Als Boden wird die dünne Verwitterungsschicht der Erde zwischen Lithosphäre und Atmosphäre bezeichnet, er bildet den grundlegenden Teil der Biosphäre. Geologen bezeichnen den Boden auch als „unverfestigte mineralische Substanz“ gegenüber dem widerständigen Gestein. Jeder Boden ist zunächst im Laufe der Zeit durch exogen bedingte, dynamische Verwitterungsprozesse aus dem darunter liegenden Gestein entstanden. Dabei sind die mechanische Verwitterung, wie eine durch Temperaturunterschiede herbeigeführte Gesteinssprengung, und die chemische Verwitterung, sie führt zur Lösungsverwitterung und Oxidation, maßgeblich beteiligt. Die Verbindung von Wasser und Kohlenstoff zu Kohlensäure ist beispielsweise in der Lage kaum löslichen Kalkstein auszulaugen, Karstlandschaften entstehen. Zum dritten wird jeder Bodentyp durch die Vegetation und Tierwelt beeinflusst, wobei die Zersetzung und Arbeit von Bodenwühlern abgestorbener organischer Substanz zur Humusbildung führt. Dies wird als so genannte biologische
Verwitterung bezeichnet. Erst die Wechselwirkungen zwischen mineralischen und organischen Komponenten bilden das Solum, die zumeist nährstoffhaltige Bodenschicht. Das Objekt Boden stellt dem Geologen zahlreiche Informationen über klimatische Bedingungen oder Entstehung bereit, woraus ein möglicher Nutzen gezogen werden kann. Die Erde mit ihren unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, und damit verbundenen hydrologischen Gegebenheiten, weist ein Variantenreichtum an Bodentypen auf. Die Verbreitung der Bodentypen ist gleichzusetzen mit dem Wechsel der Klimate. Besonders die Böden der tropischen Klimaregionen müssen hervorgehoben werden, welche sich in einem Gürtel von 5° südlich und nördlich des Äquators erstrecken. Diese Böden entstanden aus einer sehr langen Pedogenese, welche vor etwa 65 Millionen (bis 2,6) Jahren im Tertiär begann. Geprägt von hohen Temperaturen und immerfeuchten oder wechselfeuchten Bedingungen vollzog sich eine beschleunigte tiefgründige Verwitterung des Gesteins in dieser Klimaregion. Alte Kontinental – Rumpfflächen, aus Graniten, Gneisen oder Sandsteinen, stellten hierbei die Basis der Verwitterung dar. [...]
Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
Der Boden und seine Variationen am Beispiel Laterit
B) Hauptteil
1 Grundlegende Kenntnisse der allgemeinen Pedogenese
1.1 Bodenbildende Faktoren
1.2 Bodenbildende Proze sse
2 Die bodenbildenden Faktoren : Spezialisierung auf Laterite
2.1 Faktor Klima und Wasser in der Tropen
2.2 Faktor Ausgangsgestein
2.2.1 Chemische Verwitterung von Feldspäten bei der Lateritbildung
2.3 Faktor Relief und Zeit
2.4 Faktor Flora und Fauna in den Tropen
2.4.1 Bodenfruchtbarkeit und Bodenbewertung von lateritischen Böden
2.5 Anthropogener Einfluss
2.5.2 Bodendegration bei Lateriten
3 Vorausgehende bodenbildende Prozesse zur Lateritentstehung
3.1 Laterit – Kategorie der Oxisole / Oxide
4 Lateritisierung - Bildung des Lateritprofils
4.1 Phase 1 der Lateritisierung : Zersetzung
4.2 Phase 2 der Lateritisierung : Desilifizierung (Entkieselung)
4.3 Phase 3 der Lateritisierung : Ferrallisation (Ferrallitisierung) / Plinthisation
4.3.1 Lateritische Landformen in der Savannenregion: Beispiel Bornhardt
4.3.2 Abbaubare Erze im Lateritprofil : Plinthit und Bauxit
4.4 Hypothesen und Theorien zur Bildung von Plinthit (Laterit)
4.4.1 Residualhypothese
4.4.2 Vergleyungshypothese und Grundwassertheorie
4.4.3 Stau- und Grundwasserhypothese
4.4.4 Seifentheorie
4.4.5 Hanggley – Theorie
4.4.6 Karsthypothese
C) Schlussteil
Die Suche nach einer wirtschaftlichen Verwendung von Laterit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese, Eigenschaften und die ökonomische Relevanz von Lateriten als bedeutendem Bodentyp der Tropen. Dabei wird analysiert, welche pedogenen Prozesse zur Bildung dieses speziellen Bodens führen und wie anthropogene Einflüsse sowie klimatische Bedingungen die Bodenfruchtbarkeit und -degradation beeinflussen.
