Kurt Hahns Theorie der Erlebnispädagogik erklärt an seinem Referenzobjekt Schloss Salem


Hausarbeit, 2017

22 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werke des Kurt Hahns
2.1. Biografie
2.1.1. Die ersten Jahre und Jugend von Kurt Hahn
2.1.2. die Charakterbildung des Heranwachsenden
2.1.3. Werke und Wirken als Erwachsener
2.2. Theorie der Erlebnispädagogik

3. Die Schule Schloss Salem
3.1. Geschichte im Fokus auf die Zusammenarbeit mit Max von Baden
3.2. Die sieben Salemer Schulgesetze
3.3. Umsetzung seiner Erziehungsziele

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Reformpädagogische Bildungsmodelle gewannen in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Beachtung. Die Pisa-Studie, welche nicht nur als Evaluations-Instrument betrachtet werden kann, hat dem Bildungswesen in gesamt Deutschland die nötige Beachtung gesichert. Nach der Erscheinung der ersten Ergebnisse der Studie wurden viele Kritikpunkte am aktuellen Bildungssystem deutlich. Das führte zur wieder Fokussierung der Modelle, welche zur Zeit der Reformpädagogik entwickelt und begründet wurden. Da sich diE Errungenschaften aus der Reformpädagogik für die allgemeine Pädagogik sehr weit fächern werde ich mich in der Hausarbeit gesondert auf die Erlebnispädagogik spezifizieren. Thematisch wurde ich schon im letzten Semester auf den Zeitraum der Reformpädagogik aufmerksam, dass ich allerdings schon in der 7.Klasse mit dem Vertreter Kurt Hahn in Berührung kam wurde mir erst beim Recherchieren für diese Hausarbeit deutlich. Nach einigen schlechten Arbeiten versuchte uns damals unsere Französisch Lehrerin mit folgenden Worten zu motivieren: „Plus est en vous! - In euch steckt mehr!“. Dass dieser Ausspruch ein Zitat von einem, der berühmtesten Reformpädagogen stammt, war mir zu der Zeit noch nicht bewusst. Jedoch nicht nur diese Verbindung bewegte mich dazu mich über Hahn und seinen Erziehungstheorien zu beschäftigen, sondern stieß ich bei meinen Recherchen auf den enormen Schaffensdrang Hahns und sein größtes Projekt Schloss Salem, zur Umsetzung seiner Erziehungsziele. Durch den Austausch mit einer guten Freundin, welche ihren Abschluss am Schloss Salem vollzog, wurde das Interesse für diese Thematik immer größer. Dieser kurze Aufsatz soll nun im Folgenden einen Überblick über das Leben des Reformpädagogens Kurt Hahn und sein Projekt Schloss Salem erstellen. Zu Beginn gliedert sich meine Hausarbeit in einen biografischen Ausblick sowie die Erläuterung seiner Erziehungsziele und Werte, welche er an seinem Projekt Schloss Salem ausführte. Zu diesem Projekt sowie seine dort vermittelten Grundgedanken wird sich ein weiterer Teil der Arbeit erstrecken. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit wird sich mit dem Einfluss und der Zusammenarbeit Kurt Hahns mit Max von Baden beziehen. Außerdem will ich herausstellen ob seine Rolle als Vordenker und Begründer der Erlebnispädagogik gerechtfertigt ist und ob seine Erziehungsziele in Schloss Salem umgesetzt wurden und die Aktualität seiner Gründungsgedanken überprüfen.

2. Leben und Werke des Kurt Hahns

Der Lebensweg von Kurt Hahn ist sehr vielschichtig und erlebnisreich verlaufen. Er gilt nicht nur als einer der bedeutendsten Vertreter der Reformpädagogik, sondern auch als BegRünder der Erlebnispädagogik. Sein Wirken ist als sehr umfangreich zu charakterisieren. In Anette Reiners „Erlebnis und Pädagogik“ wird Kurt Hahn sogar als „Urvater der Erlebnispädagogik“ bezeichnet. Die Wirkung seines Umdenkens brachte die Bildung und Forschung nicht nur zu der Zeit der Reformpädagogik, sondern bis heute voran. Bei der Recherche stellte sich allerdings das Problem ein, dass Kurt Hahn, trotz seiner bedeutenden Wirkung für die Pädagogik, kaum schriftliche Werke hinterließ. Man bezieht sich mehr auf viele seiner Reden oder Aufsätze. Außerdem verfassten während und nach seinem Ableben viele Pädagogen, welche zu ihm und seinen Leistungen aufblickten, Werke zum Inhalt des Hahn’schen Erziehungsstils und seinem Referenzobjekt Schloss Salem. Diese Sekundärliteratur verfassten zum Beispiel: Hermann Röhrs, Hartmut von Hentig, Golo Mann und Hans-Michael Elzer. Auf einige dieser genannten Schriftsteller werde ich mich in dieser Arbeit genauer beziehen.

