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Zum Stand der Harmonisierung des Rechnungswesens

Eine kritische Würdigung

Title: Zum Stand der Harmonisierung des Rechnungswesens

Elaboration , 2017 , 34 Pages

Autor:in: Marc Breckner (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Im Zuge der Verordnung EG 1606/2002 vom 19. Juli 2002 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen seit dem 01. Januar 2005 dazu verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach den vom IASB verabschiedeten full IFRS aufzustellen. Mit dem Bilanzrechtmodernisierungsgesetz hat der Gesetzgeber 2009 eine umfangreiche Reform des HGB umgesetzt, damit das deutsche Handelsrecht alternativ zu den IFRS angesehen wird. Dabei sollte das HGB eine den Unternehmen Kostenvorteile bringen sowie eine einfachere Anwendung. Noch im selben Jahr veröffentlichte der IASB den Standard IFRS for SME, welcher sich an nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen richtet. Diese erhalten dadurch ein deutlich vereinfachtes und auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Rechnungslegungssystem. Für die Ausschüttungsbemessung müssen indes alle deutschen Unternehmen weiterhin ihren Jahresabschluss nach HGB aufstellen. Es ist jedoch festzustellen, dass deutsche Unternehmen zunehmend auf internationalen Kapitalmärkten, an denen kostengünstigere Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungsmöglichkeiten existieren, aktiv sind. Für internationale Adressaten ist ein Jahresabschluss nach HGB nur schwer interpretier- und vergleichbar, weshalb Unternehmen u. a. zunehmend motiviert sein können, einen an die IFRS for SME stark angenäherten Jahresabschluss nach HGB aufzustellen.

Der handelsrechtliche Jahresabschluss verfolgt neben der Dokumentation als seinem primären Buchführungszweck sowohl den Rechenschafts- als auch Kapitalerhaltungszweck , wohingegen der IFRS-Abschluss vordergründig Informationen für die wirtschaftlichen Entscheidungen seiner Adressaten bereitstellen soll. Diese unterschiedlich verfolgten Zwecke haben zur Folge, dass unterschiedliche Vorschriften, bspw. bei der Folgebewertung von Bilanzpositionen auf der Aktivseite, im HGB und in den IFRS gelten.

Aufgrund zahlreich bestehender Wahlrechte und Ermessensspielräume im HGB können Unternehmen indes einen handelsrechtlichen Abschluss aufstellen, der überwiegend mit denen des IFRS for SME eines Einzelabschlusses harmoniert. Welche Wahlrechte und Ermessenspielräume im HGB Unternehmen ausüben können, hängt davon ab, inwieweit die im HGB verankerten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung dies zulassen.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, zu untersuchen, ob es für Unternehmen möglich ist, einen Jahresabschluss nach HGB aufzustellen, der auf Konvergenz mit den IFRS-Vorschriften ausgerichtet ist, und welche Anreize an eine Annäherung die Unternehmen hierfür haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Die Grundlagen der Rechnungslegung nach HGB und IFRS for SME

2.1 Das handelsrechtliche Zweck- und GoB-System

2.2 Zweck und qualitative Anforderung der Rechnungslegung nach IFRS for SME

3 Harmonisierungsstrategien De lege lata

3.1 Überblick bisheriger Forschungsergebnisse zum Dualitätspotenzial der Rechnungslegung nach HGB und IFRS for SME

4 Dualitätspotenzial bei langfristigen Fertigungsaufträgen in der Rechnungslegung

4.1 Dualitätspotenzial beim Ansatz

4.1.1 Dualitätspotenzial bei der Bewertung

4.1.2 Dualitätspotenzial in den Anhangangaben

4.2 Kritische Würdigung

4.2.1 Vorteile der Nutzung des Dualitätspotenzials

4.2.2 Nachteile der Nutzung des Dualitätspotenzials

4.2.3 Veranschaulichung am Beispiel langfristigen Fertigungsaufträgen

5 Harmonisierungsstrategien De lege ferenda

5.1 Überblick bisheriger Forschungsergebnisse zum Dualitätspotenzial der Rechnungslegung HGB und IFRS for SME

5.2 Konzept der erweiterten Ausschüttungssperre

5.3 Konzept des erweiterten Solvenztests

5.4 Kritische Würdigung

5.4.1 Vorteile der Nutzung des Dualitätspotenzials

5.4.2 Nachteile der Nutzung des Dualitätspotenzials

6 Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Harmonisierung des deutschen Handelsbilanzrechts (HGB) mit den internationalen Rechnungslegungsstandards für kleine und mittlere Unternehmen (IFRS for SME). Dabei wird analysiert, inwiefern Unternehmen durch die Ausnutzung bestehender Wahlrechte im HGB eine Konvergenz zum IFRS-Standard erreichen können und welche Anreize für eine solche Annäherung bestehen.

