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Grundlegung, Gestaltungsprinzipien und Organisation der Jugendhilfeplanung

Title: Grundlegung, Gestaltungsprinzipien und Organisation der Jugendhilfeplanung

Term Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Jan Sachsenröder (Author)

Social Work
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Mit der Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) hat die Gestaltung der Jugendhilfeplanung neue bedeutende Fortschritte gemacht. Zunehmend spielt sie eine tragende Rolle bei politischen Entscheidungen der kommunalen Jugendhilfe, in denen über Maßnahmen der Jugendhilfe, über Träger und Finanzierungsmöglichkeiten entschieden wird. Alle Träger der öffentlichen Jugendhilfe werden nun in die Pflicht genommen Jugendhilfeplanung zu betreiben. Aufgrund dieser innovativen Verpflichtung aller Jugendämter, ist der große Nachholbedarf an Jugendhilfeplanung in vielen Gebieten der Bundesrepublik unübersehbar geworden. Diese neue Aufgabe bedarf der Reflexion vergangener negativer Planungserfahrungen, sowie auf dieser Grundlage, der Ausarbeitung modernerer und angemessenerer Planungskonzepte (vgl. Merchel, 1994, S. 9). Auch Gerhold Strack stellt fest, dass durch die ne uartige Festlegung der Pflicht zur Jugendhilfeplanung belebende Impulse für die Jugendhilfe folgen können und somit zukunftsorientiertere Voraussetzungen für eine systematische Jugendhilfeplanung geschaffen werden können. Zusätzlich weist er darauf hin, Jugendhilfeplanung und Sozialplanung in einer integrierten Sozialplanung zu verbinden, um Planungsvorhaben realisierbarer zu machen, Arbeitsökonomie zu effektivieren und die notwendigen Daten, welche die Grundlage für beide Planungen bilden, gemeinsam zu sammeln und zu nutzen. Angebote für die verschiedenen Zielgruppen und Problemlagen könnten so besser untereinander abgestimmt werden und es somit zu einer kommunalen und sozialen Infrastruktur kommen, die hilft, planerische, soziale Benachteiligungen zu reduzieren (vgl. Strack, 1996, S.11 f.). Allerdings lässt Strack an dieser Stelle offen, wie diese Möglichkeiten in ihrer Gesamtheit realisiert werden sollen, da er bisher eine zielgruppenübergreifende Sozialplanung in der Praxis noch nicht feststellen konnte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegung der Jugendhilfeplanung

2.1 rechtliche Grundlagen

2.2 fachliche Grundlagen

3. Organisation der Jugendhilfeplanung

3.1 Organisationsanforderungen

3.2 Organisationsformen

4. Gestaltungsprinzipien der Jugendhilfeplanung

4.1 Jugendhilfeplanung als kommunikativer Prozess

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die organisatorischen und prozessualen Anforderungen einer modernen Jugendhilfeplanung unter Berücksichtigung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG). Ziel ist es, Jugendhilfeplanung nicht mehr als statischen, technischen Vorgang, sondern als dynamischen, partizipativen und lebensweltorientierten Aushandlungsprozess zu definieren, um die Qualität der Jugendhilfe nachhaltig zu sichern.

  • Rechtliche und fachliche Fundierung der Jugendhilfeplanung
  • Anforderungen an moderne Organisationsstrukturen in der Jugendhilfe
  • Transformation der Planung hin zu einem kommunikativen Aushandlungsprozess
  • Rolle und Kompetenzen des Jugendhilfeplaners als Moderator
  • Umsetzungsorientierung und Einbindung lokaler Akteure

Auszug aus dem Buch

4.1 Jugendhilfeplanung als kommunikativer Prozess

Im Folgenden möchte ich nun vertiefend auf die schon mehrmals angedeutete prozesshafte Gestaltung der Jugendhilfeplanung eingehen. Vor dem Hintergrund der oben genannten Gründe und für die fachliche Weiterentwicklung der Jugendhilfe scheint klar zu sein, dass der künftige Planungsvorgang Prozess- und Aushandlungscharakter haben muss. Dabei wird die grundsätzliche Steuerbarkeit sozialer Lebenszusammenhänge in Frage gestellt. Der Begriff der „Aushandlung“ rückt in den Mittelpunkt der Jugendhilfeplanung. Dieser Demokratisierungsanspruch bewirkt, dass dem lange vorherrschenden Verständnis von Jugendhilfeplanung als überwiegend technisch geprägter Vorgang, die soziale Sinnhaftigkeit mit dem zentralen Element der Kommunikation gegenübergestellt wird. Es handelt sich hierbei um eine Form des „Inszenierens von Handlungszusammenhängen, um die Fragen der Lebenspraxis einer öffentlichen und politischen Diskussion zuzuführen“ (Keim, 1985, S. 194 in Merchel, 1994, S. 36).

