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Ist die westliche Demokratie mit dem Islam überhaupt vereinbar?

Titel: Ist die westliche Demokratie mit dem Islam überhaupt vereinbar?

Hausarbeit , 2017 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Linda Amamra (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage, ob die Demokratie mit dem Islam vereinbar ist, wird in der Politischen Theorie schon seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert. Das Problem dabei ist, dass diese Debatten häufig sehr polemisch geführt werden. Dabei wird der Islam oft stark kritisiert und stigmatisiert z.B. dass er nicht mehr zeitgemäß ist und in wichtigen Fragen der Kultur, Menschen- und Frauenrechte oder Demokratie hinterherhinkt.

In der vorliegenden Seminararbeit soll analysiert werden, ob die Demokratie, wie wir sie in westlichen Systemen kennen, mit dem Islam vereinbar ist oder ob der Islam sein „eigenes demokratisches System“ hat und die westliche Vorstellung von Demokratie vielleicht ein passendes Herrschaftssystem für unsere Werte und Kultur darstellt, jedoch aber nicht für die islamische Welt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Demokratie? - Das Demokratieverständnis in der westlichen Welt

2.1 Demokratie in der islamischen Welt

3 Der Koran

4 Die Scharia

5 Die Schura

6 Das Beispiel Algerien – Ein Blick in die algerische Verfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Forschungsfrage, ob die westliche Demokratie mit dem Islam vereinbar ist. Dabei wird analysiert, inwieweit islamische Prinzipien und religiöse Texte mit demokratischen Strukturen wie Volkssouveränität, Gewaltenteilung und Pluralismus harmonieren können oder ob diese Systeme in einem fundamentalen Widerspruch zueinander stehen.

  • Analyse des westlichen Demokratieverständnisses im Vergleich zu islamischen Wertvorstellungen.
  • Untersuchung der Rolle des Korans und der Scharia als religiöse sowie rechtliche Grundlagen.
  • Evaluation des Beratungsprinzips (Schura) als potenzielles islamisches Demokratieäquivalent.
  • Fallstudie Algerien: Analyse der Verfassung eines islamisch geprägten Staates hinsichtlich demokratischer Kernelemente.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen religiöser Tradition und dem modernen Ruf nach politischer Teilhabe.

Auszug aus dem Buch

6 Algerien – Ein Blick in die algerische Verfassung

Algerien ist das größte Land Afrikas und befindet sich als Teil der Maghreb-Staaten in Nordafrika. Da der algerische Staat islamisch ist eignet er sich sehr gut als Beispiel, um die Frage, ob der Islam mit der Demokratie vereinbar ist, zu untersuchen. Historisch unterscheidet sich Algerien zu anderen islamischen Staaten darin, dass es von 1830 bis 1954 eine Kolonie Frankreichs war. Dieser Einfluss ist bis heute spürbar: die französische Sprache bildet neben Arabisch und Tamazight eine der drei offiziellen Amtssprachen. Außerdem wird politisch aufgrund der historischen Vorgeschichte islamisches mit französischem Recht vereint.

Der Staat Algerien an sich trägt bereits im Namen „Demokratie“: Demokratische Volksrepublik Algerien“.

Laut der algerischen Verfassung besagt Artikel 2 in Kapitel 1: „Islam is the religion of the State“.

Obwohl die algerische Verfassung als Staatsreligion den sunnitischen Islam vorschreibt, weist sie demokratische Kernelemente auf, wie wir sie aus westlichen demokratischen Verfassungen kennen. So lautet unmittelbar das zweite Kapitel „the People“ – das Volk. Es beinhaltet Artikel 6-10, die sich ausschließlich der Partizipation und Legitimation durch das Volk widmen. Ein wichtiger Punkt dabei ist Artikel 6 „The People are the source of any power. The sovereignity belongs exlusively to the People.“ (algerische Verfassung, Artikel 6 in Kapitel 2) Dieser Punkt ist entscheidend, da er die Volkssouveränität bestimmt, welche eigentlich so im religiösen Islam nicht vorgesehen ist, da einzig allein Gott (im Islam „Allah“) souverän ist und über allem steht. In dem Fall legt aber die Verfassung fest, dass das Volk über der Verfassung steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Kontroverse um die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie ein und formuliert die Leitfrage der Arbeit unter Berücksichtigung des untersuchten Fallbeispiels.

