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Die Rolle der Gewerkschaften vor, während und nach der Transformation in Mittelosteuropa am Beispiel Ostdeutschland und Ungarn

Title: Die Rolle der Gewerkschaften vor, während und nach der Transformation in Mittelosteuropa am Beispiel Ostdeutschland und Ungarn

Term Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Carolin Seidel (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Interessen lassen sich umso besser durchsetzen, je mehr Personen sich zusammenschließen, je besser die Gruppe organisiert ist und je mehr Einfluss und Geld sie hat. Deshalb schlossen sich schon im vorigen Jahrhundert Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Verbänden zusammen. Es entstanden Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Die Gewerkschaft ist ein Interessenverband der Arbeitnehmer, der sich mit der Wahrung der wirtschaftlichen und sozialen Interessen gegenüber Arbeitgebern auseinandersetzt. Aufgaben sind dabei der Abschluss von Kollektivverträgen zur Regelung der Lohnhöhe, Arbeitszeit, Urlaub und Arbeitsbedingungen usw. Ein anderer Schwerpunkt sind die Tarifverhandlungen mit Arbeitgebern und Arbeitsgeberverbänden und auch die Organisation von Streiks als letztes Mittel. Ab 1860 kam es zu den ersten Zusammenschlüssen von Arbeitnehmern (Tabakarbeiterverein 1865, Verband deutscher Buchdrucker 1866). Diese Freien Gewerkschaften waren sozialistisch und klassenkämpferisch und fanden den politischen Rückhalt in den Sozialdemokratischen Arbeiterparteien. Die 1878 von Bismarck ins Leben gerufenen Sozialistengesetze verboten den Sozialdemokraten jede Tätigkeit außerhalb des Reichstages. 1890 wurden die Sozialistengesetze aufgehoben und die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands wurde gegründet. Ziel war eine einheitliche Leitung der gesamten Gewerkschaftsbewegung und eine Zentralisierung möglicher Streiks. 1892 fand der erste deutsche Gewerkschaftskongress in Halberstadt statt. 1919 wurde der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund gegründet. 1933 kam es dann jedoch zur gewaltsamen Auflösung der Gewerkschaften und zur Eingliederung in die „Deutsche Arbeitsfront“. 1949 wurde der überparteiliche, antikommunistische Deutsche Gewerkschaftsbund der Bundesrepublik Deutschland in München gegründet. Aufgrund der übernationalen Zusammenarbeit kam es 1973 zur Gründung des Europäischen Gewerkschaftsbundes. Im Gegenzug dazu entstand in der DDR der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB). Er diente als staatliches Organ und führte Maßnahmen und Grundsätze des Staates durch. 1989 entstanden nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime auch in Mittel und Osteuropa pluralistische Gewerkschaften. Am 30. September 1990 löste sich der FDGB auf und der DGB dehnte sein Organisationsgebiet auf die neuen Länder aus. [...]

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Inhaltsverzeichnis

1) Einführung

1.1) Historischer Überblick über die Gewerkschaften

1.2) Tarifverträge/Tarifverhandlungen

1.3) Ziel der Arbeit

2) Gewerkschaften in MOE

2.1) Gewerkschaften in MOE vor 1989

2.2) Probleme, Rahmenbedingungen und Faktoren während der Zeit des Umbruchs

2.3) Gewerkschaften in MOE nach 1989

3) Rolle und Wandel der Gewerkschaften am Beispiel DDR/Ostdeutschland

3.1) Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund in der ehemaligen DDR

3.2) 1990 – Die Wiedervereinigung als Wendepunkt der Gewerkschaften?!

3.3) Die Rolle der Gewerkschaften in Deutschland damals – heute – Perspektiven: Ein Gespräch mit Hartmut Löschner (ehem. Vorstandsmitglied der IG BCE)

3.3.1) Interview

4) Rolle und Wandel der Gewerkschaften am Beispiel Ungarn

4.1) Wirtschaftliche und soziale Grundlagen

4.2) Gewerkschaftslandschaft vor 1989

4.3) Der Umbruch (1989/1990)

4.4) Die Gewerkschaften in Ungarn heute – Perspektiven

5) Vergleich DDR/Ostdeutschland und Ungarn

5.1) Lage vor 1989

5.2) Entwicklung nach 1989

6) Abschluss

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die vergleichende Analyse der Rolle und des Wandels von Gewerkschaften in Ungarn und der DDR bzw. Ostdeutschland vor, während und nach der Systemtransformation. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, wie diese Organisationen die Umbrüche von 1989/90 bewältigt haben, welche Anpassungsprozesse an westliche Strukturen erfolgten und welchen Stellenwert sie in der heutigen gesellschaftlichen Ordnung einnehmen.

  • Historische Entwicklung und Funktion der Gewerkschaften in sozialistischen Systemen.
  • Die Auswirkungen der politischen Wende 1989/90 auf die Gewerkschaftsstrukturen.
  • Vergleich der Eingliederungsprozesse in Ostdeutschland versus der Pluralisierung in Ungarn.
  • Die Rolle der dualen Interessenvertretung und Betriebsräte in der Transformation.
  • Aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Gewerkschaftsarbeit.

