Aktuelle Ernährungstrends und Diättrends. Low Carb, Super Foods, Chia, Stevia und andere aktuelle Diättrends


Essay, 2017
5 Seiten

Leseprobe

Aktuelle Ernährungs- und Diättrends

Lebensmittel heißen Superfood und haben plötzlich Wirkungen, die an Pharmaka grenzen (und das natürlich ohne Nebenwirkungen), die Health Claims für Phytosterine wurden bestätigt und für andere Nahrungsmittelinhaltsstoffe werden weitere autorisiert, Substanzen wie Beta-Glukan aus Saccharomyces cerevisiae stehen im Mittelpunkt der ernährungsmedizinischen Forschung und zeigen erstaunliche Effekte in der Immunologie und Krebstherapie, Transfettsäuren, die einen kardiovaskulären Risikofaktor darstellen stecken laut aktuellen Untersuchungen nicht in Margarine, sondern in Butter und der Disput um „Low Carb“ sowie „Low Fat“ in der Prophylaxe und Therapie von Übergewicht und Adipositas geht weiter.

Der Trend zum Vegetarismus, natürlicher Kost (Stichwort Frutarier) sowie ökologischem Anbau hält an und gleichzeitig werden immer mehr Menschen dick und dicker. Trotz aller Ernährungs- und Diättrends zeigen Studien sowie Untersuchungen nicht, dass sich die Ernährungsweise positiv verändert oder akute und chronische Erkrankungen seltener werden. Übergewicht und Fettsucht (Adipositas) haben sich inzwischen weltweit - auch in den Zwei- und sogar in den Drittweltländern - durch die Fehl- oder Überernährung sowie die Nutzung der neuen Medien und den dadurch gegebenen Bewegungsmangel auf dem Boden einer genetischen Prädisposition zu einer globalen Epidemie entwickelt. Weltweit sind nach Angaben der WHO und der Vereinten Nationen 805 Millionen Menschen untergewichtig und mangelernährt. Die Zahl der Menschen, die zu schwer sind, liegt weitaus höher. Weltweit sind 2300 Millionen Menschen übergewichtig und 700 Millionen Menschen fettsüchtig. Damit steht den mangelernährten in den Entwicklungsländern fast die gleiche Anzahl krankhaft Übergewichtiger Menschen gegenüber. Insgesamt sind also mindestens 3 Milliarden Menschen weltweit fehlernährt und haben ein Untergewicht, das als ungesund zu bezeichnen ist. Und täglich werden die Dicken und Fetten dicker und fetter und es werden zudem immer mehr.

Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen nach der Welt- Gesundheitsorganisation (WHO 2008)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Bundesrepublik Deutschland, die ohne Zweifel bezüglich der Körpergewichtsentwicklung zunehmend auch den Namen Bundesrepublik Dickland tragen kann, sind zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) übergewichtig.

Ein Viertel der Erwachsenen (23 % der Männer und 24 % der Frauen) ist fettsüchtig (adipös). Die Prävalenz von Adipositas hat in den letzten zwei Dekaden weiterhin zugenommen, besonders bei Männern und im jungen Erwachsenenalter. In Deutschland sind 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig und zusätzlich 800.000 fettsüchtig. Insgesamt leben in Deutschland also fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche, die zu schwer sind. Der Bundesrepublik Dickland blüht also eine fette Zukunft.

Dünn ist gefährlicher als dick

Aber nicht jeder Mensch muss dünn sein. Aktuelle wissenschaftliche Daten zeigen, dass ein leichtes Übergewicht zumindest für Senioren gesund ist. Die Empfehlung, die für die allgemeine Bevölkerung ausgesprochen wird - also ein BMI zwischen 20 und 25 - kann für Senioren nicht gegeben werden. Es sieht nach aktuellen Untersuchungen so aus, dass im höheren Alter (80 bis 90 Jahre) ein längeres Leben durch leichtes Übergewicht (also BMI 25,1 bis 29,9) zu gewährleisten ist. Die so genannte „Leisure World Cohort“-Studie zeigte beispielsweise, dass Untergewicht (BMI < 18,5) in allen Altersklassen ein hohes gesundheitliches Risiko darstellt. Außerdem ließ sich das erhöhte Sterberisiko durch Übergewicht oder krankhafte Fettsucht in jungen Jahren auch dann nicht mehr ausgleichen, wenn die Probanden später Normalgewicht erreichten. Das Gewicht von Models ist also nicht gut für die Gesundheit und Magersüchtige haben grundsätzlich ein hohes Morbiditätsrisiko. Grundsätzlich darf aber „dünn sein“ nicht mit Magersucht ( norexia nervosa) verwechselt werden. Magersucht ist ein psychiatrisches Krankheitsbild und „dünn sein“ nicht. Jeder Mensch kann abnehmen und im Zweifelsfall auch einen BMI von 17,5 erreichen - daraus kann aber nicht die Diagnose Anorexia nervosa geschlossen werden. Epidemiologen geben zusammen mit ernährungsmedizinischen Wissenschaftlern vor dem Hintergrund der aktuellen Erkenntnisse die Empfehlung zum lebenslangen Gewichtsmanagement. Jugendlichen und Erwachsenen sollte empfohlen worden, den BMI von 25 nicht zu überschreiten (außer bei bei Sportlern mit erhöhter Muskelmasse) und Senioren können einige Kilos zulegen (ideal scheint der BMI von 27). Das ist ziemlich pummelig: Es entspricht beispielsweise einem Gewicht von 78 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,70 Metern.

Eine aktuelle in JAMA publizierte Meta-Analyse von Flegal et al., die Daten von 2,88 Millionen Teilnehmern (97 Studien) zusammenfasst legt gar nahe, dass Menschen mit einem BMI zwischen 25 und 30 das niedrigste Mortalitätsrisiko haben. Erst ab einem BMI von mehr als 30 steigt das Risiko an. Nach den Studienergebnissen ist das Sterblichkeitsrisiko bei übergewichtigen Menschen sechs Prozent niedriger als bei normalgewichtigen Menschen. Bei Fettsüchtigen dagegen steigt das Risiko um 29 Prozent an.

Fehlernährung macht krank und kostet Milliarden

Die Erkrankungen die direkt (selten) oder indirekt mit Fehl- und/oder Überernährung assoziiert sind, stellen einen erhehlichen Kostenfaktor zu. Nach Schätzungen des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik liegen die Kosten in diesem Jahr bei mindestens 80 Milliarden Euro. Aber Fehl- und Überernährung führen nicht nur zu Kosten, sondern auch zu Todesfällen. Die Zahlen der Sterbestatistik sprechen für sich: 64,4 Prozent der Sterbefälle sind auf ein falsches Ernährungsverhalten zurückführbar. Erschreckend sit, dass nur 15 Prozent der Menschen mit Übergewicht und Adipositas eine normale Lebenserwartung. Adipöse haben ein deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko. Das trifft auf die 8,7 Millionen fettsüchtigen Erwachsenen in Deutschland zu.

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Aktuelle Ernährungstrends und Diättrends. Low Carb, Super Foods, Chia, Stevia und andere aktuelle Diättrends
Autor
Jahr
2017
Seiten
5
Katalognummer
V372158
ISBN (eBook)
9783668500211
ISBN (Buch)
9783668500228
Dateigröße
1208 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diättrends, Ernährungstrends, Sven-David Müller, Diät, Ernährung
Arbeit zitieren
Sven-David Müller (Autor), 2017, Aktuelle Ernährungstrends und Diättrends. Low Carb, Super Foods, Chia, Stevia und andere aktuelle Diättrends, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372158

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