Doping im Bodybuilding am Beispiel von Anabolika


Facharbeit (Schule), 2016
22 Seiten, Note: 1,33

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und allgemeine Informationen zum Doping
2.1 Ursprünge des Dopings in der Antike
2.2 Dopingfälle und geschichtliche Hintergründe in der Moderne
2.3 Begriffsdefinition von Doping
2.4 Rechtliche Situation bei Dopingfällen in Deutschland

3. Doping am Beispiel von Anabolika
3.1 Wirkung von Anabolika
3.2 Risiken und Nebenwirkungen von anabolen Steroiden

4. Grundlagen zum Bodybuilding
4.1 Ursprung des Bodybuildings
4.2 Beschreibung des Bodybuildings
4.3 Wettkämpfe im professionellen Bodybuilding

5. Doping im Bodybuilding
5.1 Dopingverhalten im Spitzensport
5.2 Gründe für den Dopingmissbrauch im Freizeitsport
5.3 Beispiele von berühmten und gedopten Bodybuildern

6. Fazit: Prävention und Natural Wettkämpfe als Anti-Doping-Strategie

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Fitnesstraining und Bodybuilding gewinnen zunehmend an Beliebtheit in der heutigen Gesellschaft, was sich zudem deutlich an den vielen Neueröffnungen von Fitnessstudios in den letzten Jahren erkennen lässt. Gründe für eine Neuanmeldung in einem dieser Studios sind meist gesundheitliche, aber auch der Aspekt der Ästhetik rückt vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer weiter in den Vordergrund. Um ihre Ziele von der Traumvorstellung des eigenen Körpers zu erreichen stellen viele ihren gesamten Lebensstil um. Es wird penibel auf die Ernährung, Trainingsmethoden, aber auch Schlafzeiten geachtet. Der Konsum von Supplements gehört bei vielen Trainierenden zur Tagesordnung, während einige sogar so weit gehen, dass sie zu Dopingmitteln greifen, um das gewünschte Muskelwachstum zu beschleunigen. Was dabei erschreckend ist, ist die kinderleichte Verfügbarkeit der Anabolika im freien Internet gepaart mit detaillierten Informationen über deren Anwendungsmöglichkeiten. Innerhalb weniger Mausklicks kann man online per Smartphone oder Laptop zwischen verschiedenen Dopingprodukten wählen, sie bestellen und diese auf dem normalen Postweg an die eigene Adresse senden lassen.

Ich selbst bin schon auf diverse ähnliche Seiten gestoßen und sehe die Präsenz des Dopings, speziell im Amateurbereich des Bodybuildings, sehr kritisch. Insbesondere weil viele der Käufer von steroidhaltigen Medikamenten nicht ausreichend über eventuelle Risiken und Nebenwirkungen informiert sind bzw. werden. Sehr drastisch ist außerdem, dass laut dem Gerichtsmediziner Luitpold Kistler 100% der leistungsorientierten, professionellen Bodybuilder Anabolika konsumieren (vgl. Geipel 2008, S.15). Demgegenüber stehen zudem die Hobbysportler, die die Dopingpraxis der Profi-Bodybuilder schlimmstenfalls als Kavaliersdelikt ansehen und selbst in die Versuchung geraten, die Wirkung von anabolen Steroiden an sich zu erproben.

Diese Thematik beschäftigt mich, da ich selbst in meiner Freizeit Bodybuilding betreibe und innerhalb dieses Sports schon oftmals mit dem Thema Doping konfrontiert wurde. Diese Allgegenwärtigkeit von Anabolika im Kraftsport weckte mein Interesse, mich in diesem Themenbereich weiter zu informieren und letztendlich dazu, diese Seminararbeit über das Doping im Bodybuilding zu verfassen. Dabei möchte ich besonders auf die Beweggründe für Dopingmissbrauch sowohl bei Freizeitsportlern, als auch bei Spitzenathleten im Bodybuilding eingehen und diese Verhaltensweisen speziell am Beispiel von anabolen Steroiden aufzeigen.

2. Geschichte und allgemeine Informationen zum Doping

2.1 Ursprünge des Dopings in der Antike

Schon in der Antike wurde versucht, eine Leistungssteigerung im Wettkampf mithilfe von Substanzen wie Tierorganen und Pflanzensamen zu erreichen. Dadurch wollte man in einer Auseinandersetzung, wie zum Beispiel bei den antiken Olympischen Spielen, die eigenen Chancen gegenüber der Konkurrenz erhöhen. Beispielsweise wurden bereits Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. Stierhoden, ein Gebräu aus Stachelhalm, sowie auch riesige Mengen an Fleisch verzehrt, um eine Kraftsteigerung zu erzielen (vgl. Haug 2009, S.34). Während im alten Rom versucht wurde, den Pferden bei Wagenrennen einen Vorteil durch das Verabreichen von einer Mischung aus Wasser und Honig zu verschaffen, wurden auch schon im südamerikanischen Raum Coca Blätter, Guarana, Yoco, Covain, Mate und andere Pflanzen konsumiert, um gegen Müdigkeit und Erschöpfung anzukämpfen (vgl. ebd. S.34).

