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Der Kimberley Prozess und die Zivilgesellschaft. Anzeichen einer neuen Diplomatie in der Handelspolitik?

Titel: Der Kimberley Prozess und die Zivilgesellschaft. Anzeichen einer neuen Diplomatie in der Handelspolitik?

Hausarbeit , 2012 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Benjamin Lueber (Autor:in)

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der internationale Handel zwischen den Wirtschaftsnationen hat sich gewandelt. Dabei ist die Welt des internationalen Handels sehr viel komplexer geworden. Dies lässt sich schon in zwei Bereichen deutlich feststellen. Zum einen sind es längst nicht mehr nur Güter, welche die Grenzen überschreiten. Dienstleistungen werden im Zeitalter der Globalisierung ebenfalls über Grenzen hinweg angeboten. Damit geht einher, dass Staaten sich in internationalen Verhandlungsrunden um die Regulierung von geistigem Eigentum bemühen.

Die Herausgeber eines Sammelbandes zum Thema Handelspolitik unterstreichen, dass viele Facetten der gegenwärtigen Handelspolitik nahelegen, dass diese von einer zunehmenden Zusammenarbeit und Abhängigkeit zwischen Regierung, Industrie und Zivilgesellschaft geprägt sind. Die vorliegende Arbeit wird diese scheinbar verstärkt auftretenden Verhandlungsdynamiken thematisieren. Im Fokus der Untersuchung liegen dabei die Einflusschancen der Zivilgesellschaft. Mit den Unternehmen als erstarkten, privaten Akteuren wird sich dabei nur zu einem gewissen Grade beschäftigt. Dies liegt daran, dass bei Firmen als Akteuren der Sachverhalt komplexer wird. Mit anderen Worten, der Einfluss von Firmen ist schwieriger zu ermessen. Bestimmte Theorien, wie der Marxismus, geben wirtschaftliche Akteure sogar als Bestimmungsfaktoren staatlicher Politik an. Demnach lautet die zentrale Frage dieser Arbeit: inwieweit spielt die Zivilgesellschaft eine Rolle in den Prozessen der Handelspolitik?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Annahmen zu den Prozessen der Handelspolitik

3. Kimberley Process Certification Scheme: Das Verhandlungsresultat unter der Lupe

4. Entstehungsgeschichte des Kimberley Prozesses: von „agenda-setting“ bis „revitalization“

5. Kimberley Prozess: Günstige Rahmenbedingungen

6. Übertragbarkeit auf andere Fälle

7. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Zivilgesellschaft als Akteur in internationalen Handelsprozessen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit zivilgesellschaftliche Organisationen tatsächlich Einfluss auf die Gestaltung und Umsetzung handelspolitischer Abkommen nehmen können und unter welchen Bedingungen dieser Einfluss wirksam wird.

  • Rolle der Zivilgesellschaft in der internationalen Handelspolitik
  • Analyse des Kimberley-Prozesses als Fallbeispiel
  • Zusammenwirken von NGOs, Industrie und staatlichen Akteuren
  • Einflussfaktoren für den Erfolg internationaler Regimes
  • Transferierbarkeit von Verhandlungsmodellen auf andere Rohstoffsektoren

Auszug aus dem Buch

Entstehungsgeschichte des Kimberley Prozess: von „agenda-setting“ bis „revitalization“

Gemäß den vorgestellten Charakteristiken ist es vertretbar, zu argumentieren, dass mit dem Kimberley Prozess ein internationales Regime mit Substanz geschaffen wurde. Nun stellt sich die Frage, zu welchem Grad man dieses beachtliche Resultat den zivilgesellschaftlichen Vertretern zuschreiben kann. Dazu wird im ersten Schritt die Entstehungsgeschichte des Regimes näher betrachtet. Im darauffolgenden Abschnitt wird man sich dieser Frage weiter annähern, indem die Bedingungen, welche zur schnellen Entstehung des KPCS beigetragen haben, nähergehend analysiert werden.

Es macht Sinn, den Verhandlungsprozess gemäß der Kategorisierung von Franziska Bieri zu durchschreiten. Sie hat den Prozess in folgende Abschnitte unterteilt: „agenda-setting“, Regelsetzung, Implementierung, und „revitalization“. Zuerst musste die öffentliche Wahrnehmung für das Problem der Blutdiamanten gewonnen werden. Bestimmte Themen auf die Tagesordnung zu heben ist eine klassische Aufgabe der NGOs. Die britische NGO Global Witness hat im Jahr 2008 einen Bericht veröffentlicht, welche die Verknüpfung vom Diamantenhandel mit Konflikten herstellte. Man kann mit relativer Sicherheit behaupten, dass der Zivilgesellschaft die Initiierung des Prozesses durch den Aufbau von Druck anzurechnen ist. An den Medienkampagnen waren mehrere NGOs beteiligt, wie zum Beispiel Transparency International, welche geschickt die Macht von Bildern einsetzte mit dem Slogan: „a rebel is a girl’s best friend“. Dieser Satz war gut gewählt, da er das Symbol des Diamanten als Zeichen ewiger Liebe unterwanderte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Komplexität des modernen Welthandels beleuchtet und der Wandel der Handelspolitik hin zu einer Einbeziehung nicht-staatlicher Akteure sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit eingeführt.

