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DaZ-Lerner im Grundschulalter. Probleme beim Schriftspracherwerb

Titel: DaZ-Lerner im Grundschulalter. Probleme beim Schriftspracherwerb

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefanie Aha (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf deutsche Schulen gehen zunehmend Schuler mit unterschiedlichen Erstsprachen und verschiedenen sprachlichen Erfahrungen. Jedes Kind bringt andere sprachliche Kompetenzen im Deutschen mit, und somit unterscheiden sich auch die Lernstände. Welche Schwierigkeiten dadurch beim Zweitspracherwerb, spezifisch im Schriftspracherwerb, entstehen, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Um den Bereich etwas einzugrenzen, wird nur auf Lerner im Grundschulalter eingegangen.

Mehrsprachigkeit findet in der Forschung viel Beachtung und auch Schriftspracherwerb wurde bereits stark erforscht. Die Kombination dieser beiden Bereiche, also der Schriftspracherwerb von mehrsprachig aufwachsenden Kindern, wurde bisher eher selten thematisiert. Um die Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb von DaZ-Lernern im Grundschulalter herauszuarbeiten, muss zunächst geklärt werden, wie Zweitsprache definiert wird und welche Faktoren den individuellen Spracherwerb des Kindes beeinflussen. Außerdem wird auf die Rolle der Erstsprache eingegangen, die sehr wichtig in Bezug auf die verschiedenen Fehlerarten ist, denn falsche Schreibungen sind häufig durch Übertragungen von der Erst- auf die Zweitsprache bedingt.

Im folgenden Kapitel werden dann verschiedene Grundlagen zum Schriftspracherwerb allgemein erläutert, zunächst die einzelnen Phasen des Schreibenlernens. Diese beziehen sich zwar unter anderem auf die Vorschulzeit, dennoch geben sie ein Verständnis dafür, wie und in welcher Reihenfolge Schrifterwerb ablauft. Dadurch wird danach deutlicher, welche Voraussetzungen DaZ-Lerner im Vergleich zu Kindern mit deutscher Erstsprache haben und welche Bedingungen beide Lernergruppen erfüllen müssen, um die Schriftsprache erwerben zu können. Kinder mit einer anderen Erstsprache als Deutsch haben einen ganz anderen Bezug zu ihrer Zielsprache, als ihre deutschsprachigen Mitschüler.

Danach wird auf die jeweiligen Lernziele der unterschiedlichen Zweitsprachenlerner eingegangen, die durch die verschiedenen Voraussetzungen bedingt werden. Hierbei werden schon einige Probleme und Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb deutlich, die dann am Beispiel verschiedener Lerner und deren Schriftsystemen dargestellt werden.

Im letzten Kapitel werden typische Fehler von DaZ-Lernern begründet und einige davon zum Schluss durch Analyse eines Schülerbeispiels veranschaulicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zweitsprache

2.1 Einflussfaktoren auf den Zweitspracherwerb

2.2 Der Einfluss der Erstsprache

3. Schriftspracherwerb

3.1 Phasen des Schrifterwerbs

3.2 Bedingungen für erfolgreichen Schriftspracherwerb

4. Schreiben in der Zweitsprache Deutsch

4.1 Voraussetzungen

4.2 Lernziele

4.3 Schwierigkeiten

5. Fehler von DaZ-Lernern

5.1 Fehlerursachen

5.2 Analyse eines Schülerbeispiels

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die spezifischen Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb von Grundschülern mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Ziel ist es, den Prozess des Erlernens der deutschen Schriftsprache unter Berücksichtigung unterschiedlicher sprachlicher Voraussetzungen und Erstsprachen zu analysieren sowie häufige Fehlerquellen durch linguistische Übertragungsphänomene zu erklären.

  • Faktoren, die den Zweitspracherwerb bei Kindern beeinflussen
  • Die Rolle der Erstsprache und Phänomene des Transfers (Interferenz)
  • Entwicklungsphasen des Schriftspracherwerbs
  • Vergleich der Voraussetzungen von DaZ-Lernern und einsprachigen Kindern
  • Analyse typischer Rechtschreibfehler am Beispiel eines Schülertextes

Auszug aus dem Buch

5.1 Fehlerursachen

Interferenzfehler entstehen durch negativen Transfer. Man unterscheidet zwischen interlingualen und intralingualen Interferenzen. Bei ersterem werden Regeln und sprachliche Merkmale aus der Erstsprache in die Zweitsprache übertragen, z.B. bei Übertragung von Sprichwörtern (*You are on the woodway übertragen aus dem Deutschen Da sind Sie auf dem Holzweg). Intralinguale Interferenzen sind Übertragungen von Regeln der Zweitsprache auf andere Bereiche in dieser Sprache, wie die Bildung von *sie bekommte oder *er gehte, bei dem die regelmäßigen Verbformen auf die unregelmäßigen übertragen wurden (vgl. Chlosta/Schäfer/Baur 2010,S.267f).

