Exegese Römer 7, 4- 6


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

44 Seiten, Note: 1,75


Leseprobe

Inhaltsangabe

1 Eigene Übersetzung

2 Einleitungsfragen zum Römerbrief
2.1 Empfänger des Briefes
2.1.1 Zusammensetzung der Gemeinde
2.1.1.1 Teilweise Judenchristen
2.1.1.2 Teilweise Heidenchristen
2.1.2 Vorgeschichte und Umfeld der Gemeinde in Rom
2.2 Verfasserschaft, Echtheit und Einheitlichkeit des Briefes
2.2.1 Verfasser des Briefes
2.2.2 Echtheit des Briefes
2.2.3 Einheitlichkeit des Briefes
2.3 Abfassungsort des Briefes
2.4 Abfassungszeit des Briefes
2.5 Bedeutung des Briefes
2.6 Überbringer des Briefes
2.7 Zweck des Briefes

3 Betrachtung zur Art des Buches

4 Abgrenzung der Perikope
4.1 Der weitere Kontext
4.2 Der nähere Kontext
4.2.1 Funktion der Perikope im Buch
4.2.1.1 Grammatische Verbindung
4.2.1.2 Logische Verbindung
4.3 Textkritik
4.3.1 Befund
4.3.2 Äußere Beweise
4.3.2.1 Für avpoqano,ntej:
4.3.2.2 Für tou/ qana,tou:
4.3.2.3 Für h`ma/j:
4.3.2.4 Für u`ma/j:
4.3.3 Innere Beweise
4.3.3.1 Für die Lesart: avpoqano,ntej oder tou/ qana,tou:
4.3.3.2 Für die Lesart: h`ma/j oder u`ma/j:

5 Betrachtung zur grammatischen Struktur
5.1 Grammatische Analyse

6 Betrachtungen zur Grammatik im Einzelnen

7 Betrachtungen zu einzelnen Worten
7.1 Kleines Wortstudium
7.1.1 evqanatw,qhte
7.1.2 gene,sqai
7.1.3 evgerqe,nti
7.1.4 karpoforh,swmen
7.1.5 tou? no,mou
7.1.6 paqh,mata
7.1.7 qana,tw|
7.1.8 douleu,ein
7.1.9 pneu,matoj
7.1.10 gra,mmatoj
7.2 Großes Wortstudium
7.2.1 Bedeutung der Wortwurzel
7.2.1.1 Identifizieren der Wortwurzel
7.2.1.2 Wortfeld erarbeiten
7.2.2 Bedeutung in der klassischen Zeit
7.2.3 Bedeutung in der Koine- Zeit
7.2.4 Bedeutung in der LXX
7.2.5 Verwendung bei jüdischen Schreibern zur NT- Zeit
7.2.6 Verwendung bei den einzelnen NT- Verfassern
7.2.6.1 Paulus
7.2.6.1.1 Kolosserbrief
7.2.6.1.2 Epheserbrief
7.2.6.2 Johannes
7.2.6.2.1 Johannesevangelium
7.2.6.2.2 Johannesbriefe
7.2.6.3 Hebräerbrief
7.2.6.4 Petrusbriefe
7.2.6.5 Judasbrief
7.2.7 Zusammenfassung und Formulierung der relevanten Bedeutung

8 Betrachtung der Textprobleme
8.1 Grammatische Probleme
8.2 Inhaltliche Schwierigkeiten
8.2.1 Kultureller Hintergrund
8.2.2 Form und Gattung
8.2.3 Thema des Schriftstückes
8.2.4 Historische oder theologische Selektion
8.2.5 Parallelen im Neuen Testament

9 Betrachtung zur Textaussage
9.1 Darstellung des Inhalts
9.2 Wiedergabe in freier und verständlicher Form

10 Betrachtung zur Gliederung
10.1 Entwicklung des Hauptgedankens
10.2 Darstellung der Nebengedanken

11 Betrachtungen zur Anwendung: Hermeneutische Erwägungen
11.1 Der Charakter des Textes
11.2 Heilsgeschichtliche Einordnung
11.3 Der Platz des Textes im Rahmen der Systematischen Theologie
11.4 Anwendung von gewonnenen Aussagen und Prinzipien

12 Bibliographie

1 Eigene Übersetzung

4) Deshalb meine Brüder, seid auch ihr dem Gesetz gestorben, durch den Tod Jesu Christi, damit ihr dem gehört der aus den Toten auferstanden ist und damit ihr Gott Frucht bringt.

1) Denn als wir im Fleisch waren, bewirkten die sündigen Leidenschaften durch das Gesetz in
unseren Gliedern, dass wir dem Tot Frucht brachten.
2) Aber nun sind wir losgelöst vom Gesetz, welches uns gefangenhielt. Deshalb dienen wir in

der neuen Wirklichkeit des Geistes und nicht in der Alten des Buchstabens.

