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Polkadots und Petticoats. Burda und das Frauenbild der 50er Jahre

Titel: Polkadots und Petticoats. Burda und das Frauenbild der 50er Jahre

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 14 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Helena Kampschulte (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Modezeitschriften gibt es schon seit mehr als 200 Jahren. Nimmt man die höfischen Berichterstattungen über die Kleidung mit dazu, dann sind es sogar mehr als 400 Jahre. Mode war schon immer ein Thema in allen Gesellschaftsschichten und auch das Bedürfnis, immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Der Philosoph Georg Simmel, der versucht hat die Mode auf eine ästhetische und soziologische Weise zu verstehen, schrieb: „Auf diesem Wege zu ihr [Die Mode-Anm.d.Verf.] begleiten Konsumenten geeignete Organe, die solche Öffentlichkeit herstellen. Diese publizistische Funktion erfüllen seit rund 250 Jahren Modejournale bzw. Modezeitschriften“ (Simmel, Georg, 1919). Die Mode wird demnach bevor sie veröffentlicht wird, bekannt gemacht. Die große Modezeitschrift Vogue betitelt mit ihrem Slogan „Before it´s in fashion, it´s in vogue“ (Zika, Anne, 2006) genau Simmels Aussage.
Neben Wochenblättern, Modejournalen, Frauenzeitschriften und Magazinen aus Frankreich, England oder später auch aus Deutschland, gibt es auch Handarbeitszeitschriften, wie die Burda.

Die Zeitschrift „Burda Moden“ erschien erstmalig 1950 unter der Verlegerin Aenne Burda. Das Blatt zeichnete sich durch eine revolutionäre Idee aus: Kleidung zum Selbermachen. In den Heften befinden sich ausgewählte Kleider der damaligen Zeit und dazu Schnittmuster, damit die Frauen zuhause diese selber und kostengünstig nach nähen konnten. In den 50er Jahren fand die Art der Modezeitschrift großen Anklang und entwickelte sich in den Jahren zu einer Weltmarke in über 120 Ländern. Neben der Zeitschrift, gilt Aenne Burda als Frau in der Nachkriegszeit, als besonders ehrgeizig und stark. Der Kampf um die Gleichberechtigung im Bereich Politik, Ehe und Mode, war ein großes Thema in den 50er Jahren. Ihr Selbstbewusstsein gab sie mit ihrer Zeitschrift an die Frauenwelt weiter.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Modezeitschriften in den 50er Jahren

3. Das Frauenbild in den 50er Jahren

4. Was machte die Burda revolutionär?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung der Zeitschrift „Burda Moden“ in den 1950er Jahren, wobei der Fokus auf dem Einfluss des Magazins auf das Frauenbild und die Modewahrnehmung in der deutschen Nachkriegsgesellschaft liegt.

  • Historische Entwicklung von Modezeitschriften in Deutschland
  • Die Rolle der Frau und gesellschaftliche Rollenbilder in den 1950er Jahren
  • Aenne Burdas revolutionäre Idee des Kleidung-Selbermachens
  • Die Funktion von Schnittmusterbeigaben für die gesellschaftliche Teilhabe
  • Rezeptionsverhalten und Identifikationspotenzial bei der Leserschaft

Auszug aus dem Buch

4. Was machte die Burda revolutionär?

Die Zeitschrift der Verlegergattin Aenne Burda aus Offenburg „Burda Moden“ hatte den Plan der einfachen Hausfrau den Traum der schönen Modewelt zu ermöglichen. In den Zeitschriften fanden sich konkrete Schnittmuster und Anleitungen, um mit dem Materialmangel der Nachkriegszeit ähnliche, modische Kleidung selber zu nähen. Das geringe Selbstbewusstsein der Frauen, durch Arbeit, Leid und Armut in den Nachkriegsjahren sollte aufgebessert werden, gemäß der Aussage der Zeitschrift „Chic“: „Sie dürfen hübsch sein“. Selbstbewusstsein durch Schönheit war das Motto.

