Der Begründer des Philanthropismus Johann Bernhard Basedow (1724-1790). Sein Leben und sein Wirken, sein Religionsunterricht sowie dessen Auswirkung bis in die Gegenwart


Hausarbeit, 2014
10 Seiten, Note: 1,4

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Wirken Johann Bernhard Basedows
2.1 Biografie
2.2 Das Philanthropin Dessau
2.3 Zwei wichtige Werke
2.3.1 "Vorstellung an Menschenfreunde und vermögende Männer über Schulen, Studien und ihren Einfluss in die öffentliche Wohlfahrt mit einem Plane eines Elementarbuches der menschlichen Erkenntnis"
2.3.2 Das Elementarbuch

3. Religionsunterricht bei Basedow
3.1 Ziele des Religionsunterrichts
3.2 Inhalte des Religionsunterrichts

4. Schlussfolgerung - Bezug zur Gegenwart

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Epoche der Aufklärung beginnt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und erreicht im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Das höhere Bürgertum beginnt die adligen Vorrechte der Fürsten in Frage zu stellen. Es findet eine Abgrenzung des Bürgertums von Adel und Bauern durch Bildung statt. Zudem wird dieses Jahrhundert auch als pädgagisches Jahrhundert bezeichnet. Es kommt zur Entwicklung neuer theoretischer Auffassungen von Erziehung durch einen Wandel im Familienbild, wobei das Kind und seine Erziehung im Mittelpunkt steht. (vgl. Schmid 1997, S.17-31 & vgl. Koller 2004, S.27-30)

Die Pädagogik der Aufklärung orientierte sich hauptsächlich an Prinzipien, die zu selbstständigen Denken, Urteilen und Handeln führen sollten. In der Zeit der Aufklärung bildete sich die reformpädagogische Bewegung des Philanthropismus heraus. (vgl. Brüggen 2010, S.36-39) Die Philanthropen, sogenannte Menschenfreunde, sahen in der Liebe zum Menschen ihr Handlungsmotiv. Sie wollten die Gesellschaft durch eine aufgeklärte, vernünftige, an Nützlichkeit und Brauchbarkeit orientierte Erziehung und Bildung verändern. (vgl. Schaub; Zenke 2007, S. 495-496) Als ein Begründer des Philanthropismus zählt Johann Bernhard Basedow, welcher maßgeblichen Einfluss auf die Bewegung hatte. Nicht zuletzt durch die Gründung des Dessauer Philantropin gilt er als einer der wichtigsten Personen dieses Jahrhunderts. Ich möchte mich in der vorliegenden Hausarbeit mit seinem Leben und Wirken beschäftigen. Außerdem werde ich auf seinen Religionsunterricht eingehen und stelle mir hierbei die Frage inwieweit sich sein damaliger Unterricht bis in die heutige Gegenwart ausgewirkt hat.

2. Leben und Wirken Johann Bernhard Basedows

2.1 Biografie

Am 5.9.1724 wurde Johann Bernhard Basedow, als Sohn eines einfachen Perückenmachers, in Hamburg geboren. Schon sehr früh musste Johann seinem Vater bei dessen Gewerbe mithelfen. Für ihn war die familäre Situation nicht einfach. Sein Vater war sehr streng und seine Mutter gab sich oft der Melancholie hin und war sehr unausgeglichen. (vgl. Rutt 1965, S.255)

Als erstes besuchte er die Johannisschule, eine Gelehrtenschule in Hamburg. Durch den dort ausgesetzten Drill und durch seine schwierigen Verhältnisse im Elternhaus, floh er von dort und wurde bei einem Flensburger Arzt ein Jahr lang als Gehilfe eingestellt. Durch diesen hilfreichen Einfluss kehrte er wieder in die Schule zurück, versöhnte sich mit seinem Vater und fügte einen dreijährigen Gymnasiumsbesuch an. Bereits am 12.5.1746 schrieb er sich in der Universität Leipzig für ein Theologiestudium ein. Bei diesem Studium kamen ihm die ersten Zweifel an der derzeitigen "traditionell-orthodoxen Kirchenlehre" (Rutt 1965, S.256) und er begann seine "aufklärerische geistige Grundhaltung" (Rutt 1965, S.256) herauszuarbeiten. (vgl. Rutt 1965, S.255-256)

