Einleitung
Felix Krull wird nach Intention Thomas Manns als eine „Art von Künstlernatur“1 gesehen. Nach Lektüre des Romans Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull könnte diese Ansicht einem heutigen Publikum gewiss etwas befremdlich erscheinen. Auch ist mir bei einem Vergleich mit verschiedenen anderen Romanen und Erzählungen Thomas Manns, wie beispielsweise Die Buddenbrooks, Tonio Kröger, Der Tod in Venedig, Mario und der Zauberer und Tristan die verschiedenartige Darstellung des Künstlermotivs aufgefallen. Daher möchte ich mich in dieser Hausarbeit mit der Darstellung des Künstlermotivs auseinandersetzen, wie es Thomas Mann zum Zeitpunkt der Entstehung des Romans angelegt hat. Desweiteren werde ich näher darauf eingehen, wie sich dieses Motiv im Protagonisten Felix Krull manifestiert.
Ich werde mit einer kurzen Beschreibung der Entstehungsgeschichte und einer Inhaltsübersicht über den Roman, der aus drei Büchern besteht, beginnen. Dem soll eine genaue Beschreibung des Künstlermotivs, wie es in diesem Roman angelegt ist, folgen und schließlich möchte ich an Hand verschiedener Kapitel, zwei Kapitel aus jedem der drei Bücher, die Ausführung dieses Motivs zeigen, um mich mit der Fragestellung auseinander zu setzen, ob Felix Krull als Künstler im Sinne Manns dargestellt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehungsgeschichte des Romans und Inhaltsüberblick
3. Manifestation des Künstlermotivs im Protagonisten Felix Krull
4. Analyse verschiedener Kapitel in Hinblick auf das Künstlermotiv
4.1 Erstes Kapitel im ersten Buch
4.2 Fünftes Kapitel im ersten Buch
4.3 Fünftes Kapitel im zweiten Buch
4.4 Neuntes Kapitel im zweiten Buch
4.5 Viertes Kapitel im dritten Buch
4.6 Fünftes Kapitel im drittes Buch
5. Resümée
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Künstlermotiv in Thomas Manns Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, um zu klären, ob der Protagonist Felix Krull als Künstler im Sinne Manns betrachtet werden kann und wie sich dieses Motiv in seinem Verhalten manifestiert.
- Entstehungsgeschichte und inhaltlicher Aufbau des Romans
- Analyse des Künstlerbegriffs bei Thomas Mann unter Einbeziehung philosophischer Einflüsse (Nietzsche, Schopenhauer)
- Die Figur des Felix Krull als „Erlebniskünstler“ und Schauspieler
- Untersuchung von Schlüsselkapiteln aus den drei Büchern des Romans
- Der Zusammenhang zwischen Kriminalität und Künstlertum im Werk
Auszug aus dem Buch
3. Manifestation des Künstlermotivs im Protagonisten Felix Krull
Den Protagonisten Felix Krull als Künstler aufzufassen, dürfte einem heutigen Publikum sicher widerstreben, daher ist es als notwendig zu erachten, den Künstlerbegriff Thomas Manns etwas näher zu bestimmen.
Krull ist nicht mit Manns früheren Künstlerfiguren wie Tonio Kröger, Gustav von Aschenbach oder Thomas aus dem Roman Die Buddenbrooks zu vergleichen, die selbstquälerisch zwischen Leben und Künstlertum umherirren. Damit wird die Künstlerproblematik verändert, ja eigentlich kann gar nicht mehr von Problematik gesprochen werden, da hier der Versuch unternommen wird, Künstlertum und lebensfähige Begabung zu vereinigen. Krull bejaht das Leben in allem was dieses ihm zugedacht hat und zugedenken wird. Somit wirkt Krull eher wie eine Parodie auf die Künstlergestalten Manns früherer Werke. Er statuiert das Exempel von Nietzsches Künstlerbegriff, welcher den Künstler als „Schauspieler und Komödiant“ begreift. Auch die Wagner-Kritik Nietzsches, derer Mann- als großer Wagner-Verehrer, der diese Verehrung einer Revision unterziehen will- sich anschließt, ist ausschlaggebend für die Anlage der Figur des Felix Krull. Nietzsche bezeichnet Wagner als modernen Künstler par excellence und dessen Kunst sei kein schöpferisches Werk mehr sondern vielmehr ein Aneinanderreihen von Details, ohne dass diese eine Einheit bildeten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung vor, ob Felix Krull als Künstlerfigur im Sinne Thomas Manns gelten kann, und erläutert den methodischen Ansatz, diese an ausgewählten Kapiteln zu überprüfen.
2. Entstehungsgeschichte des Romans und Inhaltsüberblick: Dieser Abschnitt beleuchtet den jahrzehntelangen Entstehungsprozess des Romans und gibt eine Übersicht über die drei Bücher, die die Lebensphasen des Protagonisten beschreiben.
3. Manifestation des Künstlermotivs im Protagonisten Felix Krull: Hier wird der spezifische Künstlerbegriff Thomas Manns dargelegt, der Krull als Erlebniskünstler und Schauspieler charakterisiert, welcher die Kunst der Selbstinszenierung beherrscht.
4. Analyse verschiedener Kapitel in Hinblick auf das Künstlermotiv: In diesem Hauptteil wird anhand von sechs ausgewählten Kapiteln exemplarisch nachgewiesen, wie sich das Künstlermotiv und das schauspielerische Talent Krulls in unterschiedlichen Lebenssituationen manifestieren.
5. Resümée: Das Resümée zieht das Fazit, dass Krull meisterhaft als Lebenskünstler dargestellt wird, der die Welt als Bühne nutzt und durch ständige Rollenanpassung überzeugt.
Schlüsselwörter
Thomas Mann, Felix Krull, Künstlermotiv, Hochstapler, Bekenntnisroman, Erlebniskünstler, Rollenspiel, Friedrich Nietzsche, Richard Wagner, Schein und Sein, Selbstinszenierung, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Darstellung des Künstlermotivs im Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von Thomas Mann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzeption des Künstlers bei Thomas Mann, die Figur des Felix Krull als Hochstapler und Lebenskünstler sowie die literarische Einordnung des Werks.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob und inwieweit Felix Krull als Künstlerfigur im Sinne der Intention Thomas Manns dargestellt wird.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine textnahe Analyse ausgewählter Schlüsselkapitel des Romans in Verbindung mit der Einbeziehung literaturwissenschaftlicher und philosophischer Kontexte (insb. Nietzsche und Wagner).
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Bestimmung des Künstlerbegriffs und eine detaillierte Untersuchung von sechs ausgewählten Kapiteln aus den drei Büchern des Romans.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Künstlertum, Rollenspiel, Scheinwelt, Lebenskünstler und die literarische Tradition des Bekenntnisromans.
Warum wird Krull nicht mit früheren Künstlerfiguren wie Tonio Kröger verglichen?
Weil Krull im Gegensatz zu den selbstquälerischen früheren Figuren Manns das Leben bejaht und Künstlertum mit einer lebensfähigen, parodistischen Begabung verbindet.
Welche Rolle spielt die Mythologie am Ende des Romans?
In der späten Arbeitsphase integriert Thomas Mann mythologische Elemente, die den Hochstapler zum „göttlichen Schelm“ erhöhen und die Suche Krulls nach einer höheren Daseinsform verdeutlichen.
- Quote paper
- Steffi Kny (Author), 2003, Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull - Der Memoiren erster Teil - Der Aspekt des Künstlermotivs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37341