzw. vergleichen die Konsequenzen verschiedener möglicher Lösungen,
Die Kinder können sich in der Fantasie mit möglichen Lösungen auseinander setzten und diese probieren,
Gleichzeitig bieten sie genügend Spielraum sich abzugrenzen. Die Geschichten handeln von anderen Kindern, anderen Menschen oder Fantasiewesen. Dies ermöglicht den Kindern zuzuhören, Lösungsmöglichkeiten abzuwägen, ohne dass direkt über sie und ihre eigenen Probleme gesprochen wird. Diese Distanz ermöglicht es ihnen, sich in ihrem eigenen Tempo der Konfrontation mit einem persönlichen Thema anzunähern. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Funktion therapeutischer Geschichten
Konstruktion von therapeutischen Geschichten
Aufbau
Strukturmerkmale
1. Pacing:
2. Leading: meint eine Beschreibung von Lösungsmöglichkeiten,
3. Alltagswelt und magische Welt:
4. Der Held und seine Helfer:
5. Suchprozesse auslösen:
Einsatz therapeutischer Geschichten im heilpädagogischen Kontext
Gruppenarbeit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Nutzen und die methodische Anwendung therapeutischer Geschichten in der heilpädagogischen Spielbehandlung darzulegen, um Kindern Unterstützung bei der Bewältigung von Lebens- und Entwicklungsaufgaben zu bieten.
- Grundlegende Funktionen therapeutischer Geschichten in der Spieltherapie
- Methoden zur individuellen Konstruktion und Anpassung von Erzählungen
- Zentrale Strukturmerkmale wie Pacing, Leading und die Arbeit mit Fantasiewelten
- Rolle des Helden und seiner Helfer als Identifikations- und Ressourcenfiguren
- Praktische Implementierungsmöglichkeiten im heilpädagogischen Alltag
Auszug aus dem Buch
Strukturmerkmale:
1. Pacing:
Das Problem, Ängste und Schwierigkeiten des Kindes werden genau umschrieben, so wie das jeweilige Kind sie kennt und wahrnimmt. Ziel ist es, dass das Kind sich verstanden fühlt und spürt, dass auch andere diese Probleme haben. Auch eine Würdigung des Problems oder der Symptome kann im Pacing enthalten sein. Zum Beispiel: Das ängstliche Kind ist umsichtig und vorsichtig. Die guten Seiten werden hier hervorgehoben.
2. Leading: meint eine Beschreibung von Lösungsmöglichkeiten, orientiert an den Zielen die das Kind für sich selber hat. Es kann ein inneres Bild von der Lösung entwickelt werden.(vgl. Weiss, 2008, S.142)
Die Lösung und der Weg zur Lösung sollten möglichst konkret sein und sich auf das jeweilige Denken des Kindes beziehen (Bsp. Kind in der magischen Phase wird am besten über „magische Lösungen“ angesprochen, wie eine „Monstertaschenlampe oder ähnliches. (vgl. Brett, 2006, S. 27f)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und verdeutlicht die natürliche Verbundenheit von Kindern und Geschichten.
Funktion therapeutischer Geschichten: Hier werden die therapeutischen Vorteile erläutert, wie das Angebot von Lösungsmöglichkeiten und die Aktivierung kindlicher Ressourcen.
Konstruktion von therapeutischen Geschichten: Das Kapitel beschreibt, wie Geschichten individuell an die Bedürfnisse und Lebenswelt eines Kindes angepasst werden können.
Aufbau: Es wird skizziert, wie eine grundlegende Struktur aussehen kann, in der ein Held ein Abenteuer meistert.
Strukturmerkmale: Dieses Kapitel detailliert essenzielle erzählerische Elemente wie Pacing, Leading und den Einsatz von Fantasiewelten.
Einsatz therapeutischer Geschichten im heilpädagogischen Kontext: Hier werden praktische Anwendungsformen, wie das gemeinsame Erzählen oder visuelle Ergänzungen, vorgestellt.
Gruppenarbeit: Dieser Abschnitt dient als praktische Anleitung für Teilnehmer, um selbst therapeutische Geschichten zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Heilpädagogische Spielbehandlung, Therapeutische Geschichten, Pacing, Leading, Fantasiewelt, Kindliche Entwicklung, Lösungsstrategien, Ressourcenorientierung, Spieltherapie, Konfliktlösung, Identifikation, Heilpädagogik, Bewältigung, Erzählkunst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von therapeutischen Geschichten als Methode in der heilpädagogischen Spielbehandlung, um Kinder bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Funktionen von Geschichten, deren Konstruktion, zentrale Strukturmerkmale wie Pacing und Leading sowie praktische Ansätze für den heilpädagogischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Geschichten als wirksames Instrument dienen können, um Kindern in einem sicheren, fantasievollen Rahmen neue Perspektiven und Lösungswege aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur zur heilpädagogischen Spieltherapie und lösungsorientierten Ansätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Geschichtengestaltung, die Analyse erzählerischer Strukturmerkmale und konkrete Einsatzmöglichkeiten in der therapeutischen Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Heilpädagogik, Spieltherapie, therapeutische Geschichten, Ressourcenorientierung und Lösungsfindung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die "Alltagswelt" von der "magischen Welt" in einer Geschichte?
Die Alltagswelt dient als Rahmen für das Problem, während die magische Welt mit fantastischen Elementen Raum für Wunder und neue Fähigkeiten bietet, um den Helden bei der Lösungsfindung zu unterstützen.
Warum ist das "Pacing" laut Text so wichtig?
Pacing ist entscheidend, damit sich das Kind durch eine genaue Spiegelung seiner Ängste und Schwierigkeiten verstanden und ernst genommen fühlt, was die Grundlage für eine effektive therapeutische Arbeit schafft.
- Citation du texte
- Kathrin Rothbächer (Auteur), 2017, Therapeutische Geschichten bei der heilpädagogischen Begleitung von Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372040