- Grundlagen der allgemeinen Bodenbildung (Pedogenese)
- Einflussfaktoren wie Klima, Relief, Vegetation und Ausgangsgestein
- Prozesse der Lateritisierung und Bildung von Lateritprofilen
- Bodenfruchtbarkeit, Degradation und wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
2.1 Faktor Klima und Wasser in der Tropen
Grundsätzlich sind alle tropischen Böden Produkte einer sehr langen Pedogenese, welche im Tertiär begann. Da diese Pedogenese aber klimatologischen Veränderungen unterworfen war, befinden sich heute Laterite auch in wechselfeuchten und teilweise trockenen Gebieten, da an deren Stelle in den pleistozänen Pluvialzeiten immerfeuchte Regionen ihren Platz hatten.
Laterite, heute als Plinthit bezeichnet, ist die stark verbreitete Bodenart des tropischen Regenwaldes, circa die Hälfte des Regenwaldbestandes wächst auf diesem Roterdeboden. Es handelt sich um eine extrem allitische Pedogenese, in semihumiden bis semiariden Klima, die zur Bildung von Aluminiumhydroxyden und Eisenoxyden führt. Laterit ist der umfassende Begriff für den roten Verwitterungsboden der immerfeuchten und periodisch - feuchten Tropen, welche sich über einen Gürtel von 5° nördlich und südlich vom Äquator um die Erde erstrecken.
Zusammenfassung der Kapitel
Grundlegende Kenntnisse der allgemeinen Pedogenese: Einführung in die wesentlichen bodenbildenden Faktoren und Prozesse, die die Entstehung von Böden aus Gestein ermöglichen.
Die bodenbildenden Faktoren : Spezialisierung auf Laterite: Analyse der spezifischen Bedingungen in tropischen Regionen, wie Klima, Ausgangsgestein und menschliche Eingriffe, die zur Entstehung von Lateriten führen.
Vorausgehende bodenbildende Prozesse zur Lateritentstehung: Einordnung der Laterite in die Bodensystematik als Oxisole und Erläuterung der chemischen Verwitterungsmechanismen.
Lateritisierung - Bildung des Lateritprofils: Detaillierte Darstellung der drei Phasen der Bodenentwicklung sowie der verschiedenen wissenschaftlichen Hypothesen zur Bildung von Plinthit.
Die Suche nach einer wirtschaftlichen Verwendung von Laterit: Untersuchung der ökonomischen Bedeutung als Erzquelle und potenzielle Nutzung als Baustoff.
Schlüsselwörter
Laterit, Pedogenese, Tropen, Plinthit, Verwitterung, Eisenoxid, Aluminium, Oxisole, Bodenfruchtbarkeit, Bodenprofil, Degradation, Savanne, Bauxit, Bodenbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung, Charakteristik und Nutzung von Laterit, dem am weitesten verbreiteten Bodentyp in tropischen Klimazonen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die pedogenetischen Voraussetzungen, die chemischen Verwitterungsprozesse, die ökologische Rolle des tropischen Regenwaldes auf diesen Böden sowie die Möglichkeiten der industriellen Erzgewinnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Bodenentwicklung vom Ausgangsgestein zum Lateritpanzer verständlich zu machen und die komplexen Zusammenhänge zwischen Klima, Boden und menschlichem Handeln aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geographische Facharbeit, die auf der Analyse von bodenkundlicher Literatur, Modellen der Pedogenese und der Auswertung von Fallbeispielen zur Bodenbildung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Bodenbildungsfaktoren, die spezifische Spezialisierung auf tropische Verhältnisse, den Prozess der Lateritisierung und die Diskussion verschiedener wissenschaftlicher Bildungsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lateritisierung, Bodenprofile, Plinthit, Tropen, chemische Verwitterung und Bodenfruchtbarkeit.
Was unterscheidet Plinthit von anderen Bodenbestandteilen?
Plinthit ist ein humusarmes, irreversibel verhärtbares Substrat, das bei starker Austrocknung eine extrem harte Eisenkruste bildet, die landwirtschaftlich kaum nutzbar ist.
Warum ist die Abholzung für Lateritböden besonders kritisch?
Die Rodung führt zur Erosion der dünnen, nährstoffreichen Humusschicht, wodurch der unfruchtbare Laterituntergrund freigelegt wird, was den Stoffkreislauf des Ökosystems zerstört.
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- Michel Meier (Author), 2004, Laterit - Wichtigster Bodentyp der Tropen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37293