Um den zentralen Begriffen der Kommunikation und Aushandlung gerecht zu werden, besteht eine zentrale Aufgabe des Planungsträger darin, diesen Prozess unter einer größtmöglichen Beteiligung zu gestalten und den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern, mit freien Trägern und Initiativgruppen, Kindern und Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Eltern sowie den Mitarbeitern öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe zu gestalten (vgl. Merchel, 1994, S.37). Nach Gläss/ Hermann geht es in diesem Dialog und Aushandlungsprozess nicht nur darum gemeinsam Probleme zu definieren, sondern auch Ziele, Interessen und Handlungsmöglichkeiten auszuhandeln. Dabei ist es notwendig jeden einzelnen Planungsschritt, ganz nach dem Leitbild, öffentlich und diskursiv zu gestalten. Wird Jugendhilfeplanung in solcher Weise vermittelt und angeregt, kann dies die Tür zu mehr Transparenz und zu einem offenen, fundierten Aushandlungsprozess in der Jugendhilfe öffnen. Dazu sollte die Planung mit ihrem Wissen dazu beitragen, den Kommunikationsprozess nicht nur zu begleiten sondern auch zu bereichern (vgl. Gläss/Herrmann, 1994, S. 32 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die durch das KJHG neu begründete Pflicht zur Jugendhilfeplanung und den daraus resultierenden Bedarf an modernen, reflexiven Planungskonzepten.

2. Grundlegung der Jugendhilfeplanung: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen des SGB VIII sowie fachliche Notwendigkeiten für eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Jugendhilfeplanung.

3. Organisation der Jugendhilfeplanung: Es werden Anforderungen an die Organisation diskutiert, wobei der Fokus auf Sozialraumorientierung, lebensweltorientierten Ansätzen und einer effizienten Vernetzung liegt.

4. Gestaltungsprinzipien der Jugendhilfeplanung: Hier werden die prozesshaften und kommunikativen Aspekte vertieft, insbesondere die Rolle des Planers als Moderator und die Bedeutung von Partizipation.

5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass Jugendhilfeplanung als kontinuierlicher, durch Einbindung aller Akteure geprägter Prozess verstanden werden muss, um politische Relevanz zu gewinnen.

Schlüsselwörter

Jugendhilfeplanung, Kinder- und Jugendhilfegesetz, SGB VIII, Sozialraumorientierung, Lebensweltorientierung, Kommunikativer Prozess, Aushandlungsprozess, Partizipation, Jugendhilfe, Planungsmodell, Sozialplanung, Fachstandards, Prozesshaftigkeit, Modernisierung, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Prinzipien, der Organisation und der inhaltlichen Gestaltung einer modernen Jugendhilfeplanung vor dem Hintergrund gesetzlicher Anforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt rechtliche und fachliche Grundlagen, organisatorische Anforderungen, Beteiligungsformen und den Wandel der Planung hin zu einem kommunikativen Prozess.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendhilfeplanung durch eine prozessorientierte und partizipative Gestaltung moderner, effektiver und fachlich fundierter umgesetzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse existierender Fachliteratur und gesetzlicher Grundlagen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtliche Fundierung, die organisatorischen Anforderungen an Jugendämter sowie die Notwendigkeit, Planung als lebensweltorientierten Dialog zu etablieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jugendhilfeplanung, Kommunikativer Prozess, Sozialraumorientierung, KJHG und Partizipation.

Wie verändert sich die Rolle des Planers in dem beschriebenen Modell?

Der Planer agiert nicht mehr als bloßer Technokrat, sondern als Koordinator und Moderator, der einen Dialog zwischen Betroffenen, freien Trägern und der Politik organisiert.

Welche Kriterien für die Prozesshaftigkeit werden genannt?

Merchel nennt hierbei die Prozesshaftigkeit, die Kommunikationsintensität beziehungsweise Beteiligung sowie die Umsetzungsorientierung als qualitative Kernkriterien.

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Details

Title
Grundlegung, Gestaltungsprinzipien und Organisation der Jugendhilfeplanung
College
Leipzig University of Applied Sciences
Grade
2,3
Author
Jan Sachsenröder (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V37240
ISBN (eBook)
9783638366489
Language
German
Tags
Grundlegung Gestaltungsprinzipien Organisation Jugendhilfeplanung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Sachsenröder (Author), 2003, Grundlegung, Gestaltungsprinzipien und Organisation der Jugendhilfeplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37240
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