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War Krupp ein sozialer Chef? Die sozialbetrieblichen Leistungen der Firma Krupp und ihre Einstellung zur Sozialdemokratie

Zwischen großer Gemeinschaft und seigneurialem Patriarchalismus

Title: War Krupp ein sozialer Chef? Die sozialbetrieblichen Leistungen der Firma Krupp und ihre Einstellung zur Sozialdemokratie

Term Paper , 2010 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Appel (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage ob Krupp ein sozialer Chef war. Betrachtet man die historische Entwicklung des deutschen Kaiserreichs, so fällt auf, dass die soziale Frage nach den Rechten und Absicherungen des deutschen Arbeiters mehr und mehr in den Fokus der politischen, gesellschaftlichen und vor allem auch der betrieblichen Tagesordnung rückte. Letzteres soll in dieser Arbeit beispielhaft an der Firma Krupp, welche in der Literatur auch als „Mikrokosmos des Reiches“ beschrieben wird, genauer erörtert werden.

Um diese Fragestellung inhaltlich differenziert betrachten zu können, wird in dieser Arbeit zunächst ein Blick auf die konkreten Sozialleistungen der Firma Krupp geworfen, um diese im Folgenden mit der Motivation Kruppscher Sozialpolitik zu vergleichen. Der Analyse werden hierbei zwei Quellen zugrunde gelegt, welche sich vor allem mit der Einstellung des Firmenchefs zur Sozialdemokratie auseinandersetzen.

In einem letzten Abschnitt wird es dann einen kurzen Überblick über die aktuelle Forschungssituation geben, indem zwei grundsätzliche Thesen zur Motivation Kruppscher Sozialpolitik - namentlich das „Prinzip der Lebensgemeinschaft“ nach Lothar Gall und der „Seigneuriale Patriarchalismus“ nach Barbara Wolbring - einander gegenübergestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. War Krupp ein sozialer Chef?

2.1. Sozialbetriebliche Leistungen der Firma Krupp

2.2. Krupps Einstellung zur Sozialdemokratie

2.3. Krupp zwischen „großer Gemeinschaft“ und „Seigneurialem Patriarchalismus“

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Ambivalenz der Kruppschen Sozialpolitik im deutschen Kaiserreich, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, ob der Firmenchef Alfred Krupp als „sozialer Chef“ bezeichnet werden kann. Dabei wird analysiert, wie sich einerseits ein ausgeprägtes System betrieblicher Fürsorge entwickelte und dieses andererseits als Instrument der Kontrolle und zur Abwehr sozialdemokratischer Einflüsse sowie zur Sicherung der unbedingten unternehmerischen Herrschaft genutzt wurde.

  • Analyse der konkreten betrieblichen Sozialleistungen bei Krupp
  • Untersuchung der Einstellung Krupps zur Sozialdemokratie
  • Gegenüberstellung der Thesen von Lothar Gall und Barbara Wolbring
  • Diskussion der Diskrepanz zwischen Fürsorge und unternehmerischer Macht
  • Einordnung in den historischen Kontext des Kaiserreiches

Auszug aus dem Buch

2.3. Krupp zwischen „großer Gemeinschaft“ und „Seigneurialem Patriarchalismus“

Krupps betriebliche Sozialpolitik und seine Einstellung gegenüber der „sozialen Idee“, wie sie beispielsweise von der SPD oder von der katholischen Arbeiterbewegung vertreten wurden weisen eine klare Widersprüchlichkeit auf, die die Frage nach der Art und der Motivation Kruppscher Sozialpolitik aufwirft.

Einen ersten Deutungsversuch dieser Fragestellung unternimmt der Historiker Lothar Gall mit seiner These der kruppschen „Lebensgemeinschaft“. Gall sieht hierbei die Gründe für Krupps betriebliche Sozialpolitik vor allem darin, dass Krupps Unternehmen für ihn selbst nicht nur eine Fabrik, sondern eine „ganz große Familie“ gewesen sei. Für einen Arbeiter bedeutete dies beim Eintritt in die Firma nicht nur einen neuen Arbeitsplatz gefunden zu haben, sondern Teil einer Familie zu werden, die einerseits geprägt war von Disziplin und Ordnung, andererseits aber auch die Pflicht hatte, für ihre Familienmitglieder zu sorgen. Diese Pflicht zu erfüllen war die Aufgabe des Firmeninhabers, der sich ähnlich wie in einer Meister-Lehrlings-Beziehung für „seine“ Arbeiter verantwortlich fühlte. Krupp schätze daher den persönlichen Kontakt zu seinen Arbeitern sehr und beschrieb diesen als denjenigen Faktor „[der] die Firma in ihren Anfängen getragen und […] ihren Aufstieg ermöglicht [hätte]“. War dieses Konzept von der Nähe des Firmenchefs zu seinen Mitarbeitern in den Anfangsjah ren des Betriebes von 1826-1849 noch realisierbar gewesen, so verlor es in den folgenden Jahren durch die immer stärker wachsende Anzahl an Mitarbeitern zusehends an Wirksamkeit. Dem zunehmenden Kontrollverlust über den einzelnen Arbeiter begegnete Krupp mit zunehmender „Disziplinierung im Zuge wachsender Hierarchisierung und Bürokratisierung“, was wiederum den Arbeitern mehr und mehr das Gefühl gab, den Kontakt zu den Obersten des Unternehmens immer mehr zu verlieren und das, obwohl Krupp diesen nach wie vor immer wieder beschwor. Trotz dieser Parolen des Firmeninhabers bildeten sich im Folgenden verstärkt verschiedene soziale Interessengegensätze

