Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Pedagogic Psychology

Psychische Gewalt in der Familie

Title: Psychische Gewalt in der Familie

Seminar Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Kerstin Aigner (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Unter dem Thema „Gewalt in der Familie“ lassen sich verschiedene Phänomene subsumieren. Körperliche Misshandlungen von Kindern, Ehegatten und/oder pflegebedürftigen Familienmitgliedern, Kindesvernachlässigung, seelische Misshandlungen, Vergewaltigungen in der Ehe und sexueller Missbrauch von Kindern. Die vorliegende Arbeit thematisiert den Komplex psychische Gewalt in der Familie. Ich beschäftige mich allerdings ausschließlich mit der Gewalt von Eltern gegenüber ihren Kindern. Gewalt gegen Kinder im familiären Bereich ist keineswegs ein Phänomen unserer Zeit, sondern entsprach in der Vergangenheit einer durchaus erwünschten und legitimierten Umgangsform in der Erziehung. Psychische Gewalt gegen Kinder ist ein vielschichtiges, komplexes und schwer zu erfassendes Thema. Es ist schwierig eine Erklärung dafür zu finden. Es drängt sich bei Diskussionen immer wieder die Frage auf ab wann kann man überhaupt von seelischer Gewalt sprechen und wo liegen ihre Grenzen? Fest steht, dass diese Gewaltform nicht alleine auftritt sondern sehr häufig von anderen Gewaltarten begleitet wird. Der Anfang dieser Arbeit befasst sich mit einem Überblick über den Forschungsstand in der wissenschaftlichen Literatur. Die anschließenden Kapitel dienen der Begriffsbestimmung. Was versteht man allgemein unter Gewalt und wie wird psychische Gewalt definiert? Der Hauptteil dieser Arbeit beschäftigt sich mit den verschiedenen Formen von seelischer Gewalt und dessen Folgen und Auswirkungen für Betroffene. Außerdem möchte ich auf das Verhalten von psychisch misshandelten Kindern in der Schule eingehen. Konkret werde ich mich bei diesem Punkt damit beschäftigen, ob seelisch misshandelte Kinder größere Defizite haben in der schulischen Entwicklung und was können mögliche Anzeichen für seelische Misshandlungen sein. Der letzte Punkt dieser Arbeit wird eine Rekapitulation der wichtigsten Punkte sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Der Gewaltbegriff

4. Definition der psychischen Gewalt

5. Formen der psychischen Gewalt

5.1. Ablehnung

5.1.1. Folgen und Auswirkungen

5.2. Terrorisieren

5.2.1. Folgen und Auswirkungen

5.3. Korrumpieren

5.3.1. Folgen und Auswirkungen

5.4. Infantilisierung oder emotionale Erstickung

5.4.1. Folgen und Auswirkungen

6. Verhalten in der Schule

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der psychischen Gewalt von Eltern gegenüber ihren Kindern. Ziel ist es, den Begriff der seelischen Misshandlung wissenschaftlich einzuordnen, die verschiedenen Erscheinungsformen zu systematisieren und die daraus resultierenden langfristigen Folgen für die kindliche Entwicklung sowie das spezifische Verhalten der Betroffenen im schulischen Kontext zu analysieren.

  • Wissenschaftliche Definition und Abgrenzung psychischer Gewalt
  • Systematische Darstellung der Gewaltformen (Ablehnung, Terrorisieren, Korrumpieren, Infantilisierung)
  • Analyse der psychosomatischen und sozialen Folgen für das Kind
  • Einfluss häuslicher psychischer Gewalt auf die schulische Entwicklung
  • Die Rolle der Lehrkräfte bei der Identifikation und Unterstützung betroffener Kinder

Auszug aus dem Buch

4.2. TERRORISIEREN

Terrorisieren oder Angst machen bedeutet, dass Kinder von ihren Eltern verbal bedroht oder beschimpft werden. Somit wird eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit erzeugt. Meistens wird diese psychische Misshandlungsform noch von körperlicher Gewalt begleitet. Paradoxerweise wäre es aber ohne körperliche Misshandlung für die Kinder noch schlimmer, weil sie ständig mit dem ungewissen Gefühl leben müssten, dass etwas Schlimmes geschehen wird, was aber nicht der Fall ist. Die Welt erscheint dem Kind bedrohlich und es fühlt sich stets umstellt von unsicheren Gefühlen, denn es glaubt den Drohungen der Eltern. (vgl. Jungjohann 1996: 189 f.) In einer leichten Form bedeutet Terrorisieren, dass Eltern angsterzeugende Techniken bei Disziplinierungsmaßnahmen benutzen. Wenn dadurch allerdings, dass tägliche Sicherheitsgefühl untergraben wird handelt es sich schon um eine ernsthaftere Variante. Terrorisieren mutiert dann zur Katastrophe, wenn es „doppelte Bindungen“ 1 umfasst. Eine „doppelte Bindung“ entsteht dadurch, dass einerseits das Kind eine sprachliche Mitteilung erhält, dass der Erwachsene das Kind brauche. Zum Beispiel: Eine Mutter die sagt: „Komm mal her, mein Liebling, gib mir einen Kuss.“ Andererseits empfängt das Kind durch einen anderen Kommunikationskanal, wie Misshandlung, die Information, dass es nichts wert ist oder nur ein Objekt sei, an dem man sich abreagieren kann.