Diese von ihm auf Schloss Salem geschaffene Schulform besteht bis heute mit inhaltlich noch sehr vielen Parallelen zu den Grundgedanken, mit welchen Hahn das Schloss Salem gründete. Aus den genannten Gründen wird sich auch meine Arbeit mehr auf die historischen Fakten und Schriftliche Arbeiten und Werke beziehen, welche sich auf das Leben des Kurt Hahn beziehen. Kurt Hahn ist nicht für seine Arbeit als Schriftsteller gerühmt worden, sondern für sein lebenslanges Engagement und die Hingabe für seine Überzeugungen. Seine Werke beziehen sich, wie schon genannt, weniger auf die schriftlichen Überlieferungen Hahns, sondern mehr auf seine Schaffungen und Gründungen, sowie sein Umdenken für den Pädagogik-Begriff. Die vielen Schulen, welche er nicht nur gründete, sondern auch in ihren Konzepten ganz neue Standpunkte für die Erziehung entwickelte, sorgen bis heute dafür, dass der Name Kurt Hahn international nicht in Vergessenheit gerät. Um zu verstehen wie sich der Weg hin zur Entwicklung solcher effektiven Erziehungstheorien erstreckt ist allerdings auch der Lebensweg von Kurt Hahn sehr wichtig. In den folgenden Punkten wird sich der Entwicklungsweg, von Hahn und seinem Schaffensdrang, in Form von biografischen Fakten erstrecken. Denn auch der familiäre Umgang und die dort vermittelten Werte spielen eine bedeutende Rolle.

2.1. Biografie

„Politiker ohne Amt, Pädagoge ohne Ausbildung, Schöpfer einer internationalen Erziehungsrepublik“ (Pielorz 1991, S.99). Diese Beschreibung passt auf Kurt Hahn sehr treffend zu, wie ich finde. Sein Lebenswerk zeichnete sich durch sein unheimlich großes Engagement für eine Bildung und Erziehung aus. Sie sollte den Menschen zu einem selbstverantwortlichen sittlichen Individuum für die Gesellschaft machen (vgl. ebd., S. 100). Die Einflüsse, mit denen der junge Kurt Hahn aufwuchs, spielen eine bedeutende Rolle für seine, vorrangig am Schloss Salem entwickelten, internationalen Erziehungspolitik. Diese vom ihm gegründete Anstalt steht als Standpunkt der Verbreitung seiner Theorien und Überzeugungen in die gesamte Welt (vgl. Winthrop-Young 1986, S.14). Diese Anstalt repräsentiert bis heute die Ideen und Gedanken einer der, für die allgemeine und internationale Pädagogik bedeutendsten Wirkungsträger. Im Folgenden werde ich die Einflüsse der Erziehung und des Aufwachsens von Kurt Hahn auf seine später entwickelten Theorien erörtern.

