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Trans*normaler Wahnsinn. Pathologisierung und Selbstbestimmung von trans* Menschen

Titel: Trans*normaler Wahnsinn. Pathologisierung und Selbstbestimmung von trans* Menschen

Bachelorarbeit , 2017 , 79 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Franziska Jahn (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern trans* Menschen in der Gesellschaft pathologisiert und fremdbestimmt werden. Davon ausgehend untersucht sie, welche Rückschlüsse sich daraus über deren Selbstbestimmung und Anerkennung im Alltag ziehen lassen. Diesbezüglich wird auch die Notwendigkeit gender- und diversitätsbewusster Ansätze in der Sozialen Arbeit diskutiert. Diese deskriptive Arbeit fußt dabei grundlegend auf dem Theorem der "(De-)Konstruktion von Geschlecht" nach Judith Butler.

Trans* Menschen werden bisher nach der ICD-10 und der DSM-5 mit einer Persönlichkeitsstörung respektive Verhaltensstörung beziehungsweise Geschlechtsdysphorie diagnostiziert. Sie werden durch diese Pathologisierung geradezu entmenschlicht und genießen nicht die gleichen Rechte wie cis-geschlechtliche Menschen. So werden trans* Menschen nach wie vor durch die Gesellschaft von eben jener exkludiert und unsichtbar gemacht.

Innerhalb dieser Arbeit werden deskriptiv folgende Leitfragen queertheoretisch in Diskurs gesetzt: Woher kommen und wie entstehen Exklusionsmechanismen in Bezug auf trans* Menschen? Wie äußern sich diese konkret? Welche Möglichkeiten der diskursiven Verschiebung von hegemonialen Vorstellungen bestehen? Inwiefern halten Gender- und Diversitätsbewusstsein aktuell Einzug in der Sozialen Arbeit? Welche Aufgaben, Optionen und Konzepte bestehen diesbezüglich in der Profession, in Hinblick auf die Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt am Beispiel von Trans*?

Aus dem Inhalt:

- trans* Menschen;
- Doing Gender;
- Habitus;
- Dekonstruktion;
- Diversität

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil und Kontextualisierung

2.1 Die Konstruktion Geschlecht nach Judith Butler

2.2 Schnittstelle Habitus nach Pierre Bourdieu

2.3 (Un)Doing Gender

3 Trans*normaler Alltag – Lebensbedingungen und Datenlage

3.1 Begrifflichkeiten und Definitionen

3.2 Prävalenz

3.3 Suizidalität

3.4 Medizinische Aspekte

3.5 Recht und Gesetze

3.6 Diskriminierungen

4 Soziale Arbeit

4.1 Genesis und Geschichte gender- und diversitätsbewusster Sozialer Arbeit

4.2 Aktuelle Fachdebatte zu Gender- und Diversitätsbewusstsein

4.3 Social Justice und Diversity

5 Zusammenfassung

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit trans* Menschen in der Gesellschaft durch Pathologisierung und Fremdbestimmung ausgeschlossen werden und welche Konsequenzen dies für deren Selbstbestimmung hat. Zudem wird die Relevanz geschlechtergerechter und diversitätsbewusster Ansätze innerhalb der Sozialen Arbeit analysiert.

  • Dekonstruktion von Geschlecht nach Judith Butler
  • Analyse der Lebensbedingungen und Diskriminierungserfahrungen von trans* Personen
  • Rechtliche und medizinische Rahmenbedingungen in Deutschland
  • Potenziale von Social Justice und Diversity für die Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Konstruktion Geschlecht nach Judith Butler

