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Die Bedeutung des Euro als internationale Währung. Grenzen und Potential eines starken Euro

Titel: Die Bedeutung des Euro als internationale Währung. Grenzen und Potential eines starken Euro

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 31 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Benjamin Lueber (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der Schaffung der europäischen Gemeinschaftswährung entstand eine wissenschaftliche Debatte darüber, welchen Stellenwert der Euro unter den internationalen Währungen, insbesondere im Vergleich zum US-Dollar, einnehmen wird.
Der Wert dieser Untersuchung liegt darin, dass die Leitwährung dem Staaten, der diese Währung in Umlauf bringt, deutliche (Macht-) Vorteile verschafft. In Anbetracht der Zweifel über den Wert des Euro, und der aktuellen Reformbemühungen zur Stützung der Gemeinschaftswährung, gewinnt eine Studie darüber, inwiefern der Euro als eine potentiell dominante Währung für die Euro Staaten von Bedeutung ist, zusätzlich an Relevanz.

Im ersten Schritt werden die Funktionen beleuchtet, welche eine internationale Währung im Währungssystem erfüllt, und dabei gleichzeitig die Indikatoren des Leitwährungsstatus des US-Dollar beschrieben. Im nächsten Abschnitt werden mittels
einer ökonomischen Herangehensweise die Grundlagen von Währungsmacht, sowie die sich davon ableitenden Vorteile und Kosten analysiert. Aufgrund der Tatsache, dass internationale Finanzakteure im heutigen Währungssystem zentrale Akteure
darstellen, und sie ihre Entscheidungen nach wirtschaftlichen Kriterien richten, liefert diese Herangehensweise wichtige Erkenntnisse. Dennoch werden diese Befunde im vierten Abschnitt um die wichtige politische Dimension ergänzt, da, in den Worten von Susan Strange, das Währungssystem zugleich „Diener und Partner des politischen Systems“ ist.

Danach folgt eine Einschätzung der bevorstehenden Veränderungen im internationalen Währungssystem. Der letzte Abschnitt führt die vorherigen Erkenntnisse zusammen, indem er im ersten Teil eine Einschätzung darüber trifft, wie realistisch die Durchsetzung des Euro auf internationaler Ebene erscheint. Im zweiten Teil wird anschließend argumentiert, dass sich aufgrund der vielfältigen Vorteile von Währungsmacht und der anstehenden Entwicklungen im Währungssystem die Euro Staaten die Grundlagen für eine verstärkte Einflussnahme und Stellung im Währungssystem verbessern sollten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das internationale Währungssystem zu Beginn des 21. Jahrhunderts

2.1 Anhaltende Dominanz des US-Dollar

2.2 Indikatoren der dominanten Stellung des US-Dollar

3. Ökonomische Betrachtung von Grundlagen und Macht im Währungssystem

3.1 Grundlagen einer dominanten Währung

3.2 Macht im Währungssystem und dessen Vorteile und Kosten

4. „Politics matter“: Theoretische Ergänzungen zu Grundlagen und Macht im Währungssystem

5. Entwicklungen des internationalen Währungssystems im 21. Jahrhundert

6. Das Potential des Euro

6.1 Zentrale Hürden auf dem Weg zur Ausübung des Potentials

6.2 Das Potential des Euro im internationalen Währungssystem

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Euro als internationale Währung und bewertet, inwieweit die Euro-Staaten das Potential einer dominanten Währung in ihre strategische Ausrichtung einbeziehen sollten. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob eine aktivere Nutzung der Währungsmacht des Euro zur Stärkung der europäischen Interessen beitragen kann.

  • Analyse des aktuellen internationalen Währungssystems unter Dominanz des US-Dollar.
  • Untersuchung ökonomischer und politischer Grundlagen von Währungsmacht.
  • Evaluierung der strukturellen Hürden für eine stärkere Rolle des Euro.
  • Diskussion der Bedeutung von Reformen in der Architektur der Europäischen Währungsunion.
  • Strategische Bewertung einer möglichen Führungsrolle des Euro angesichts globaler Machtverschiebungen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Macht im Währungssystem und dessen Vorteile und Kosten

Letztendlich liegt die Kernfrage in der Diskussion um den internationalen Status einer Währung darin, welche Vorteile und welche Konsequenzen sich aus einer Vormachtstellung im internationalen Währungssystem ergeben. Vorerst ist diesbezüglich festzustellen, dass es keine Stellungnahme seitens europäischer Regierungsvertreter hinsichtlich einer Steigerung der Einflussnahme und einer Verbesserung der Machtstellung durch den Euro gibt. Dies lässt bereits erahnen, dass bis dato keine aktiven Maßnahmen zur Förderung des Euro als internationaler Währung unternommen wurden. Das unpolitische Mandat der Europäischen Zentralbank (EZB), mit dem vorherrschenden Ziel der Geldwertstabilität, trägt dieser Positionierung Rechnung. Im gleichen Sinne gilt die Leitlinie, statt Manipulation der Euro Wechselkurse die Kurse den Marktkräften zu überlassen. Wie bereits dargestellt, werden geringe Inflationswerte allein die bevorzugte Nutzung des US-Dollar nicht in Frage stellen. Diese Betrachtung führt zu der Annahme, dass eine internationale Rolle des Euro in erster Linie nicht beabsichtigt wurde. Dennoch ist nicht völlig von der Hand zu weisen, dass für die Gründungsväter des Euro das Potential einer einflussreichen Währung keine Rolle spielte. Dafür spricht, dass die EG-Staaten in den siebziger Jahren die dominante Rolle des Dollar in zunehmendem Maße als negativ erfuhren.

