Diese Hausarbeit widmet sich dem Phänomen der Street-Art von Banksy aus der Perspektive der Feldtheorie Bourdieus. Die Arbeit umfasst 5 Kapitel, inklusive Einleitung und Fazit. Kapitel 2 geht allgemein auf das Konzept sozialer Felder bei Bourdieu ein. Kapitel 3 rekonstruiert Street-Art als Subfeld des Kunstfeldes und geht ausführlich auf Banksy ein. Kapitel 4 diskutiert die zentralen Überlegungen zum Erfolg des Künstlers. In Kapitel 5 wird ein abschließendes Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Feldtheorie von Pierre Bourdieu
2.1 Der Feldbegriff
2.2 Das Feld der Kunst
3 Feld der Street Art im Feld der Kunst
3.1 Strukturprinzipien
3.2 Feld der Street Art im Feld der Kunst
3.3 Der Künstler Banksy
3.4 Banksy im Feld der Kunst
4 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Street-Art-Künstler Banksy auf Basis der Feldtheorie von Pierre Bourdieu, um dessen Positionierung im Spannungsfeld zwischen der autonomen Kunstwelt und der Street-Art-Subkultur soziologisch zu verorten.
- Grundlagen der Feldtheorie nach Pierre Bourdieu
- Strukturanalyse des Feldes der Kunst
- Charakteristika der Street-Art als Subkultur
- Die ambivalenten Marktstrategien und der Status von Banksy
- Diskussion über Legitimität und den Vorwurf des „Sell-out“
Auszug aus dem Buch
3.3 Der Künstler Banksy
Der Künstler Banksy legt großen Wert darauf, seine Identität vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. Die Geheimhaltung seiner Identität beschreibt Hattenstone als unverzichtbar für den Künstler, da seine Graffiti-Kunst illegal ist. Der Autor schätzt die Wichtigkeit der Geheimhaltung und Banksys Bedeutung für Graffiti-Szene so hoch ein, dass er ein Ende des Graffiti vorhersagt, sollte Banksy seine Identität öffentlich machen (Hattenstone 2003: online). Die Geheimhaltung seiner Identität macht einen kann aber auch als Teil seiner Marketingstrategie angesehen werden. Zeitungsberichten zufolge wurde er 1974 als Robin oder Robert Banks im englischen Bristol geboren (vgl. Reinecke 2007: 11). Er erlangte insbesondere größere Bekanntheit aufgrund seiner Schablonengraffiti, die er in London an Fassaden illegitim anbrachte. Außerdem kauften bekannte Personen wie Brad Pitt, Angelina Jolie und Kate Moss seine Kunstwerke. Dies verschaffte Banksy zusätzlich große Bekanntheit (vgl. ebd.).
Zu Banksys Motiven gehören beispielsweise die Queen mit einem Affengesicht, einen Blumen werfenden Demonstranten oder schwer bewaffnete Polizisten, deren Gesichter er durch Smileys ersetzte (vgl. Lanik 2009: 30). Julia Reinecke bezeichnet Banksys Kunst als „politisches Schablonengraffiti subversiv und humorvoll (vgl Reinecke 2007: 11 & 65). Banksy beschreibt seine Schablonengraffitis folgendermaßen: „recognizing in them the potential for strong images and a quality of line with the strenght to captivate an audience and twist their perceptions“ (Manco 2002: 76).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen Street Art ein und formuliert das Ziel, den Künstler Banksy mittels der Feldtheorie Bourdieus soziologisch zu analysieren.
2 Die Feldtheorie von Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Feld, Habitus, illusio und Nomos, die für die Analyse künstlerischer Felder essenziell sind.
3 Feld der Street Art im Feld der Kunst: Hier wird die Subkultur Street Art definiert, von anderen Feldern abgegrenzt und die Rolle von Banksy sowie dessen Marktwert innerhalb dieser Strukturen untersucht.
4 Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Problematik der Legitimität von Banksy und setzt sich mit dem Vorwurf des „Sell-out“ sowie seiner medienwirksamen Selbstinszenierung auseinander.
5 Fazit: Das Fazit resümiert die theoretische Anwendbarkeit von Bourdieus Modell auf Banksy und stellt fest, dass dessen Position aufgrund seiner ökonomischen Unabhängigkeit und seines paradoxen Verhältnisses zum Kunstmarkt prekär bleibt.
Schlüsselwörter
Pierre Bourdieu, Feldtheorie, Street Art, Banksy, Habitus, Kunstmarkt, Subkultur, Legitimität, Symbolisches Kapital, Soziologie, Kreativität, Autonomie, Marketingstrategie, Konsekration, Avantgarde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Street-Art-Künstler Banksy aus einer soziologischen Perspektive, wobei sie insbesondere die Feldtheorie von Pierre Bourdieu anwendet, um sein Handeln und seine Anerkennung in verschiedenen sozialen Räumen zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Theorie sozialer Felder nach Bourdieu, die Struktur der Street-Art-Subkultur und die ökonomische sowie künstlerische Einordnung von Street Art im klassischen Kunstbetrieb.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Banksys Rolle als Akteur zu analysieren, der zwar aus der illegalen Street-Art-Szene stammt, aber durch seine Markterfolge und Inszenierungen ein komplexes Verhältnis zum etablierten Feld der Kunst pflegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch geleitete Fallstudie, basierend auf der Literaturrecherche zur Feldtheorie Bourdieus und der Anwendung dieser Konzepte auf empirische Beobachtungen zum Werk und zur Karriere von Banksy.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorie, die Charakterisierung von Street Art als Feld und die spezifische Analyse von Banksy, inklusive seiner Motivwahl, seiner Identitätsstrategien und seiner Konflikte mit dem Kunstmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bourdieu, Feldtheorie, Street Art, Banksy, symbolisches Kapital, Legitimität und der künstlerische Habitus.
Wie erklärt die Arbeit den Vorwurf des "Sell-out" gegen Banksy?
Der Vorwurf resultiert aus der Spannung zwischen dem ursprünglichen, illegalen Charakter der Street Art und Banksys zunehmendem kommerziellen Erfolg, der von vielen Akteuren der Szene als eine Instrumentalisierung des eigenen Rufs interpretiert wird.
Warum spielt die Anonymität von Banksy eine zentrale Rolle?
Die Anonymität dient einerseits dem Schutz vor rechtlichen Konsequenzen der illegalen Tätigkeit, wird aber von der Arbeit auch als gezielte Marketingstrategie gewertet, die den Mythos um den Künstler stärkt und seinen Marktwert erhöht.
- Arbeit zitieren
- Johanna Günther (Autor:in), 2017, Bourdieus Feld der Kunst und der Street-Art-Künstler Banksy, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372396