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Die Situation der westdeutschen Filmwirtschaft in den ersten Jahren nach 1945

Title: Die Situation der westdeutschen Filmwirtschaft in den ersten Jahren nach 1945

Term Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nicole Tzanakis (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen kurzen Überblick über die Filmpolitik der Alliierten in den Westzonen – vor allem der amerikanisch besetzten Zone – zu geben und die Konsequenzen, die sich somit für die deutsche Filmwirtschaft ergeben haben, in Grundzügen darzustellen. Hierzu sollen zunächst die politischen Rahmenbedingungen nach Ende des Zweiten Weltkrieges skizziert und die ersten filmpolitischen Maßnahmen erläutert werden. Natürlich ist es aufgrund der Kürze der vorliegenden Arbeit nicht möglich, die Entwicklung in jeder einzelnen Besatzungszonen zu analysieren – insbesondere, da von den Sowjets in Sachen Filmwirtschaft eine ganz andere Richtung eingeschlagen wurde – vielmehr verengt sich der Fokus meiner Betrachtung im Hauptteil zuerst auf die westlichen Besatzungszonen, um dann ausschließlich auf die Filmpolitik der Amerikaner zu fallen.


Anhand einer Schilderung der amerikanischen Interessen soll im letzten Teil die These belegt werden, dass unter amerikanischer Besatzung bzw. aufgrund der amerikanischen Filmpolitik kein Neuanfang des deutschen Films möglich gewesen ist. „Die Universum-Film AG – Ludendorffs Golem, Hugenbergs Wahlkampfmaschine und Goebbels schwieriges Spielzeug, Retorte aller Träume und Wunderwerk der europäischen Medienindustrie – existierte nicht mehr.“1 Aber wie sieht sie nun aus, die deutsche Filmwirtschaft in den ersten Nachkriegsjahren?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen nach 1945

3. Gesetzliche Bestimmungen

3.1 Das Gesetz Nr. 191 und die Nachrichtenkontrollvorschriften

4. Filmpolitik in den Besatzungszonen

5. Die amerikanische Filmpolitik

5.1 Filme im Dienst der Re-education

5.2 Die Motion Picture Export Association (MPEA)

5.3 Die Kontrolle der Filmproduktion

5.4 Hollywood herrscht

6. Neubeginn für den deutschen Film?

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Filmpolitik der Alliierten in den westdeutschen Besatzungszonen nach 1945, mit einem besonderen Fokus auf den amerikanischen Einfluss. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die US-amerikanische Politik durch ihre regulierenden Maßnahmen und wirtschaftlichen Interessen die deutsche Filmwirtschaft prägte und einen eigenständigen Neuanfang des deutschen Films faktisch verhinderte.

  • Politische Rahmenbedingungen und gesetzliche Kontrollen nach Kriegsende.
  • Die Rolle des Kinos als Instrument der Re-education.
  • Einfluss der Motion Picture Export Association (MPEA) auf den deutschen Markt.
  • Die Zerschlagung alter Ufa-Strukturen und die daraus resultierende Abhängigkeit von Hollywood.
  • Die schwierige Entnazifizierung und personelle Kontinuitäten in der Filmbranche.

Auszug aus dem Buch

5.4 Hollywood herrscht

Der gesamte Filmproduktionssektor Westdeutschlands lag quasi in amerikanischer Hand, da durch die selektive Vergabe von Lizenzen eine wirksame Kontrolle ausgeübt wurde.

Neben diesem „kleinlichen Lizensierungs- und Genehmigungsverfahren“ konnte indirekt – durch fehlende Importquotenfestsetzung – auch im Bereich der Kinoaufführung manipulativ in den Markt eingegriffen werden: Das Interesse der MPEA bestand darin, so viele Filme wie möglich nach Deutschland zu bringen. Die Tatsache, dass diese Vorgehensweise hier durchaus realisierbar war, ist darauf zurückzuführen, dass im Gegensatz zu jedem anderen europäischen Land eine Quotenfestsetzung zum Schutz vor der übermäßigen Flut der Hollywood-Filme fehlte, da einzig die deutschen Verantwortlichen aus ideologischem Skrupel, die Forderung nach einer Quotenregelung nicht zu stellen wagten – schließlich gehörte es nicht gerade wegen des Re-education-Programms zu den demokratischen Bürgerpflichten, Hollywood-Filme zu konsumieren. Je mehr, desto besser.

Glücklicherweise fiel für die Amerikaner ihr Geschäftssinn mit ihrer moralischen Mission zusammen – man wollte selbstverständlich kein eigenes filmwirtschaftliches Monopol errichten, die Hollywoodfilme sollten nur helfen, der Demokratisierung den Weg zu ebnen.

Der Profit vervielfachte sich zudem schon aus einem naheliegenden Grund: Selbstverständlich hatten die amerikanischen Filme ihre Produktionskosten in den Staaten bereits eingespielt und konnten nun zu Dumpingpreisen auf dem deutschen Markt verkauft werden, die entschieden unter denen der sich gerade neu etablierenden westdeutschen Produktionsfirmen lagen. Folglich zwang diese Dumpingpraxis jene Produzenten, ihr Budget niedrig zu halten, um überhaupt auf Profit hoffen zu können. So konnte Hollywood in den ersten Nachkriegsjahren den Markt manipulieren und seine Herrschaft festigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über die alliierte Filmpolitik in den Westzonen zu geben und die These zu begründen, dass ein wirklicher Neuanfang des deutschen Films unter amerikanischer Besatzung kaum möglich war.

