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Vom Informieren bis zum Deklarieren in Texten. Über den bahnbrechenden textfunktionalen Ansatz Klaus Brinkers in der Textlinguistik

Title: Vom Informieren bis zum Deklarieren in Texten. Über den bahnbrechenden textfunktionalen Ansatz Klaus Brinkers in der Textlinguistik

Seminar Paper , 2016 , 19 Pages

Autor:in: Susanne Gohr (Author)

German Studies - Linguistics
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Angesichts der fundamentalen Bedeutung der Textfunktion für die Textlinguistik wollen wir diese im Folgenden genauer unter Betracht nehmen. Im Zusammenhang mit dem Begriff der Textfunktion „sticht“ ein Name in der Linguistik besonders heraus: Klaus Brinker. Er prägte die Text- und Gesprächslinguistik mit seinen Überlegungen maßgeblich und so werde ich mich im Rahmen dieser Arbeit auf sein Verständnis von Textfunktionen fokussieren.

Welches Verständnis hat Klaus Brinker also von Textfunktionen im Rahmen einer handlungsorientierten Textlinguistik? Weiterhin fand vor allem sein Klassifikationsansatz von Textfunktionen große Resonanz; was zeichnet diesen also aus, was grenzt ihn von anderen Ansätzen ab und was kann und soll er leisten?

Ausgehend von den genannten Fragen werde ich in der vorliegenden Hausarbeit wie folgt vorgehen: zunächst einmal umreiße ich den theoretischen Hintergrund, der grundlegend für das Konzept der Textfunktion ist. Nach diesem thematischen Einstieg werde ich auf eine nähere Bestimmung des Begriffs der Textfunktion eingehen und zeigen, wie sie sich in Texten ermitteln lässt.

Nachdem eine genauere begriffliche Bestimmung erfolgt ist, präsentiere ich Brinkers Vorschlag zur Klassifikation von Textfunktionen und stelle heraus, was diese leisten kann bzw. soll. Im zweiten Teil meiner Arbeit widme ich mich schließlich einer kritischen Reflexion über Brinkers Ansatz. Was kann die Klassifikation demnach nicht leisten, wo sind Defizite feststellbar? Ausgehend davon stelle ich das „Ertragsmodell“ nach Kirsten Adamzik vor, das eine neuere Entwicklung in der Textlinguistik darstellt und innovative Herangehensweisen an das Analysesobjekt Text beinhaltet, bevor ich in Form des Schlusses die gemachten Erkenntnisse resümiere.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Textfunktion als Gegenstand der kommunikationsorientierten Textlinguistik

2.1 Theoretischer Einstieg

2.2 Die Textfunktion

2.2.1 Zur Ermittlung von Textfunktionen

2.3 Zur Klassifikation von Textfunktionen

2.3.1 Die Informationsfunktion

2.3.2 Die Appellfunktion

2.3.3 Die Kontaktfunktion

2.3.4 Die Obligationsfunktion

2.3.5 Die Deklarationsfunktion

3. Reflexion

3.1 Grenzen des textfunktionalen Ansatzes

3.2 Das Ertragsmodell von Kirsten Adamzik

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Textfunktionen innerhalb der handlungsorientierten Textlinguistik mit einem speziellen Fokus auf den Ansatz von Klaus Brinker und eine kritische Gegenüberstellung zum Ertragsmodell von Kirsten Adamzik.

  • Grundlagen der handlungsorientierten Textlinguistik und Sprechakttheorie
  • Die Bestimmung und Klassifikation von Textfunktionen nach Klaus Brinker
  • Methodische Indikatoren zur Identifikation von Textfunktionen
  • Kritische Reflexion der "Monotypieforderung" und Sprecherzentriertheit
  • Einführung in das alternative Ertragsmodell von Kirsten Adamzik

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Textfunktion

In seinen Überlegungen knüpft Brinker am Ansatz Ernst Ulrich Großes an, der den wohl bisher „differenziertesten Ansatz zur Beschreibung von Textfunktionen“ vorlegt hat. (Brinker/ Cölfen/ Pappert, 2014, S. 97) „Unter ‚Textfunktion‘ versteht er ‚die in einem Text encodierte, sich im Text als Kommunikationsinstrument ausgeprägte Intention, und zwar [..] wie der Empfänger sie verstehen soll‘.“ (Brinker, 1983, S. 131) Weiterhin formuliert er: „Die Textfunktion als die im Text ausgedrückte Kommunikationsabsicht des Emittenten ist sozusagen ‚die Instruktion des Empfängers über den für den für den jeweiligen Text vom Sender gewünschten Verstehensmodus‘ [..]“.