2 Einleitungsfragen zum Römerbrief

Bevor ich mich meiner Exegese des siebten Kapitels des Römerbriefes zuwende, möchte ich die Einleitungsfragen zu diesem Brief klären.

2.1 Empfänger des Briefes

Schon bei der Frage der Empfänger dieses Briefes sind sich die namhaften Ausleger nicht hundertprozentig sicher. Ob der Brief so wie er uns vorliegt überhaupt nach Rom ging oder ob er an die Gemeinde in Ephesus gerichtet war, ist bei manchen Exegeten eine Überlegung.

Ebenso ist es für F. F. Bruce fraglich, ob es in Rom überhaupt eine Gemeinde gab, wie wir sie uns heute vorstellen würden. Der Apostel Paulus schrieb diesen Brief nicht, wie es für ihn üblich wäre an “die Gemeinde Gottes die in Rom ist“ … “sondern an alle Geliebten Gottes, die in Rom sind“ (Basiswissen Neues Testament 200). Dies kann seiner Meinung nach bedeuten, dass sich viele Christen in Rom aufhielten, welche sich in den Synagogen oder kleinen Hausgemeinden trafen (z. B. Römer 16, 5), aber dass es keine große, von einer Leitung verwalteten Gesamtgemeinde gab.

Das von ihm hier angeführte Abschiedskapitel in unserem Brief sei auch eine absolute Ausnahme bei Paulus, denn er pflegt niemals einzelne Glieder der Gemeinde in diesem Umfang aufzuführen und zu grüßen, außer wenn es keine Gemeinde als Ganzes gibt. Gleichermaßen sieht es Schnelle in seiner Einleitung in das Neue Testament. Er geht nach Römer 16, 14ff von mehreren selbständigen Hausgemeinden aus (vgl. Schnelle 140). Auf die große Problematik des Römerbrief- Schlusses werde ich aber später noch näher eingehen.

Für Schirrmacher ist diese Argumentation jedoch überhaupt nicht bindend. Seiner Meinung nach ist es nämlich so, dass der Apostel Paulus dies “ohne Grund tat und nur einfach andere Bezeichnungen verwendet“ ( Der Römerbrief Band I 25).

Für T. W. Manson gibt es jedoch berechtigte Gründe für die Annahme, dass es neben der Gemeinde in Rom noch weitere Empfänger für diesen Brief gab, und weitere Kopien davon angefertigt und an andere Gemeinden gesandt wurden. Diese Meinung kann ich sehr gut nachvollziehen, denn auch F. F. Bruce bemerkt dazu in seinem Kommentar, dass sich die Hinweise für diese These am Ende des 15en Kapitels befinden. Es ist gut vorstellbar, dass Paulus diesen Brief bis zu dem oben erwähnten Kapitel als „geistliches Zeugnis“ für die umliegenden Gemeinden vorgesehen hat, da er sich in diesem Brief in besonderer Art und Weise der Erklärung des Evangeliums widmet (vgl. Der Römerbrief 20). Aus diesem Anlass gibt es auch in dem griechisch- lateinische Kodex G und bei Origenes diesen Text in Römer 1, 7: evn ~Rw,mh| (in Rom) nicht.

Dies ist auch meiner Ansicht nach eine logische Folgerung, mit der Ich einverstanden wäre. Obwohl die Argumentation mit dem griechisch- lateinischen Kodex von Bruce sehr mager ist, denn alle anderen wichtigen Textzeugen haben diesen Text. Auf das textkritische Problem des Römer- Schlusses werde ich aber ebenfalls noch eingehen.

Ebenso wie Bruce sieht es jedoch auch Marxsen in seiner Einleitung und G. Bornkamm (vgl. Marxsen Einleitung in das Neue Testament 111). Für die Gemeinde in Rom wäre dann das Grußkapitel 16 extra verfasst worden.

Gegen eine solche Variante sprechen sich jedoch ebenso einige Ausleger aus. Auch darauf werde ich später noch näher eingehen.

Die Annahme, dass die Briefe von Paulus nicht nur dort gelesen würden, wohin sie geschickt wurden, bestätigt auch der Brief des Clemens Romanus aus dem Jahre 96 n. Chr.. Er muss den Brief des Paulus an die Römer gekannt haben, denn er zitiert ihn oft in seinem Brief.

Ebenso könnten wir die Aussage im 2. Petrus 3, 16 so verstehen, dass es schon im Jahre 63- 64 n. Chr. eine Zusammenstellung von den Paulusbriefen gab.

