Grundlagen Informationsmanagement. Arten, Bedeutung und Einordnung


Seminararbeit, 2017

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Begriff des Informationsmanagements
1.2 Problematik
1.3 Ziele dieser Arbeit
1.4 Vorgehensweise und Struktur

2 Einordnung und Abgrenzung
2.1 Grundlegendes
2.2 Datenmanagement und Informationsmanagement
2.3 Informationsmanagement und Wissensmanagement
2.4 Informationsmanagement und Informationssystem-Management
2.5 Gesamteinordnung

3 Bedeutung des Informationsmanagements
3.1 Einleitende Überlegungen
3.2 Wertbeitrag der IT
3.3 Information als Produktionsfaktor

4 Fazit und Ausblick

5 Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Begriff des Informationsmanagements

Informationsmanagement (kurz: IM) – aus etymologischer Sicht nichts Anderes als das „Management von Informationen“ – ist ein in der Literatur ausführlich und durchaus kontrovers diskutierter Begriff. Es existieren viele verschiedene Sichtweisen und Definitionen.

Einen Großteil seiner Bedeutung verdankt das Thema den in den letzten Jahrzehnten aufkommenden, immer weitergehenden Möglichkeiten zur automatisierten Informationsverarbeitung durch (betriebliche) Informationssysteme. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass viele Ansätze des IMs relativ technikzentriert sind (z.B. „St. Galler Informationssystem-Management“, Österle et al. 1991) oder sich direkt auf Informationssysteme beziehen (z.B. „ARIS-Haus“, Scheer 1992). Andere Ansätze beschreiben das IM aus einer eher ganzheitlichen Sicht und definieren einzelne Aufgabenbereiche (z.B. Krcmar 2015).

Unstrittig ist das Verständnis von Informationen als erfolgsrelevante Ressourcen. Die Steuerung ihres Einsatzes wird, zumindest teilweise, als strategisch bedeutsame Führungsaufgabe angesehen (vgl. Krcmar 2015, S.393 ff.). Dies kommt bereits durch die Verwendung des Begriffs „Management“ zum Ausdruck. Üblicherweise werden in den Managementaufgaben die Bereiche „Planung“, „Durchführung/Steuerung“ und „Kontrolle“ (vgl. z.B. Gabler Wirtschaftslexikon 2009) unterschieden.

Für diese Arbeit wird zunächst die IM-Definition nach Heinrich et al. zugrunde gelegt. Heinrich et al. definieren IM als „auf Information und Kommunikation bezogenes Leitungshandeln“ (Heinrich et al. 2014, S.19). Diese einfache Begriffsbestimmung gehört zur Gruppe der aufgabenorientierten Ansätze (vgl. Krcmar 2015, S.96 ff.) und beschreibt das IM aus ganzheitlicher Sicht, ohne direkt auf Teilbereiche einzugehen. Auch in dieser Arbeit wird das IM zunächst als Ganzes untersucht. Abweichend von Heinrich et al. wird die Kommunikation als Mittel des Austauschs von Informationen angesehen und daher nicht explizit hervorgehoben.

1.2 Problematik

Obwohl das IM in der Literatur, wie bereits erwähnt, sehr ausführlich betrachtet wird, spielt es in der Praxis häufig kaum eine explizite Rolle. So wird es z.B. in keiner der in den letzten Jahren von Capgemini durchgeführten Studien über Trendthemen in der IT erwähnt[1]. Dafür können verschiedene Gründe benannt werden:

- Das IM ist, für sich betrachtet, ein abstraktes Konzept. Konkrete Aktivitäten, z.B. die Entwicklung neuer Technologien, erregen gerade im Bereich der Informatik i.d.R. größere Aufmerksamkeit.
- Das IM ist häufig implizit vorhanden. Wird beispielsweise eine Software entwickelt, die den Mitarbeitern bedarfsgemäße Informationen (z.B. Kundeninformationen) zur Verfügung stellt, wird implizit IM betrieben. Es wird aber nicht zwangsläufig als solches benannt.
- IM ist aufgrund seines Abstraktionsgrades schwierig zu definieren. Wie in Abschnitt 1.1 angedeutet, besteht eine Vielzahl unterschiedlicher Beschreibungsansätze. Je nach Definition können sich auch die einzelnen Teilbereiche unterscheiden.
- IM ist schwer von anderen Themen abzugrenzen. Dies geht aus den uneinheitlichen Definitionen hervor und wird dadurch verstärkt, dass bei verwandten Konzepten wie dem Wissensmanagement (WM) ähnliche Probleme bestehen. Folglich existieren „Grauzonen“. Konkrete Aktivitäten lassen sich nicht zwangsläufig eindeutig einem abstrakten Konzept zuordnen. So könnte im vorher genannten Beispiel die Anzeige benötigter Kundeninformationen – oder Teilbereiche dieses Vorgangs – auch als Datenmanagement (DM) verstanden werden (Datenübermittlung, -speicherung).