2.1.1. Die ersten Jahre und Jugend von Kurt Hahn

Am 05. Juni 1886 erblickte Kurt Hahn als Sohn eines jüdischen Industriellen in Berlin das Licht der Welt. (vgl. Pielorz 1991, S. 44) Diese Herkunft übte einen starken Einfluss auf das Umfeld des jungen Kurt Hahn aus. „Vor allem aber die Wärme und Harmonie des Hauses und die glückliche Ehe seiner Eltern, Achtung und liebevoller Umgang mit der alten Mutter prägten ihn tief, hinterließen Spuren in seiner späteren Pädagogik.“ (Pielorz, 1991, S. 46) Die Erziehung seiner Eltern Oskar Hahn und Charlotte, geborene Landau, wurde stark durch jüdische Traditionen geprägt. (vgl. Hahn 1958, S.94) Sein sehr autoritärer Vater hatte einen ebenso großen Einfluss auf den Jungen Hahn, wie seine sehr gutmütige Mutter, welche für ihn nicht nur als Vorbild galt, sondern auch als eine Art Mentor. (Landau – Wegner,1966, S. 107) Doch nicht nur die Gabe, das Gute im Menschen zu sehen wurde ihm durch seine Eltern vermittelt, sondern auch viele Punkte eines organisierten und führungskompetenten Leitungsstils wurden ihm schon sehr früh zuteil. Außerdem legten beide Eltern einen großen Wert auf eine naturverbundene Erziehung. Kurt verbrachte seine Kindheit als einer von vier Söhnen viel mit verschiedenen Entdeckungstouren durch Wald und Wiese sowie mit gemeinsamen Bootsfahrten. Durch diese Erlebnisse entwickelte Kurt Hahn schon früh seine starke Liebe zur Natur, welche sein pädagogisches Wirken später stark beeinflusste. Jedoch prägten nicht nur diese positiven Erlebnisse sein Aufwachsen. Denn der Tod einer seiner älteren Brüder im Alter von 11 Jahren und auch der frühe Tod seines Vaters, als Hahn gerade 18 Jahre alt war, hatten einen Einfluss auf den bis dahin sehr gefestigten jungen Mann. (vgl. Pielorz 1991, S. 44f). Vieler dieser, in dem Alter vermittelten, Grundgedanken finden sich in vielen Aufsätzen oder Reden Kurt Hahns wieder und belegen damit deutlich den Einfluss seiner Eltern auf die Entwicklung seiner neuen Theorien zur Pädagogik.

2.1.2. die Charakterbildung des Heranwachsenden

Kurt Hahn entwickelte sich rasch zu einem selbstständigen jungen Mann. Er legte im Jahre 1904 sein Abitur am Französischen Gymnasium in Berlin ab und ging anschließend nach England, wo er am berühmten Christ Church College Oxford ein vielseitiges Studium begann. Schon an diesem Zeitpunkt zeigte sich das deutliche Interesse Hahns an Pädagogik und Erziehung. Sein Studium beinhaltete unter anderem Philosophie, Pädagogik und Nationalökonomie (vgl. Stichwort: Hahn, Kurt. In: Bertelsmann Lexikon 1992, S. 19). An dieser Universität prägten ihn viele Einflüsse unter anderem Platons Lehre und Englische Literatur von Hermann Lietz. Die Grundgedanken von der Unbeflecktheit und Reinheit des jungen Menschen finden sich auch in seinen später entwickelten Erziehungstheorien wieder.

Nach der Rückkehr nach Deutschland führte er erst sein Studium an der Universität in Berlin fort. Jedoch wechselte er aus gesundheitlichen Gründen oft seinen Studienort. Er studierte unter anderem in Heidelberg, Göttingen und Freiburg (Erna Blencke 1960, S. 35). In diesem Zeitraum veröffentlichte Hahn sein erstes Werk, es erschien 1910. In der Erzählung „Frau Elses Verheißung“ verarbeitete er seine Kindheitserfahrungen (Hahn 1910) Zwischen den Jahren 1911 bis 1914 kehrte Kurt Hahn dann wieder nach Oxford zurück um sein Studium fortzusetzen (Karsten Plöger 1911-1913, No. 2, S. 196–214.). Diese Zeit prägte Hahns Auffassungen von Erziehung maßgebend, er entwickelte eine hohe Wertschätzung für Freilufterziehung und Sport orientierte Pädagogik. Außerdem lernte er in England eine sehr große Weltoffenheit und Akzeptanz kennen, welche ihn sehr beeindruckten (Reventlow 2001, S.26). Anschließend sorgte der mangelnde Gesundheitszustand Hahns dafür, dass er als kriegsunfähig erklärt wurde und arbeite folgend an sein Studium als England-Experte im ersten Weltkrieg für das Auswärtige Amt. Diese Qualifizierung bekam er durch seine Aufenthalte in England und auch seine Studienbekanntschaften waren ein wichtiger Faktor für die deutsche Regierung ihn dort einzusetzen.

Bemerkenswert ist, dass Kurt Hahn schon als junger Student seine ersten Bildungskonzepte erarbeitete. Diese hielten sich damals noch in sehr einfachen Zügen, jedoch wird schon dort deutlich das Kurt Hahn mit seinem Herzen und seiner ganzen geistigen Fähigkeit ein Ziel mit sich trägt in das er seine ganze Kraft stecken wird.