Marcion, ein reicher Reeder aus Sinope in Pontus, begab sich um 138/ 139 nach Rom und bediente sich dort auch dem „corpus Paulinum“, einer Zusammenstellung der paulinischen Briefe, welche zu einem Kodex zusammengefasst und nicht mehr einzeln weitergereicht wurden. Seiner Anschauung nach ist Paulus der einzige Apostel, der den Herrn verstanden hat, während die Urapostel und die Kirche in den Judaismus zurückgefallen sind (vgl. Heussi 52).

Die Empfänger des Briefes waren also, wie ich es gleich ausführlicher darlegen werde, eine Gemeinde in Rom, welche sich aus Juden- und Heidenchristen zusammengesetzt hat.

2.1.1 Zusammensetzung der Gemeinde

Für Gerhard Hörster gibt es keine anderen biblischen Quellen über die Zusammensetzung der Gemeinde in Rom, außer den Römerbrief selbst. Dieser Aussage würde ich mich enthalten und auch noch die Apostelgeschichte hinzufügen. (vgl. 181)

2.1.1.1 Teilweise Judenchristen

Dass es in der Gemeinde in Rom Christen mit jüdischem Hintergrund gegeben haben muss, ist unumstritten, denn in Rom gab es eine große jüdische Synagoge, aus welcher sicherlich die ersten Gläubigen kamen und in deren Räumen die ersten Versammlungen dieser Gemeinde stattfand. Da wir - über den ganzen Brief verteilt - auch immer wieder Andeutungen auf den Alten Bund finden, bleibt nur die Frage, wieviel Prozent der Gemeinde Judenchristen waren. Hierüber gibt es aber nur vage Angaben und keine zuverlässigen Zahlen.

Zu Beginn der Gemeindetätigkeit scheint es sich nach Baur, Mangold und Zahn um eine überwiegend jüdisch- christliche Gemeinschaft zu handeln. “Auf diese judenchristliche Gemeinde der Hauptstadt bezieht man die Notiz des Sueton (Claud. 25): ‚ Judaeos impulsore Chresto assidue tumultuantes Roma expulit.‘“ (F. Barth 58). Diese Notiz nimmt Bezug auf die Streitigkeiten der Juden über die Person des Christus (= Chrestos) ob er der Messias sei. Diese Streitigkeiten wiederum nutzte Claudius, um die Juden durch ein Edikt aus der Stadt zu werfen. Das Edikt des Claudius wird unter dem Punkt 2.1.2 Vorgeschichte und Umfeld der Gemeinde in Rom näher beschrieben.

2.1.1.2 Teilweise Heidenchristen

Schon im ersten Kapitel des Briefes können wir erkennen, dass in dieser Gemeinde in Rom teilweise Heidenchristen waren, denn der Apostel Paulus schreibt in Römer 1, 13f, dass er gerne nach Rom kommen würde um Frucht zu schaffen wie unter den anderen Heiden.

Da der Brief ca. 2- 3 Jahre nach der Aufhebung des Edikt des Claudius geschrieben wurde, ist davon auszugehen, dass sich während dieser Zeit viele Heiden bekehrten und sich dann zur römischen (Haus-) Gemeinde hielten.

Nach Kümmel handelt es sich bei den Empfängern des Briefes mehrheitlich um Heidenchristen, denn seiner Ansicht nach kann man sich bei der Annahme “Paulus kämpfe gegen nach Rom zurückkehrende Judenchristen, die wieder Boden gewinnen wollen“, nicht auf irgendeinen Text berufen, welcher die Mehrheit der Juden kennzeichnet, sondern nur “auf die lebendige Auseinandersetzung des Paulus mit jüdischen Argumenten“ (270).

Wir müssen also davon ausgehen, dass sich zu Beginn der Gemeindetätigkeit mehrheitlich jüdische Gläubige zusammenfanden, und dass es nach dem Edikt des Claudius mehr Gläubige aus den Nationen in den Zusammenkünften gab. Diese haben mittlerweile - Kümmels Ansicht nach - ebenso Kenntnis vom Alten Bund, “denn das AT war ihre Bibel so gut wie die der Judenchristen, durch ständigen Gebrauch in Gottesdienst und Unterricht vollkommen vertraut“ (270). Daher sei die Argumentation, Paulus wendet sich nach 7, 1 an Leute, die das Gesetz kennen, falsch dahingehend zu verstehen dass er hier Juden meint. Hier werde ich mich Kümmel anschließen, denn die junge christliche Gemeinde hatte noch kein Neues Testament, wie wir es heute vorliegen haben. Sie mussten sich an den Text des Alten Testaments halten, bis die Briefe der Apostel in ihre Gemeinde kamen. Daher auch die Aussage des Paulus an Timotheus:

Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. (DIE BIBEL LUT 84, 2. TIMOTHEUS 3, 16f)

2.1.2 Vorgeschichte und Umfeld der Gemeinde in Rom

Um das breit gestreute Spektrum der Themen im Römerbrief zu verstehen, müssen wir uns auch um die Entstehung der Gemeinde und deren Umfeld kümmern.

Es handelt sich bei der Gemeinde in Rom um eine Gemeinde, welche nicht von Paulus gegründet wurde. Aus diesem Grund möchte er sie ja schon seit Jahren besuchen, um unter ihnen das Evangelium zu verkünden (Römer 1, 15). Diese Aussage war für mich bis zu dieser Ausarbeitung sehr fragwürdig, denn wieso sollte er in einer Gemeinde die gute Nachricht erneut verkündigen?

Dafür war dann Kapitel 18 Vers 2ff in der Apostelgeschichte sehr hilfreich, denn hier können wir lesen, dass Aquila und seine Frau Priszilla aus Italien gekommen waren, weil Kaiser Claudius ein Edikt erlassen hatte welches allen Juden geboten hatte, Rom zu verlassen. Die Ursache für dieses Edikt waren - wie schon erwähnt - die Streitigkeiten über die Person des Christus und die Ablehnung der Christen des Kaiserkultes. Dieser Kult war zur damaligen Zeit üblich und in vollem Gange.

Dieses Judenedikt wurde 49 n. Chr. erlassen. Die Beweise hierfür liefert die sog. Gallio- Inschrift, welche in einem 1905 erstmalig veröffentlichten Brief des Kaiser Claudius enthalten ist (vgl. Lohse Die Entstehung des Neuen Testaments 32). Nach F. F. Bruce, “datiert übrigens auch Orosius das Edikt“ auf das Jahr 49 n. Chr. ( Teil II 100).

Dies bedeutet für uns, dass es schon vor dem Jahre 49 eine Gemeinde in Rom gegeben haben muss. Ob diese Gemeinde durch die Juden entstand, welche sich in Apg. 2, 10 in Jerusalem einfanden, ist nicht bekannt - es könnte aber der Fall sein. Für Schirrmacher könnten es auch herum reisende Kaufleute wie Aquila und Priscilla gewesen sein, welche das Evangelium nach Rom brachten (Der Römerbrief Band. I 24).

Wenn wir die Tradition betrachten, wird immer wieder ausgesagt, dass Petrus der Gemeindegründer sei. Doch gibt es für diese Aussage keine Beweise.

Nach diesem Edikt verließen alle Juden Rom, also auch die Juden in der Gemeinde. So wurde die römische Gemeinde aus ihrer jüdischen Wurzel, dem jüdischen Gedankengut und der Verankerung mit dem Alten Testament herausgerissen. Es blieb eine Gemeinde zurück, welche aus Heiden aller Art und Hintergrund zusammen gemixt war. Diese hatten nun die Verantwortung für die Gemeinde und mussten bei vielen Fragen, welche bestimmt aufkamen ihre eigenen Entscheidungen treffen. Dieser Zustand dauerte so lange, bis die Juden nach dem Tod - und somit der Aufhebung des Edikts - des Claudius im Jahre 54 n. Chr. wieder nach Rom zurück kehren konnten. Mit diesem Datum beginnt für die Christen in Rom ein neues Kapitel in ihrer Geschichte.

Und aus diesem Grund ist es möglich, dass Paulus hier erneut Evangelium verkünden musste, da hier einige Dinge falsch praktiziert wurden. Diese Ansicht fand ich noch stärker ausgeprägt in dem Einleitungswerk von Marxsen. Er beruft sich auf G. Klein und schreibt:

“Er meint, Paulus habe trotz der Nichteinmischungsklausel nach Rom schreiben können (und müssen), weil die römische Gemeinde keine apostolische Gründung war und daher ‘der apostolischen Signatur ... nach entbehrt(e)‘, denn nur eine apostolische Kirche ist wahrhaft Kirche“ (112). Dies ist meiner Meinung nach etwas übertrieben und entbehrt jeder Grundlage und dem Verständnis, welches Paulus hatte. Wenn wir den Streit der Gemeinde in Korinth betrachten, sehen wir genau, dass der Apostel Parteiungen und das Hervorheben von Menschen nicht billigte (1. Kor. 3, 4ff).

2.2 Verfasserschaft, Echtheit und Einheitlichkeit des Briefes

2.2.1 Verfasser des Briefes

Glücklicherweise gibt es bei der Frage über den Verfasser des Briefes keine Schwierigkeiten. Paulus selbst gibt sich als Verfasser in den ersten Versen zu erkennen und spricht auch an einigen Stellen im Brief von sich persönlich (2, 16: 8, 18; 9, 1- 4; 11, 1-2; 12, 1+3; 16, 1- 24). Es gibt keinen verantwortlichen Kritiker, welcher die paulinische Verfasserschaft diskutiert[1].