1.3 Ziele dieser Arbeit

Die Seminararbeit ist Teil eines größeren Projektes, das sich mit der Entwicklung des IMs und dessen Veränderungen im Zuge aktueller Trends wie der Digitalisierung befasst. Sie bildet eine Grundlage für nachfolgende, umfassendere Untersuchungen.

Für diese Arbeit lassen sich die folgenden zwei Hauptziele benennen:

1. Einordnung des Gesamtthemas.

Es wird versucht, insbesondere dem unter Abschnitt 1.2 zuletzt genannten Problem der unklaren Abgrenzung des IMs durch eine genaue Betrachtung der Überschneidungen mit Wissens- und Datenmanagement entgegenzuwirken. Diese Abgrenzung definiert zugleich den primären Betrachtungsbereich für die nachfolgenden Arbeiten. Außerdem wird, aufgrund der besonderen Bedeutung, der Zusammenhang zwischen IM und dem Management betrieblicher Informationssysteme als eher technisch orientierter Aufgabe verdeutlicht.

2. Untersuchung der Bedeutung des IMs für den betrieblichen Erfolg.

Die Bedeutsamkeit des IMs als Projektgegenstand stellt zugleich die Motivation für das Gesamtprojekt dar.

In beiden Teilen kann zunächst nur eine eingeschränkte Betrachtung auf hoher Abstraktionsebene erfolgen, weil Teilaufgaben des IMs und die Einflüsse aktueller Entwicklungen noch nicht untersucht wurden. Aus diesem Grund besitzt die Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern greift gezielt einzelne Aspekte heraus, anhand derer die Bedeutung des IMs bzw. Möglichkeiten der Abgrenzung besonders deutlich werden.

1.4 Vorgehensweise und Struktur

Innerhalb dieser Arbeit wird das IM als Ganzes untersucht, d.h., einzelne Teilaspekte werden nur einbezogen, wenn dies zur Abgrenzung des Gesamtthemas oder zur Untersuchung von dessen Bedeutung erforderlich ist.

Die dargestellten Inhalte basieren auf Auswertungen der einschlägigen Literatur. Neben den bekannten Standardwerken (z.B. Krcmar 2015, Heinrich et al. 2014) wurden weitergehende Recherchen zu den in Unterabschnitten dargestellten Einzelthemen durchgeführt. Hierfür wurden der lokale Bibliothekskatalog der FH Dortmund sowie die Datenbanken „World­­­­Cat“ und „GBV“ verwendet.

Abschnitt 2 beschreibt zunächst die Einordnung und Abgrenzung des IMs, Abschnitt 3 die Bedeutung. In beiden Abschnitten erfolgt einleitend eine allgemeine Betrachtung der Thematik, in deren Rahmen erklärt wird, weshalb die nachfolgenden Aspekte ausgewählt und gesondert beleuchtet wurden (Abschnitt 2.1 bzw. 3.1). Zur Abgrenzung des IMs werden entlang der Wissenspyramide (vgl. Abschnitt 2.1) Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Daten- (Abschnitt 2.2) und Wissensmanagement (Abschnitt 2.3) herausgearbeitet. Einen bereits erwähnten Sonderstatus besitzt die Verbindung zum Informationssystem-Management (Abschnitt 2.4).

Zur Bedeutung des IMs werden dessen Auswirkungen auf den generellen Wertbeitrag der IT (Abschnitt 3.2) sowie das Verständnis von Informationen als Produktionsfaktoren (Abschnitt 3.3) vertiefend betrachtet.

Abschließend folgt ein Ausblick auf die Folgearbeiten im Rahmen des Gesamtprojektes (Abschnitt 4).

2 Einordnung und Abgrenzung

2.1 Grundlegendes

Zur Einordnung des IMs ist es sinnvoll, zunächst dessen Wortbestandteile zu betrachten. Während das „Management“ als Leitungshandeln im Unternehmen (nach Gabler Wirtschaftslexikon 2009) recht klar definiert ist, ist die „Information“ für sich betrachtet bereits ein abstraktes Konstrukt. Eine gute Annäherung – und zugleich Ansatzpunkte zur Einordnung – bietet die Wissenspyramide, die Zeichen, Daten, Informationen und Wissen miteinander in Beziehung setzt. Allerdings existieren auch hier unterschiedliche Darstellungen. Für diese Arbeit wird die Wissenspyramide nach Bodendorf (Bodendorf 2006, S.1) verwendet, die Abbildung 1 zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wissenspyramide (nach Bodendorf 2006, S.1)

Nach dieser Definition handelt es sich bei Daten um Zeichen, die nach festen Regeln („Syntax“), zusammengesetzt sind. Daten werden zu Informationen, indem sie eine Bedeutung („Semantik“) erhalten und in einen Zusammenhang („Kontext“) eingeordnet werden. Miteinander vernetzte Informationen, die zudem einen klaren Zweckbezug („Pragmatik“) besitzen, generieren Wissen. (Bodendorf 2006, S.1; Krcmar 2015, S.11 ff.)