Ab 1748 setzte er sein Studium in Kiel fort und wurde ein Jahr später Erzieher für den siebenjährigen Sohn des "Geheimen Rates von Qualen in Borghorst (Holstein)".(Rutt 1965, S.256) In diesen drei Jahren seiner Tätigkeit wollte er bereits spielendes Lernen und fremde Sprachen praktisch üben. Daraufhin folgten seine ersten drei Schriften 1749 und 1752.(vgl. Rutt 1965, S.256)

1753 erhielt er eine Professur für "Moral und "schöne Wissenschaften", später auch für Theologie" (Rutt 1965, S.256) an einer Ritterakademie, wobei er sich wiederholt als guter Lehrer erwies. Erstmals kam es hierbei jedoch durch seine gegensätzlichen religiösen Ansichten zu gewaltigen Angriffen ihm gegenüber und er wurde acht Jahre später nach Altona versetzt an ein akademischesn Gymnasium. (vgl. Rutt 1965, S.256) Nun entfernte er sich mehr und mehr von seiner Lehrertätigkeit und widmete sich "theologischen Auseinandersetzungen und Streitschriften", welche wieder hitzige Diskussionen entbrannten. 1764 wurde vom Rat der Stadt Hamburg sogar davor gewarnt, Basedows Bücher zu lesen oder die Schriften wurden aus der Stadt verwiesen. Diese Kämpfe von 1763 bis 1767, unter denen er sehr litt, verhalfen Basedow zu einer eher zweifelhaften Berühmtheit. Hinzu kamen unter anderen Geldsorgen und Krankheit, was ihn 1767/68 zurück zur Pädagogik brachte. (vgl. Rutt 1965, S.257) Einige seiner vergangenen Schriften, darunter "Praktische Philosophie für alle Stände"(1758) und "Philalethie"(1763/64) behinhalteten bereits Erziehungs-und Schulfragen. Für ihn gelten Glückseeligkeit und Gemeinnnützigkeit als Hauptzweck der Erziehung, wobei Hygienefragen, körperliche Erziehung und unterrichtsmethodische und sprachdidaktische Gedanken ebenso eine wichtige Rolle spielen. Von ihm stammt die Idee einer "Schulbibliothek", die es vorher noch nicht gab. Es sollte eine "Sammlung von Schul-und Handbüchern für alle verschiedenen Schulfächer, Schulstufen und Schularten von der frühen Kindheit bis hinauf zu Universität" sein.(vgl. Rutt 1965, S.257) Hinzu kam, dass er bereits zu dieser Zeit den Wunsch hegte, die Schule als Staatsache mit staatlichen Gesetzten zu etablieren und dies nicht der Kirche zu überlassen.(vgl. Rutt 1965, S.258)

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Details

Titel
Der Begründer des Philanthropismus Johann Bernhard Basedow (1724-1790). Sein Leben und sein Wirken, sein Religionsunterricht sowie dessen Auswirkung bis in die Gegenwart
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,4
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V372301
ISBN (eBook)
9783668500471
ISBN (Buch)
9783668500488
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
begründer, philanthropismus, johann, bernhard, basedow, sein, leben, wirken, religionsunterricht, auswirkung, gegenwart
Arbeit zitieren
Livia Sommer (Autor), 2014, Der Begründer des Philanthropismus Johann Bernhard Basedow (1724-1790). Sein Leben und sein Wirken, sein Religionsunterricht sowie dessen Auswirkung bis in die Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372301

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