Judith Butler ist Philosophin, Poststrukturalistin und Theoretikerin ohne gleichen, die mit ihrer dekonstruktivistischen Theorie über die Konstruktion von Geschlecht, Geschlechtsidentität, Begehren und Sexualpraxis maßgeblich zur Entstehung der Queer-Theory beigetragen hat. Daher scheint ihr diskurstheoretischer Ansatz als legitime Wahl, um im Folgenden genauer betrachtet zu werden. Butlers Theorie fußt auf den Annahmen, „dass die Produktivität diskursiver und sprachlicher Macht das fundamentale Konstruktionsprinzip von Wirklichkeit“ (Bublitz 2010: 8) ist und das biologische Geschlecht ebenso konstruiert ist wie die Geschlechtsidentität, also das soziale Geschlecht. Sie bricht somit mit der bis dahin vorherrschenden, von Simone de Beauvoir geprägten, feministischen Vorstellung, nur das soziale Geschlecht sei konstruiert, nicht aber das biologische. Sie kritisiert die feministische Theorie weiterhin insofern, als dass sie diese beschuldigt an der Produktion und Verfestigung binärer Normen, folglich auch der Konstruktion von Geschlecht beteiligt zu sein, da diese immer nur die Differenzen von Männern und Frauen aufzeigt und alle weiteren Geschlechter damit gänzlich ausschließt. Zwei zentrale Punkte sind bei der Konstruktion von Geschlecht, sozialem Geschlecht, Begehren und sexueller Praktik grundlegend: zum einen der Diskurs an sich und zum anderen der performative Sprechakt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Pathologisierung von trans* Menschen ein und stellt die Leitfragen zur gesellschaftlichen Exklusion sowie zur Rolle der Sozialen Arbeit.

2 Theoretischer Teil und Kontextualisierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Geschlechtskonstruktion anhand von Judith Butler, Pierre Bourdieus Habituskonzept sowie den Konzepten des Doing und Undoing Gender.

3 Trans*normaler Alltag – Lebensbedingungen und Datenlage: Es erfolgt eine Analyse der statistischen Fakten, medizinischen Versorgungsaspekte, rechtlichen Rahmenbedingungen und der verschiedenen Formen von Diskriminierung im Alltag von trans* Personen.

4 Soziale Arbeit: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis der Sozialen Arbeit und stellt Ansätze wie Social Justice, Diversity sowie die Methode Mahloquet vor.

5 Zusammenfassung: Hier werden die wesentlichen theoretischen und empirischen Ergebnisse der Arbeit rekapituliert.

6 Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs formulierten Leitfragen und plädiert für eine gender- und diversitätsbewusste Transformation der professionellen Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Trans*, Geschlechtsidentität, Pathologisierung, Judith Butler, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Social Justice, Diversity, Doing Gender, Undoing Gender, Heteronormativität, Menschenrechte, Transition, Geschlechtsdysphorie, Intersektionalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Situation von trans* Menschen unter besonderer Berücksichtigung von Pathologisierungs- und Ausgrenzungsmechanismen sowie deren Folgen für die persönliche Selbstbestimmung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion von Geschlechtsnormen, den medizinischen und rechtlichen Anforderungen an Transitionsprozesse sowie der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Förderung von Anerkennung und Gerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse trans* Menschen fremdbestimmen und wie eine diversitätsbewusste Soziale Arbeit dazu beitragen kann, diese Strukturen aufzubrechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf einer theoretischen Fundierung durch Judith Butlers poststrukturalistische Gendertheorie und Bourdieus Habituskonzept basiert und aktuelle Fachdiskurse in der Sozialen Arbeit analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Daten zur Prävalenz und Suizidalität, medizinische Behandlungsleitlinien, rechtliche Hürden wie das Transsexuellengesetz sowie Formen der Diskriminierung, einschließlich Mikroaggressionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie trans*, Geschlechtsidentität, Pathologisierung, Diskriminierung und Social Justice definiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Gutachter in Transitionsprozessen?

Die Autorin kritisiert die bestehende Abhängigkeit von Gutachten als Instrument der Fremdbestimmung und plädiert für ein entpathologisierendes, vertrauensbasiertes Coaching-Verhältnis.

Warum ist das Konzept des Undoing Gender für die Soziale Arbeit relevant?

Es bietet die theoretische Möglichkeit, Geschlechterdifferenzen als konstruierte Leistungen zu enttarnen und so die starren Normen der binären Geschlechterordnung im professionellen Handeln zu dezentralisieren.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Trans*normaler Wahnsinn. Pathologisierung und Selbstbestimmung von trans* Menschen
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,3
Autor
Franziska Jahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
79
Katalognummer
V372410
ISBN (eBook)
9783668512825
ISBN (Buch)
9783960951209
Sprache
Deutsch
Schlagworte
trans gender Geschlecht Sex Vielfalt Diversity Transition Menschenrechte inter queer Sexualwissenschaft geschlechtliche Vielfalt Dekonstruktion Judith Butler Undoing Gender Doing Gender Habitus Bourdieu
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Jahn (Autor:in), 2017, Trans*normaler Wahnsinn. Pathologisierung und Selbstbestimmung von trans* Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372410
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Leseprobe aus  79  Seiten
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