Sehr interessant, aber in der Antike eine gängige Form, ist die Tatsache, dass Paulus für die Niederschrift des Römerbriefes einen Sekretär benutzt. Dies wird explizit in 16, 22 erwähnt.

Schon die altkirchlichen Überlieferungen sprechen von Paulus als Verfasser des Römerbriefes und aus diesem Grund möchte ich hier einige wiedergeben:

- Der Häretiker Marcion, ein großer Verehrer des Apostels Paulus, nahm den Römerbrief in seinen Kanon auf, jedoch in verkürzter Fassung.
- Der Kanon Muratori, das älteste uns erhaltene Kanonverzeichnis aus dem 2 Jahrhundert, behandelt den Römerbrief als einen Brief des Paulus.
- Der Kirchenvater Irenäus erwähnt bei seinen Zitaten aus dem Römerbrief, dass Paulus[2] oder der Apostel[3] der Verfasser dieses Briefes sei.
- Der Kirchenvater Clemens Alexandrinus zitiert mit dem Vermerk, dass dieser Brief von Paulus sei[4].
- Erwähnenswert sind des weiteren:
- Clemens von Rom (95)
- Ignatius
- Polycarb
- Justin

vgl. Klaus Schmidt: Einleitung in das Neue Testament 164

2.2.2 Echtheit des Briefes

Auf die verschiedenen Meinungen wegen der Echtheit und Einheitlichkeit des Briefes bin ich schon bei der Empfängerfrage eingegangen, möchte dazu aber noch einiges feststellen.

Bis auf wenige Hypothesen, welche wenig Anklang gefunden haben, ergeben sich auch bei der Frage der Echtheit des Briefes keine Probleme. Spitta vertritt - ähnlich wie W. Schmithals[5] es in seiner Teilungshypothese sieht - die Ansicht, dass ein Redaktor einen größeren und einen kleineren Teil von den Schreiben des Paulus zusammengesetzt hat. Zu der Teilungshypothese von Schmithals sei gesagt, dass ich diese nicht teilen kann. Ich möchte sie aber, der Form wegen, kurz darstellen:

Schmithals kommt nach einigen Analysen zu der Feststellung, dass der Brief des Paulus an die Römer eine Zusammenstellung von zwei Paulus- Briefen ist und sogar einige Abschnitte enthält, welche nicht von Paulus sind. Einer dieser beiden Briefe wurde gleichzeitig mit dem Galaterbrief aus Ephesus geschrieben und enthält im groben den Inhalt der Kapitel 1- 11. Der zweite Brief wurde zum Ende der dritten Reise aus Makedonien oder Korinth geschrieben und enthält die meisten Passagen aus Kapitel 12- 15.

Gegen eine absolute Echtheit des Briefes als ein paulinisches Dokument ist meiner Meinung nach nichts einzuwenden. Ein größeres Problem liegt bei der Einheitlichkeit.

2.2.3 Einheitlichkeit des Briefes

Bei der Frage der Einheitlichkeit stoßen wir bald an unsere Grenzen, denn bei folgendem Kapitel handelt es sich um ein großes textkritisches Problem, und dies schon seit den ersten Jahrhunderten.

Das gesamte 16. Kapitel wirft Fragen auf, und einige Einleitungswerke sind sogar der Auffassung, dass es an die Gemeinde in Ephesus gerichtet ist. Sehr interessant ist hier die Argumentation von Lohse. Er stellt hier als Resümee fest:

Daß Kap. 15 mit den vorangehenden Kapiteln zusammengehört, ist sicher. Schwierigkeiten aber gibt Röm. 16 auf. Am paulinischen Charakter des Kapitels besteht kein Zweifel. Doch ob die lange Grußliste wirklich ursprünglich Bestandteil des Röm. war, ist in der Forschung umstritten. … Viele Gelehrte haben daher vermutet, Röm. 16 sei ursprünglich nach Ephesus gerichtet worden, Phoebe habe Röm. 1- 15 sowie getrennt davon Röm. 16 auf die Reise genommen, unterwegs Röm. 16 in Ephesus abgegeben und sei dann mit Röm 1- 15 nach Rom weitergefahren. In Ephesus habe man sich von Röm. 1- 15 eine Abschrift gemacht und diese mit Röm. 16 verbunden, so daß die uns überlieferte Fassung von Röm. 1- 15 u. 16. Auf die Gemeinde in Ephesus zurückzuführen sei (Friedrich u. a.). (48)

Eine sehr emotionale Gegenargumentation hält F. F. Bruce gegen diese Ansicht. Er ist der Meinung, dass es dann Gemeindeglieder geben müsse, die beleidigt sein müssten, da ihr Name nicht erwähnt wird.

