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Zwang das Wetter die Mongolen 1242 zum Rückzug aus Europa? Eine kritische Analyse

Titel: Zwang das Wetter die Mongolen 1242 zum Rückzug aus Europa? Eine kritische Analyse

Hausarbeit , 2016 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Plattner (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nachdem die militärisch erfolgreichen Mongolen Anfang des 13. Jahrhunderts einen Großteil Asiens eroberten, fielen sie 1241 in Europa ein. Sie schlugen ein polnisches und ein ungarisches Aufgebot und besetzen einen Großteil Ungarns. Doch obwohl die Zeitgenossen davon ausgingen, dass ganz Europa erobert werden würde, zogen sich die Mongolen im Frühjahr 1242 plötzlich zurück. Dieser überraschende Rückzug stellt bis heute die Historiker vor eine Herausforderung.

Gängige Erklärungsansätze vermuten politische, logistische oder militärische Erwägungen hinter der Entscheidung, sich aus Europa zurückzuziehen. Neue Erkenntnisse der historischen Umweltforschung hingegen erlauben einen Erklärungsansatz, der Umwelteinflüsse miteinbezieht. Der Ansatz basiert auf der Rekonstruktion von Wetterdaten aus den 1240er Jahren. Diese erlauben die Hypothese, dass ungünstige Witterungsverhältnisse für den Abzug der Mongolen verantwortlich gewesen sein könnten.

Die Auswertung der Klimadaten muss jedoch von einer Analyse der verfügbaren historischen Quellen begleitet werden, um die Ereignisse zu rekonstruieren können. Diesem Ziel widmet sich diese Arbeit. Die Suche nach Hinweisen auf besagte Wetterphänomene sowie nach Belegen für den Abbruch des Feldzuges aufgrund der Witterungsverhältnisse bildet den Kern der Arbeit.

Leseprobe


Struktur der Arbeit

1 Einleitung

2 Ereignisse 1241 -1242

3 Theorien über den Rückzug

3.1 Ziele des Feldzugs

3.2 Fehlende Kampfkraft?

3.3 Politische Ursache

3.4 Versorgungsschwierigkeiten

4 Archive der Natur

5 Magister Rogerius

5.1 Rascher Vormarsch durch Trockenheit

5.2 Kälteeinbruch im Winter 1242

5.3 Schwierigkeiten durch Tauwetter

5.4 Versorgungsschwierigkeiten

5.5 Gründe für den Rückzug

6 Thomas von Spalato

6.1 Kälteeinbruch und Vormarsch der Mongolen

6.2 Versorgungsschwierigkeiten

6.3 Gründe für den Rückzug

7 Fazit

Zielsetzung & Themen der Seminararbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hypothese, ob ungünstige Witterungsverhältnisse im Jahr 1242 den plötzlichen Rückzug der Mongolen aus Europa ausgelöst haben. Dabei werden moderne klimahistorische Daten mit zeitgenössischen Berichten abgeglichen, um die bisherigen, primär politisch oder militärisch orientierten Erklärungsansätze kritisch zu hinterfragen und zu erweitern.

  • Historische Erklärungsmodelle zum Mongolenrückzug
  • Klimatische Rekonstruktionen des 13. Jahrhunderts (Baumringdaten, Proxydaten)
  • Analyse der Chroniken von Magister Rogerius und Thomas von Spalato
  • Einfluss von Witterungsanomalien auf militärische Operationen und Logistik

Auszug aus dem Buch

5.2 Kälteeinbruch im Winter 1242

Die zweite Annahme besagt, dass 1242 ein Kälteeinbruch erfolgt sei. Tatsächlich findet sich in Rogerius Bericht eine Stelle, die dies zu bestätigen scheint. So berichtet Rogerius, dass „es in jenem Winter sehr viel Schnee und Eis gegeben [habe], so daß [sic] die Donau zufror, was seit langem nicht mehr geschehen war.“ Die Mongolen waren damit in der Lage, die Donau zu überqueren. Der Hinweis, dass dies lange nicht mehr geschehen sei, bestätigt die Ergebnisse der Umweltforscher. Demnach ist 1242 nicht nur die Temperatur im Vergleich zu den Vorjahren gesunken, sondern auch eine Veränderung der Niederschlagsmenge eingetreten. Auch die Annahme, dass das Vorankommen der Mongolen durch den kalten Winter begünstigt wurde, kann dadurch belegt werden. Sie waren nur durch den besonders kalten Winter in der Lage, die Donau zu überqueren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Witterungsverhältnissen auf den Mongolenrückzug 1242 und Einordnung in den aktuellen Forschungsstand der Umweltgeschichte.