Sie selber gab mal in einem Abendblatt bekannt: „Als junges Mädchen habe ich mir immer gewünscht, schönere Kleider zu haben als die anderen. Dann habe ich erkannt, was die meisten Frauen brauchen: Eine Mode, die der unsicheren Frau das Gefühl der Sicherheit gibt.“

Die Zielgruppe waren vor allem Hobbyschneiderinnen und Familien. Die Zeitschrift drehte sich dabei um junge Frauen und Mütter. Neben Alltagskleidung, gab es auch Schnittmuster und Anleitungen für die Abendmode, Urlaubskleidung, Arbeitskleidung, Sommerkleidung, Winterkostüme oder Kleidung für besondere Anlässe. Teilweise fanden sich auch Sport- und Freizeitmode in dem Heft wieder, sowie Männer- und Kinderkleidung. Unter Rubriken wie „Elegantes zur Cocktailstunde“ oder „ Für die Strandpromenade“, gab es alle möglichen Kleidermuster für verschiedene Alltagssituationen, aus dem wahren Leben zum nachmachen. Bis zu 80 Modelle mit einem Schnittmuster in drei verschiedenen Größen und Anleitung fanden sich in der Burda- Zeitschrift wieder. Die Schnittvorlagen waren geprägt durch ihre genaue Passform und die leichte Handhabung der Schnitte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Geschichte der Modezeitschriften ein und stellt die Relevanz der „Burda Moden“ als revolutionäres Medium der 50er Jahre vor.

2. Entstehung der Modezeitschriften in den 50er Jahren: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung von Modeberichterstattung und die Marktveränderungen bis in die Nachkriegszeit.

3. Das Frauenbild in den 50er Jahren: Hier werden die sozioökonomischen Lebensbedingungen der Frauen, geprägt durch das Wirtschaftswunder und traditionelle Rollenbilder, analysiert.

4. Was machte die Burda revolutionär?: Das Kapitel beleuchtet das Erfolgsrezept von Aenne Burda, insbesondere durch Schnittmuster als Mittel zur gesellschaftlichen und ästhetischen Selbstermächtigung.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über den Erfolg der Zeitschrift, die soziale Distanz durch Mode überbrückbar machte.

Schlüsselwörter

Burda Moden, Aenne Burda, 1950er Jahre, Modezeitschrift, Schnittmuster, Nachkriegszeit, Frauenbild, Wirtschaftswunder, Selbstbewusstsein, Kleidung zum Selbermachen, Konsumgesellschaft, Modejournalismus, Identifikation, Alltagskleidung, Soziale Teilhabe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Erfolg und der historischen Bedeutung der Zeitschrift „Burda Moden“ im Kontext der 1950er Jahre in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Modezeitschriften, das gesellschaftliche Frauenbild der Nachkriegszeit und die innovative Rolle Aenne Burdas.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu erörtern, warum „Burda Moden“ eine revolutionäre Bedeutung für die breite Masse der Frauen hatte und wie sie zur Stärkung des Selbstbewusstseins beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Zeitzeugenaussagen, um den Einfluss der Zeitschrift auf die Leserschaft zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die soziale Situation der Frauen, die spezifischen Inhalte der Zeitschrift wie Schnittmusteranleitungen und das Konzept der „Burda internacional“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Burda Moden, 50er Jahre, Rollenbilder, Schnittmuster und Nachkriegsgesellschaft definieren.

Wie trugen die Schnittmuster konkret zur gesellschaftlichen Teilhabe bei?

Sie ermöglichten es finanziell schlechter gestellten Frauen, sich modisch und ästhetisch an gehobeneren Vorbildern zu orientieren und somit am Wirtschaftswunder teilzunehmen.

Warum war der Erfolg der Zeitschrift so langlebig?

Der Erfolg basierte auf einem alltagstauglichen Konzept, verständlicher Sprache und einer gezielten Ansprache der „normalen“ Frau abseits elitärer Modewelten.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Polkadots und Petticoats. Burda und das Frauenbild der 50er Jahre
Hochschule
Universität Paderborn  (Kulturwissenschaften)
Note
2,3
Autor
Helena Kampschulte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V372321
ISBN (eBook)
9783668500310
ISBN (Buch)
9783668500327
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenbild Mode 50er Jahre Medienwissenschaften Burda Zeitschrift Polkadots Petticoat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Helena Kampschulte (Autor:in), 2014, Polkadots und Petticoats. Burda und das Frauenbild der 50er Jahre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372321
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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