Für Werner Kümmel ist diese Sicht der Dinge auch falsch. Er führt in seiner Einleitung fünf Argumente dafür auf und erwähnt, dass zahlreiche Forscher diese Hypothese vertreten. Gleichzeitig entkräftet er diese fünf Argumente und stellt mit zwei Beweisen entscheidend fest, warum es nicht sein kann.

- Erstens ist er der Meinung, dass es für die Gemeinde in Ephesus viel zu unpersönlich wäre, nur eine Grußliste von Paulus zu erhalten.
- Zweitens wäre es in der Antike nicht üblich, einen Brief mit Grüßen zu überladen und wenige Inhalte zu vermitteln (vgl. 178).

Gegen sein zweites Argument wendet Lohse jedoch ein: “Dieses Argument ist inzwischen widerlegt. Es gibt tatsächlich in der antiken Briefliteratur einige Beispiele von Briefen, die zum weitaus überwiegenden Teil Grüße enthalten“ (49).

Aus diesem Grund wäre es theoretisch denkbar, dass Röm. 16 an die Gemeinde in Ephesus gerichtet war. (vgl. 49)

Diese von Lohse vertretene und aufgeführte Theorie ist jedoch auch nicht absolut sicher, obwohl sie sich vorstellbar anhört. Sie ist meiner Ansicht nach jedoch um einiges besser als die überkritische Teilungshypothese von Schmithals.

Eine genauso schwierige Stelle findet sich seit jeher bei dem Schluss des Römerbriefes. Der Sektierer Marcion hat hier gewaltsam in den Text eingegriffen und den Schluss bei Römer 14, 23 gemacht, da ihm die Kapitel 15 und 16 zu „Juden- freundlich“ waren. Dieser Eingriff hat Folgen bis heute. Nach W. Kümmel kommt daher auch die Doxologie in 16, 25- 27 von Marcion, welcher nach seinem künstlichen Schluss in 14, 23 einen offiziellen Schluss mit einer Doxologie benötigte. Dies versucht er dadurch zu beweisen:

“Gegen Paulus als Verfasser dieses Abschnittes sprechen in der Tat die Ungewöhnlichkeit des Stils im ganzen und der Ausdrücke aviw,nioj qeo,j, mo,noj sofo.j qeo,j, gnwri,xein to. musth,rion, vor allem aber die Gedanken, das Ev. sei seit ewigen Zeiten verschwiegenes Geheimnis…“ (Kümmel 277). F. Barth hingegen wehrt sich vehement gegen diese Ansicht (vgl. Barth 64).

In ihrem Buch beschreiben Barbara und Kurt Aland dieses Dilemma und stellen in humorvoller weise fest, dass es zu einem völligen Kunterbunt wird, wenn in die Lesart des Textes eingegriffen wird (vgl. Der Text des Neuen Testaments 296ff).

In dem Novum Testamentum Graece von Nestle- Aland wird Kapitel 15 und 16 bis zu Vers 23 in den Text geschrieben. Der Vers 24 steht im Apparat und die Verse 25- 27 stehen noch in Klammern, obwohl diese Alands Meinung nach “nicht zum ursprünglichen Bestand des Römerbriefes gehören“ (Der Text des Neuen Testaments 312).

2.3 Abfassungsort des Briefes

Auch zu dieser Frage gibt uns die Bibel sehr gute Informationen. Paulus schreibt in der Grußliste seiner Mitarbeiter von einem Gajus, in dessen Haus er lebt und von Erastus dem Stadtkämmerer. Dieser Gajus wohnt, wie wir aus 1. Kor. 1, 14 entnehmen können, in Korinth. Er hat die Gemeinde aufgenommen, als diese aus der benachbarten Synagoge ausgewiesen wurden.

Von Erastus dem Stadtkämmerer wissen wir anhand “einer lateinischen Inschrift auf einem im Jahr 1929 von Mitgliedern der ‘American School of Classical Studies at Athen‘ in Korinth gefundenen Marmorstein“ (Bruce Der Römerbrief 275). Hier ist von ihm zu lesen, dass Erastus einen Bürgersteig auf eigene Kosten verlegen ließ. Da dieser Bürgersteig zum 1. Jahrhundert gehört, ist tatsächlich anzunehmen, dass dies der Freund des Apostels gewesen ist.

Weiterhin ist uns als Botin die Gemeindehelferin Phöbe aus Kenchreae bekannt (Röm 16, 1). Kenchreae ist ein guter Vorhafen von Korinth. Sie bekam den Brief ausgehändigt und machte sich von Korinth aus auf den Weg.