Bei Säuglingen und Kleinkindern bedienen sich die Eltern extremer Gebärden und verbaler Äußerungen, um dem Kind Angst zu machen, ihm zu drohen oder es zu bestrafen. Zum Beispiel mit Gesten der Gewalt wie etwa Kehle durchschneiden oder es wird dem Kind gedroht es alleine im Wald zurückzulassen, im Keller einzusperren, verhungern zu lassen usw. Darüber hinaus gibt es auch Eltern, die mit ihrem Pitbull-Kampfhund drohen oder damit, dass sie das Lieblingskuscheltier in den Müll werfen. Das Terrorisieren von Schulkindern beinhaltet, dass die Eltern das Kind mit extremen, wechselnden Anforderungen und Emotionen konfrontieren oder dass die Eltern die „Spielregeln“ in der Eltern-Kind-Beziehung ständig ändern. Jugendliche werden damit eingeschüchtert, dass bestimmte Verhaltensweisen in die Öffentlichkeit getragen werden und sie somit vor aller Welt gedemütigt werden. Beispielsweise werden bestimmte Verhaltensweisen wie Bettnässen kundgemacht. (vgl. Rensen 1992: 37 f., 126)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Gewalt in der Familie ein und fokussiert dabei spezifisch auf die psychische Gewalt von Eltern gegenüber Kindern.

2. Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen historischen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seelischer Gewalt und verdeutlicht die Schwierigkeit, objektive Beurteilungskriterien zu finden.

3. Der Gewaltbegriff: Hier wird der Ursprung des Gewaltbegriffs hergeleitet und zwischen Machtmissbrauch sowie naturgegebener Macht differenziert.

4. Definition der psychischen Gewalt: Es werden verschiedene wissenschaftliche Definitionen von seelischer Misshandlung vorgestellt, um den komplexen Problembereich fassbar zu machen.

5. Formen der psychischen Gewalt: Das Kapitel systematisierte vier Hauptformen der psychischen Misshandlung – Ablehnung, Terrorisieren, Korrumpieren und Infantilisierung – sowie deren Auswirkungen.

6. Verhalten in der Schule: Es wird analysiert, wie sich psychische Misshandlung auf die schulischen Leistungen und das Sozialverhalten der Kinder auswirkt und welche Rolle Lehrkräfte spielen.

7. Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden rekapituliert und die Notwendigkeit weiterer gesellschaftlicher Aufklärung betont.

Schlüsselwörter

Psychische Gewalt, seelische Misshandlung, Kindesmisshandlung, Familienkonflikte, emotionale Erstickung, Terrorisieren, Korrumpieren, Ablehnung, kindliche Entwicklung, Schulauffälligkeiten, Eltern-Kind-Beziehung, Gewaltprävention, psychosomatische Symptome, Sozialverhalten, Traumatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die psychische Gewalt von Eltern gegenüber ihren Kindern, ein Phänomen, das im Gegensatz zu körperlicher Gewalt oft schwerer identifizierbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Begriffsdefinition, die Klassifizierung verschiedener Gewaltformen, die daraus resultierenden psychosozialen Folgen und die Manifestation der Misshandlung im schulischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Systematisierung der Gewaltformen und die Darstellung ihrer Auswirkungen das Bewusstsein für die Schwere psychischer Misshandlungen zu schärfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender wissenschaftlicher Definitionen und empirischer Berichte zum Thema Kindesmisshandlung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der vier Misshandlungsformen (Ablehnung, Terrorisieren, Korrumpieren, Infantilisierung) inklusive ihrer Folgen für das Kind sowie deren Auswirkungen auf die schulische Entwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind psychische Gewalt, seelische Misshandlung, Familienkonflikte, kindliche Entwicklung und Schulauffälligkeiten.

Was versteht man unter dem „doppelten Bindung“-Phänomen?

Es beschreibt eine Kommunikationsform, bei der das Kind widersprüchliche Botschaften erhält (z.B. verbale Zuwendung bei gleichzeitigem emotionalem oder körperlichem Missbrauch), was zu schwerwiegenden psychischen Beeinträchtigungen führt.

Warum ist das Verhalten von Lehrkräften besonders relevant?

Lehrkräfte haben den täglichen Kontakt zu den Kindern und sind oft die Ersten, die Verhaltensauffälligkeiten oder körperliche Symptome wahrnehmen können, weshalb ihre Kompetenz bei der Identifikation von Missbrauch essenziell ist.

Was ist mit „Infantilisierung“ in diesem Kontext gemeint?

Es bezeichnet eine Form der emotionalen Erstickung, bei der Eltern durch übermäßige, unangemessene Zuwendung die Selbstständigkeit und Entwicklung eines eigenständigen Selbstwertgefühls des Kindes verhindern.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Psychische Gewalt in der Familie
College
University of Vienna  (Institut für die schulpraktische Ausbildung)
Course
Entwicklungspsychologie für Lehramtsstudierende
Grade
Sehr gut
Author
Kerstin Aigner (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V37228
ISBN (eBook)
9783638366373
Language
German
Tags
Psychische Gewalt Familie Entwicklungspsychologie Lehramtsstudierende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Aigner (Author), 2005, Psychische Gewalt in der Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37228
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint