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Orientalismus in "Zuleima" von Caroline Pichler. Eine Untersuchung nach den Thesen Edward Saids

Titel: Orientalismus in "Zuleima" von Caroline Pichler. Eine Untersuchung nach den Thesen Edward Saids

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: B.A. Sarah Neubauer (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dem 1978 von Edward Said publizierten Werk Orientalismus thematisiert der Autor das Verhältnis zwischen Okzident und Orient, zwischen Herrscher und Beherrschten. So sei der Blick der europäisch-westlichen Gesellschaften auf Gesellschaften des Nahen Osten eurozentrisch und von Gefühlen der Überlegenheit sowie von Herrschaftswillen geprägt. Der Westen, der sich selbst als aufgeklärt empfindet, sieht den Orient dagegen als irrational, mysteriös und unaufgeklärt an, assoziiert diesen aber auch mit sexueller Lust und Sinnlichkeit und tendiert zudem oftmals dazu, den Orient romantisch zu verklären.

Auch in Caroline Pichlers Novelle Zuleima lassen sich Elemente auffinden, die den Orientalismus-Thesen Saids entsprechen: So wird der Orient unter anderem als besonders sinnlich und leidenschaftlich, jedoch in gewisser Weise auch als gefährlich dargestellt, außerdem erfolgt an einigen Textstellen eine romantische Verklärung desselben. Jedoch scheint die Novelle nicht durchgängig orientalistische Deutungsmuster zu beinhalten, da beispielsweise bestimmte Komponenten nicht dem von Edward Said beschriebenen Verhältnis zwischen Herrscher und Beherrschten entsprechen. Aus diesem Grunde geht die nachfolgende Hausarbeit der Frage nach, ob es sich bei dem Werk Caroline Pichlers nach Saids Thesen um einen orientalistischen Text handelt, beziehungsweise wo und warum in diesem orientalistische Deutungsmuster vorliegen (könnten).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Zusammenfassung der zentralen Thesen des Werks Orientalismus Edward Saids

3. Untersuchung der Novelle Zuleima Caroline Pichlers auf orientalistische Deutungsmuster

4. Zusammenfassung der Ergebnisse

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Caroline Pichlers Novelle Zuleima kritisch im Hinblick auf orientalistische Deutungsmuster, wie sie von Edward Said in seinem Werk Orientalismus definiert wurden, um festzustellen, ob das Werk als orientalistischer Text einzustufen ist.

  • Analyse des Macht- und Herrschaftsverhältnisses zwischen Okzident und Orient.
  • Untersuchung der Darstellung von Geschlechterrollen und Sexualität im Orient.
  • Gegenüberstellung von Said-Thesen und der konkreten erzählerischen Darstellung in Zuleima.
  • Deutung der Rolle von Akkulturation und der Wahrnehmung des Orients als "anders".
  • Evaluierung von positiven Charakterisierungen und deren Abweichung von gängigen Stereotypen.

Auszug aus dem Buch

Untersuchung der Novelle Zuleima Caroline Pichlers auf orientalistische Deutungsmuster

Zunächst sollte erwähnt werden, dass die Novelle Zuleima Caroline Pichlers von einem Rahmen- sowie einem Binnenerzähler vermittelt wird. So wird am Anfang der Erzählung der Franzose Denon, eine im 18. Jahrhundert tatsächlich existente Persönlichkeit, genannt. Dieser soll die Geschichte in Wien erzählt haben und gelte somit als Bürge für diese. Somit sei auch bewiesen, dass die Erzählung „den Stempel der Echtheit“ für sich beanspruchen kann. Mit Hilfe der historischen Person Denon, welcher nach seinem Verbleib in Ägypten Reisebeschreibungen über eben dieses Land verfasste, wird aber vor allem auch eine Rahmenfiktion geschaffen. So soll auf diese Weise imaginiert werden, Denon würde im Salon der Caroline Pichler, welche ihrer Zeit nicht nur eine bekannte Schriftstellerin, sondern auch eine berühmte Salondame war, erscheinen und dort die Geschichte um Zuleima und Percival wiedergeben.

