Seitdem die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland ansteigt, steht die Zeitarbeit in der öffentlichen Kritik. Der Zeitarbeit werden schlechtere Arbeitsbedingungen und Entlohnung nachgesagt, weshalb häufig von Parteien und Gewerkschaften Forderungen hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen für die Branche zu vernehmen sind.
Die Forderung der IG Metall "Gleiche Arbeit – Gleiches Geld" ist mittlerweile im Gesetz verankert und die Zeitarbeitsbranche gerät diesbezüglich zunehmend unter Druck. Während die Gewerkschaften sich auf Branchenzuschläge geeinigt haben, um die Löhne der Zeitarbeitnehmer anzuheben, wird in der Politik über weitere Maßnahmen diskutiert.
Für sinnvolle politische Maßnahmen ist es jedoch wichtig, möglichst genau festzustellen, inwieweit Verdienstunterschiede zwischen Zeitarbeitnehmern und Arbeitnehmern im regulären Beschäftigungsverhältnis existieren und wie hoch die Unterschiede tatsächlich ausfallen.
Diese Projektarbeit hat daher zum Ziel, die verfügbaren empirischen Erhebungen zum Verdienst der Zeitarbeitnehmer in Deutschland aufzuarbeiten und auszuwerten, um die Verdienstunterschiede beziffern zu können. Insbesondere soll dabei geprüft werden, wie sich die 2012 bis 2013 tariflich eingeführten Branchenzuschläge auf die Gehälter der Zeitarbeitnehmer auswirken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Entwicklung der Zeitarbeit
3 Methodik und Eingrenzung
4 Verdienste der Zeitarbeitnehmer
4.1 Vergleiche mit dem Durchschnittsverdienst in der Privatwirtschaft
4.2 Vergleiche mit dem Verdienst im Verarbeitenden Gewerbe
4.3 Eine Zusammenfassung
5 Tarifverträge und Branchenzuschläge
6 Ursachen der festgestellten Verdienstunterschiede
7 Fazit und Ausblick
8 Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen der zwischen 2012 und 2013 eingeführten Branchenzuschläge auf die Gehaltsstrukturen von Zeitarbeitnehmern in Deutschland durch eine Auswertung empirischer Erhebungen zu untersuchen und die Verdienstunterschiede zu regulären Beschäftigungsverhältnissen präzise zu beziffern.
- Analyse der Verdienstentwicklung von Zeitarbeitnehmern im Zeitverlauf (2010–2015).
- Vergleich der Entlohnung von Zeitarbeitnehmern mit dem Durchschnitt der Privatwirtschaft sowie dem Verarbeitenden Gewerbe.
- Gegenüberstellung von Zeitarbeits-Tarifverträgen und dem Entgeltrahmenabkommen (ERA).
- Reflexion der Ursachen für bestehende Lohnunterschiede trotz politischer Regulierungsversuche.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Seitdem die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland ansteigt, steht die Zeitarbeit in der öffentlichen Kritik. Der Zeitarbeit werden schlechtere Arbeitsbedingungen und Entlohnung nachgesagt, weshalb häufig von Parteien und Gewerkschaften Forderungen hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen für die Branche zu vernehmen sind. Die Forderung der IG Metall „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ ist mittlerweile im Gesetz verankert und die Zeitarbeitsbranche gerät diesbezüglich zunehmend unter Druck. Während die Gewerkschaften sich auf Branchenzuschläge geeinigt haben, um die Löhne der Zeitarbeitnehmer anzuheben, wird in der Politik über weitere Maßnahmen diskutiert.
Für sinnvolle politische Maßnahmen ist es jedoch wichtig, möglichst genau festzustellen, inwieweit Verdienstunterschiede zwischen Zeitarbeitnehmern und Arbeitnehmern im regulären Beschäftigungsverhältnis existieren und wie hoch die Unterschiede tatsächlich ausfallen. Diese Projektarbeit hat daher zum Ziel, die verfügbaren Erhebungen zum Verdienst der Zeitarbeitnehmer in Deutschland aufzuarbeiten und auszuwerten, um die Verdienstunterschiede beziffern zu können. Insbesondere soll dabei geprüft werden, wie sich die 2012 bis 2013 tariflich eingeführten Branchenzuschläge auf die Gehälter der Zeitarbeitnehmer auswirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Kritik an der Zeitarbeitsbranche und setzt sich das Ziel, die reale Verdienstlücke sowie die Wirksamkeit der Branchenzuschläge zu untersuchen.
