Über Franz Kafkas Roman "Der Verschollene" - Die Beziehung des Protagonisten Karl Roßmann zur restlichen Figurenwelt


Hausarbeit, 2005
10 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Inhalt

3. Franz Kafka – Kurzbiographie

4. Karl und Therese

5. Karl und die Oberköchin

6. Karl und der Oberportier

7. Karl und der Oberkellner

8. Karl und Green

9. Karl und Robinson und Delamarche

10. Karl und der Onkel

11. Karl Roßmann selbst

12. Fazit

13. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dem Leser dieses Romans fällt sofort auf, dass die Hauptfigur Karl Roßmann bewusst oder unterbewusst von seiner Umwelt stark beeinflusst wird.

Von den Menschen, die Karl umgeben, geht eine suggestive moralische Wirkung aus, welche am auffälligsten bei den Bösewichtern dem Schubal, Green und Delamarche ist, die beim Leser Entrüstung wecken und den Eindruck vom unschuldigen Kind in der verdorbenen Erwachsenenwelt wecken. Ziel dieser Arbeit ist es, die Beziehung Karls zu der restlichen Personenwelt zu untersuchen und daraus auch Schlüsse für seinen eigenen Charakter zu ziehen.

2. Inhalt

Der 16 jährige Karl Rossmann wird von seinen Eltern nach Amerika geschickt, da er von einem Dienstmädchen verführt wurde und diese nun ein Kind von ihm erwartet. Im Hafen von New York angekommen, trifft er noch auf dem Schiff seinen reichen Onkel, der ihn aufnimmt. Dem gesellschaftlichen Aufstieg Karls in der neuen Welt scheint nichts im Wege zu stehen. Doch bald verstößt der Onkel den Jungen, als Karl die Einladung eines Geschäftsfreundes des Onkels zu einem Landhausbesuch eigenmächtig annimmt. Bei dieser Verstoßung spielt ein erotisches Element eine Rolle: die Tochter des Geschäftsfreundes wird bei ihren Annäherungsversuchen im Landhaus Karl gegenüber regelrecht handgreiflich. Der ohne Aussprache vom Onkel auf die Strasse geschickte Karl lernt zwei Landstreicher kennen, einen Franzosen und einen Iren, die sich ihm annehmen, unglücklicherweise fast immer zum Nachteil von Karl. Wegen des Iren verliert er eine niedrige Anstellung als Liftjunge in einem riesigen Hotel mit grotesker Arbeitswelt. Anschließend wird er in einer Wohnung, die die beiden Landstreicher mit einer fetten älteren Sängerin teilen, gegen seinen Willen als Diener angestellt. Ein kurzes Textfragment suggeriert, dass Karl später für ein Vorstadtbordell arbeitet. In einem weiteren Fragment entdeckt Karl durch Zufall ein Plakat für ein Theater in Oklahoma, das allen Menschen Beschäftigung verspricht, die Künstler werden wollen. Karl wird nach einer peinlichen Befragung von den Werbern des Theaters aufgenommen, jedoch nur „für niedrige technische Arbeiten“. Das Romanfragment endet mit der langen Zugfahrt nach Oklahoma, wo Karl zum ersten Mal die „Größe Amerikas begreift“. Kafka soll laut Brod geplant haben, dass Karl im Theater nicht nur Rückhalt und Beruf, sondern sogar die Eltern und die Heimat wieder findet. Dem widerspricht eine Tagebuchnotiz von 1915, wonach der „schuldlose“ Karl wie Josef K., der Held des späteren Prozessromans, „strafweise umgebracht“ wird. Im Gegensatz zu dem gängigen Amerikaklischee der erfolgreichen Karriere des tüchtigen Einwanderers zeigt uns der erste Roman Kafkas einen erschütternden, permanenten sozialen Abstieg eines gutwilligen und naiven Jungen. Der heimatlose Karl, den großer Gerechtigkeitssinn auszeichnet, findet in der Fremde, in einer unpersönlichen Welt kalter Autoritäten und Hierarchien keinen Platz.

3. Franz Kafka - Kurzbiographie

Franz Kafka wird am 03.07.1883 als erstes Kind jüdischer Eltern in Prag geboren. Seine Eltern sind vom väterlichen Geschäft voll in Anspruch genommen und vernachlässigen ihren Sohn, der sehr unter dem Einfluss ständig wechselnden Dienstpersonals steht. Er durchläuft eine solide Schullaufbahn und studiert im Anschluss in Prag Jura. Seinen anschließenden Beruf bei einer Versicherungsgesellschaft sieht er nur als Last, die ihn an seiner Leidenschaft, dem Schreiben hindert. Er wird nach und nach zum introvertierten Einzelgänger und interessiert sich kaum für gesellschaftliche und politische Zusammenhänge. Er wirkt unsicher, hält sich teilweise für einen Lebensversager, neigt zu Depressionen und zeigt zwanghafte Züge.

In den Romanen und den meisten Erzählungen kreist Kafka immer wieder um die Themen des Ausgeschlossen-Seins aus der Gesellschaft und den Kampf um die Eingliederung. Zu Lebzeiten war Kafka nur sehr eingeschränkt anerkannt und hatte nur sehr wenig veröffentlicht. Er arbeitete vorwiegend in den Nachtstunden, da er dann nicht mehr von seinen Familienmitgliedern gestört wurde, die wenig Verständnis für seine Leidenschaft aufbrachten. Auffällig ist, dass er immer wieder sehr intensive Männerfreundschaften pflegt, jedoch scheitern seine Frauenbeziehungen immer wieder.

Die rätselhafte Natur seiner Texte hat Interpretationen seit jeher schwierig gestaltet. Nach vielen Versuchen hat man Kafka zu einem unergründlichen Autor erklärt.

Kafka erkrankt 1917 an einer Lungentuberkulose und versucht vergeblich diese Krankheit zu bekämpfen. Am 03.07.1924 stirbt er in der Nähe von Wien an den Folgen der Krankheit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Über Franz Kafkas Roman "Der Verschollene" - Die Beziehung des Protagonisten Karl Roßmann zur restlichen Figurenwelt
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V37234
ISBN (eBook)
9783638366427
ISBN (Buch)
9783638855013
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franz, Kafkas, Roman, Verschollene, Beziehung, Protagonisten, Karl, Roßmann, Figurenwelt
Arbeit zitieren
Stephanie Meyer (Autor), 2005, Über Franz Kafkas Roman "Der Verschollene" - Die Beziehung des Protagonisten Karl Roßmann zur restlichen Figurenwelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37234

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