Die Einführung des Herrn Denon dient aber, wie bereits erwähnt, auch dazu, die Authentizität und die Glaubwürdigkeit der Novelle betonen zu können. So wird, noch bevor der Binnenerzähler die eigentliche Geschichte um Zuleima und Percival zu erzählen beginnt, noch einmal erwähnt, dass die Geschichte wahrheitsgetreu nacherzählt wird, nämlich „getreu und ohne Zusatz, wie ich sie aus seinem Munde vernahm.“ Durch die Einführung des Binnenerzählers wird die Novelle somit in einen Rahmen eingelegt, was wiederum als ein charakteristisches Definitionskriterium für die Gattung Novelle anzusehen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in Edward Saids Werk Orientalismus ein und skizziert das Ziel der Hausarbeit, die Novelle Zuleima anhand dieser Thesen zu untersuchen.

2. Zusammenfassung der zentralen Thesen des Werks Orientalismus Edward Saids: In diesem Kapitel werden die Grundthesen Saids erläutert, insbesondere die hegemoniale Beziehung zwischen Okzident und Orient sowie die Konstruktion des Orients durch den Westen.

3. Untersuchung der Novelle Zuleima Caroline Pichlers auf orientalistische Deutungsmuster: Dies ist der Hauptteil, in dem die Novelle detailliert analysiert wird, um festzustellen, welche Aspekte den Orientalismus-Thesen entsprechen und wo Abweichungen auftreten.

4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Hier werden die Befunde zusammengefasst, wobei das Fazit gezogen wird, dass die Novelle zwar zu orientalistischen Darstellungen tendiert, aber durch zahlreiche Abweichungen nicht repräsentativ für einen "klassisch" orientalistischen Text ist.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Edward Said, Orientalismus, Caroline Pichler, Zuleima, Okzident, Orient, Kolonialismus, Stereotypen, Herrschaftsverhältnis, Gender, Literaturwissenschaft, Novelle, Repräsentation, Andere, Kulturtransfer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit die Novelle Zuleima von Caroline Pichler orientalistische Deutungsmuster aufweist, wie sie Edward Said in seinem einflussreichen Werk Orientalismus beschrieben hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Darstellung des Orients als „anders“, auf Machtstrukturen zwischen Besatzern und Einheimischen sowie auf die Charakterisierung der Figuren durch den Erzähler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, ob Pichlers Werk als ein typisch orientalistischer Text zu klassifizieren ist oder ob die Novelle durch ihre spezifische Ausgestaltung diese Muster unterwandert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, bei der der Novellentext systematisch mit den theoretischen Kriterien von Edward Saids Orientalismus abgeglichen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Erzählebenen, die Charakterisierung der Hauptfiguren Zuleima und Percival sowie die Darstellung des Orients als Ort der Verklärung und Gefahr.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Orientalismus, Stereotypen, hegemoniale Machtstrukturen, Alterität, Eurozentrismus und Literaturanalyse.

Inwiefern unterscheidet sich Zuleima von den typischen Said-Kriterien?

Die Novelle zeigt erstaunliche Abweichungen: So erlernt der europäische Offizier Percival Arabisch und zeigt Demut gegenüber der ägyptischen Hauptfigur, was dem typischen Machtgefälle eines orientalistischen Textes widerspricht.

Wie wird Zuleima innerhalb der Erzählung charakterisiert?

Zuleima wird als eine kulturell gebildete, taktisch planende und emotional starke Frau dargestellt, was sie deutlich von der oft pauschal als "schwach" oder "faul" bezeichneten orientalischen Figur im Sinne Saids abhebt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Orientalismus in "Zuleima" von Caroline Pichler. Eine Untersuchung nach den Thesen Edward Saids
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,7
Autor
B.A. Sarah Neubauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V372445
ISBN (eBook)
9783668516021
ISBN (Buch)
9783668516038
Sprache
Deutsch
Schlagworte
orientalismus edward said postkolonialismus caroline pichler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Sarah Neubauer (Autor:in), 2015, Orientalismus in "Zuleima" von Caroline Pichler. Eine Untersuchung nach den Thesen Edward Saids, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372445
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Leseprobe aus  26  Seiten
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