2 Ereignisse 1241 -1242: Darstellung des militärischen Verlaufs des Mongolenfeldzugs in Europa und die Situation in Ungarn bis zum abrupten Ende der Invasion.

3 Theorien über den Rückzug: Übersicht und kritische Diskussion traditioneller Erklärungsansätze für den Rückzug, wie militärische Schwächung oder politische Ereignisse wie den Tod des Großkahns Ögedei.

4 Archive der Natur: Vorstellung der klimatischen Rekonstruktionsdaten der Umweltforscher Büntgen und Di Cosmo, die eine Abkühlung und erhöhte Bodenfeuchte für das Jahr 1242 aufzeigen.

5 Magister Rogerius: Auswertung des Berichts von Magister Rogerius auf Hinweise zu den klimatischen Annahmen, insbesondere zur Trockenheit, zum Kälteeinbruch und zu Versorgungsproblemen.

6 Thomas von Spalato: Analyse der Chronik des Thomas von Spalato als unabhängige Quelle zur Bestätigung der Wetterphänomene und deren Auswirkung auf die mongolische Kriegsführung.

7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Hypothese, dass das Wetter ein indirekter, aber wesentlicher Faktor für die Entscheidung der mongolischen Führung zum Rückzug war.

Schlüsselwörter

Mongolensturm, 1242, Wetteranomalie, Klimahistorie, Magister Rogerius, Thomas von Spalato, Mittelalter, Feldzug, Versorgungsschwierigkeiten, Umweltforschung, Rückzug, Batu Khan, Ungarn, Donau, Belagerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob klimatische Veränderungen im Jahr 1242 maßgeblich zum überraschenden Rückzug der Mongolen aus Europa beigetragen haben könnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft historische Ereignisse des 13. Jahrhunderts mit modernen naturwissenschaftlichen Klimadaten und wertet zeitgenössische Quellenberichte aus.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die Hypothese zu prüfen, ob ungünstige Witterungsverhältnisse die mongolische Armee logistisch so behinderten, dass ein Abbruch des Feldzuges die logische Konsequenz war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die historische Quellenanalyse mit den Erkenntnissen der modernen historischen Umweltforschung kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert bestehende Theorien, präsentiert die klimatischen Daten der Umweltforscher und gleicht diese mit den Augenzeugenberichten von Magister Rogerius und Thomas von Spalato ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mongolensturm, Wetteranomalie, Klimahistorie und die Chroniken von Rogerius und Thomas von Spalato.

Warum ist Magister Rogerius als Quelle so wichtig?

Rogerius war als Augenzeuge direkt am Geschehen beteiligt und lieferte in seinem „Klagelied“ detaillierte Beobachtungen über die Zustände in Ungarn während der Mongoleninvasion.

Gilt die Wettertheorie nach der Analyse als bewiesen?

Die Analyse zeigt, dass das Wetter ein wichtiger, indirekter Faktor war, der die Entscheidungsfindung beeinflusste, aber als alleinige Ursache für den Rückzug nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.

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Details

Titel
Zwang das Wetter die Mongolen 1242 zum Rückzug aus Europa? Eine kritische Analyse
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Note
1,3
Autor
Alexander Plattner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V372815
ISBN (eBook)
9783668505582
ISBN (Buch)
9783668505599
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mongolen 1242 Europa Krieg Eroberung Wetter Ungarn Asien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Plattner (Autor:in), 2016, Zwang das Wetter die Mongolen 1242 zum Rückzug aus Europa? Eine kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372815
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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