2.2 Dopingfälle und geschichtliche Hintergründe in der Moderne

Das erste Mal kam der Begriff des „Doping“ 1889 in einem englischen Wörterbuch auf, der damals eine Mixtur aus verschiedenen Narkotika und Opium, die dann Pferden bei Pferderennen verabreicht wurde, bezeichnete.

Die Zeit um Ende des 19. Jahrhunderts wird als Anfang des modernen Dopings gesehen, wobei hier zunächst hauptsächlich mit Koffein, Alkohol, Heroin, Kokain und auch Nitroglycerin gearbeitet wurde, um eine Leistungssteigerung zu erzielen. Diese Einnahme von oftmals sehr gefährlichen Substanzen hatte schon bald Konsequenzen für die Konsumenten, und „so war dann auch im Jahr 1886 der erste Todesfall zu verzeichnen, als der englische Radfahrer Linton nach einer Überdosis Trimethyl beim Rennen „Bordeaux-Paris“ stürzte“ (ebd. S.35).

Nachdem die Olympischen Spiele 1896 wiederbegründet wurden, bestand bei den Athleten eine größere Bereitschaft leistungssteigernde Mittel einzunehmen. Dies wiederum hatte auch zur Folge, dass die Pharmaindustrie und Mediziner nach neuen Möglichkeiten für eine Verbesserung der physiologischen Möglichkeiten der Sportler forschte und allgemein die Anwendung pharmakologischer Substanzen weiter in den Mittelpunkt rückte.

Nun kam es Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zu einer nennenswerten Entwicklung im Bereich des Dopings, denn erstmals nahmen Athleten künstlich hergestellte, anabole Steroide ein. Ursprünglich kam dieser Trend in den USA und der Sowjetunion auf, denn „im Jahr 1954 wurde dann auch öffentlich berichtet, dass russische Sportler anabole Wirkstoffe einnähmen, um Kraft und Gewicht zu erhöhen“ (Haug 2009, S.35).

Fortlaufend akkumulierten sich in den 1960er Jahren, besonders im Radsport, dopingbedingte Todesfälle. Nicht zuletzt der Tod des Radprofis Tom Simpson 1967, „bei dem als Ursache die Einnahme von Amphetaminen in Zusammenhang mit der großen Belastung und der heftigen Sonneneinstrahlung während des Rennens diagnostiziert wurde.“ (ebd. S.35), gab einen entscheidenden Anstoß für ein radikaleres Vorgehen der Dopingkommissionen. Folglich definierten diese Gremien 1963 erstmals das Doping einwandfrei und erstellten zusätzlich eine Verbotsliste für diverse Stoffgruppen. Die ersten Dopingtests und Kontrollen fanden 1968 bei den Olympischen Winterspielen in Frankreich statt, wobei die ersten Disqualifikationen dann erst 1968 bei den Sommerspielen in Mexico ausgesprochen wurden. Um 1970 entschlossen sich dann auch viele große Verbände, wie etwa der internationale Fußballverband (FIFA) oder der internationale Radsportverband (UCI), Dopingkontrollen einzuführen. Innerhalb der folgenden Jahre verständigten sich die internationalen Dopingverbände auf einheitliche Dopingbestimmungen, aber auch auf ein gemeinsames Verfahren für Dopingtests, welches auch übereinstimmende Zulassungsbestimmungen für Labore zur Dopingkontrolle beinhaltet.

Jedoch konnte weder durch die Todesfälle noch durch die Verschärfung der Verbotsregeln und Durchführung von Dopingkontrollen eine ernsthafte Abkehr vom Gebrauch von Dopingmitteln bewirkt werden. In den Staaten des ehemaligen Ostblocks wurde die Verteilung der leistungssteigernden Substanzen an die Athleten sogar systematisch durch den Staat veranlasst (vgl. Haug 2009, S.36). Es kam letzten Endes zu zahllosen weiteren Dopingfällen wie 1988, als der kanadische Sprinter Ben Johnson bei den Olympischen Spielen in Seoul der Einnahme des Anabolikums Stanozolol überführt wurde, nachdem er zuvor einen neuen Weltrekord für den 100-Meter-Lauf aufgestellt hatte. Nach Fällen wie diesem war in der Öffentlichkeit, die jetzt erst das Ausmaß der Dopingkultur realisierte, nun häufiger Unmut über die vorherrschende Dopingpraxis zu verzeichnen.

Zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurden nun „erstmalig mehr als 3000 Dopingkontrollen durchgeführt und so viele Dopingfälle wie nie zuvor im Umfeld der Spiele registriert [..].“ (Haug 2009, S.39)

Auch heutzutage wird noch gedopt, wobei speziell Anabolika sich weiterhin an Beliebtheit erfreuen und immer noch die Statistik der nachgewiesenen Dopingfälle anführen (Stand 2004 vgl. Müller 2004, S.40). Einerseits werden Dopingkontrollen permanent schärfer ausgestaltet, aber andererseits stehen diese einer fortschreitenden Entwicklung neuer Substanzen und Methoden, wie z.B. Gendoping, gegenüber. Insgesamt kann man derzeit einen Rückgang von nachgewiesenen Dopingfällen erkennen, allerdings wird durch spektakuläre Einzelfälle von Dopingskandalen im Spitzensport das mediale sowie das öffentliche Interesse stets neu belebt.

2.3 Begriffsdefinition von Doping

Nach dem ersten Aufkommen des Begriffs „Doping“ war zunächst, aufgrund der unbestimmten Definition dieses Ausdrucks, eine juristische Auslegung unmöglich. Diese Bezeichnung sollte nun einheitlich definiert werden, um Verhaltensweisen im Sport zu erfassen, die im Sinne der Dopingbekämpfung unterlassen werden sollten. Eine einheitliche Begriffsdefinition ist nämlich die „Grundlage für Sanktionen gegen Sportler, Trainer, Funktionäre und auch Ärzte.“ (Dickhuth et al. 2010, S.515. Anfangs erließen Verbände oft nur Verbote in abstrakter Form; auch als der Europarat 1963 dem zunehmenden Einsatz von Anabolika seit den 50er Jahren versuchte mithilfe folgender Definition entgegenzuwirken:

„Doping ist die Verabreichung oder der Gebrauch körperfremder Substanzen in jeder Form und physiologischer Substanzen in abnormaler Form oder auf abnormalem Weg an gesunde Personen mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung im Wettkampf.“ (Haug 2009, S.44)

Diese abstrakte Interpretation des Dopingbegriffs erwies sich jedoch besonders aufgrund der Differenzierung von physiologisch bzw. unphysiologisch als ungeeignete Lösung, um verbotene von erlaubten Substanzen abzugrenzen. Einen bedeutsamen Wandel in der Dopingbekämpfung brachte schließlich der „Medical Code“ des IOC (International Olympic Committee) im Jahre 1967, denn erstmalig wurde Doping nicht mehr abstrakt definiert, sondern als Gesamtheit von verbotenen Methoden und Wirkstoffen (vgl. ebd. S.45).

Von jetzt an war eine strikte Abgrenzung von verbotenen und erlaubten Substanzen möglich, was die Dopingbekämpfung auf juristischer Ebene erheblich vereinfachte. Jedoch musste man auch akzeptieren, dass diese Verbotsliste stets den neuen Dopingmethoden und pharmakologischen Entwicklungen hinterherhinkt und dazu antreibt neue Mittel zu entwickeln, um sich einem Nachweis zu entziehen (vgl. ebd. S.45). Nach einigen weiteren Interpretationsversuchen wurde letztendlich 2003 der World Anti Doping Code (WADC) von der WADA (World Anti Doping Agency) vorgestellt, der „zwischenzeitlich von allen olympischen internationalen Sportfachverbänden anerkannt wurde“ (ebd. S.48). Nach dem WADC wird Doping folgendermaßen in Überpunkte gegliedert und definiert:

Artikel 1 Definition des Begriffs Doping

Doping wird definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer der nachfolgend in Artikel 2.1 bis Artikel 2.10 festgelegten Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen.

Artikel 2: Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen

Als Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen gelten:

2.1 Vorhandensein eines verbotenen Stoffes, seiner Metaboliten oder Marker in der Probe eines Athleten. […]

2.2 Anwendung oder versuchte Anwendung eines verbotenen Stoffs oder einer verbotenen Methode seitens eines Athleten. […]

2.3 Umgehung der Probenahme, Weigerung oder Versäumnis, eine Probe abzugeben. […]

2.4 Meldepflichtverstöße. […]

2.5 Unzulässige Einflussnahme oder versuchte unzulässige Einflussnahme auf einen Teil des Dopingkontrollverfahrens. […]

2.6 Besitz eines verbotenen Stoffs oder einer verbotenen Methode. […]

2.7 Das Inverkehrbringen oder versuchte Inverkehrbringen von verbotenen Stoffen oder verbotenen Methoden.[…]

2.8 Die Verabreichung oder versuchte Verabreichung von verbotenen Wirkstoffen oder verbotenen Methoden bei Athleten bei Wettkämpfen oder die Verabreichung oder versuchte Verabreichung von Stoffen oder Methoden, die außerhalb von Wettkämpfen verboten sind, bei Athleten außerhalb von Wettkämpfen.[…]

2.9 Beihilfe. […]

2.10 Verbotener Umgang. […] (Welt-Anti-Doping-Code, 2015, S.6ff)

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Doping im Bodybuilding am Beispiel von Anabolika
Note
1,33
Autor
Jahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V372326
ISBN (eBook)
9783668507128
ISBN (Buch)
9783668507135
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
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Arbeit zitieren
Leonhard Klingsbögl (Autor), 2016, Doping im Bodybuilding am Beispiel von Anabolika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372326

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