Die dominante Stellung einer Währung verleiht dem Staat, der diese Währung druckt, bedeutende Vorteile; in den Worten des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valérie Giscard d‘Estaing gar ein „maßloses Privileg“. Genau genommen sprach d‘Estaing den Nutzen von „seigniorage“ („Münzerlöse“) an, welcher für die USA die negativen Effekte von Außenhandelsdefiziten schmälert. Die Auslandsausgaben der USA für Güter und Dienstleistungen, oder eben auch für militärische Ausgaben wie die Aufrechterhaltung von Militärbasen, werden in der eigenen Währung beglichen, welche durch die eigene Zentralbank nach Belieben gedruckt werden kann. Mit anderen Worten sind Außenhandelsdefizite weniger schmerzhaft als für die übrigen Länder, welche sich die nötigen Devisenbestände, zum größten Teil in US-Dollar, erst durch internationalen Handel erwerben müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Skepsis gegenüber dem Euro in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, ob und wie der Euro als internationale Leitwährung genutzt werden kann.

2. Das internationale Währungssystem zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert die fortdauernde Dominanz des US-Dollar und beschreibt die Indikatoren, die seine Stellung als primäre internationale Währung stützen.

3. Ökonomische Betrachtung von Grundlagen und Macht im Währungssystem: Hier werden die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Währungsmacht sowie deren spezifische Vor- und Nachteile, wie etwa das „maßlose Privileg“ der Seigniorage, untersucht.

4. „Politics matter“: Theoretische Ergänzungen zu Grundlagen und Macht im Währungssystem: Dieses Kapitel erweitert die rein ökonomische Analyse um die politische Dimension, insbesondere durch das Konzept des „Dollar Wall Street Regimes“.

5. Entwicklungen des internationalen Währungssystems im 21. Jahrhundert: Es wird diskutiert, wie sich multipolare Machtverschiebungen und die Rolle des Renminbi langfristig auf das Währungsgefüge auswirken könnten.

6. Das Potential des Euro: Dieser Abschnitt untersucht sowohl die strukturellen Integrationshürden als auch die Vorteile, die eine proaktive Rolle des Euro für die Europäische Union mit sich bringen würde.

Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass trotz derzeitiger Hürden eine langfristige strategische Orientierung des Euro sinnvoll ist, um globale Finanzrisiken besser zu bewältigen.

Schlüsselwörter

Euro, US-Dollar, internationale Währung, Währungsmacht, Europäische Währungsunion, Finanzmarktintegration, Leitwährung, Seigniorage, Geldpolitik, internationale Finanzordnung, Weltwirtschaft, Machtverschiebung, Renminbi, Währungskooperation, EZB.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die internationale Rolle des Euro und erörtert, inwiefern die Gemeinschaftswährung als Machtmittel zur Erhöhung der politischen und wirtschaftlichen Einflussnahme der Euro-Staaten fungieren kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Dominanz des US-Dollar, die ökonomischen und politischen Grundlagen von Währungsmacht sowie die strukturelle Architektur und Reformfähigkeit der Europäischen Währungsunion.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel besteht darin, zu bewerten, ob die Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Nutzen des Euro als internationale Währung stärker in ihre strategische Planung einbeziehen sollten, um global handlungsfähiger zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die ökonomische Analysen der Finanzmärkte mit politikwissenschaftlichen Theorien zur Internationalen Politischen Ökonomie verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der aktuellen Vormachtstellung des Dollars, ergänzt dies durch politische Machttheorien und beleuchtet die internen institutionellen Schwächen, die einer internationalen Etablierung des Euro derzeit entgegenstehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Währungsmacht, internationale Leitwährung, Finanzmarktintegration, Euro-Zone und die multipolare Machtverschiebung in der Weltwirtschaft.

Wie bewertet der Autor das „maßlose Privileg“ der USA?

Der Autor erläutert dieses Konzept, das auf den französischen Präsidenten Giscard d‘Estaing zurückgeht, als Fähigkeit der USA, durch den Status ihrer Währung enorme Kosten bei Auslandsausgaben und Schuldenaufnahme zu kompensieren.

Warum wird die Architektur der EWU als Hürde betrachtet?

Die EWU ist laut Autor primär auf interne Preisstabilität ausgerichtet und weist strukturelle Schwächen in der externen Repräsentanz auf, was eine geschlossene und machtvolle Vertretung in internationalen Foren wie dem IWF erschwert.

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Details

Titel
Die Bedeutung des Euro als internationale Währung. Grenzen und Potential eines starken Euro
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Lehrstuhl für internationale Politik)
Veranstaltung
Europäische Währungskooperation: Macht Interessen Ideen
Note
2,0
Autor
Benjamin Lueber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
31
Katalognummer
V373211
ISBN (eBook)
9783668538405
ISBN (Buch)
9783668538412
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Macht Währung Europäische Union Euro EU US-Dollar Dollar Leitwährung Hegemonie Europäische Zentralbank Währungskrieg Währungssystem Geldpolitik Monetäre Beziehungen Geldwirtschaft Internationale Beziehungen Währungskooperation Zukunft Euro US-Notenbank Federal Reserve Bank
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Lueber (Autor:in), 2013, Die Bedeutung des Euro als internationale Währung. Grenzen und Potential eines starken Euro, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373211
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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