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der sozialen Frage im Kaiserreich ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Alfred Krupp als sozialer Chef zu bewerten ist, während sie gleichzeitig die methodische Vorgehensweise skizziert.

2. War Krupp ein sozialer Chef?: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die Sozialleistungen der Firma, die Einstellung des Chefs zur Sozialdemokratie sowie theoretische Deutungsansätze von Historikern zur kritischen Analyse herangezogen werden.

2.1. Sozialbetriebliche Leistungen der Firma Krupp: Hier werden die umfangreichen sozialen Maßnahmen des Unternehmens erläutert, die von der Absicherung der Grundbedürfnisse bis zur staatlich beeinflussten Arbeiterversicherung reichten.

2.2. Krupps Einstellung zur Sozialdemokratie: Dieses Kapitel beleuchtet die strikt ablehnende Haltung von Alfred Krupp gegenüber der Sozialdemokratie und zeigt auf, wie er diese als Bedrohung für seine unternehmerische Macht ansah.

2.3. Krupp zwischen „großer Gemeinschaft“ und „Seigneurialem Patriarchalismus“: Das Kapitel vergleicht zwei gegensätzliche historiographische Konzepte, um die Diskrepanz zwischen Krupps fürsorglichem Selbstbild und der autoritären Führung seines Betriebes zu erklären.

Schlüsselwörter

Krupp, Sozialpolitik, Kaiserreich, soziale Frage, Arbeiter, Sozialdemokratie, Lebensgemeinschaft, Seigneurialer Patriarchalismus, Fürsorge, Untertanenverhältnis, Arbeitswelt, Alfred Krupp, Industriegeschichte, Unternehmensführung, Kontrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der betrieblichen Sozialpolitik von Alfred Krupp im deutschen Kaiserreich und der Frage nach der moralischen Motivation hinter seinen Maßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die industrielle Fürsorgepolitik, die Auseinandersetzung mit der Sozialdemokratie und die historischen Interpretationsansätze zur Unternehmensführung im 19. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen den umfangreichen Sozialleistungen für die Arbeiter und der autoritären, machtorientierten Unternehmensführung aufzulösen, um zu klären, ob Krupp tatsächlich als „sozialer Chef“ gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse, indem sie zeitgenössische Dokumente und historische Forschungsliteratur gegenüberstellt und miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Sozialleistungen, die politische Haltung von Alfred Krupp sowie die theoretischen Erklärungsmodelle des „Prinzip der Lebensgemeinschaft“ und des „Seigneurialen Patriarchalismus“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlüsselwörter sind Krupp, Sozialpolitik, Kaiserreich, Arbeiter, Sozialdemokratie und industrieller Patriarchalismus.

Wie sah das „Generalregulativ“ von 1872 die Rolle der Arbeiter?

Das Generalregulativ forderte eine uneingeschränkte Unterwerfung der Arbeiter unter die Anforderungen des Berufs und die Unterlassung privater Nebentätigkeiten, was die absolute Macht des Firmenchefs zementierte.

Warum lehnte Krupp die Sozialdemokratie so vehement ab?

Krupp sah in der Sozialdemokratie eine gefährliche Ideologie, die den sozialen Frieden und seine eigene „herrliche“ Autorität im Unternehmen durch den Anspruch auf Mitsprache und Eigenständigkeit der Arbeiter bedrohte.

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Details

Title
War Krupp ein sozialer Chef? Die sozialbetrieblichen Leistungen der Firma Krupp und ihre Einstellung zur Sozialdemokratie
Subtitle
Zwischen großer Gemeinschaft und seigneurialem Patriarchalismus
College
University of Hamburg  (Geschichtswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Christian Appel (Author)
Publication Year
2010
Pages
11
Catalog Number
V373254
ISBN (eBook)
9783668520462
ISBN (Book)
9783668520479
Language
German
Tags
Unternehmensgeschichte Krupp Sozialstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Appel (Author), 2010, War Krupp ein sozialer Chef? Die sozialbetrieblichen Leistungen der Firma Krupp und ihre Einstellung zur Sozialdemokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373254
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