2. Rahmenbedingungen nach 1945: Das Kapitel behandelt die politische Situation nach der Kapitulation und die Etablierung der Militärregierungen, die die Kontrolle über die deutsche Filmwirtschaft übernahmen.

3. Gesetzliche Bestimmungen: Hier werden die ersten administrativen Maßnahmen der Militärregierungen vorgestellt, welche die Grundlage für die spätere Überwachung und Regulierung des Filmsektors legten.

3.1 Das Gesetz Nr. 191 und die Nachrichtenkontrollvorschriften: Dieser Unterpunkt detailliert die konkreten Verbote und Zulassungsverfahren, die jede filmwirtschaftliche Tätigkeit an die explizite Erlaubnis der Besatzungsmächte banden.

4. Filmpolitik in den Besatzungszonen: Das Kapitel beschreibt das Scheitern einer gemeinsamen alliierten Filmpolitik aufgrund von Interessenkonflikten und die Etablierung einer privatwirtschaftlichen Konkurrenzwirtschaft in den Westzonen.

5. Die amerikanische Filmpolitik: Hier liegt der Fokus auf der spezifischen US-amerikanischen Strategie zur Transformation der deutschen Filmwirtschaft.

5.1 Filme im Dienst der Re-education: Dieser Abschnitt erläutert die Nutzung von Dokumentarfilmen und Kinos zur Umerziehung der Bevölkerung und zur Deckung des Unterhaltungsbedürfnisses.

5.2 Die Motion Picture Export Association (MPEA): Es wird die Rolle der MPEA beschrieben, die nach 1948 durch das Garantieprogramm für Informationsmedien den deutschen Markt für Hollywood-Produktionen kommerziell erschloss.

5.3 Die Kontrolle der Filmproduktion: Der Fokus liegt auf der Zerschlagung des Ufa-Monopols und der damit verbundenen Absicht, eine erneute Kartellbildung zu verhindern, während gleichzeitig die Produktionsmethoden Hollywoods forciert wurden.

5.4 Hollywood herrscht: Dieses Kapitel zeigt auf, wie durch Dumpingpreise und fehlende Importquoten der westdeutsche Markt vollständig von Hollywood dominiert und manipuliert wurde.

6. Neubeginn für den deutschen Film?: Hier wird die Problematik der Entnazifizierung in der Filmbranche thematisiert, die dazu führte, dass die Branche von ehemaligen NS-Kräften dominiert blieb, was einen echten kulturellen Neuanfang verhinderte.

7. Schlussbemerkung: Die Zusammenfassung bilanziert, dass die alliierte Politik zwar die alten zentralistischen Strukturen auflöste, aber ungewollt ein neues Abhängigkeitsverhältnis zu Hollywood schuf.

Schlüsselwörter

Filmpolitik, Nachkriegszeit, Besatzungszonen, Alliierte, Re-education, Ufa, Hollywood, MPEA, Filmwirtschaft, Entnazifizierung, Demokratisierung, Lizenzverfahren, US-Besatzung, Filmproduktion, Kino

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der westdeutschen Filmwirtschaft zwischen 1945 und den späten 1940er Jahren unter der Kontrolle der alliierten Besatzungsmächte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die alliierte Filmpolitik, der Prozess der Re-education, die kommerzielle Expansion Hollywoods nach Deutschland und der schwierige Prozess der personellen Entnazifizierung in der deutschen Filmbranche.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob unter der amerikanischen Besatzung ein echter Neuanfang des deutschen Films möglich war, und kommt zu dem Schluss, dass externe ökonomische und politische Vorgaben dies verhinderten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von historischen Rahmenbedingungen, gesetzlichen Vorschriften und fachspezifischer Literatur zur Filmgeschichte der Nachkriegszeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gesetzlichen Kontrollvorschriften, die Rolle der MPEA, die Strategien zur Etablierung amerikanischer Filminteressen und die anhaltende Dominanz des „alten Personals“ in der deutschen Produktionsbranche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Re-education, Hollywood-Dominanz, Filmmonopol, Entnazifizierung, alliierte Filmpolitik und westdeutsche Nachkriegsfilmwirtschaft.

Warum war ein „Neuanfang“ für den deutschen Film nach 1945 so schwierig?

Neben den strukturellen Vorgaben der Militärregierungen erschwerten personelle Kontinuitäten – die Rückkehr von Filmschaffenden aus der NS-Zeit – sowie die ökonomische Übermacht Hollywoods den Aufbau einer eigenständigen, qualitativ neuen deutschen Filmindustrie.

Welche Rolle spielte die Ufa in diesem Prozess?

Die Ufa wurde als Symbol des nationalsozialistischen Medienmonopols betrachtet und gezielt entflochten, was die deutsche Filmwirtschaft zunächst ihrer zentralen Infrastruktur beraubte und sie gleichzeitig anfällig für die Übernahme durch ausländische, insbesondere amerikanische, Interessen machte.

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Details

Title
Die Situation der westdeutschen Filmwirtschaft in den ersten Jahren nach 1945
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Course
Einführung in die Filmgeschichte
Grade
1,7
Author
Nicole Tzanakis (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V37328
ISBN (eBook)
9783638367042
ISBN (Book)
9783640454273
Language
German
Tags
Situation Filmwirtschaft Jahren Einführung Filmgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Tzanakis (Author), 2005, Die Situation der westdeutschen Filmwirtschaft in den ersten Jahren nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37328
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