Bodendorf selbst zweifelt jedoch die klare Trennung von Daten, Informationen und Wissen an und schreibt stattdessen von einem „Kontinuum zwischen den Polen Daten und Wissen“ (Bodendorf 2006, S.2), in dessen Mitte die Information stehe. Demzufolge wären auch DM, IM und WM nicht klar voneinander zu trennen bzw. IM gar nicht als eigenständiger Bereich vorhanden. Bodendorf nennt lediglich unterscheidende Merkmale zwischen DM und WM (ebenda).

Heinrich et al. hingegen sehen DM und WM als administrative Aufgaben und damit als Teilbereiche des IMs (vgl. Heinrich et al. 2014, S.281 ff. und S.317 ff.). Auch Krcmar definiert das Management von Daten als Unterpunkt des Managements von Informationssystemen und damit als Teil des IMs (vgl. Krcmar 2015, S.178 ff.). WM bezeichnet Krcmar hingegen als „Einsatzfeld des Informationsmanagements“ (ebenda, S.19), das zusätzliche Herausforderungen an das IM definiere. Folglich gäbe es Überschneidungen; WM wäre aber ein eigenständiger Bereich. Sowohl bei Krcmar als auch bei Heinrich et al. steht das IM im Mittelpunkt der Betrachtung – ein Gegensatz zu der Sichtweise von Bodendorf.

Dippold et al. schließlich beschreiben DM, IM und WM als unterschiedliche „Entwicklungsstufe[n] [eines] Entwicklungsstufenmodell[s]“ (Dippold et al. 2005, S.257). Jedes dieser Konzepte wird somit als eigenständig angesehen, und es werden unterscheidende Merkmale benannt. Da die einzelnen Entwicklungsstufen laut Dippold et al. jedoch aufeinander aufbauen (ebenda), käme es demnach in der Praxis zwangsläufig zu Überschneidungen.

Abbildung 2 veranschaulicht die verschiedenen Ansätze als Mengendiagramme, wobei im Fall der Darstellung nach Dippold et al. zusätzlich die Interpretation von DM, IM und WM als Entwicklungsstufen einbezogen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einordnungen DM, IM und WM in der Literatur (eigene Darstellung)

Diese Übersicht könnte noch um zahlreiche weitere Autoren ergänzt werden. Bereits durch diese vier Werke wird jedoch deutlich, wie unterschiedlich die auf den Elementen der Wis­­sens­­py­­­­­­­ramide basierenden Konzepte in der Literatur in Beziehung gesetzt werden[2]. Die einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass man sie niemals als unabhängig voneinander ansieht.

Aufgrund der dargestellten Fundamentalunterschiede in den Betrachtungsweisen erscheinen umfassende, klar abgrenzende Definition für DM, IM und WM auf Basis von Literaturauswertungen schwerlich möglich. Im Folgenden werden daher vielmehr einzelne charakteristische Merkmale herausgearbeitet, anhand derer sich konkrete Aktivitäten den einzelnen Konzepten zuordnen lassen. Diese werden exemplarisch anhand eines einfachen Praxisbeispiels und anerkannter Modelle aus anderen Quellen erläutert und verifiziert.

[...]


[1] Siehe z.B. https://www.de.capgemini.com/ressourcen/infografik-it-trends-2017 für die Hauptergebnisse der aktuellsten Studie. Auch nachfolgend aufgeführte Gründe können auf die Ergebnisse der Studien bezogen werden. So finden sich „Informationsauswertung und -Nutzung“ als offensichtliche Teilbereiche des IMs sehr wohl in den Trendthemen, nicht aber das abstrakte Oberkonzept selbst. Technische Themen stehen insgesamt im Vordergrund. Bei vielen weiteren spielt IM eine implizite Rolle (z.B. bei der allgemeinen Digitalisierung). (vgl. Capgemini)

[2] Dies mag einerseits auf unterschiedliche Schwerpunktsetzungen zurückzuführen sein. Jeder Autor rückt zwangsläufig den jeweiligen Gegenstand seiner Arbeit (DM/IM/WM) ins Zentrum seiner Betrachtung. Andererseits zeigt es einmal mehr, wie unklar die Einordnung auf Basis der sprachlichen Kernbegriffe ist.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Grundlagen Informationsmanagement. Arten, Bedeutung und Einordnung
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V372217
ISBN (eBook)
9783668499638
ISBN (Buch)
9783668499645
Dateigröße
773 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationsmanagement, Datenmanagement, Wissensmanagement, Wertbeitrag, Produktionsfaktor, Information, Informationssysteme
Arbeit zitieren
Bachelor of Science Arne Hinz (Autor), 2017, Grundlagen Informationsmanagement. Arten, Bedeutung und Einordnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372217

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