Auszug aus dem Buch

3.3) Die Rolle der Gewerkschaften in Deutschland damals - heute – Perspektiven (Ein Gespräch mit Hartmut Löschner - ehem. Vorstandsmitglied der IG BCE)

Um der gesamten Problematik näher auf den Grund zu gehen und Erfahrungen aus der Zeit der Transformation einzubinden, habe ich ein Interview mit Hartmut Löschner geführt, der den Transformationsprozess und den Wandel der Gewerkschaften als Gewerkschaftsmitglied in Ostdeutschland selbst erlebt und mitgestaltet hat. Außerdem gibt er einen Überblick über die Gewerkschaftsarbeit heute.

Welche Position innerhalb der Gewerkschaft haben Sie heute?

H.L.: „Seit 1991, dem Zeitpunkt der Vereinigung der beiden deutschen Chemiegewerkschaften, war ich Mitglied des Vorstandes der Industriegewerkschaft Chemie, Papier, Keramik und ab 1997 der IG Bergbau, Chemie, Energie. Mit Beginn der Altersteilzeit im Januar 2004 habe ich mein Vorstandsmandat niedergelegt.“

Welche Position innerhalb der Gewerkschaft hatten Sie in der ehemaligen DDR?

H.L.: „In der DDR hatte ich verschiedene gewerkschaftliche Funktionen wie Vertrauensmann einer Gewerkschaftsgruppe bzw. BGL-Vorsitzender eines Betriebes. Mit der politischen Wende und dem demokratischen Neuaufbau der Einzelgewerkschaften in der DDR wurde ich im November 1989 zum Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Chemie, Glas und Keramik gewählt. Diese Funktion übte ich bis zum Zusammenschluss der beiden deutschen Chemiegewerkschaften aus.“

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einführung: Das Kapitel erläutert grundlegende gewerkschaftliche Begriffe und skizziert das Ziel der Arbeit, die Transformation von Gewerkschaften in der DDR und Ungarn zu vergleichen.

2) Gewerkschaften in MOE: Es werden die zentralistischen Strukturen und die Funktion als „Transmissionsriemen“ vor 1989 sowie die darauffolgenden Anpassungsschwierigkeiten während der Transformation beschrieben.

3) Rolle und Wandel der Gewerkschaften am Beispiel DDR/Ostdeutschland: Dieses Kapitel behandelt die Auflösung des FDGB und die Eingliederung in das DGB-System unter Einbeziehung eines Zeitzeugeninterviews.

4) Rolle und Wandel der Gewerkschaften am Beispiel Ungarn: Die Analyse fokussiert sich auf die Entstehung eines Gewerkschaftspluralismus und die Rolle von Reformgewerkschaften in Ungarn.

5) Vergleich DDR/Ostdeutschland und Ungarn: Abschließend werden die unterschiedlichen Transformationspfade sowie die gemeinsamen Herausforderungen bei der Etablierung dualer Interessenvertretungen gegenübergestellt.

6) Abschluss: Eine resümierende Darstellung der Ergebnisse, die unterstreicht, wie beide Länder trotz ähnlicher Ausgangslage unterschiedliche Wege der gewerkschaftlichen Neuordnung gingen.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Transformation, DDR, Ungarn, Systemwechsel, FDGB, DGB, Arbeitnehmer, Interessenvertretung, Betriebsräte, Sozialer Wandel, Marktwirtschaft, Pluralismus, Tarifverhandlungen, Transformationprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und den Wandel der Gewerkschaften in Ungarn und der ehemaligen DDR vor, während und nach der politischen Wende 1989/90.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Rolle der Gewerkschaften als sozialistische Massenorganisationen, die Prozesse des Umbruchs und die spätere Anpassung an marktwirtschaftliche Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Transformationsprozesse von Gewerkschaften in zwei Ländern mit ehemals ähnlicher Ausgangslage, um Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Neuordnung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem Zeitzeugeninterview mit einem ehemaligen Vorstandsmitglied einer Industriegewerkschaft, um praktische Einblicke in den Transformationsprozess zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Rolle des FDGB in der DDR, die Gewerkschaftslandschaft in Ungarn sowie die Herausforderungen der Eingliederung beziehungsweise Neugründung in den jeweiligen Transformationskontexten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Gewerkschaften, Transformation, Systemwechsel, Interessenvertretung, Betriebsräte und Sozialer Wandel.

Welche Unterschiede werden beim Umgang mit den „alten“ Gewerkschaften aufgezeigt?

Während in der DDR eine direkte Auflösung und Eingliederung in das westdeutsche DGB-System stattfand, kam es in Ungarn zu internen Reformen und einer Pluralisierung durch Neugründungen.

Wie bewertet der Zeitzeuge Hartmut Löschner den Integrationsprozess?

Löschner bewertet den Prozess innerhalb seiner Gewerkschaft als gelungen, weist jedoch darauf hin, dass die Zusammenführung von Mitgliedern aus unterschiedlichen Erwerbsbiografien eine intensive Diskussionskultur erforderte.

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Details

Title
Die Rolle der Gewerkschaften vor, während und nach der Transformation in Mittelosteuropa am Beispiel Ostdeutschland und Ungarn
College
http://www.uni-jena.de/  (Instutit für Soziologie)
Course
Sozialer Wandel in Mittelosteuropa
Grade
2,3
Author
Carolin Seidel (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V37229
ISBN (eBook)
9783638366380
Language
German
Tags
Rolle Gewerkschaften Transformation Mittelosteuropa Beispiel Ostdeutschland Ungarn Sozialer Wandel Mittelosteuropa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Seidel (Author), 2005, Die Rolle der Gewerkschaften vor, während und nach der Transformation in Mittelosteuropa am Beispiel Ostdeutschland und Ungarn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37229
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