2 Die Entwicklung der Zeitarbeit: Dieses Kapitel skizziert den Anstieg der Zeitarbeit in Deutschland und erläutert den rechtlichen Rahmen sowie die historische Entwicklung des Gleichbehandlungsanspruchs.
3 Methodik und Eingrenzung: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, welches auf Daten des Statistischen Bundesamtes basiert und die Analyse auf männliche Vollzeitbeschäftigte in spezifischen Leistungsgruppen beschränkt.
4 Verdienste der Zeitarbeitnehmer: Dieses Kapitel präsentiert die tabellarischen Auswertungen der Bruttomonatsverdienste und vergleicht diese mit der Privatwirtschaft sowie dem Verarbeitenden Gewerbe.
5 Tarifverträge und Branchenzuschläge: Der Fokus liegt hier auf der Gegenüberstellung der Zeitarbeits-Tarifverträge mit dem ERA-Abkommen der IG Metall zur Ermittlung tarifbedingter Einkommensdifferenzen.
6 Ursachen der festgestellten Verdienstunterschiede: Das Kapitel diskutiert methodische Grenzen der Untersuchung und beleuchtet strukturelle Gründe für die Lohnunterschiede, wie etwa die unterschiedliche Qualifikation und Fluktuation.
7 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass das Ziel „Gleiche Arbeit – Gleicher Lohn“ bisher nicht erreicht wurde und benennt weiteren politischen Handlungsbedarf.
Schlüsselwörter
Zeitarbeit, Leiharbeit, Branchenzuschläge, Verdienstunterschiede, Entlohnung, Arbeitnehmerüberlassung, Tarifverträge, IG Metall, Leistungsgruppen, Privatwirtschaft, Verarbeitendes Gewerbe, Gleiche Arbeit - Gleiches Geld, Arbeitsbedingungen, Lohnentwicklung, Beschäftigungsverhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Situation von Zeitarbeitnehmern in Deutschland und untersucht, inwieweit diese durch tarifliche Branchenzuschläge in ihrer Entlohnung zu regulären Beschäftigungsverhältnissen aufschließen konnten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Lohnentwicklung in der Zeitarbeitsbranche, der Vergleich zu den Durchschnittsverdiensten der Gesamtwirtschaft sowie die Analyse tariflicher Strukturen im Kontext der Leiharbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die realen Verdienstunterschiede zwischen Zeitarbeitnehmern und regulär Beschäftigten anhand von statistischen Daten zu quantifizieren und die Wirksamkeit der Branchenzuschläge von 2012/2013 zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Datenanalyse auf Basis der Verdiensterhebungen des Statistischen Bundesamtes durchgeführt, ergänzt durch einen komparativen Tarifvergleich zwischen der Zeitarbeitsbranche und dem ERA-Abkommen der IG Metall.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Analyse verschiedener Leistungsgruppen im Vergleich zur Privatwirtschaft und zum Verarbeitenden Gewerbe sowie eine detaillierte Gegenüberstellung aktueller Tarifverträge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Zeitarbeit, Branchenzuschläge, Verdienstunterschiede, Tarifverträge und der Gleichbehandlungsansatz im deutschen Arbeitsmarkt.
Welche Rolle spielt die Einsatzdauer für das Einkommen?
Die Arbeit zeigt auf, dass der Verdienstunterschied maßgeblich von der Einsatzdauer im Entleihbetrieb abhängt, da Branchenzuschläge oft erst nach einer gewissen Zeit greifen, während die Zeitarbeit häufig durch kurzfristige Einsätze geprägt ist.
Warum ist das Verarbeitende Gewerbe für den Vergleich besonders relevant?
Das Verarbeitende Gewerbe ist von hoher Bedeutung, da dort nahezu die Hälfte aller Zeitarbeitnehmer tätig ist und in der Vergangenheit besonders deutliche Lohnunterschiede auftraten, die zu den Branchenzuschlägen führten.
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- Alexander Plattner (Author), 2015, Verdienst in der Zeitarbeitsbranche und in regulärer Beschäftigung. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372949