2.1.3. Werke und Wirken als Erwachsener

Seine Anstellung im Auswärtigen Amt bedeutet für Kurt Hahn den Startschuss seiner politischen Karriere, denn dort konnte er sich nicht nur weiterbilden, sondern auch viele Kontakte knüpfen, welche sein Wirken im Späteren bestärken und unterstützen konnten. Auch die Freundschaft zu Prinz Max von Baden entstand zu dieser Zeit. Da diese von besonderer Bedeutung ist wird sich ein ausgedehnter Teil der Arbeit noch genauer darauf beziehen. Jedoch stieß er zu dieser Zeit nur auf geringen Zuspruch und die meisten seiner Ideen und Vorschläge wurden noch nicht ernst genommen. Als er nach einer Befehlsgebung, unschuldige Zivilisten zu töten, mit seinem Vorgesetzten aneinandergeriet, wechselte er seine Position im Auswärtigen Amt. Er war nun fast in direkter Zusammenarbeit mit General Ludendorff und der Obersten Heeresleitung.

Durch die familiäre Stellung seines Vaters und durch seine Arbeit im Auswärtigen Amt knüpfte er weitläufige politische Beziehungen. Er hielt unter anderem Vorträge in der liberalen „Deutschen Gesellschaft 1914" und im pazifistischen „Bund Neues Vaterland“. (Flitner, 1975, S. 95f). Nennenswert ist außerdem, Kurt Hahns Teilnahme an der Friedenskonferenz in Versailles als Berater für verschieden Minister. Seine Einstellung zum Versailler Frieden war nicht sehr positiv. Sein Verständnis war nicht mit den Ergebnissen der Konferenz vereinbar, Deutschland als einzigen Kriegsschuldigen anzusehen. Auch, dass die Alliierten durch eine Hungerblockade die Frage von „Schuld und Sühne“ vergelten wollten lehnte Hahn strikt ab (vgl. Hahn 1919b, S. 99ff.).

Diese politische Einstellung einer neuartigen, offenen, demokratischen Ordnung fand damals leider nur wenig Anklang. Nachdem die Friedensverhandlungen abgeschlossen waren, ging Kurt Hahn mit Prinz Max von Baden nach Salem am Bodensee und nahm dort den Posten als politischen Berater an. Dort entwickelten die beiden im Schloss des Prinzen ein Landerziehungsheim. Bemerkenswert ist das bereits nach 10 Jahren über 400 Schüler und Schülerinnen, den weiter entwickelten Salemer Schulstaat besuchen. Zu der Zeit der Gründung von Schloss Salem schrieb Hahn eines der von ihm überlieferten Werke die „Memoiren“ von Max von Baden.

Die Gründung von mehreren Schulen ist für Kurt Hahn in den nächsten Jahren zu verzeichnen[1]. Mit der Machtergreifung Hitlers und die Entstehung des dritten Reiches wurde Hahn dazu gezwungen Deutschland zu verlassen und emigrierte nach seiner Entlassung aus dem Schuldienst durch die Nationalsozialisten. Im Juli 1933 gründete er in seiner Niederlassungsstätte in Schottland die British Salem School (vgl. Setzen, Sechs! - Schulgeschichten aus Deutschland (1/3). Verlorene Kindheit. Dokumentarfilm von Dora Heinze im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 8. Dezember 2005). Dort entwickelte er verschiedene Konzepte, welche die Grundvoraussetzungen für Erlebnispädagogik darstellen.