2 Was ist Demokratie? - Das Demokratieverständnis in der westlichen Welt: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Kriterien westlicher Demokratien, wie Volkssouveränität, Pluralismus und Gewaltenteilung.

2.1 Demokratie in der islamischen Welt: Hier werden die Kernpunkte der Demokratie auf den islamischen Kontext übertragen und die Grenzen sowie Möglichkeiten für demokratische Strukturen im Islam diskutiert.

3 Der Koran: Es wird die Rolle des Korans als heilige Quelle untersucht und analysiert, wie dessen Interpretationsspielräume sowohl von Reformern als auch von Radikalen genutzt werden.

4 Die Scharia: Das Kapitel erläutert das islamische Rechtssystem, dessen Ursprung und dessen Spannungsverhältnis zu westlichen Vorstellungen von Freiheit und Gleichheit.

5 Die Schura: Hier wird das Beratungsprinzip als potenziell demokratisches Herrschaftssystem im Islam beleuchtet und mit modernen Anforderungen an Partizipation in Beziehung gesetzt.

6 Das Beispiel Algerien – Ein Blick in die algerische Verfassung: Anhand einer Fallstudie wird aufgezeigt, wie ein mehrheitlich islamisch geprägter Staat versucht, demokratische Verfassungsprinzipien mit religiöser Tradition in Einklang zu bringen.

Schlüsselwörter

Demokratie, Islam, Scharia, Schura, Algerien, Volkssouveränität, Koran, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Islamismus, Politische Teilhabe, Gewaltenteilung, Verfassung, Pluralismus, Religion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Vereinbarkeit zwischen westlichen demokratischen Herrschaftssystemen und dem Islam.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Demokratieverständnis, die Auslegung von Koran und Scharia sowie die Anwendung demokratischer Prinzipien in einem islamischen Staat am Beispiel Algeriens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob der Islam ein eigenes demokratisches Potenzial besitzt oder ob westliche Demokratievorstellungen unvereinbar mit islamisch geprägten politischen Systemen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Seminararbeit, die auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie einer Fallstudie zur algerischen Verfassung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Islams (Koran, Scharia, Schura) und vergleicht diese mit den Kernelementen einer Demokratie, ergänzt durch eine konkrete Analyse des Staates Algerien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Demokratie, Islam, Scharia, Volkssouveränität, Rechtsstaatlichkeit und Partizipation charakterisieren.

Welche Rolle spielt Algerien in dieser Untersuchung?

Algerien dient als Fallbeispiel, da es einerseits den Islam als Staatsreligion führt und andererseits eine Verfassung besitzt, die demokratische Grundrechte wie Volkssouveränität explizit verankert.

Wie wird das Spannungsfeld zwischen der Scharia und der Demokratie bewertet?

Das Spannungsfeld wird als konträr beschrieben, da die Scharia Gott als souverän betrachtet, während in Demokratien das Volk als Träger der Souveränität gilt.

Was ist das Prinzip der "Schura"?

Die Schura ist das islamische Beratungsprinzip, das von einigen Intellektuellen als Grundlage für ein spezifisch islamisches, demokratisches System interpretiert wird.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich Algeriens?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Algerien zwar ein Demokratiedefizit aufweist, aber aufgrund seiner historischen Erfahrungen erfolgreicher demokratische Elemente in sein System integriert hat als viele andere islamische Staaten.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist die westliche Demokratie mit dem Islam überhaupt vereinbar?
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Moderne und zeitgenössische Demokratietheorien
Note
2,3
Autor
Linda Amamra (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V373251
ISBN (eBook)
9783668538344
ISBN (Buch)
9783668538351
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam Demokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Linda Amamra (Autor:in), 2017, Ist die westliche Demokratie mit dem Islam überhaupt vereinbar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373251
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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