Daran anknüpfend definiert Brinker Textfunktionen wie folgt: „Der Terminus ‚Textfunktion‘ bezeichnet die im Text mit bestimmten konventionell geltenden, d.h. in der Kommunikationsgemeinschaft verbindlich festgelegten Mitteln ausgedrückte Kommunikationsabsicht des Emittenten. Es handelt sich also um die Absicht des Emittenten, die der Rezipient erkennen soll, sozusagen um die Anweisung (Instruktion) des Emittenten an den Rezipienten, als was dieser den Text insgesamt auffassen soll, z.B. als informativen oder als appellativen Text.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Textbegriff aus Sicht der Textlinguistik und führt in die Bedeutung des handlungsorientierten Ansatzes sowie in die zentrale Rolle der Textfunktion ein.

2. Die Textfunktion als Gegenstand der kommunikativen Textlinguistik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Textfunktion, ihre Ermittlung durch Illokutionsindikatoren und stellt Brinkers Klassifikation der fünf Hauptfunktionen vor.

3. Reflexion: Das Kapitel bietet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ansatz von Brinker, hinterfragt die Unifunktionalität und führt mit dem Ertragsmodell von Adamzik eine alternative Analysemethode ein.

4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und resümiert die theoretische Entwicklung innerhalb der Textlinguistik.

Schlüsselwörter

Textlinguistik, Textfunktion, Klaus Brinker, Kirsten Adamzik, Sprechakttheorie, Handlungscharakter, Kommunikationsabsicht, Ertragsmodell, Textklassifikation, Illokution, Textsorte, Handlungsorientierung, Kommunikationsgemeinschaft, Intentionalität, Textanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die textlinguistische Definition und Kategorisierung von Textfunktionen, wobei der Fokus auf dem einflussreichen Ansatz von Klaus Brinker liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft die Sprechakttheorie mit der Beschreibung von Texten und diskutiert die Grenzen klassischer funktionaler Modelle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Verständnis von Textfunktionen nach Brinker darzustellen und dieses durch eine kritische Reflexion und den Vergleich mit Adamziks Ertragsmodell zu erweitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die handlungsorientierte Ansätze der Linguistik vergleicht und reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der fünf textuellen Grundfunktionen, eine methodische Kritik und die Vorstellung des dynamischen Ertragsmodells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Textfunktion, handlungsorientierte Textlinguistik, Autor-Intention und das Ertragsmodell.

Wie unterscheidet Brinker Textfunktionen von Textwirkungen?

Brinker differenziert die Textfunktion als konventionalisierte Intention des Sprechers von der Textwirkung, die als perlokutionärer, nicht konventionalisierter Effekt auf den Rezipienten verstanden wird.

Warum übt Adamzik Kritik an Brinkers Ansatz?

Adamzik kritisiert insbesondere die "Kategoriearmut" (Beschränkung auf fünf Funktionen) und die "Monotypieforderung", die ein komplexes Kommunikationsgeschehen zu stark vereinfache.

Was versteht Adamzik unter einem "Ertrag"?

Der Ertrag ist eine dynamische Kategorie, die alles umfasst, was Produzenten und Rezipienten aus einem Text gewinnen können, und ersetzt somit die eng gefasste Autor-Intention.

Kann man Brinkers Modell auch auf literarische Texte anwenden?

Nein, der Ansatz ist laut der Arbeit explizit auf schriftlich-monologische Gebrauchstexte beschränkt, weshalb er für literarische oder dialogische Texte nur begrenzt aussagekräftig ist.

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Details

Title
Vom Informieren bis zum Deklarieren in Texten. Über den bahnbrechenden textfunktionalen Ansatz Klaus Brinkers in der Textlinguistik
College
RWTH Aachen University
Author
Susanne Gohr (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V372370
ISBN (eBook)
9783668510289
ISBN (Book)
9783668510296
Language
German
Tags
informieren deklarieren texten über ansatz klaus brinkers textlinguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Gohr (Author), 2016, Vom Informieren bis zum Deklarieren in Texten. Über den bahnbrechenden textfunktionalen Ansatz Klaus Brinkers in der Textlinguistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372370
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