Ein weiterer nennenswerter Fakt, welcher Hahn in der Entstehung seiner Theorien weiterbrachte, war die Einladung eine Rede am NATO Defence College zu halten. Ihm begegnete dort ein sehr kooperatives und freundschaftliches Zusammenarbeiten, von Nationen und Gesellschaftsgruppen, welche sich bis kurze Zeit vorher im zweiten Weltkrieg bekämpft hatten. Es entstand nun ein Konzept, welches den entstehenden Konflikten durch den Kalten Krieg entgegenwirken sollte. Das sogenannte United World Colleges Konzept besteht aus einem Zusammenschluss internationaler Schulen und somit können alle beteiligten Schüler nicht nur zusammen lernen, sondern auch gemeinsam von den unterschiedlichen Kulturen, Normen und Werten. (Arnd Krüger 2001 S. 19–41; hier bes. S. 22). Dieses Konzept versuchte er bis zu seinem Tod, in Deutschland auszubauen und somit das deutsche Schulnetz international zu verknüpfen. Wie schon genannt ist es schwer das Wirken Hahns an Überlieferungen fest zu machen, jedoch erhielt er zu Lebzeiten verschieden Auszeichnungen, welche deutlich machen von welch hoher Bedeutung seine entwickelten Konzepte für Bildung und Erziehung waren. Eine dieser Auszeichnungen ist zum Beispiel die Ehrendoktorwürde der Universitäten Edinburgh und Berlin. Kurt Hahn verstarb im Alter von 85 Jahren in Salem, wo er auch beigesetzt wurde. (vgl. Pielorz 1991, S. 46) In seiner Gründungsanstalt Schloss Salem entwickelte sich über die Jahre ein ganzes Kurt-Hahn-Archiv zu seinem Gedenken.

2.2. Theorie der Erlebnispädagogik

Als ein externes Feld der allgemeinen Pädagogik etablierte sich das Gedankengut, einer Erlebnis-bezogenen-Pädagogik, schon zurzeit von Jean-Jacques Rousseau. Dieser gilt als Vordenker und beeinflusste durch seine Theorien Pädagogen auf der ganzen Welt. Für die Entwicklung der deutschen Pädagogik ist vor allem der Name Kurt Hahn von besonderer Bedeutung. Von seinen vorerst sehr einfach gehaltenen Bildungskonzepten erweiterte in den dreißiger-Jahren eine eigene Erlebnis- und Bewegungs-Therapie. Dieses in England erprobte Konzept war weit von den üblichen reformpädagogischen Methoden, welche zu dieser Zeit anerkannt waren, entfernt.

Hahn wird in vielen der ihm gewidmeten Schriften als Ausnahmeerscheinung beschrieben, auch die Formulierung des Grenzgängers wird oft mit ihm in Zusammenhang gebracht. Er wirkte nicht nur als Pädagoge und Politiker für Deutschland, sondern sind seine Thesen und Konzepte schon damals International bekannt. Doch auch für sein fokussiertes Streben wurde Kurt Hahn oft geehrt. Seine Prioritäten bezogen sich vor allem auf die politische Erziehung. Für ihn ist klar das die Erziehung der heranwachsenden Gesellschaft nicht von der Politik geregelt werden kann, sondern das durch die Erziehung erst eine angemessene fortschrittliche politische Bildung stattfinden kann.

Für ihn liegt es in der Hand der nächsten Generation die Welt zu erhalten oder an den Stellen, an denen es die Menschen schon versäumt haben die Ordnung wiederherzustellen. Damit bezog er sich vor allem auf die Kriegssituation, welche in Deutschland herrschte und Kurt Hahn miterleben musste. Auch die bereits bekannte Naturverbundenheit Hahns zeichnete sich in seinem Verständnis von Erziehung und Bildung ab. Eine Überzeugung von Kurt Hahn war, dass Alltagssituationen mit hoher Authentizität geschaffen werden mussten, um den Schülern ein effektives Lernumfeld zu bieten. Er bediente sich bei seiner Erziehung also nicht künstlich geschaffenen Situationen, sondern brachte die Realität an die Kinder, welche daraus lernen mussten auch wenn es ihnen missfiel. Die Ernsthaftigkeit und unmittelbaren Problemstellungen des Lebens sollten den Schülern helfen, sich zu sittlichen selbständigen Menschen zu entwickeln. Auch die Ansätze das Gefühl physisch und psychischer Anstrengen zu erleben, mit einem Nutzen und Gefälligkeit zu erfahren, sind bis heute die Leitgedanken einer effektiven Erlebnispädagogik.

[...]


[1] Weitere Schulen: Hermannsberg (1925), Spetzgart (1929), Hohenfels (1931), und Birkelhof (1932)

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Kurt Hahns Theorie der Erlebnispädagogik erklärt an seinem Referenzobjekt Schloss Salem
Hochschule
Universität Erfurt  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V372386
ISBN (eBook)
9783668507203
ISBN (Buch)
9783668507210
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kurt Hahn
Arbeit zitieren
Vanessa Wiedenhöft (Autor:in), 2017, Kurt Hahns Theorie der Erlebnispädagogik erklärt an seinem Referenzobjekt Schloss Salem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372386

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