2.4 Abfassungszeit des Briefes

In den meisten Einleitungswerken fand ich ein Spektrum der Abfassungszeit zwischen 55- 58 n. Chr.. Schade ist hierbei meiner Auffassung nach, dass die meisten Schreiber keine Argumentationen dafür niederschreiben wie sie zu diesem Datum gekommen sind.

Bruce ist der Meinung, dass der Brief 8 Jahre nach dem Edikt in Rom ankam(Basiswissen NT 200). Die Abfassungszeit würde dann in etwa auf das Jahr 56 n. Chr. fallen. Für diese Meinung gibt er allerdings keine Argumente oder Beweise an.

Laut F. Barth ist der Brief 55 n. Chr. geschrieben worden (56). Ernst Mauerhofer datiert den Brief des Paulus an die Römer auf das Jahr 57 n. Chr.(112) und Michaelis wählt den Winter 55/56 n. Chr.(164).

Die Bibel berichtet uns, dass Gallio zu der Zeit Statthalter in Achaja war, als Aquila und seine Frau Rom wegen des Edikts verlassen mussten (Apg. 18, 12). Für dieses geschichtliche Ereignis können wir sehr dankbar sein, denn daraus können wir eine ungefähre Zeitangabe machen.

Statthalter wurden ehemalige Konsuln, die nach Ablauf ihres Amtsjahres in Rom in die ihnen zugeteilte Provinz gingen. Ein Brieffragment mit Gallios Namen ist daher ein wichtiger Anhaltspunkt für die Datierung der Paulusbiographie. Eine sehr ausführliche Ausarbeitung hierzu fand ich bei Lohse.

Lohse datiert den Brief ca. auf das Jahr 56 und benutzt dazu die oben genannte Gallio- Inschrift. Diese Inschrift besagt, dass Gallio in der Zeit der 26. Akklamation Prokonsul in Achaja war. Ich übernehme jetzt die Rechnung und Argumentation von Lohse und datiere damit die Amtszeit des Gallio auf das Frühjahr 52.

Mit diesem festen, geschichtlichen Datum können wir nun eine relativ sichere Biographie von Paulus erstellen. Diese führt er dann weiter aus und kommt anhand von der Apostelgeschichte und den Briefen des Paulus auf oben genanntes Datum.

2.5 Bedeutung des Briefes

“Der englische Dichter Coleridge erklärt den Römerbrief für die ‘tiefsinnigste aller vorhandenen Schriften’. Chrysostomos ließ sich denselben jede Woche zweimal vorlesen. Luther sagt in seiner berühmten Vorrede: ‘Dieser Brief ist das Hauptbuch des Neuen Testaments, das reinste Evangelium. Er verdient von jedem Christen nicht nur Wort für Wort auswendig gelernt zu werden, sondern auch Gegenstand seines täglichen Nachdenkens, das tägliche Brot seiner Seele zu sein ... Je mehr man sich mit ihm beschäftigt, desto kostbarer wird er, desto herrlicher erscheint er’. Melanchton hat ihn, um sich ihn völlig eigen zu machen, zweimal ganz abgeschrieben...” (SCHIRRMACHER 21)

Ein weiteres Zeugnis fand ich in dem Kommentar zum Römerbrief von F. F. Bruce. Er widmet diesem Zeugnis 2 Seiten in seinem Buch, welche der interessierte Leser gerne nachlesen möge, ich greife nur den Schlussabsatz auf.

Man weiß nie, was geschehen wird, wenn Menschen sich eingehend mit dem Römerbrief beschäftigen. Was Augustinus, Luther, Wesley und Barth erlebten, löste große geistliche Bewegungen aus, die in der Geschichte der Menschheit nicht ohne Auswirkungen blieben. Ganz gewöhnliche Menschen haben Ähnliches erlebt, als die Worte dieses Briefes sie mit Macht trafen. Wer bis hierher gelesen hat und noch weiter lesen möchte, muß sich auf die Konsequenzen gefaßt machen. Hiermit sei der Leser gewarnt! (55)

2.6 Überbringer des Briefes

Auch für diese Antwort können wir die Heilige Schrift zur Hand nehmen, welche uns hierüber auch Auskunft gibt. Paulus selbst schreibt im Röm, dass die Gemeinde Phöbe aufnehmen und ihr helfen soll (16, 1f). Kenchreae ist ein Vorhafen der großen Hafenstadt Korinth, von wo aus auch der Brief geschrieben wurde. Daher sind sich die Ausleger einig, dass die Gemeinde-diakonin Phöbe die Überbringerin des Briefes ist.

2.7 Zweck des Briefes

Als Zweck des Briefes lassen sich einige Gründe finden. Ein starker Grund ist meiner Meinung nach folgender. Paulus wollte nach seiner ausgiebigen Missionstätigkeit im Gebiet um das Agäische Meer endlich nach Spanien aufbrechen, denn er hatte hier keine Aufgabe mehr (Röm 15, 23).