  • Analyse der Bilanzzwecke nach HGB und IFRS for SME
  • Harmonisierungsmöglichkeiten bei langfristigen Fertigungsaufträgen
  • Bewertung bilanzpolitischer Instrumente im HGB-Abschluss
  • Untersuchung von Ausschüttungssperren und Solvenztests als Strategien der Rechnungslegung
  • Kritische Würdigung der Gläubigerschutzfunktion im internationalen Kontext

Auszug aus dem Buch

4.1 Dualitätspotenzial beim Ansatz

Ein Fertigungsauftrag ist die auftragsbezogene Herstellung eines Vermögensgegenstands bzw. –werts, dies basiert auf zivilrechtlichen Werkverträgen. Bei Werkverträgen schuldet der Auftragnehmer, den vereinbarten „Erfolg“ also das Werk, herzustellen. Die Preisgefahr liegt bei einem Werkvertrag grds. bei dem Auftraggeber, bei Abnahme des Werks. Ist während der Herstellung des Werks ein Bilanzstichtag, ist ein Fertigungsauftrag ein periodenübergreifender Fertigungsauftrag. Dies wird im HGB nicht explizit geregelt, wie Umsätze und Gewinne die aus Fertigungsaufträgen entstehen zu realisieren sind. Daher muss das im HGB geltende Realisationsprinzip ausgelegt werden. Bei Fertigungsaufträgen dürfen Umsatzerlöse erst realisiert werden, bei Abnahme des Werks, sog. completed-contract-Methode. Dies ist der Zeitpunkt, der gesetzlich vorgeschrieben wird, an dem das erstellte Werk abgerechnet wird und die Preisgefahr auf den Auftraggeber übergeht.

In den IFRS for SMEs ist geregelt, wie Fertigungsaufträge, sog. construction contracts, während der Herstellung des Werks zu bilanzieren sind. Demnach müssen Umsatzerlöse und Gewinne die durch einen Fertigungsauftrag mittels der percentage-of-completion-Methode realisiert werden, vorausgesetzt das finanzielle Ergebnis, sowie der Fertigstellungsgrad können für den Fertigungsauftrag jeweils verlässlich geschätzt werden. Bei der percentage-of-completion-Methode werden die geschätzten gesamten Erlöse und Aufwendungen mit dem Fertigungsauftrag auf Grundlage des geschätzten Fertigstellungsgrads des Werks realisiert. Die Gewinne eines Fertigungsauftrags werden folglich nach IFRS for SMEs kontinuierlich akkumuliert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Rechnungslegungsreformen durch BilMoG und die Relevanz der Harmonisierung für nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen.

2 Die Grundlagen der Rechnungslegung nach HGB und IFRS for SME: Erläuterung des handelsrechtlichen Zwecksystems sowie der qualitativen Anforderungen und Ziele der IFRS for SME.

3 Harmonisierungsstrategien De lege lata: Überblick über bestehende Forschungsansätze zum sogenannten Dualitätspotenzial zwischen HGB und IFRS-Standards.

4 Dualitätspotenzial bei langfristigen Fertigungsaufträgen in der Rechnungslegung: Analyse der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen und der Möglichkeiten zur Annäherung an IFRS-Vorgaben.

5 Harmonisierungsstrategien De lege ferenda: Diskussion zukünftiger Konzepte wie erweiterte Ausschüttungssperren und Solvenztests als Alternativen zur klassischen Kapitalerhaltung.

6 Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der zentralen Forschungsergebnisse zur Harmonisierungsthematik.

Schlüsselwörter

Harmonisierung, Rechnungslegung, HGB, IFRS for SME, BilMoG, Dualitätspotenzial, Fertigungsaufträge, Gläubigerschutz, Ausschüttungsbemessung, Informationsfunktion, Solvenztest, Kapitalerhaltung, percentage-of-completion, Bilanzrecht, Jahresabschluss

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Stand der Harmonisierung des deutschen Rechnungswesens unter Berücksichtigung der internationalen Standards für KMU und einer kritischen Würdigung der bestehenden Bilanzierungsregeln.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Bilanzierung nach HGB im Vergleich zu IFRS for SME, insbesondere bei langfristigen Aufträgen, sowie die Diskussion über Gläubigerschutz gegenüber Informationsorientierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist die Untersuchung, ob Unternehmen ihren HGB-Jahresabschluss durch geschickte Nutzung von Wahlrechten an IFRS-Vorgaben angleichen können und welche Anreize hierfür existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse der Rechnungslegungsvorschriften (HGB vs. IFRS) unter Einbeziehung bestehender Forschungsergebnisse und einer kritischen Würdigung der bilanzrechtlichen Spielräume.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem Dualitätspotenzial bei Ansätzen und Anhangangaben sowie der Debatte um zukünftige Reformansätze der Kapitalerhaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Harmonisierung, IFRS for SME, Gläubigerschutz, Dualitätspotenzial und Fertigungsaufträge geprägt.

Wie unterscheidet sich die Behandlung von Fertigungsaufträgen zwischen HGB und IFRS?

Während das HGB primär die completed-contract-Methode (Realisierung erst bei Abnahme) verfolgt, erlaubt der IFRS-Standard die percentage-of-completion-Methode zur kontinuierlichen Gewinnrealisierung.

Welche Rolle spielt der Solvenztest in dieser Analyse?

Der Solvenztest wird als ein zukunftsorientiertes Modell diskutiert, das als Alternative oder Ergänzung zur traditionellen bilanziellen Kapitalerhaltung bei der Ausschüttungsbemessung dienen könnte.

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Details

Title
Zum Stand der Harmonisierung des Rechnungswesens
Subtitle
Eine kritische Würdigung
Author
Marc Breckner (Author)
Publication Year
2017
Pages
34
Catalog Number
V372181
ISBN (eBook)
9783668501089
ISBN (Book)
9783668505810
Language
German
Tags
Solvenztest IFRS HGB IFRS for SMEs BilMoG Dualitätspotenzials Zum Stand der Harmonisierung des Rechnungswesens kritische Würdigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Breckner (Author), 2017, Zum Stand der Harmonisierung des Rechnungswesens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372181
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