Interferenzen kommen auf allen Ebenen der Sprache vor, sehr häufig aber in der Phonologie, vorallem wenn gerade die phonologische Phase des Schrifterwerbs durchlaufen wird. Die lautlichen Schreibungen von Deutschlernern basieren auf ihrer Wahrnehmung der deutschen Sprache und nicht auf der normgerechten Aussprache. Der Grund für diese falsche Beurteilung liegt im Unterschied zwischen der phonologischen Struktur des Deutschen und der Muttersprache des Lerners, denn wir nehmen in einer fremden Sprache nur die phonetischen und phonologischen Segmente wahr, die es auch in unserer Muttersprache gibt. Lerner nehmen den Klang einer Sprache also wie durch einen Filter wahr. Kinder filtern Laute heraus, die in ihrer Erstsprache eine bedeutungsverändernde Funktion haben, wie z.B. /b/ und /m/ in Bein und mein, wodurch der sogenannte L-1 Filter festgelegt wird. Laute, die keine unterscheidende Funktion haben, werden nach dem Phonologieerwerb nur noch schwer wahrgenommen. So nehmen Kinder mit Deutsch als Erstsprache den Längenunterschied der bedeutungsunterscheidenden /a/-Laute in Stadt und Staat wahr, während ein Kind mit Spanisch als Erstsprache womöglich keinen Unterschied hört, da die Vokallänge im Spanischen nicht zu einer anderen Wortbedeutung führt. Daher ist es nicht sinnvoll mit spanischsprachigen Lernern die Regeln für Dehnung und Schärfung mit den üblichen Übungen beibringen zu wollen, denn sie können diese nur verinnerlichen, wenn sie das Konzept der Vokallänge verstanden haben. Sie müssen also erst einmal die Wahrnehmung von deutschen Lang- und Kurzvokalen lernen (vgl. Dahmen 2012, S.144ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Thematik des Schriftspracherwerbs bei DaZ-Lernern im Grundschulalter und Erläuterung der Relevanz von Erstspracheinflüssen.

2. Zweitsprache: Definition des Zweitspracherwerbs sowie Analyse sozialer, individueller und lerngelegenheitsbezogener Einflussfaktoren unter besonderer Berücksichtigung des Transfers.

3. Schriftspracherwerb: Darstellung der Entwicklungsphasen vom Schreibenlernen bis zur orthographischen Phase sowie der für einen erfolgreichen Erwerb notwendigen Voraussetzungen.

4. Schreiben in der Zweitsprache Deutsch: Erörterung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen, Lernziele und spezifischer Schwierigkeiten beim Erwerb der deutschen Schrift durch DaZ-Lerner.

5. Fehler von DaZ-Lernern: Klassifikation von Interferenzfehlern und praxisorientierte Analyse eines Schülerbeispiels zur Veranschaulichung der Fehlerursachen.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Heterogenität von DaZ-Lernern und die Notwendigkeit einer differenzierten Fehleranalyse für den Unterricht.

Schlüsselwörter

Schriftspracherwerb, DaZ, Zweitsprache, Interferenz, Transfer, Grundschule, Mehrsprachigkeit, Phonologie, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Orthographie, Fehleranalyse, Spracherwerb, Alphabetisierung, Sprachmischung, Sprachbewusstheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Prozesse, die Kinder mit nicht-deutscher Erstsprache beim Erlernen der deutschen Schriftsprache im Grundschulalter durchlaufen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Einflussfaktoren auf den Zweitspracherwerb, die Bedeutung der Erstsprache, die Phasen der Schriftentwicklung sowie die systematische Analyse von Interferenzfehlern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Erstsprachen und Lernvoraussetzungen den Erwerb der deutschen Schrift beeinflussen und wie daraus resultierende Fehler linguistisch einzuordnen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung linguistischer Konzepte sowie der exemplierenden Fehleranalyse eines konkreten Schülertextes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen zum Zweitspracherwerb, Phasen und Bedingungen des Schrifterwerbs, die spezifischen Anforderungen in der Zielsprache Deutsch sowie die Analyse von Fehlerursachen durch Transferleistungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie DaZ-Erwerb, Transfer, Interferenz, Schriftspracherwerb und Graphem-Phonem-Korrespondenz charakterisiert.

Warum ist das gewählte Schülerbeispiel von Mustafa so aussagekräftig?

Mustafa zeigt eine Vielzahl von Interferenzfehlern, die direkt auf die Übertragung der phonemischen Prinzipien und Strukturmerkmale des Türkischen auf das Deutsche zurückzuführen sind.

Wie beeinflusst die Erstsprache den Schriftspracherwerb im Deutschen?

Sie dient als Basis für den Transfer von Wissen; bei Ähnlichkeiten kann sie den Erwerb fördern, bei großen Unterschieden in Schrift- oder Lautsystemen führt sie oft zu systematischen Interferenzfehlern.

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Details

Titel
DaZ-Lerner im Grundschulalter. Probleme beim Schriftspracherwerb
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,0
Autor
Stefanie Aha (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V372325
ISBN (eBook)
9783668505353
ISBN (Buch)
9783668505360
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsch als Fremdsprache Spracherwerb Schriftspracherwerb DaF Grundschule Didaktik Germanistik Türkisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Aha (Autor:in), 2016, DaZ-Lerner im Grundschulalter. Probleme beim Schriftspracherwerb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372325
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Leseprobe aus  19  Seiten
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