Dafür wollte er einen Stopp bei der Gemeinde in Rom einlegen, um sich zu erholen und sich in der Gemeinschaft der Geschwister zu stärken. Übertrieben wäre es aber, was Feine- Behm behauptet: Er ist der Ansicht, dass Paulus diese Gemeinde nur als Basislager für seine weitere Arbeit in Spanien benutzte und ihnen darum den Brief schrieb.

Einen weiteren Grund nennt Paulus gleich zu Beginn des Briefes. Er möchte, und das ist sein herzliches Verlangen, zu der Gemeinde kommen, um ihnen etwas mitzuteilen an geistlicher Gabe, um sie zu stärken (Röm 1, 11ff).

Ob sich daraus nun - wie G. Klein es als Hypothese aufgestellt hat - ableiten lässt, Paulus müsse sich an diese Gemeinde wenden, um eine “apostolische Fundamentierung“ nachzuholen ist fraglich. Gleichzeitig ist es meiner Meinung nach etwas waghalsig zu behaupten, Paulus erwarte in Rom Ermahnung und Korrektur durch die Gemeinde. Dies erwarte er, da er sich bewusst sei, dass die Gemeinde in Rom in der Lage ist, in aller Güte und Erkenntnis zu ermahnen (vgl. Schirrmacher 52).

Interessant ist auch dieser Gedanke: Paulus schrieb diesen Brief mit dem Wissen, dass es in der Gemeinde einen Konflikt zwischen Juden- und Heidenchristen gab. Aus diesem Grund musste Paulus den Lesern seine Sicht vom Evangelium mitteilen, denn er musste annehmen, dass die Auffassung der Empfänger eine andere ist. Dies ist unter Punkt 2.1.1.2 kurz dargestellt.

Desweiteren müssen wir uns auch der Tatsache bewusst machen, dass der Apostel sich nicht sicher war, ob die Gemeinde in Jerusalem seine finanzielle Hilfe annehmen würde. So gesehen ist auch sein plagender Zweifel und seine Bitte um Fürbitte durch die Römer zu verstehen (Röm 15, 30).

Udo Schnelle hat in seinem Werk vier gute Faktoren für den Röm genannt, welche ich hier kurz wiedergeben möchte:

1) Die Hilfe, welche Paulus von der römischen Gemeinde benötigte, wenn er auf seine Spanienreise ging.
2) Den Wunsch des Apostels nach Unterstützung und Fürbitte aufgrund der zu erwartenden Konflikte in Jerusalem bei der Kollektenübergabe.
3) Die Agitation[6] der jüdischen- geprägten Gegner, deren steigenden Einfluss er in Jerusalem als auch in Rom annehmen musste.
4) Verständnisprobleme in Bezug auf die paulinische Theologie.è diese Probleme mussten entkräftet werden, um die judaistischen Vorwurfe, welche sich daraus ergaben unwirksam zu machen. Nur dann konnte Paulus davon ausgehen, dass die Römer seine Position verstanden und sich sein Evangelium zu eigen machten. Gleichzeitig würden dann die Jerusalemer seine Kollekte annehmen. Da ich nun hiermit die Einleitungsfragen für diesen bedeutendsten aller Briefe des Apostels Paulus beantwortet habe, wende ich mich der Abgrenzung der Perikope und den Feinheiten in der grammatischen Satzanalyse zu.

[...]


[1] Lohse, Erich 45; Schirrmacher, Thomas 23; Barth, Fritz 56; Hörster, Gerhard 170; Mauerhofer, Erich 104; Schnelle, Udo 134; Kümmel, Werner 175.

[2] Iren. Adv. haer. Adv. haer. III, 16,3/Röm 1, 1ff und Röm 9,5; Adv. haer. IV, 16,1/Röm 8,36

[3] Iren. Adv. haer. IV, 21,2/Röm 9,10ff; Adv. haer. IV, 29,1/Röm 1,28

[4] Clemens Alexandrinus, Paidagogos I, 8/Röm 11,22: Stromateis III, 11/Röm 6,2.6.

[5] W. Schmithals, Der Römerbrief als historisches Problem 125ff

[6] Agitation: lat.: intensive Form der politischen Propaganda

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Exegese Römer 7, 4- 6
Hochschule
Missionswerk Neues Leben e.V.
Note
1,75
Autor
Jahr
2004
Seiten
44
Katalognummer
V37281
ISBN (eBook)
9783638366717
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese, Römer
Arbeit zitieren
Marco Rothenhöfer (Autor), 2004, Exegese Römer 7, 4- 6, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37281

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