Theoretische Annahmen zu den Prozessen der Handelspolitik: Dieses Kapitel verortet das Thema in der liberalen Theorie der Internationalen Politischen Ökonomie und diskutiert das Modell der „multi-track diplomacy“ sowie den Übergang vom „club model“ zum „multi-stakeholder model“.

Kimberley Process Certification Scheme: Das Verhandlungsresultat unter der Lupe: Hier werden die Stärken und Schwächen des Kimberley-Prozesses analysiert, wobei die Rolle der Zertifizierungsstandards und die Kontrollmechanismen des Regimes kritisch bewertet werden.

Entstehungsgeschichte des Kimberley Prozesses: von „agenda-setting“ bis „revitalization“: Dieses Kapitel zeichnet den Weg vom Aufbau des öffentlichen Drucks durch NGOs über die eigentlichen Verhandlungen bis hin zu den aktuellen Herausforderungen im Prozess nach.

Kimberley Prozess: Günstige Rahmenbedingungen: Es werden die Faktoren identifiziert, die zum Erfolg des Abkommens beigetragen haben, insbesondere die Rolle des Konzerns De Beers und die spezifische Symbolkraft von Diamanten als Konsumgut.

Übertragbarkeit auf andere Fälle: Die Arbeit prüft, ob die im Kimberley-Prozess gewonnenen Erkenntnisse und die Rolle der Zivilgesellschaft auf andere Rohstoffsektoren übertragen werden können.

Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Rolle der Zivilgesellschaft zusammen und betont, dass ihr Einfluss stark von der Bereitschaft der staatlichen Akteure und der Interessenlage der Industrie abhängt.

Schlüsselwörter

Kimberley Prozess, Zivilgesellschaft, Handelspolitik, Blutdiamanten, NGOs, Rohstoffregulierung, Internationale Politische Ökonomie, De Beers, Public-Private Partnerships, Agenda-Setting, Good Governance, Zertifizierung, Diplomatie, Handelsregime, Konfliktprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der Zivilgesellschaft als Akteur in globalen Handelsprozessen und hinterfragt, wie stark NGOs tatsächlich politischen Einfluss auf die Regulierung internationaler Rohstoffmärkte ausüben können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Handelspolitik, die Theorie der Internationalen Politischen Ökonomie, die Regulierung von Konfliktrohstoffen sowie die Zusammenarbeit von NGOs, Unternehmen und Staaten.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, durch die Untersuchung des Kimberley-Prozesses zu bestimmen, unter welchen Bedingungen zivilgesellschaftliche Organisationen Einfluss auf staatliche Entscheidungsprozesse gewinnen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Fallstudienmethode und bezieht sich dabei auf theoretische Konzepte wie „multi-track diplomacy“ und „two-level games“, um die empirischen Entwicklungen des Kimberley-Prozesses zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Verhandlungsergebnisses, die Untersuchung der Entstehungsgeschichte in verschiedenen Phasen sowie die Identifizierung spezifischer Erfolgsbedingungen wie Marktstrukturen und politische Bereitschaft.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Kimberley Prozess, Zivilgesellschaft, Blutdiamanten, internationale Regulierung und der Einfluss nicht-staatlicher Akteure auf handelspolitische Prozesse.

Warum war der Kimberley-Prozess für die Untersuchung besonders geeignet?

Der Kimberley-Prozess gilt als Paradebeispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen staatlichen Akteuren, der Industrie und NGOs bei der Regulierung eines natürlichen Rohstoffs.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Übertragbarkeit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Verhandlungsschema des Kimberley-Prozesses nur schwer auf andere Rohstoffe übertragbar ist, da im Fall der Diamanten einzigartige Umstände wie die besondere Symbolik des Produkts vorlagen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Kimberley Prozess und die Zivilgesellschaft. Anzeichen einer neuen Diplomatie in der Handelspolitik?
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Globale Politische Ökonomie
Note
2,0
Autor
Benjamin Lueber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V373216
ISBN (eBook)
9783668508224
ISBN (Buch)
9783668508231
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kimberley Prozess Globale Politische Ökonomie Zivilgesellschaft Blutdiamant Blood Diamond Handelspolitik Internationaler Handel Entwicklungsländer NGO Conflict Diamond Diplomatie Domestic Politics Internationale Beziehungen Diamantindustrie Diamanten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Lueber (Autor:in), 2012, Der Kimberley Prozess und die Zivilgesellschaft. Anzeichen einer neuen Diplomatie in der Handelspolitik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373216
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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